Ohren auf: der offizielle Musikgeschmacksthread zur Realitätsverschiebung
So hier ist genug Platz für den Geschmacks-Battle/-Contest zwischen Pop und Rock, Metal und Hose: Zeigt her Eure Plattenschränke!
Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!
So hier ist genug Platz für den Geschmacks-Battle/-Contest zwischen Pop und Rock, Metal und Hose: Zeigt her Eure Plattenschränke!
Geschrieben von lars
Januar 16, 2008 um 17:37
Veröffentlicht in Pop, Träumer singen von später
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Ha: Die Musikliste auf meiner Konservenbüchse für unterwegs unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht nicht vom Musikgeschmack der 18-22-Jährigen:
Da sind zwar einige Musiker darunter, die zu meinen all-time Faves gehören, einige (vor allem aus dem Jazz) fehlen da.
lars
Januar 16, 2008 um 17:48
In meinen I-Pod (Nano, der schwarze), den ich mir zu Weihnachten geschenkt habe, habe ich eingeladen:
- Mark Medlock (im Ernst!)
- Barry White
- Georgette Dee
- Bright Eyes
- Babyshambles
- Paul Weller
- Kevin Divine
- Joan Baez
- Donna Summer
- Klaus Hoffmann
- Andrew Bird
- Wilco
- Alison Moyet (so’n Album von vor vier Jahren oder so)
- diverse CDs aus dem Magazin “Rolling Stone”
- Die 3 Tenöre
- Johnny Cash
- Mando Diao (mehrfach)
- Kante (das “Zombie”-Album)
- Shirley Bassey
- Barbra Streisand (mehrfach, gehöre zu den Streisand, nicht zu den Bette Middler-Tunten)
- Dashboard Confessionell
- Patti Smith
- Leonard Cohen
- Madonna (dieses wundervolle Balladen-Album)
- Moldy Peaches (immer wieder toll!)
- Take That (das Comeback-Album)
- Jens Friebe
- Katie Melua
- Amy Winehouse
- Hard-Fi
- The Coral
… den Rest müßte ich noch mal nachschauen. Was so dem entspricht, was ich so ganz privat gerne höre, eben folkig-gitarrig, chansonesk, Disco oder wundervoller Monumental-Kitsch.
Ist jetzt aber nur zum Teil das Spektrum, das ich auch objektivierend als “gute Musik” kennzeichnen würde, auf Mark Medlock trifft das nun wirklich nicht zu, auch wenn’s ein Hammer-Sänger ist, gibt aber ja auch tollen Hip Hop, großartige Sachen aus der House-, Electro-etc.-Ecke, auch aus den Hardcore- und Alternative-Geschrammel-Ecken, das ist aber nix für mich zu Hause.
momorulez
Januar 16, 2008 um 18:07
ich bin dezidiert anti-pop, weil pop immer mit zuoftgehoert einhergeht.
pop ist schleimige, durchfallverursachende suessigkeit.
was hamburger mit fritten fuer essen ist pop fuer musik.
wobei ich fastfood und schleimige, durchfallverursachende suessigkeit auch gern esse. das liegt in der natur der sache.
mag alle genres, aber nur sehr wenig von allem.
ist pop ein genre?
reagiere schnell uebellaunig wenn mir musik misfaellt.
mag tocotronic, aber nicht blumfeld.
tocotronic anscheinend genau aus dem grund, aus denen sie che missfallen, eventuell weil mich das leierige umlullt.
und bin natuerlich auch mit tocotronic aufgewachsen.
hoere zur zeit:
kode9 & the spaceape – memories of the future
bogdan raczynski – alright! (achtung: dafuer braucht man eventuell hoer- und raveerfahrung und humor, was musikalische ueberzogenheiten angeht)
bohren und der club of gore – midnight radio
erik satie
ps: der gegenwaertige retro- und rockhype geht mir so was von auf den sack (mando diao). das gabs alles schon mal in gut.
spaggo
Januar 16, 2008 um 19:32
Okay, wenn es um die tatsächlichen Bands geht:
Lost in Translation Soundtrack
The Album Leaf
Ben Gibbard
Beth Gibbons & Rustin Man
The Books (sehr groß, wirklich!)
The Breeders
Cat Power
Coldplay
The Cult
Cursive
Gordon Gano
Death Cab For Cutie
dEUS
Dinosaur Jr.
The Dresden Dolls
Die Goldenen Zitronen
Hans Appelqvist
James Iha
Kashmir
Kiss My JAzz
The Love Substitutes
Magnus
Marianne Faithfull
Mark Robinson
The Mountain Goats
Mugison
Nico
Nina Simone
Nirvana (tja, die Jugend)
Ólöf Arnalds
Paul Weller (immerhin 1 Übereinstimmung mit Momo!)
Pearl Jam
Pixies
PJ Harvey
The Postal Service
R.E.M.
Radiohead
Red Hit Chili Peppers
The Sea and Cake
Sígur Rós
The Smashing Pumpkins (peinlich, peinlich)
Sonic Youth
Sophia
Stereolab
The Stylöe Council
Talking Head
Temple of the Dog
Tomte
Tori Amos (mit ihrem Männer singen über Mädels-Cover.)
The Velvet Underground
Violent Femmes
Weather Report
The White Stripes
Yo La Tengo
Zita Swonn
2raumwohnung
Hmmm… So alles in allem… was fehlt denn noch…
lars
Januar 16, 2008 um 19:38
@Spaggo:
Und Du erzähl uns noch mal, wir würden hier “früher war alles besser” schreiben, angesichts dessen, was Du über Mando Diao schreibst
… abgesehen davon karrikieren die auf ihrem aktuellen Album eher Folklore von woauchimmer herkommend, das ist ganz lustig. Und ich höre Musik tatsächlich auch eher energetisch, wenn ich sie privat höre, im Job höre ich sie sehr anders, und da finde ich die einfach nur großartig, die Mando Diao. Und wüßte jetzt aktuell auch nicht, wo ernstzunehmende Innovationen stattfinden würde, die nicht irgendwie auch retro sind, seitdem die Jugendkulturen eher in Handy und Playstation gewandert sind.
Abgesehen davon mochte ich Blumfeld auch nie hören, Tocotronic früher auch nicht, aber das hat sich seit einiger Zeit sehr geändert. Die habe mir auch gerade live angeschaut, das war schon klasse.
@Lars:
Da sind, was die CDs (auch in der Hinsicht bin ich ja voll retro), die hier rumligen, betrifft, aber viele Überschneidungen, und was so die eher rockig-folkig-Songwriter-Geschichten angeht, ist das schon eine sehr ähnliche Richtung.
Finde zwar Zweiraumwohnung langweilig, die liegen hier aber auch rum, kann Tori Amos nicht ausstehen, ein Album habe ich aber auch von der, die Violent Femmes waren die Superhelden meiner späten Jugend, die Talking Heads ja auch irgendwie, wat haben wir dazu getanzt!, all die abgebrannten Häuser, Velvet Underground sind Götter und tatsächlich viel aktueller als Mando Diao, die White Stripes weiß ich zu schätzen, mag ich aber nicht hören, habe ich hier aber auch, Style Council, habe sogar mal live gesehen damals, die mußte man immer verteidigen gegen alle, die sie als Verräter empfanden, dieses Beth Gibbons & Rusty Man-Album liebe ich über alles, Red Hot Chili Peppers sind auch im I-Pod usw..
Ach, und zwei weitere Geschmacklosigkeiten, auf die ich sehr stolz bin, in diesem Gerät sind auch Meat Loaf und Supertramp zu finden!
Man, das war super, mit dem Auto-Shuttle über den Damm nach Sylt zu fahren, überall nur stockdunkle Nacht und sonst nichts, und just in dem Moment, wo man die ersten Lichter Sylts sah, kamen die ersten Piano-Klänge von “Ruby”, ach, solche platten und durchfallverursachenden Süßigkeitsmomente sind doch des Lebens Würze und ermöglichen die pure Lust an der Existenz ..
momorulez
Januar 16, 2008 um 21:19
ok, ich find das, was mando diao heute imitieren, also quasi das original, auch nicht gut.
habe mich verschrieben.
spaggo
Januar 16, 2008 um 21:26
Was derzeit häufiger aus den Boxen kommt:
Oxia
Archive
Lali Puna
Isis
Red Sparowes
65 days of static
Felix Cartal
Bratze
Aerogramme
Bright Eyes
Ms. John Soda
Boys Noize
Kate Nash
Fujiya & Miyagi
The Decemberists
Oliver Koletzki
Schatten.kontrastieren
Januar 16, 2008 um 21:31
@Lars
Einverstanden:
The Breeders
Cat Power
The Cult
Pixies
Mark Robinson
The Smashing Pumpkins (peinlich, peinlich): wenn ich betrunken bin (dann geht sogar Rage)
Sonic Youth
Violent Femmes
Yo La Tengo
The Sea and Cake
Eigentlich wuerde ich auch sagen Goldene Zitronen, aber die sind verdaechtig konsequent.
Sie kommen mir eher vor wie ein Parteiprogramm.
Nicht einverstanden:
2raumwohnung geht leider gar nicht, konnte ich nur dulden bis ich nach berlin ging um dort den schnodder kennen zu lernen.
spaggo
Januar 16, 2008 um 21:35
Supertramp wollte uns unser Religionslehrer mit dem Stueck “When I Was Young” nahebringen.
spaggo
Januar 16, 2008 um 21:41
Ich habe anscheinend gar keinen Musikgeschmack.
Also, ich habe auf meiner Konservenbüchse:
Rage Against the Machine
Björk
Bob Marley
The Doors
Julia Ecklar
Peter Thomas
Jerry Goldsmith
Gabba (diverse Interpreten)
Jimi Hendrix
Cpt Howdy
Maggers United
Samy de Luxe
Painted Air
The Punkles
Iggy Pop
Bach (die Brandenburgischen Konzerte)
Marilyn Manson
Massiv Attack
Metallica
Nirvana
The Polyphonic Spree
Prince
Nightwish
Die Singvøgel
Wenn ich jetzt an meinen Platten (ja, ich habe noch solche runden schwarzen Dinger aus Vinyl) und CDs gehe, dann wird es noch viel eklektizistischer …
MartinM
Januar 16, 2008 um 21:41
@Momo: Das sind aber – mit Verlaub – auch Generationsunterschiede: Violent Femmes, Talking heads und so kenne ich ja tatsächlich nur als Nachgeborene. Und habe ja zuerst the style council gehört, und erst dann The Jam.
Ja, das ein oder andere Album ist drauf, ohne dass ich’s eigentlich höre (gerade die zweiraumwohnung hör ich super selten, ist zudem auch noch diese latin remix cd). Von der Amos mag ich eigentlich auch wirklich nur dieses Cover Album “Strange Little Girl”, vor allem ihre Version von Eminems “Bonnie & Clyde ’97″ finde ich dermaßen cool und die totalen Heroes für mich sind sowieso die verschiedenen Projekte aus der Antwerpener Musikszene: dEUS, Zita Swoon, The Love Substitutes, Magnus, Dead Man Ray usw, die haben mich in den letzten 15 Jahren dermaßen geprägt, dass diese Musik reicht, um mich aufgenommen zu fühlen.
lars
Januar 16, 2008 um 21:43
Zur Hamburger Alternativpopkultur wäre mein Kurzstatement folgendes:
Ja: Tocotronic, Blumfeld, Sterne, Kettcar, Goldene Zitronen
Nö: Kante, Tomte, Oma Hans, Kommando Sonnenmilch
Schatten.kontrastieren
Januar 16, 2008 um 21:47
Tomte fand ich wirklich gut: vor allem diesen grundlegenden Optimismus auf “Hinter all diesen Fenstern”, wenn er auch manchmal ins Privatistische abgleitet. Und die zeile
“schau ein einziges mal nach oben
schau einziges mal nach vorn.
du wirst dinge sehen
von denen du dachtest
sie seien noch nicht geboren.
du wirst tage verbringen
an den zähnen nicht knirschen
deine scheine ausreichen
deine schulden zu begleichen
deine augen nicht feucht sind
du bekommst was du bräuchtest
es wird passieren
ich hoffe du weißt es.
hinter all diesen fenstern
sitzen menschen,
du hast es immer geahnt,
dass sie es wert sind zu bleiben
du bist den ganzen weg gerannt.”
Ohne jetzt in die Texthermeneutik einsteigen zu wollen: das fand ich super.
lars
Januar 16, 2008 um 22:01
Ich ergänze das mal um die CDs in Griffweite:
Abba
Advocatus Diaboli
Die Ärzte
The Beatles
The Beach Boys
Cher
Edvard Grieg
Elton John
Emmerson Lake & Palmer
Ennio Morricone
Gerry Rafferty
Die Goldenen Zitronen
Kraftwerk
Guns ‘n Roses
Richard Wagner
Toreardor
Vibravoid
Wolfgang Amadeus Mozart
MartinM
Januar 16, 2008 um 22:05
@Martin:
Finde Deinen Eklektizismus super
…. ganz im Ernst! Ohne jede Ironie!
@Schatten.kontrastieren:
Also, das “Zombie”-Album von Kante ist echt Weltklasse! Und Kettcar ja sowieso auch, also, “Landungsbrücken raus”, da muß ich ja immer weinen, und aus unerfindlichen Gründen hat sich das in meinem Hirn + Gefühl unauflöslich mit dem grandiosen 4:0 Sieg über Bochum im Pokal verwoben, als die Bochumer Fans unsere Mannschaft feierten und daraufhin das ganze Stadion in “VfL, VFL”-Chöre ausbrach, das war so ein Moment der Utopie, der kurioserweise zu dem Lied paßt, alleine wegen dieser herrlichen Passage, was man damals so alles wollte, als man nach Hamburg kam … und Tomte bashen finde ich gemein. Bin da ja auch nicht Fan, aber da sind auch tolle Sachen dabei … aber mit Element of Crime kann ja eigentlich sowieso keine von unseren Lokal-Heroen-Bands mithalten, by the way …
@Lars:
Die ganze dEUS-Szene ist aus mir selbst nicht so klaren Gründen völlig an mir vorbei gegangen. Und bei den genannten Bands, Violent Femmes, Talking Heads und so, da bin ich verdamt froh, nicht zu den Nachgeborenen zu gehören
… das war schon ‘ne musikalisch tolle Zeit. Habe mir gerade, weil’s unverschämterweise als Sonderangebot irgendwo rumlag, das “Kiss Me, Kiss Me”-Album von The Cure auf CD zugelegt, ja nicht unbedingt deren größtes, egal, ich hatte – ganz wie in diesen doofen Pop-Romanen – auf einmal alle Bilder und Gefühle wieder, die ich hatte, als ich’s mir damals ’87, also ganz, ganz kurz, bevor dann alles vorbei war (zumindest in Hamburg), gekauft habe – wie ich vom Zivilehrgang aus Kiel zurück kam, bei Zardoz am Bahnhof Altona einkehrte und dann in meiner WG das auflegte und mich darauf freute, nach Tagen in der drögen Einöde wieder durch Dschungel und Subito zu pirschen, seufz … und die Mittwochabende im Hannover im bad, wenn Jorgo den DJ gab, ach, toll, wenn dann “Gimme the Car” von den Violent Femmes lief und “girl called Johnny” von den Waterboys” und “10:15 on a saturday night” von The Cure … so, Spaggo, jetzt völlig zu Recht Dein Einsatz mit dem “Alte Männer plaudern von früher”
… (ich fühle mich gerade, als hätte ich ganz viel Brandy getrunken, dabei bin ich völlig nüchtern – wollen wir nicht übrigens auch mal ‘ne Rubrik “besoffen posten” einführen, so wie im St. Pauli-Forum?)
momorulez
Januar 16, 2008 um 22:53
@Momo: Können wir gerne machen.
lars
Januar 16, 2008 um 23:05
Fällt mir allerdings auch noch zur Linie dEUS- Element of Crime ein:
dEUS: For the roses
Element of Crime: Die schönen Rosen
Beides im Jahr 1996 veröffentlicht, ähnliche musikalische Struktur bzw. irgendwie habe ich die beiden Stücke relativ lange als etwas Gleiches wahrgenommen
lars
Januar 16, 2008 um 23:24
@Momo & Lars: Besoffen posten klingt nach einer guten Idee
. Vielleicht gibt’s ja auch kreativere Namensvorschläge? (Wie wär’s denn mit ‘auf der Bierflasche steht ‘Internet”? … allein schon wegen dem Pauli-Bezug
)
Schatten.kontrastieren
Januar 16, 2008 um 23:24
@schatten.kontrastieren: auch schön. Nur heute abend wird das bei mir nichts mehr (mit dem Bier). Übrigens danke für die Verlinkung meines Blogs auf Deiner Seite.
lars
Januar 16, 2008 um 23:31
@lars: das geht gleich zurück, schließlich warst du schneller. war natürlich nicht nur quid pro quo
Schatten.kontrastieren
Januar 16, 2008 um 23:33
lars
Januar 16, 2008 um 23:36
Na, ich sauf dann mal los, vielleicht wird das ja heute noch was
… Gast-Autoren jederzeit willkommen, Schatten.kontrastieren!
momorulez
Januar 16, 2008 um 23:37
Hätte ich damit angefangen, hätte irgendein Schlauberger mir wieder Google-Honigtopfing vorgeworfen
Also gut :: Kurz und schmerzlos:
#coldplay, ebenfalls, aber nicht alles. Das neue finde ich schön.
#GNR, aber die aus den 80ern und bitte nicht live
#bei johnny cash highwayman brauche ich eigentlich nicht weiter nachzudenken. Top-Favorit
# Prince, Erotic City
… “besoffen posten” ist Spitze. Und “schwanger posten”, “bekifft bloggen” und “mit sonnenuntergang im auge twiitern”
ring2
Januar 16, 2008 um 23:41
Na, dann prost. Und klar, Gastautoren sind stets erfreulich.
lars
Januar 16, 2008 um 23:43
Habe letztens eine CD für meine Tochter aufgenommen. Die dudelt nun tageintagaus in ihrem Zimmer. Sind schöne Sachen dabei.
“neue kategorie; musik für die liebsten”
http://www.flickr.com/photos/berlinlife/2147118197/
ring2
Januar 16, 2008 um 23:46
@ring2: dann müsste ich ja die ganzen alten kasetten rauskramen, die ich in meiner Jugend verschenkt habe…
lars
Januar 16, 2008 um 23:49
Ohren auf: der offizielle Musikgeschmacksthread zur Realitätsverschiebung « shifting reality
Popdiskurse … (ich fühle mich gerade, als hätte ich ganz viel Brandy getrunken, dabei bin ich völlig nüchtern – wollen wir nicht übrigens auch mal ‘ne Rubrik “besoffen posten” einführen, so wie im St. Pauli-Forum?)
Lieblnk.de
Januar 16, 2008 um 23:50
JAAAAA! Das wollte ich immer schon mal wieder machen. Spontan da drauf: Adam and the Ants, FischerZ, besser noch die Solodingens von Dingens und leider auch Police, bei denen ich ja heute Potenzprobleme kriege
ring2
Januar 16, 2008 um 23:52
Hallo? Alle Bier holen?
ring2
Januar 17, 2008 um 0:05
Nochmal ein kleiner Tipp für die Passagiere des Rockdampfers, die der Elektrofähre nochmal eine Chance geben wollen: Johnny Cash – I saw a Darkness (Acid Pauli Remix) – ganz groß!
Schatten.kontrastieren
Januar 17, 2008 um 0:07
nee, im Kasettenkoffer gruschteln.
lars
Januar 17, 2008 um 0:07
Kasettenkoffer – wie geil ist das denn?
Da ist ja fast so gut wie diese kleinen Mäppchen für Vinyl-EPs (die gibt’s auch nur noch in Trendbars als Getränkekarte… auch ganz schick).
Schatten.kontrastieren
Januar 17, 2008 um 0:12
hmmm: Bin gearde parallel dazu am überlegen, wo denn meine Top 3 läge…
Im Moment glaube ich wirklich, dass sich das auf
dEUS – hotellounge (be the death of me)
Sonic Youth – sunday
Weather Report – Elegant People
reduzieren müsste…
lars
Januar 17, 2008 um 0:13
Oh, jetzt kommen die Remixe. Da nehme ich den Satisfaction Remix von Fatboy Slim. Größtes Kino.
ring2
Januar 17, 2008 um 0:20
@lars top3 ist gemein.
ring2
Januar 17, 2008 um 0:21
Muss ja auch gestehen, dass die zweite Hälfte der 90er auch bei mir eher elektronisch bis housig war. Irgendwie passt das aber nicht zu so was, wie das durchatmen hier.
Spare das also aus. War sowieso MTVgeschädigt in der Zeit.
ring2
Januar 17, 2008 um 0:25
Zum Thema Tomte und Pauli fällt mir dieses Zitat wieder ein:
Habe mir das St.-Pauli-Lied von Tomte für 99 Cent für irgendeinen guten St.-Pauli-Zweck runtergeladen. Darf sonst keiner machen, solche Fußball-Fan-Lieder, weil sowas nicht gut ist, sondern schlecht. Wird normalerweise mit 1000 Totehosepunkten und der roten Rockkarte bestraft. Bloß nicht bei Tomte, die dürfen das.
Sven regener, hier
http://regener.blogg.de/eintrag.php?id=25
ring2
Januar 17, 2008 um 0:31
@Ring2: gemein, ich weiß! wollte erst die Top Ten meiner Scheiben raus suchen und konnte mich nicht entscheiden. Bei den Top3 wußte ich wenigstens, was die ersten beiden sind. Bei den Remixen muss ich leider aussteigen, weil ich das mehr oder weniger auch verpasst habe.
lars
Januar 17, 2008 um 0:32
@ Ring2: Zum durchatmen gibt’s doch auch nettes Elektronisches – Archive, Lali Puna, die ganzen TripHop- und AcidJazz-Sachen, Ms. John Soda, Röyksopp
Schatten.kontrastieren
Januar 17, 2008 um 0:33
royksöpp, au fein. Da muss das Dunkel gewesen sein, als die Musik entstand, mit der Hoffnung auf Jul. Irgndwann ….
ring2
Januar 17, 2008 um 0:35
Ich muss morgen nachlesen — n8 — sauft recht schön!
ring2
Januar 17, 2008 um 0:39
@schatten.kontrastieren: Kasettenkoffer: Ist eigentlich ein alter Nähmaschinenkoffer mit hellgrau-dunkelgrau kariertem Stoffüberzug. Sind aber fast nur noch Hörspiele neueren Datums drin. Und LaliPuna bzw. die ganzen Weilheimer sind natürlich auch was feines
lars
Januar 17, 2008 um 0:42
Da wars mal mit Sicherheit dunkel:
Sonnenstunden Tromsø: http://www.eklima.de/?d=klimadaten&i=1510&s=Troms%C3%83%C6%92%C3%82%C2%B8&z=Norwegen
Schatten.kontrastieren
Januar 17, 2008 um 0:42
n8 Ring2.
lars
Januar 17, 2008 um 0:42
Stromgitarren. Oder sonstwas, das gern ein Saxophon wäre.
Mucke, die ich nicht verstehe.
Mucke, die ich zu verstehen glaubte, um feststellen, daß das noch lange nicht alles war.
PF: Ummagumma, Wish you were here (etc.)
Hendrix
The Who
Zappa
Stevie Ray Vaughan
Deep Purple (wenn sich Lord und Blackmore gegenseitig einen hobeln)
Mother’s Finest (live immer ein Fest)
David Bowie
Tito & Tarantula
… (jedenfalls Vinyl)
Morgen sähe die Liste sicher schon wieder ganz anders aus, und ich habe eh wie immer das Wichtigste vergessen.
“Klassik” und “Jazz” lasse ich mal aus.
Leider habe ich selten die Muße, Musik zu hören, womit ich meine: Hören!
Ähm… wie war die Frage noch?
flatter
Januar 17, 2008 um 1:48
[...] Pop und Theorie ist es nur ein kleiner Schritt: Weil wir drüben bei SR die gegenseitigen Musik-Geschmäcker abtasteten hier das zweite Objekt künstlerischer Bewunderung: Die belgische Band dEUS. Die sollen ja im [...]
Odradek » Blog Archive » Bewunderung 2: die belgische Band dEUS
Januar 17, 2008 um 2:07
Ich klick mal auf meinen Randomisierer und spucke die ersten 20 Bands die jetzt kommen würden aus:
Kaiser Chiefs
The Hives
Jamiroquai
The Clash
Blur
(Absolute) Beginner
The Libertines
Ramones
The Subways
Dead Kennedys
White Stripes
The Faint
Goldfrapp
Die Ärzte
Moloko
Deichkind
OK Go
Wise Guys
Propellerheads
The Long Blondes
googlehupf
Januar 17, 2008 um 2:24
Oh, warum Herr kann ich mir gerade Namen von Musikmachenden soo schlecht merken. Interessiere mich meist wirklich nur für die Musik und nur sehr selten für den Menschen dahinter. War früher anders.
Übrigens bin ich ja einer der Gewinner der digitalen Revolution, war aber auch zu anstrengend, immer wieder nach Mixtapes zu fragen, die Menschen in meiner Nähe, die sich wirklich mit Musik auskennen.
Mein Tipp: http://www.musicovery.com
ring2
Januar 17, 2008 um 9:28
Marc Bolan
Suzie Quatro
Samuel Beckett
Paris Hilton
T. Albert
Januar 17, 2008 um 9:41
@T. Albert fangen wir jetzt mit unseren peinlichsten Lieblingen an? (zumindest Paris und Marc würde ich dazu zählen
ring2
Januar 17, 2008 um 9:50
Ja, das ist ein Jugendtrauma, Lieblingsgruppen aufsagen zu sollen.
Haue gabs dann auch manchmal.
T. Albert
Januar 17, 2008 um 10:02
@Googlehupf:
Ich wußte ja immer, daß Du einer von uns bist
…na, von den Wise Guys mal abgesehen. Das ist irgendwie 3SAT-Aufzeichnung in der Stadthalle Mainz oder so.
@Schatten.kontrastieren:
Kleine EPs? Meinst Du Singles?
Komischerweise hatte ich nie ‘nen Kassettenkoffer, obwohl ich all die alten Mixtapes noch habe, nur leider aktuell nix mehr, was die abspielt … und diese Trip Hop-Geschichten fand ich auch super, ich glaube auch, daß ich ’96 sowas hörte, so Massive Attack, Portishead und so … Röyksopp fand ich aber doof, kamen ja auch viel später, aber wahrscheinlich nur, weil das in meinem Umfeld so gehypet wurde. Wobei ich als das mit Abstand größte Album aus der Richtung dann doch noch dieses Madonna-Album mit “Frozen” empfinde, hatte, glaube ich, der William Orbit produziert, war der das nicht auch bei dem sensationell “13″-Albm von Blur?, auch ganz groß, aber das von Madonna hat irgendwie ‘nen Schlußpunkt gesetzt, wie die Auflösung im Krimi oder so …
@Flatter:
Am tollsten war tatsächlich bei Deep Purple immer Jon Lord – den durfte ich sogar mal treffen, und das war schon toll! Klasse Typ!
@Ring2:
Wenn dieser Tomte-Song der mit den Tränen auf des Nebenmanns Schulter ist, dann ist er schon richtig klasse!
@T. Albert:
Ich würde mal sagen: And the winner is
!
momorulez
Januar 17, 2008 um 10:07
@T. Albert Schlimme Jugendgewalt wegen Suzie Quattro, huuuh
@Momo, ja das ist der. Gehe mit dem alten Vahronen konform, das ist der beste Paulisong.
ring2
Januar 17, 2008 um 10:28
Ich habe ja tatsächlich noch hunderte von selbstgesampelten Tapes, und mein 26 Jahre altes Tapedeck gibt die auch alle noch sehr gut wieder.Als hier mal kürzlich jemand meinte, Silberscheiben verschenken wäre 90er -also, bei uns verschenkte man in den 90ern noch Tapes.
OK, ich zeig Euch meinen Musikschrank:
Manu Negra
Bruce Cockburn
Klaus Hoffmann
Ulla Meinicke
Hannes Wader
Schobert&Black
Ulrich Roski
Three Mustafa Three
Robert Wyatt
Ludwig van Beethoven
Gyorgy Ligety
Igor Strawinski
Modest Mussorgski
The Vision Bleak
Alice Cooper
Pat Benatar
Destruction
Metallica
Die Ärzte
Die Toten Hosen
TonSteineScherben
Slime
Swinging Mescalero
Cochise
Fehlfarben
HansAPlast
Straßenjungs
Einstürzende Neubauten
IceT Featuring Body Count
che2001
Januar 17, 2008 um 10:32
Ich habe noch Hunderte von Tapes,und in meinen Kreisen schenkte man sich in den 90ern noch Tapes und keine CDs. Mein Tapedeck ist seit 1982 unermüdlich im Einsatz,meinen ersten und immer noch gebrauchten CD-Player habe ich mir 1996 angeschafft. Meine Musik:
Mano Negra
Gyorgy Ligety
TonSteineScherben
Slime
Swinging Mescalero
Cochise
3Mustafa3
AmonDüül
Pink Floyd
The Vision Bleak
Bruce Cockburn
Klaus Hoffmann
Ulla Meinicke
Hannes Wader
Die Ärzte
Die Toten Hosen
Metallica
Destruction
Joan Baez
che2001
Januar 17, 2008 um 10:39
@talbert: Wie steht es denn nun mit Deinen Dortmund-Plänen? Oder war’s Essen?
lars
Januar 17, 2008 um 11:31
Mein erstes CD-Player war ein Erbstück meiner Oma, kein Witz
… und meine heißgeliebten Tapes habe ich erst 2002 oder so aufgegeben …
momorulez
Januar 17, 2008 um 11:34
Na ja, angefangen habe ich natürlich mit einem Spulentonband, und auch das Tefifon ist mir noch vertraut.
che2001
Januar 17, 2008 um 12:22
@Momo
…na, von den Wise Guys mal abgesehen. Das ist irgendwie 3SAT-Aufzeichnung in der Stadthalle Mainz oder so.”
“Ich wußte ja immer, daß Du einer von uns bist
Da hab’ ich ja Glück, dass mir weitaus peinlichere Perlen nicht aus der Playlist hervorgekrochen.
Aber weißt ja, so unterschiedlich scheint z.B. Statlers Musikgeschmack nicht zu sein. Kann mich auch ganz gut erinnern, dass in einem anderen Blog darüber diskutiert wurde (ich glaube von Dean) ob dass bei uns Liberallalas die solche Musik hören nicht einfach nur jugendliches Distinktionsgehabe wäre.
Ist es natürlich: in 40 Jahren hör’ ich nur noch die Domspatzen unterlegt mit Marschmusik.
googlehupf
Januar 17, 2008 um 15:01
@Googlehupf:
Statler hat ‘ne veritable Punk-Vergangenheit, das stimmt schon. Der ist Renegat
… wobei der Schritt vom Punk zum klassischen Bürgerrechts-Liberalismus ja soooo weit auch nicht ist, auch – Achtung, Widerspruch – zum Anti-Etatismus nicht, aber wie da bei dieser Form von Wirtschaftstheorie landen kann, das habe ich auch nie wirklich verstanden. Aber als reinen Distinktionsgewinn über das Normalmaß hinaus habe ich das auch nie wahrgenommen …
momorulez
Januar 17, 2008 um 16:59
Da war das in meiner Jugend noch anders: Wer CDU wählte, hörte Marschmusik, Country und Klassik, Rock war links (oder Metal teilweise auch ganz rechts). Heute kenne ich eine CDU-wählende Person, die Ärzte-Fan ist.
che2001
Januar 17, 2008 um 19:14
Gerade so:
EA80
Sunn O)))
Boris
Earth Crisis
KFC
Agnostic Front
Sick Of It All
The Locust
Merzbow
Napalm Death
Mouse on Mars
Cro Mags
Slayer
cut
Januar 17, 2008 um 19:21
Das ist und war ja immer das Problem mit diesen POP-Punkern. Würde mich nicht wundern, wenn die auch CDU wählen.
Huuh. Jetzt gerade die Ärzte mit den Toten Hosen verwechselt.
Kriege wieder Haue von Momo am Sonnabend
ring2
Januar 17, 2008 um 19:39
Ich finde noch nicht mal, dass es zwischen den Ärzten und den Toten Hosen heutzutage einen so großen Unterschied gibt, außer, dass die Ärzte frecher und ironischer und die Hosen etwas in die Jahre gekommen sind. Die Ärzte sind heute populärer, dafür waren es die Hosen in den 80ern, als die Ärzte kaum jemand kannte und sie “Ja, ich bin so ein glücklicher Astronaut und ich singe ein Lied” sangen und keine Punkband waren.
che2001
Januar 17, 2008 um 20:47
@Che:
Oooops, der Unterschied ist aber doch gewaltig. Die Ärzte haben nie diesen Schwenk hin zum pseudo-crediblen Stadionrock vollzogen und haben auf allen Ebenen mehr Humor. Die sind auf ihre Art immer sophisticated geblieben. Da liegen echt Welten zwischen den Bands. Die Toten Hosen sind sowas wie der Versuch zu belegen, daß die Kultur der “einfachen Leute” grundsätzlich ein bißchen doof ist (Ausnahme: Diese frühen “Opel gang”-Geschichten und wirklich tolle Hymnen wie “Ficken, Bumsen, Blasen”
), und die Ärzte haben diesen Beleg-Versuch immer wieder neu falsifiziert ….
@Ring2:
Ja, in der Tat
…
@Cut:
Ich geb’s zu: Davon kenne ich tatsächlich nur Slayer und Mouse on Mars
… oder ist das der KFC aus der frühen NDW?
momorulez
Januar 17, 2008 um 21:21
Na, der KFC iss doch keine NDW-Band, datt iss Punkrock. Aber wahrscheinlich reden wir von der gleichen Combo
Hab die auch ewig nicht mehr gehört. Aber da es am 1.2.08 im D´dorf ein Konzert (mal wiedr seit x-Jahren) gibt und ich ein Ticket habe, seitdem dreht sich der Plattenteller. Die Ticktes gabs übrigens alle für lau. Also: Punkrock.
Knülle im Politbüro!
cut
Januar 17, 2008 um 22:01
JAAAAA, die meine ich aber! Obwohl ich damals – Gott, bin ich alt! – auch nur einen Song von denen auf einem Sampler hatte, ich war ja noch Schüler und hatte kaum Geld, wo auch Rotzkotz, Kuschelweich, Hans-A-Plast (“Spielfilm, Spielfilm – ich will nicht glücklich sein, wenn der Film noch nicht zu Ende ist!” – unvergessen von denen ja auch der “geile Lederhosentyp” und der indizierte “Polizeiknüppel”), Östro 430 (“16, 16, was ist nur mit mir los, 16, 16, steh’ ich denn jetzt auf Kinder bloß!” war da in’s Vinyl gepreßt – von denen war auch das legendäre “Sexueller Notstand”), ich glaube, auch die Neonbabies, wo wir Zweiraumwohnung schon hatten, Reifenstahl und so unvergessene Hits wie “Retortenkinder” drauf waren, galten die sehr wohl als so richtige Helden, die vom KFC! An dieses Cover-Foto habe ich auch noch dunkle Erinnerungen, hatten die da nicht Uniformen an? Na, dann viel Spaß!!!
Mit “frühe NDW” meine ich auch die Szene, die der Hilsberg ursprünglich beschrieben haben wollte, also all die No-Fun-Gewächse, auch Palais Schaumburg, was auf Hilsbergs eigenem Label war, und was halt so sproß, Der Plan und so, ist ja alles aus dem Punkrock erwachsen … sogar Östro 430 habe ich geliebt damals! Und dann kam diese “Übergangs-Bands” wie Fehlfarben als erste,die “bei der Industrie” ‘nen Vertrag hatten, Ideal, D.A.F., Trio, die waren ja alle noch super, na, und dann ging’s ziemlich schnell bergab … dann kam die “späte NDW” …
momorulez
Januar 17, 2008 um 23:11
Merzbow ist aber auch klasse.
BTW: Mit der leider völlig überteuerten Falsche Pernod und 2 Studnen “I Heart Huckabees” bin ich nun auch bereit für den Trinken-und-Posten-Thread…
lars
Januar 17, 2008 um 23:29
Wieso ist eigentlich “ich möchte ein Eisbär sein” nicht die Hymne der Klimabewegung? Mal nüchtern gefragt.
ring2
Januar 17, 2008 um 23:42
Weil Der Eisbär Lars heißt, noch recht klein ist und das nicht möchte
lars
Januar 17, 2008 um 23:49
Wie, und das ist jetzt alles, was dabei rauskommt, wenn Du Pernod-driven postest, Lars?
momorulez
Januar 18, 2008 um 9:40
Jau,Östro 430 fehlten in meiner Aufstellung noch,weil ich nicht mehr wusste,Östro Nr. wieviel die hießen (“Man will mich in die Klapse schicken,denn mein Bett, das quietscht beim ficken”). Der Stadionrock war m.E.kein schwenk, sondern immer schon da,genau wie die Goldenen Zitronen teilweise höchst pubertäre Songs gemacht haben.Manchmal vermag ich ja nicht zu unterscheiden, ob ein Stück,das da durchs Radio rauscht, von den Hosen oder den Sportfreunden Stiller ist. Andererseits:Campinos über jahrewiderholte Behauptung, er sei der wahre Heino, oder seine Auftritt als gleich fünffacher toter Heino, der aus seinem Grab aufersteht waren absolute Meisterleistungen der musikalischen Satire,mit denen sich die Hosen nicht hinter den Ärzten verstecken müssen. Und derMaßstab, an dem ich die Hosen vor allem messe, ist “Ein kleines bißchen Horrorshow”, was zum Anspruchsvollsten gehört, was der Deutschrock jemals hervorgebracht hat.
che2001
Januar 18, 2008 um 9:48
“Der wahre Heino”, das war nicht Campino, der war lediglich mit denen auf Tour, und dessen Pfurzen der Nationalhymne fand ich schon auch gut … und die Goldenen Zitronen haben damals absichtlich mit BRAVO-Welten gespielt, den den Hosen ist das eher unfreiwillig passiert, das sie da schon drin waren
…
“Sie merken nicht, sie merken nicht, daß sie selbser stinken, vor lauter Selbstzufriedenheit, sie wägen sich in sicherheit!”, das ist auch so ein Text von Östro 430, der mir bei aktuellen “Jugendgewalt”-Diskussion immer den Kopf schießt ….
momorulez
Januar 18, 2008 um 10:51
Das Proletarische an den Hosen finde ich nebenbei gesagt besonders sympathisch an ihnen; die Ärzte sind zwar genial, aber es ist schon mehr das, was man in Frankreich “rock intellaux” nennt.Linke Musik, die auch Leute mit Hauptschulabschluss tut Not in einer Zeit, in der die extreme Rechte Kulturhoheit über Jugendliche aus ärmeren Verhältnissen hat.
che2001
Januar 18, 2008 um 12:08
Na, wer glaubt, proletarisch sei so, wie die Toten Hosen sind, ist aber nicht gerade proletarierfreundlich … sind halt alle ‘n bißchen doof, die Prolls, nicht wahr? Komischerweise hören sie Die Ärzte ja, trotzdem sie “rock intellaux” sind, die Proletarier … das ist im Grunde genommen ein Argument wie jenes, das dazu führt, daß auf den öffentlich-rechtlichen Sendern immer mehr Telenovelas laufen (gleich schreibe ich mich in Rage).
momorulez
Januar 18, 2008 um 13:05
Vielleicht schreibe ich da sehr von meinem eigenen Wahrnehumgshorizont aus; ich kenne die proletarische Hosen-Begeisterung vor allem von jugendlichen arbeitermilieusozialisierten Fußballfans (Fortuna-Düsseldorf-Hannover96-und Göttingen05-Fans), die, als ich Kontakt in die Ecke hatte (90er) keine Ärzte hörten. Und zum Anderen Kritik an den Hosen von naserümpfenden Linken aus Lehrer-Pfarrer-Ärzte-Haushalten, die die Hosen ablehnten, weil die “prollig” und natürlich, wie der Prolet ja immer, “sexistisch” seien.
Was an “Kleines bißchen Horrorshow” blöd oder dumpf sein soll musst Du mir auch erstmal erklären. Clockwork Orange als Punkrock-Erzählung mit Bezügen zum aktuellen Deutschland zu vertonen finde ich jedenfalls genial.
che2001
Januar 18, 2008 um 13:18
Ach, die nehmen sich einfach so schrecklich ernst, auch wenn sie immer zwanghaft rumwitzeln, die Kombi geht mir auf den Geist, das habe ich schon in Köln gehaßt, diese Pseudo-Selbstironie, hinter der sich eigentlich dogmatisches Gegockel versteckt … ich mag den Pathos nicht, der sich da einschleicht, gerade bei diesem “Horrorshow”-Album.
Und bei Fortuna-Fans habe ich wirklich (!!) vollstes Verständnis für Hosen-Fan-Sein, das ist ja noch mal ‘ne ganz andere Geschichte. Wobei Bela B. schon weiß, warum er bei uns ‘ne Dauerkarte hat
… ich habe aber, und das ist schändlich, das gebe ich zu, tatsächlich auch Vorurteile gegen Rheinländer. Außer gegen Cut! Obwohl ich Düsseldorf auch eindeutig lieber mag als Köln.
momorulez
Januar 18, 2008 um 13:51
Ach nö, Nicht wirklich, aber als ich posten wollte, war keiner mehr da…
Und den Eisbären hätte ich auch ohne Pernod noch zustande gebracht.
lars
Januar 18, 2008 um 13:56
In der GÖ-Szene hieß es mal “Ausländer rein, Rheinländer raus”. (Hans Meise, Novesia, Dirtypicture, bitte weglesen)
che2001
Januar 18, 2008 um 13:57
@Momo: Vielen Dank. Ist mir eine Ehre!
Ansonsten wird es mir immer klarer. Wir müssen die Wiederbelebung des Rheinischen-Separatismus forcieren. Che hatte die Tage ja schon dankenswerterweise in seinem Blog auf die Genossen von der RRU verlinkt. Leider nur ein Fun-Projekt. Die eigentliche Herauforderung ist dabei die, zu verhindern, dass daraus eine wohlstandschauvinistische Sache wird (die tatsächlich Erfolg haben könnte fürchte ich).
cut
Januar 18, 2008 um 14:50