Archiv für August 25th, 2007
AAPD gewinnt überraschend Wahl zum Bundestag
Entscheidend waren die Positionen des Spitzenkandidaten Noergler: “Das Recht auf die persönliche Kathedrale muss ebenso selbstverständlich werden wie das auf die massiv goldene Klobrille, ohne vom Primat des Mangels rationiert zu werden”.
Völlig neue Weltordnung beschlossen
Kernpunkte sind garantiertes Grundeinkommen für alle Menschen, auch imTschad, Burkina Faso, Darfur und Tibet, einklagbares Recht auf befriedigendes Sexualleben und kostenlosen Internetzugang selbst in Timbuktu.
Verantwortlicher Caterer Mordechai the Foul: “Das LSD in den Getränken, gut abgeschmeckt mit der Liebesdroge Ischtar hat den Entscheidungsprozess wesentlich vereinfacht.
Roma bilden Wagenburg um Blankeneese
Ihre Forderung: Ausweisung eines dort wohnhaften bekannten Neonazis nach Paraguay und Bereitstellung von Hausbooten für freies Wandern auf allen europäischen Flüssen. Auf dem Alsterfest solidarisieren sich Armenier, schwule Buddhisten türkischer Herkunft und Yezidi und fordern ein Mahnmal in SO36, eine Riesenpagode neben der neuen Moschee in Köln mit goldenem Phallus und kurdische Zweitnamen für alle deutschen Städte.
Straight, queer und was das mit Radikalität zu tun hat
Anknüpfend an diesen Thread hier: http://shiftingreality.wordpress.com/2007/08/24/viren-psyche-alles-eine-sauce/#comment-856,
aber auch an die sehr interessanten Einlassungen von Lysis, möchte ich eine Sache ansprechen, die mich in der linken Szene stets genervt hatte: Den linken Moralismus von Sexualität, wie die Ästhetik&Kommunikation-Autorin Maria Wieden das einmal treffend genannt hat. Da gehoerte Kritik am Heterosexismus, also an der Zwangsheterosexualitaet einerseits und sexistischen Vorurteilen andererseits ebenso zu den konstituierenden Elementen der Szene wie die Diskussion um sexistische Strukturen&Verhaltensweisen in den eigenen Zusammenhaengen. Dies bedeutete aber nur, dass neue normative Sanktionierungen gesellschaftlich akzeptierten Sexualverhaltens geschaffen und im Allgemeinen auf bitter moralinsaure Art durchgesetzt wurden. Schwule und Lesben yu akzeptieren war ueberhaupt kein Problem, im Gegentum, die Lesben galten als besondere Avantgarde der Frauenbewegung, die, da nicht durch Ruecksichtname auf Maenner belastet, besonders radikal seien. Viele heterosexuelle Frauen leisteten sich zwischendurch eine lesbische Phase, gab es die nicht, wurde die manchmal sogar erfunden, um eine glaubwuerdige politisch korrekte Biographie vorweisen zu koennen. Was aber nicht akzeptiert wurde, was sogar ganz unhinterfragt Perversion genannt wurde, war heterosexueller Sadomasochismus. Dass es sich hierbei zumindest vielfach um Rollenspiele mit der Voraussetzung von Einvernehmlichkeit handelte war ueberhaupt nicht thematisierbar, auch nicht, dass es ebensoviele dominante Frauen wie dominante Maenner gab. Ich glaube kaum, dass Linke mit SM Neigung es in der Szene, wie ich sie kenne es wagen wuerden oder gewagt haetten sich zu outen. Die allenthalben gefuehrten Sexismus/Diskussionen waren auch keine Debatten ueber das Thema an sich, sondern im Allgemeinen Scherbengerichte, bei denen die soziale Aechtung von fuer sexistisch gehaltenen Leuten beschlossen wurde. Es handelte sich dabei keineswegs ausschliesslich um Vergewaltiger, Grabscher usw., bei denen ein Rausschmiss ja oft unabdingbar ist, sondern es konnte schon ausreichen, beim Playboylesen erwischt worden zu sein oder schmutzige Ausdruecke gebraucht zu haben. Unter heterosezuellen Maennern war das sog. antipatriarchale Verhalten normiert. D.h., es wurde einerseits darueber gesprochen, dass eine genital fixierte Sexualitaet nicht der Fuelle der Moeglichkeiten sexuellen Erlebens entspricht. Im Umkehrschluss hiess aber dann, dass linke Maenner, die fuer Fusserotik keinen Sinn hatten oder Ohrlaeppschen unspannend fanden, als genitalfixiert und in ihrem Bewusstsein noch nicht so weit wie andere begriffen wurden und anhand solcher Messlatten Hierarchien gezimmert wurden. Da auch Maennergruppen ihr Schweigegeluebde nicht wirklich einhielten und die Szene beziehungstechnisch ein grosser Verschiebebahnhof war, in der es zum Cafeteriaschnack gehoerte, wie nun wer im Bett ist, betrafen solche Festlegungen in einer Stadt mitunter ein paar Hundert Leute. Die von sich als Feministinnen und Antipatriarchale verstehenden Frauen undMännern aufgestellten Vorstellungen von Rollenverhalten und Sexualmoral orientierten sich nicht, wie ich es lieber gesehen haette, an Butler, sondern an Dworkin, Schwarzer und der zumindest damals in deren Fahrwasser schiffenden und in der Szene wie eine Heilige verehrten Ingrid Strobl (um Unklarheiten zu vermeiden, die Kampagne für ihre Freilassung habe ich aktiv mitgetragen, die Überhöhung ihrer Person nicht.).
Du siehst, Momo, wir hattens auch nicht einfach.