Archiv für Juni 23rd, 2008
Die Parties von früher
Die römische Oberschicht pflegte Bacchanale zu feiern. Die begannen normalerweise mit einem üppigen Festmahl mit solch exquisiten Spezialitäten wie einem Adler, der einen Hasen in den Fängen hielt, beide gut durchgebraten wieder ins Federkleid bzw. Fell gepackt, und solche Köstlichkeiten wie Otternasen, Nachtigallzungen und in Auerochsenfett gesottenen Schweinskaldaunen (mit Honig), gewürzt mit Garum, einer aus vergammeltem Fisch gewonnenen Soße mit Pfeffer, Kräutern oder Knoblauch, ohne die kein Gericht komplett war, worauf wiederum der Begriff gar zurückzuführen ist. Nach dem meist sehr opulenten Essen, das 30 Gänge umfassen konnte, wurde aufgespielt, gesungen und getanzt, dann folgte ein allgemeines Gelage, bei dem nicht nur gesoffen wurde, sondern geschnupft, geraucht und gekaut, was die Botanik hergab, und zwischenzeitig recht ungehemmt und öffentlich miteinander gevögelt.
Die vergleichbare Veranstaltung bei den Griechen hieß Symposion und war insofern gehaltvoller, als dass die Tischgespräche philosophische Diskussionen auf höchstem Niveau darstellten. Ansonsten war das Programm sehr ähnlich, mit der Besonderheit, dass Sex weder mit den Ehefrauen noch den Sklavinnen der anwesenden Männer stattfand, sondern mit schutzbefohlenen Knaben und mit Hetären, die so etwas waren wie heutige Escort-Service-Edelhuren mit Hochschulabschluss.
Die ägyptische Orgie unterschied sich von Bacchanal und Symposion durch einen leichten religiösen Einschlag und einen so hohen Konsum von Marihuana, Haschisch, Qat, Betel, Opium und Kanna, dass die Ägypter mitunter ihre Götter wirklich erscheinen sahen. Es gehörte zum Service eines guten Gastgebers, die Gäste auf Tragen nach Hause bringen zu lassen.
Einig waren sich auch Griechen und Ägypter, dass die Feiergewohnheiten der Babylonier dekadent und Schweinkram waren.