shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Wovor unsere Eltern uns nicht warnten …

mit 41 Kommentaren

Na, dann mal Platten auf den Tisch! Da kann man ja einfach mal mitspielen.

Wirklich bedeutend: Die “Alexandra”-Platte von Muttern. “Der große Clown”, “Mein Freund der Baum”, “Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga”, irgendwie verstand man das als Kind.

“Auf dem Wege nach Odessa

über’s schwarze Meer

sah ich ihn für ein paar Stunden

und dann nimmermehr”

, das dauerte noch ‘ne Weile, bis ich das partiell selbst erleben durfte.

Die Alexandra habe ich geliebt, und die liebe ich heute noch. Bei Milva geht’s mir konträr, obwohl ich da manches wohl noch mitsingen könnte, z.B, wie man Frau sein kann und trotzdem frei.Und das elende:

“Du siehst immer nur mein Sonntagsgesicht,

Du kennst nie mein Alltagsgrau.

Keine Angst, damit belaste ich Dich nicht,

ich bin ja nicht Deine Frau ….”

Herrlich. Demis Roussos gab’s auch, “Goobye my love, goodbye”, ach, irgendwie hatte das eine ähnliche Komik wie Ivan Rebroff, zu dessen “Mit der Troika in die große Stadt” ich dann versuchte, Kasaschock oder wie das heißt zu tanzen. Na, und den Konstantin Wecker, “Weckerleuchten”, tolles Album, “Wenn der Sommer nicht mehr weit ist” und so, den habe ich auch über Muttern entdeckt.

Ansonsten wurde mir nur einen nachhaltige Aversion gegen Kammermusik und Mozart-Violin-Quartette eingeimpft, sowas macht mich bis heute einfach nur aggressiv. Anders Simon & Garfunkel: Das war schon schön, daß die da standen auf dem Teakholzregal.

Vatern hingegen gab sich weniger kultiviert und schwankte lediglich zwischen countreyeskem und Blasorchester. Regelmäßig wurde der Witz gerissen, Mireille Mathieu könne ja auch den Spargel quer essen, und viel weiter ging’s da auch nicht in Sachen Musik-Kompetenz. Geliebt hat er allerdings Truck Stop, am dollsten “Das Mädchen wird schöner mit jedem Glas Bier”, was so als Textzeile ja lustiger ist als der dazugehörige Song. Und das erste Mike Krüger-Album, das hat er auch geliebt, und, ich geb’s zu: Das finde ich auch bis heute ziemlich spaßig. “Wenn ein Schnitt daneben geht”, das summe ich so manches mal noch vor mich, ebenso wie “Leichenwagen, Leichenwagen ….” oder das mit dem Faltenrock. Mit der großen Pointe vom Faltenpyjama.

Those were the days, my friend, we thaught they never end … zum Glück taten sie’s dann aber, und deshalb abschließend die Lebensbeichte: Mein erstes Konzert, wo ich alleine hinging, ohne Eltern, das waren bots. Und ich schäme mich bis heute nicht dafür ;-) ….

Geschrieben von momorulez

Februar 29, 2008 um 9:19

41 Antworten

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  1. Oh mann, bots, ja? Nein, schämen musst Du Dich nicht, aber Du jammerst mich: das war schliesslich Lebenszeit.

    Aber ich hab die auch mal irgendwo gehört, ich glaube, das war mal in Braunschweig in irgendwas Universitären, und es bekam sogar einen Sinn, weil das Ganze in Zusammenhang mit dem türkischen Militärputsch 80/81 stand.
    Oder welche waren das?

    (Ich weiss noch, dass der türkische Kollege, mit dem ich dort war, sehr böse wurde auf Kommilitonen, die anfingen Reden gegen die faschistische BRD zu halten; der hatte während dem Putsch einiges erlebt.)

    T. Albert

    Februar 29, 2008 um 9:37

  2. Ich habe die im “Freedom” in Celle gesehen, wo dann tatsächlich alle irgendwann im Kreis tanzten, was für so’n Teenie schon eine dolle Erfahrung war, so mit wildfremden Leuten Arm in Arm im Kreis zu tanzen …. und in der “Rotation” in Hannover, das war das allererste. Da hat absurderweise Klaus Lage im Vorprogramm gespielt ;-) … bevor den irgendwer kannte, und jetzt isser ja auch ganz zu recht fast wieder vergessen.

    Unsere Kundgebungs- und Demo-Band waren eher Cochise, obwohl die ja aus Dortmund waren, die habe ich häufiger gesehen, auch mal im Welfengarten, wo dann auch Erich Fried las.

    momorulez

    Februar 29, 2008 um 9:51

  3. Oh Mann, was Dir da Deine Mutter vermittelt hat, kam bei mir von der großen Schwester, außer Alexandra, was auch Muttern war. Die Musik meiner Mutter war, als ich Youngster war, ansonsten Elvis und alte Volkslieder, Ännchen von Tharau, Am Brunnen vor dem Tore, Ich weiß nicht was soll es bedeuten usw. Bei Vater die Caprifischer und Soldatenlieder wie Ich hatt´einen Kameraden oder In den Ostwind hebt die Fahnen, Wikinger sind wir und sowas.

    che2001

    Februar 29, 2008 um 12:19

  4. Na, meine Mutter wäre schon eigentlich die Elvis-Generation gewesen, aber die hat im “Backfisch”-Alter auch Volkstänze getanzt und dann irgendwie immer Sachen gemacht, die man 10 Jahre jünger ansiedeln würde.

    Vaddern war auch Soldatenlied- und Caprifischer-Generation, Flakhelfer halt, aber das war nicht seine ästhetische Welt. Der hat aus seiner schweren Kriegsverletzung dann doch ganz , ganz andere Schlüsse gezogen. Wobei es in dieser Blasorchester-Welt schon auch Märsche gab, klar.

    Was ich bei Muttern noch vergessen habe, daß ist die Knef-Platte, die dann ja mein Fantum diesbezüglich begründete …

    momorulez

    Februar 29, 2008 um 12:29

  5. Und ich bin auch mit Es war einmal ein treuer Husar aufgewachsen und Der Gott der Eisen wachsen ließ.

    che2001

    Februar 29, 2008 um 12:30

  6. Du hast mein volles Mitgefühl!

    ( …. jetzt müssen wir aber höllisch aufpassen, nicht aus Versehen in Stritzingers Tröte zu trompeten …)

    momorulez

    Februar 29, 2008 um 12:35

  7. Dafür hörte ich schon als Kleinkind bei meiner Schwester die Beatles und Stones. Unsere Demomusik wurden später neben Cochise TonSteineScherben, Swinging Mescalero und Slime, durchaus auch die Goldenen Zitronen und das berühmte Tape von Radio Hafenstraße.

    che2001

    Februar 29, 2008 um 13:22

  8. Und der Sound meiner Pubertät waren Abba, The Sweet, KISS, Baccara, Boney M, Silver Convention, Donna Summer und Amanda Lear, dazwischen aber auch James Last und der damals noch englischsprachige Roger Whittaker.

    che2001

    Februar 29, 2008 um 13:33

  9. Und ganz groß damals natürlich: Ulrich Roski, Schobert&Black, Insterburg und Co, Reinhard Mey, Hanns Dieter Hüsch,Otto und, ja, auch der ganz frühe Mike Krüger.

    che2001

    Februar 29, 2008 um 13:35

  10. Meine älteren Geschwister hatten auch noch mal ‘n ganz anderes Spektrum – mein Bruder eher Rory Gallagher, Johnny Winter, aber auch Pink Floyd und – noch mal ganz anders – AC/DC, Van Halen, ZZ Top und sowas. Meine Schwester war eher auf Sally Olfield, Joni Mitchel, Genesis (die frühen, als Peter Gabriel noch dabei war) und Supertramp, später dann eher soulige Sachen. Nachdem sie vorher für Smokey schwärmte ;-)

    Und bei mir ging’s eigentlich los mit “Grease” und “Saturday Night Fever” und eben auch Donna Summer, dann aber auch KISS und Queen, und dann parallel so post-punkigen und NDW-Kram (also auch Hans-A-Plast, Marionetz, Östro 430 und sowas), waviges Zeuch, sehr viel Blondie z.B. habe ich gehört, finde ich immer noch super, und meine heißgeliebten Liedermacher … da bin ich aber tatsächlich mit Muttern in deren Konzerte gegangen.

    momorulez

    Februar 29, 2008 um 15:01

  11. Was für Dich die Mutter war halt für mich die Schwester. Meine Mutter wäre überhaupt nicht in ein Konzert gegangen, weil sie jeden Auflauf mit mehr als 10 Menschen als unerträgliche Belastung empfindet, und Vater ging auf Kurkonzerte, Zapfenstreiche und Landesposaunentage. Meine ersten Konzerte waren Hannes Wader, Klaus Hoffmann (den ich später auch persönlich kennenlernte), Ulla Meinecke und Hans Scheibner, mein erstes wirklich großes Konzert die Stones 1982 im Niedersachsenstadion. Da war ich eigentlich krank geschrieben, da ich nach einem zahnärztlichen Kunstfehler einen schweren Kieferabszeß hatte, wegen dem ich mir zweimal täglich Cortison spritzen musste, aber der Zahnarzt sagte: “Da müssen Sie hin, wann kommen die Stones denn noch einmal nach Hannover?” Dann kam die Neue Deutsche Welle, Inga Rumpf und Heinz Rudolf Kunze, den ich von seinen allerersten Anfängen her kannte und der damals herrlich schräg-subversive Texte machte (seine zweite Platte hieß “Alles Gelungene ist eine Form von Gewalt), TonSteineScherben und die Doors, parallel Beethoven, György Ligeti, Johann Sebastian Bach, Amon Düül, Eloy, Tangerine Dream, Robert Wyatt, Pink Floyd (verglichen mit den Vorgenannten geradezu straight), Joan Baez, Chris de Burgh, Destruction, Rose Tattoo, Motörhead, Iron Maiden, Deep Purple, Led Zeppelin, Uriah Heep, Patty Smith, Pat Benatar, Bruce Cockburn und Einstürzende Neubauten. Damit revolutionierten wir später die Hörgewohnheiten junger Kairoer.

    che2001

    Februar 29, 2008 um 18:23

  12. “mein erstes wirklich großes Konzert die Stones 1982 im Niedersachsenstadion”

    Lustig, da habe ich mit Freunden draußen auf der Wiese gesessen und dort gelauscht ;-) …. meine Schwester war auch drin.

    “Dann kam die Neue Deutsche Welle, Inga Rumpf und Heinz Rudolf Kunze”

    Du willst die beiden doch nicht der NDW eingemeinden, oder? Die ersten 3 HRK-Alben waren auch super, aber dann ging’s echt drastisch bergab …

    momorulez

    Februar 29, 2008 um 18:37

  13. Nö, ich gemeinde ja auch Beethoven, Amon Düül und Ligeti nicht der NDW ein :-)

    che2001

    Februar 29, 2008 um 19:47

  14. Da Du Alexandra erwähnst – ich höre sie auch gern, allerdings habe ich sie erst für mich “entdeckt”, als sie schon lange tot war – “Mein Freund der Baum” war ja so was wie eine der Hymnen der frühen “Grünen” in der frühen 80ern, und ich wollte gerne wissen, welche Musik Alexandra sonst noch gemacht hat.
    Ihre Stimme war großartig; sie ging mir nicht aus dem Ohr. Aber einige der Lieder, die sie singen musste, waren wirklich – vom Text her – unter aller Kanone. Ihr erster Hit, “Sehnsucht” klingt zwar großartig, aber ich kann verstehen, dass sie das Lied gehasst haben soll. (“Zigeunerjunge” hingegen “hat was”, trotz der angesprochenen Klischees: Die Eltern verbieten dem Kind, das einfach nur neugierig und unbefangen ist, zu den Zigeunern zu gehen – so wird Engstirnigkeit gemacht.)
    Das Leben ist manchmal wie ein Kitschroman: gerade, als Doris Nefedov angefangen hatte, sich mit anspruchsvolleren, oft selbstgeschriebenen, Lieder zu etablieren, starb sie 1969 bei einem Autounfall – eines der zahlreichen Opfer der damals als “Todeskreuzung” bekannten Kreuzung der B 203 in Tellingstedt. (Erst Jahre und zahlreiche schwere Unfälle später entschärft.)

    Übrigens kenne ich eine Sängerin, die von Stimme und Gesangsweise her ohne weiteres “Alexandra”-Lieder in Perfektion wiedergeben könnte – aber bewusst keine “Alexandra”-Titel im Repertoire hat, weil die Gefahr, auf dieses “Image” festgelegt zu werden, viel zu groß ist.

    MartinM

    März 1, 2008 um 11:11

  15. Ich liebe die auch sehr, die Alexandra, und diese Tragödie mit dem Autounfall, das ist ja auch so ein Riesen-Rätsel. Aber selbst so Monumental-Schmachtfetzen wie “Was ist das Ziel in diesem Spiel das der Natur seit je gefiel”, die Tiefsinn lediglich suggerieren, sind einfach nur großartig. Das war schon echt ‘ne Jahrhundertstimme, die Frau.

    momorulez

    März 1, 2008 um 11:15

  16. Rätsel? Na ja, an der bewussten Kreuzung in Tellingsstedt gab es zahlreiche tödliche Unfälle. (Von dieser Kreuzung auf der Strecke nach Sylt erzählte mit mein Vater, sie sei wirklich “idiotisch” angelegt gewesen, und das Stop-Schild konnte man als Ortsunkundiger leicht übersehen – so unübersichtliche Kreuzungen gibt es heute allenfalls noch in verkehrsberuhigten Zonen. ) Dann fuhr sie ein für sie neues Auto, das außerdem noch technische Defekte gehabt haben könnte. Und was die “verschwundenen Unterlagen” und merkwürdigen Verdächtigungen bei den polizeilichen Ermittlungen anging: so etwa Ähnliches gab es auch bei den Ermittlungen des tödlichen Autounfalls, bei dem mein Großvater (zufälligerweise ebenfalls 1969) ums Leben kam. (Was meine Großmutter zu bizarren “Verschwörungstheorien” anregte – aber das gehört nicht mehr hier hin.)

    MartinM

    März 1, 2008 um 11:59

  17. Dann muss ich ja noch zwei Sänger nennen, die gut zu finden einen in schlimmsten Sexismus-Verdacht brachte: Marius und Zappa.

    che2001

    März 1, 2008 um 12:01

  18. Zappa war klasse. Gerade dann, wenn er sexistisch war … (siehe sein – zurecht – größter Hit, “Bobby Brown”. An dem man sehr gut ablesen kann, wie es um die Englischkenntnisse der Zuhörer bestellt ist. ; ) ).

    MartinM

    März 1, 2008 um 13:15

  19. Der Sexismus-Vorwurf speiste sich eher aus dem Song “The torture never stops” aus de Album “Overnite sensation”, das in Einzelheiten eine Vergewaltigung schilderte. Wir kauften das Album in London, weil die unzensierte Fassung in Deutschland nicht zu bekommen war.

    che2001

    März 1, 2008 um 15:12

  20. Ja, Zappa, klar, war nix für mich, aber schon groß. Aber Marius ist ein Kotzbrocken. Da finde ich ohne jeden Witz sogar Howard Carpendale besser. Das “Mit Pfefferminz der Prinz”-Album ging ja noch, aber dann kam wirklich nur noch Gülle. Nicht wegen Sexismus, sondern eben in allen anderen Hinsichten auch. Schlimm. Ganz, ganz schlimm.

    Als nachhaltig prägend möchte ich doch noch das erste “Nina Hagen Band”-Album einwerfen, das war einfach ‘ne Sensation und ist es immer noch, wenn man’s hört. Das erste Ideal-Album, das von Fehlfarben und eben das von Nina Hagen, die empfinde ich ja als die alles überragenden Meilensteine jener Zeit, aus Deutschland, versteht sich.

    momorulez

    März 1, 2008 um 15:17

  21. Nana, nix gegen Zappa. Der war genial. Nicht zuletzt war er ja auch fast der einzige “große” Musiker, der Jello Biafras (der von den Dead Kennedys, liebe Bildungsbürger) “No More Censorship Defense” -Fond unterstützt hat.

    Gegründet wegen dem der Frankenchrist LP beiliegenden Poster: “Penis Landscape” von H. R. Giger. Dieses wurde als jugendgefährdend angesehen und es kam zu einem Prozess. Biafra wurde letztlich freigesprochen.

    cut

    März 1, 2008 um 15:23

  22. Also, dieser RAF-Hysterie-Song “Grüß mir die Genossen” von Marius gehört für mich zum Größtem, was die deutsche Popmusik je hervorgebracht hat, und seine Alkoholiker-Innenansichten sind zumindest eine sehr poetische Art, Abgründe zu thematisieren. Ob ich sein “Freiheit” kitschig finden soll oder nicht weiß ich nicht, aber zur Wiedervereinigung “Die Verträge sind gemacht
    Und es wurde viel gelacht….Die Kapelle rumtata Und der Papst war auch schon da… Freiheit ist die Einzige, die fehlt….
    Freiheit
    wurde wieder abbestellt.” zu singen verrät jedenfalls sehr viel mehr Weitsicht als das naive Winds of change der Scorpions.

    che2001

    März 1, 2008 um 16:24

  23. “verrät jedenfalls sehr viel mehr Weitsicht als das naive Winds of change der Scorpions.”

    Na, wenn man die Kriterien anhand des Vergleichs mit denen entwickelt, okay :-D … dann ist Haddaway aber auch Mozart.

    “Also, dieser RAF-Hysterie-Song “Grüß mir die Genossen” von Marius gehört für mich zum Größtem, was die deutsche Popmusik je hervorgebracht hat”

    Wenn man davon ausgeht, daß Popmusik einen ähnlichen Sinn wie Flugblätter zu generieren hat, dann vielleicht. Aber ansonsten, nee, sorrry, irgendwo ist auch mal Schluß – “zum Größten, was deutsche Popmusik hervorgebracht hat”, ich bitte Dich. Da komme ich echt nicht mehr mit.

    momorulez

    März 1, 2008 um 17:38

  24. Ich sehe es aber so. Für mich ist Marius vor allem jemand, der sich mit sehr viel Empathie in die kaputtesten Charaktere hineinversetzt und die Welt dann aus deren sicht schildert, ob das nun ein Zuhälter, ein kurz vor dem Selbstmord stehender, ein Alki oder sonstwas ist. Zu erwähnen wäre natürlich auch noch “Es singt der Chor der Blöden, der schon immer war zu laut.”. Ansonsten gilt natürlich wie bei jeder Musik love it or hate it.

    che2001

    März 1, 2008 um 18:13

  25. “Ansonsten gilt natürlich wie bei jeder Musik love it or hate it.”

    Nö. Wenn das so wäre, könnte man es auch bleiben lassen, sie zu machen.

    momorulez

    März 1, 2008 um 18:48

  26. PS: An irgendeinem Punkt formierten sich in meinen Ohren HRK, Grönemeyer, Marius, Clowns & Helden, Wolf Maahn, Mattias Reim, PUR, Die Toten Hosen, Nena und andere ziemlich unterschiedlos zu einem “Chor der Blöden, der immer schon zu laut war”, und insofern hat der Müller-Westernhagen in der Hinsicht dann sogar mal recht. Grönemeyer ist nur noch einmal bei “Mensch” ausgebrochen, nachdem das “Bochum”-Album ja schon okay war. Aber zum Glück gab’s ja auch Leute wie Rio Reiser, die in ähnlichen Farben dann wirklich die großen Gemälde hinbekommen haben.

    momorulez

    März 1, 2008 um 18:55

  27. Das gefährliche an deutschen Bands außerhalb Hamburgs ist die Neigung zum Predigerton. Und die einzige deutsche Band mit Predigerton, die ich ohne Abwehrreaktion hören kann, ist diese hier:

    Übrigens, lasst Euch da oben nicht wegfluten diese Nacht…

    statler

    März 1, 2008 um 19:10

  28. Das sind Giganten!

    Und “Die Ärzte” nehme ich dann doch auch noch aus, aber gegröhltes Predigen oder ewgig reproduzierte Frolleinwunderhaftigkeit, nee, ich kann’s auch nicht ertragen.

    Und da sind wir Hamburger dann tatsächlich imer schon sehr weit vorn gewesen ;-) … habe neulich mal wieder mit einem sehr nett gegessen, machen wir jetzt regelmäßig, der u.a. ein Tocotronic-Album produzierte, und der zitierte ganz verzückt aus irgendeinem Interview “Das konntest Du hier in Hamburg einfach nicht machen”, so als Satz ja recht aussagekräftig, was dann den Rest der Musiker-Republik und Herrn Stuckrad-Barre ordentlich nervte, diese Diskutirerei und der Kampf gegen das Klischee, was aber hier doch für ein recht kontstantes Niveau ja bis in den Hip Hop hinein sorgt. Na, die neue Fettes Brot-Single mal ausgenommen und auch das eine oder andere sonst von denen, aber die haben auch Großes vollbracht.

    Und wir sind hier “nordish by nature”, keine Sorge, ich wohne zudem auf’m Berg ;-) … wenn’s mal richtig schief geht, kommt das Wasser wohl nicht höher als Rödingsmarkt. Und der überflutete Fischmarkt, wenn man das so schreiben darf, der ist einfach wunderschön …. das passiert ja auch häufiger.

    momorulez

    März 1, 2008 um 19:35

  29. Ein Hoch auf Frolleinwunderhaftigkeit! Finde ich super.

    Dr. Dean

    März 1, 2008 um 19:42

  30. Davor haben mich zumindest noch meine linken Lehrer gewarnt:


    http://www.youtube.com/watch?v=mHu0l-KAGFg&feature=related
    ;-)

    cut

    März 1, 2008 um 19:57

  31. @Dean:

    Na, zu ‘nem Erhardt- und Eucken-Fan paßt das ja auch ;-) … ist sozusagen die Musik zum Ordoliberalismus.

    @Cut:

    Meine linken Lehrer haben da sogar mitgetanzt, ganz seltsam – gut, im Deutschunterricht gab’s trotzdem BAP, kein Witz, aber die sind mit dem “Mussolini” schon klar gekommen. Auch so’n Jahrhundertwerk, das Ding.

    momorulez

    März 1, 2008 um 20:21

  32. Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was Fräuleinwunderhaftigkeit sein soll, steht für mich DAF ebenso wie Fehlfarben auch am Anfang von dem, was die autonome Bewegung ausmachte.

    che2001

    März 2, 2008 um 11:40

  33. Wie alles Gute dieser Erde ;-)

    momorulez

    März 2, 2008 um 11:49

  34. Im Deutschunterricht gab´s bei uns Grimmelshausen bis Brecht und im Musikunterricht endete man mit Jimi Hendrix, aber BAP? Falls es die damals schon gab, wäre niemand von den Lehrkräften auf die Idee gekommen.

    che2001

    März 2, 2008 um 12:25

  35. Wir hatten “Kristallnach’” und auch “Verdamp lang her” tatsächlich im Deutschunterricht, das muß so ’82 gewesen sein ….

    momorulez

    März 2, 2008 um 12:32

  36. BAP war auch unter unserer grünbuntlinksalternativen Lehrerschaft der Renner. Schrecklich. Daher kann ich die Band bis heute nicht ausstehen. Und außeredm sind die auch noch aus Köln. Brrr.

    cut

    März 2, 2008 um 13:59

  37. In Sachen “Frolleinwunder” habt ihr Nachholbedarf. Ts Ts Ts. Das verlinkte Video eignet sich ganz wunderbar für den Deutschunterricht, und die Doppelbödigkeiten der visuellen Aussage bietet Interpretationsspielräume.

    Dr. Dean

    März 2, 2008 um 15:07

  38. @Cut:

    Ich war damals bei denen sogar im Konzert ;-) … und Herr Niedecken ein äußerst sympathischer Mensch!!!

    @Dean:

    Den Bezug verstehe ich jetzt nicht, habe aberr bisher auch nur die ersten 20 Sekunden gesehen …

    momorulez

    März 2, 2008 um 15:16

  39. Na ja, unsere Lehrerschaft war ja schwarzbraun bzw. Betonsozis im Offiziersrang, die uns die Wichtigkeit bestimmter Waffensysteme erläuterten. Für mich war “Kristallnaach” eine Offenbarung und der Unterschied zu TonSteineScherben damals eigentlich marginal. Die straighten Mitschüler sangen im Klassenzimmer “Die Wacht am Rhein”.

    che2001

    März 2, 2008 um 15:18

  40. @Dean, das erinnert mich jetzt an die gefakten Volkszählungsbögen, wo auf die Frage “Falls Sie mit Vornamen Inge heißen, wie lautet Ihr Nachname?” angekreuzt werden konnte: “Meyer”, “Mustermann” oder “Viett” ;-)

    che2001

    März 2, 2008 um 15:58

  41. Linksliberale Sangesfrauen. Nur echt mit der Bombe.

    Dr. Dean

    März 2, 2008 um 17:01


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