Alles zurück auf Anfang
Während der Westen sich bei seinem Blick auf den Globus noch von einem anachronistischen »kontinentalen Denken« leiten lässt, verwandelt sich die Weltgesellschaft immer stärker in Archipele, in ein Multiversum, in dem die Kulturen ihre Identität nicht mehr aus einer Wurzel beziehen, sondern aus einem »Wurzelgeflecht«.
schreibt Constantin von Barloewen in der aktuellen ZEIT, und
Der Westen macht gerade die Erfahrung, wie der Universalitätsanspruch seiner Kultur infrage gestellt wird. Sein monolithisches Denken wird den Entwicklungen der Weltgesellschaft nicht mehr gerecht, auch wenn es mit Panzern durchgesetzt werden soll. Stattdessen wird immer deutlicher, dass das Universale ohne das kulturell Besondere nicht zu existieren vermag – keine Einheit ohne Vielfalt. Der westliche Anspruch auf ein Monopol der Vernunft und des Weltgewissens ist nicht mehr aufrechtzuerhalten. Der Westen wird multiple Modernitäten zulassen müssen, auch konkurrierende Begriffe des Fortschritts, entsprechend den konkurrierenden kultur- und religionsgeschichtlichen Voraussetzungen der Moderne.
Das nährt Hoffnung, das kanalisiert Protest in das ibero-creolische. Ist die nächste Jugendbewegung auch in Europa eine lateinamerikanische? Die Antifaschisten am HHer Hauptbahnhof beschimpften die Nazis aus Rostock auf ihrem Heimweg traditionell auf spanisch, der Sprache des Widerstandes. Alles zurück auf Anfang.