“Privatisierung hält selten, was sie verspricht”
In der Wochendausgabe der FR wird ganz aufschlußreich über die Folgen der neoliberalen (ha!) Privatisierungspolitik
(ha!) der letzten Jahrzehnte diskutiert. Neben einem lesenswerten Interview mit dem Münchener Bürgermeister Ude findet sich dort auch ein mit “Neue Nachdenklichkeit” überschriebener Text, also jener Eigenschaft, die den immer-alles-ganz-genau-wissenden evolutionspsychologischen Spitzenreitern der Gattungsgeschichte aus dem Friedman- und Konsorten-Lager wahrscheinlich schon in früher Kindheit ausgetrieben wurde. So als eigeninteressierte “Macher” (da denkt man dann ja doch an’s Töpfchen) brauchen die sowas wie Nachdenklichkeit halt nicht. Anders der Herr von Weiszäcker, nee, nicht Richie:
“Negativ ist auch das Fazit des Naturwissenschaftlers Ernst Ulrich von Weizsäcker, der 2005 in seinem Bericht an den Club of Rome weltweit 60 Beispiele überprüft hat: Danach sind Einzelfälle geglückt, aber die Schattenseiten des Trends überwiegen. Auch die Annahme, die Wirtschaft arbeite effizienter als der Staat, fand er nicht bestätigt. “
Insbesondere den letzten Punkt erfahre ich täglich, daß gerade die investorengesteuerte Totalisierung des Gewinnmaxierungsgedankens in’s Paradoxe zumindest umschlagen kann und ein Unternehmen irgendwann vom Markt fegt. Was ja dann bei Chefs, die ihre Häuser bald verkaufen müssen, nicht sooooo viel macht, eine andere Conclusio finde ich da schon problematischer:
“Ähnlich sieht es der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Jörg Huffschmid: “Was die Leute bekommen, hängt immer mehr vom Geldbeutel ab, ein Teil der Bevölkerung wird ausgeschlossen vom Gebrauch öffentlicher Güter, das widerspricht ihrem Sinn.” Einst erschwingliche Leistungen wie die Krankenversorgung seien durch die Privatisierung teurer geworden. Huffschmid fordert deshalb eine “vernünftige Ausstattung der öffentlichen Haushalte. Das einzig sichere Ergebnis von Privatisierung ist die Beförderung von Ungleichheit in der Gesellschaft”, sagt er.”
Aber genau das wollen sie doch, die Privatisierer, mehr Ungleichheit in ökonomischer Hinsicht – weil’s so viel Spaß macht, sich über prügelnde, saufende und rauchende Unterschichten zu erheben …. und wie die schon reden, diese Prolls!
Nee, ich mach mir jetzt ‘nen Schmalzbrot ( Fett macht nämlich gar nicht fett, ätsch, haben gerade irgendwelche Evolutionsbiologen rausgefunden) und zünd mir lieber eine an … und träume von den leckeren Kartoffelpuffern damals im Reihenhausgarten bei Parteifreunden meines Vaters, als SPD-Ortvereine noch sozialdemokratisch waren …
aber die sozialdemokratischen kartoffelpuffer, die machen fett, wegen der kohlehydrate. ausserdem sind kartoffelpuffer wie schmalzbrot für jemanden Deiner klassenzugehörigkeit doch schon knapp nicht mehr essbar: proletarierfrass. auch der reihenhausgarten ist das allerletzte, was ein distinktionsgewinnler sich wünscht. da wollen die doch raus die ganze zeit! diese angst!
T. Albert
Januar 27, 2008 um 14:29
Ja, eben
….
momorulez
Januar 27, 2008 um 14:35
ich hätte ja gern ein reihenhaus. ich weiss aber nicht wie. wir verdienen immer weniger. aber das ist wahrscheinlich nur gefühlte verdienstminderung. kann das sein? eben hat im tv auch wieder irgendwer gesagt, dass wir das alles nur fühlen würden. ich fühle den hypothekarzins, der mir die miete irre erhöht, nur; das habe ich der vermietenden treuhandgesellschaft schon mitgeteilt.
T. Albert
Januar 27, 2008 um 14:43
Meines Wissens gibt es ja mittlerweile die Belege, daß wir das nicht nur fühlen, wahrscheinlich sind allenfalls die Einkaufspreise größerer Unternehmen gesunken und Arbeit ist nicht mehr so teuer, das korrigiert dann die Gesamtsummenbildung …. und ich hätte auch gerne ein Reihenhaus. Und verdiene jetzt nur knapp mehr Euro als einst als Student in den frühen 90ern in D-Mark, wobei ich damals auch überdurchschnittlich viel hatte für ‘nen Studenten, und habe das Gefühl, ungefähr so viel Geld zur Verfügung zu haben wie damals. Während es ja z.B. Internet und Handys so als Kostenfaktor noch nicht mal gab …
momorulez
Januar 27, 2008 um 16:45