Der Unterschied zwischen gutem Fussball und guter Literatur, zwischen negativer Freiheit und Solidarität, zwischen Identitätssicherung und gelingendem Verhalten zum konkreten Anderen
“”Das ist – vom König Lear bis zur Todesfuge – Merkmal wie Wirkmal großer Kunst: Nie geht es um ein “die da”, immer um das “wir”.”
Fritz J. Raddatz in der aktuellen DIE ZEIT
Und wer jetzt als erstes “Kollektivismus” ausruft, der hat verloren.
Das verstehen “Die” nicht. Haha.
T. Albert
Juni 21, 2008 um 15:48
Die sind ja auch keine Empiriker, sondern nominalistische Theologen. Die sind mitten im Universalienstreit. Und das verstehen die auch wieder nicht.
che2001
Juni 21, 2008 um 17:03
Che, Du spielst Fussball!
“Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“
MomoRules
Juni 21, 2008 um 18:00
wer sagt det?
kuhler finsterlingssatz
T. Albert
Juni 21, 2008 um 18:55
Kant, dritte Formulierung des Kategorischen Imperativs in der “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten”.
momorulez
Juni 21, 2008 um 19:07
che: “Die sind ja auch keine Empiriker, sondern nominalistische Theologen. Die sind mitten im Universalienstreit.”
Wenn Du mit “die” die meinst, von denen ich annehme, dass Du sie meinst, dann vertreten sie, bezogen auf den Universalienstreit, als Nicht-Empiriker doch wohl die Seite des “Realismus” – der allerdings nichts mit dem zu tun hat, was im Alltag “Realismus” genannt wird, sondern eine Denkrichtung ist, in der die Allgemeinbegriffe (“Universalien”) als wirklich (“real”) gelten, während sie nach nominalistischer Auffassung nur menschliche Konstrukte sind.
MartinM
Juni 22, 2008 um 18:53
Deshalb sollte man ja Tschechow lesen, weil man bei dem lernen kann, daß Realismus notwendig auch eine nominalistische Position ist! Und daß man einem Gemälde eben keine reale Nase ankleben darf, will man wahr bleiben …
momorulez
Juni 22, 2008 um 18:58
Abgesehen davon: Raddaz hat recht. Gilt sogar für Krimis: wenn es um “die da” geht – um irgendwelche Kriminellen, die offensichtlich aus dem Nichts kommen, und deren Motive und Handlungsweise mit “uns anständigen Bürgern” nichts zu tun haben, ist der Krimi vielleicht unterhaltsam, aber sicherlich keine große Literatur. Wenn es in einem Krimi um “uns” geht – etwa wie in einem sozialkritischen Krimi um die Bedingungen, unter denen ein Mensch kriminell wird, oder ein psychologischer Krimi die Frage nach dem “Bösen” in uns allen aufwirft, dann *kann* so ein Kriminalroman durchaus “große Literatur*
sein (das es ums “wir” und nicht um “die da” geht ist sozusagen Minimalbedigung) – ungeachtet der weit verbreiteten Auffassung, dass “Krimis doch keine Literatur” seien.
MartinM
Juni 22, 2008 um 19:04