shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Archiv für September 24th, 2008

Humor oder Hetze?

mit 18 Kommentaren

Reportage oder Sketch

Immer wenn Antisemitismus im Spiel ist, wird die Bewertung so unsagbar schwierig.
Nicht die des Nazitölpels, die des Produzenten Mediums.

Geschrieben von ring2

September 24, 2008 um 22:40

Veröffentlicht in Aufklärung?

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Wie wir sind, Teil 3

mit 52 Kommentaren

Indirekt hat ja ein Gaga-Beitrag (insofern ist jeder zu etwas Nutze, und sei es nur als anregendes Beispiel aus der Negation heraus) mich dazu inspiriert, mal zu schreiben, wie ich “uns” sehe.

Wir Linken sind Anhänger der absolut unbegrenzten Freiheit, wenn sie durch Miteinander und die materielle Unterfütterung der Möglichkeit ihrer Wahrnehmung bedingt ist. Unser Ideal ist die persönliche Freiheit eines jeden Menschen, egal ob reich oder arm, egal welcher Hautfarbe oder sexuellen Orientierung, ein Maximum an Glück zu erreichen, ohne durch das Primat des Mangels oder die Vorrechte Reicherer eingeschränkt zu werden. Denn was wir Linken wollen, ist nichts als die Einlösung proletarischer Partizipations- und darüberhinaus Selbstbestimmungsansprüche jetzt, hier und sofort. Freiheit für Alle bedeutet Freiheit von Fremdbestimmung, ob diese nun national, ethnisch oder durch Eigentumsverhältnisse bestimmt ist. Was wir wollen, ist die Aufhebung aller Ansprüche aller Schichten, Gruppen und Menschen, die meinen, das Schicksal Anderer bestimmen zu dürfen. Oder ganz einfach: Weg, wer kommandieren will!

We will be no more Niggers, Chicanos, Gooks, Redskins or Proletarians, we will be Human Beings. We will be Human Beings or the whole world will be smashed to the ground in our attempt to become it!
Fuego y bandera por qualcuir Estado!

Unternehmer versagen nicht! Privatisiert Währungen!

mit 37 Kommentaren

“(…) noch immer dominiert in Medienberichten der Trugschluss, die so genannte „Finanz-” oder „Finanzmarktkrise” sei Folge unternehmerischen Versagens.” (via A-Team)

Der verlinkte Text hätte ausnahmsweise mal eine intensivere Diskussion verdient statt fortwährenden Genubbels; dazu fehlt mir aufgrund grippalen Angeschlagenseins wie auch der allgemeinen Lebenssituation aktuell die Kondition. Deswegen halte ich mich mal ganz an Davids Diktum “Die Ahnung ist der ärgste Feind des Wissens” und haue raus, was mir beim Lesen so durch den Kopf schoß:

Da stehen schon annähernd all jene Faktoren drin, die mir in den letzten Tagen und Wochen in den Gazetten von FR über FAZ bis zur Süddeutschen so über wen Weg liefen. Als lediglich interessierter Laie kann ich das nicht wirklich beurteilen.

Die Bewertung des IUF freilich erfolgt – nicht überraschend – konträr zu woanders Gelesenem; dort fand zumeist die These sich, daß die “Politik des billigen Geldes” gerade eine Lehre aus der “großen Depression” um 1930 herum sei. Auch der folgende Passus:

“Schließlich haben umfangreiche Regulierungen zur Finanzkrise beigetragen. Der Bankensektor zählt zu den am stärksten regulierten Branchen in nahezu allen entwickelten Volkswirtschaften.”

fand sich nicht bestätigt; eher wurde dargestellt, daß das zwar bei “normalen Banken” in den USA der Fall sei, bei den betroffenen Investmentbanken nun aber gerade nicht, und daß genau dies einer der Gründe für den Zusammenbruch sei und deren Stunde nun ein für allemal geschlagen habe, was zugleich das Zerplatzen neoliberaler Träume sei (z.B. dem Prinzip, alles handelbar zu machen, so auch die ganzen “Derivate”, also Kreditabsicherungen – ob die jüngst in London verbotenen “Leerkäufe” auch sowas sind, kann mir ja vielleicht jemand erläutern). Daß zudem die deutschen Banken es bisher nicht so massiv erwischt habe, weil solche reinen Investmentbanken hier gar nicht existierten, sondern ein breiter gefächertes Geschäft der Fall sei – und dies auch einer der Gründe dafür sei, daß der Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank (war’s die?) das zuletzt vernachlässigte Privatkundengeschäft wieder aufbauen solle.

Indirekt betsätigt das der Text sogar:

“Ihre Markt beherrschende Stellung hatten die Giganten durch staatlich garantierte geringere Risikoprämien, eine gefährlich geringe Kapitalquote, massenhaft öffentliche Aufträge und Steuerprivilegien erreicht.”

Insofern ist das Verlinkte im Grunde genommen gar kein Appell gegen Regulierung, sondern gegen falsche, das zieht sich durch, seltsam, daß dann der Schluß so konträr zum Geschriebenen erfolgt.

Auch sonst erscheint das ein wenig wie ein invertierter, historischer Materialismus, was wohl vor allem daran liegt, daß der Liberalismus die ältere Theorie ist: Das Geschehen auf den Märkten erscheint wie in blinder Effekt staatlicher Gefüge, nicht etwa umgekehrt dieser als der Produktivkrafentwicklung sich anpassend.

Das erscheint mir nicht nur unplausibel, das ist auch sehr seltsam, daß die ganzen Wiwis, die so viel von “Markt” reden, im Grunde genommen diesen gar nicht beschreiben, siehe das Zitat eingangs – stattdessen schreiben sie eigentlich nur über den Staat und dessen Effekte. Unternehmerisches Handeln taucht ja nur und ausschließlich darauf bezogen auf in dieser Art von Analyse; und “rational choice” ist ja auch ein ideologisccher Witz, wenn sie so durch die beschriebenen Parameter determiniert würde.

Das fiel mir schon bei der eher widerwillig vollzogenen Friedmann-Lektüre auf – der schreibt viel über Moral, viel über die Differenz zwischen “kollektivem” und “individuellem” Handeln, viel über richtige Formen der Beratung von Regierungen durch die Wirtschaftswissenschaften – aber eigentlich nix über das, was ich in meiner Feld-, Wald- und Wiesendenke unter “Wirtschaft” verstehen würde. Abgesehen von der Rolle der Banken, in der Tat.

Kann es sein, daß die in dieser Tradtion stehenden Wissenschaftler ihre ganzen Modelle eher aus ihrer Legitimation durch das Beraten von Politikern gewinnen und gar nicht aus aus einer adäquaten Bestimmung des Gegenstandes – daß sie also tatsächlich gar nicht über Wirtschaft, sondern nur und ausschließlich über Politik schreiben? Daß über totalisierende Abstraktionen wie “Angebot”, “Nachfrage” und “gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht” hinaus diese Jungs von Wirtschaft eigentlich keine Ahnung haben? Ja, ich spitze das tatsächlich so zu, damit mir jemand widerspricht.

Das, was Praktiker Rayson neulich geschrieben hat, was mir ganz plausibel schien, unterschied sich ja nicht umsonst eklatant von solchen Plädyers wie dem Verlinkten … wie wär’s denn mit einer materialen Theorie des Marktes?

Geschrieben von momorulez

September 24, 2008 um 21:53

Veröffentlicht in Ökonomie, Staat=Markt?

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Do the Hustle!

mit 30 Kommentaren

Geschrieben von momorulez

September 24, 2008 um 21:00

Wie wir sind, Teil 2

mit 21 Kommentaren

“Die Linken sind allem spinnefeind, was eine generelle Freiheit fordert.

Ihr Ideal ist die “Freiheit” unter (links definierter) staatlicher Fuchtel mit Umverteilungsautomatismus (…) . Denn was die Linken wollen, ist nichts anderes als die Kontinuität feudalen Anspruchs unter linken Vorzeichen. Für jeden freiheitlich Gesinnten eine horrible Vorstellung.”

Kommentar in ‘nem unverlinkbaren Blog. Die nubbeln sich da einen, das muß irgendeine Form von Pornographie sein, dieses Denken – oder zumindest ähnliche Handlungen auslösen. Nix gegen Onanie, aber wenn die das braucht, die verdinglichte Wixvorlage erst mal zu beschimpfen, “Du Nutte! Dreckstück!” oder so, dann stimmt da was nicht.  Zudem sich ja dieses Denken eh auf die These “Freiheit für Vergewaltiger, die Alte gehört mir!” reduzieren läßt – zumindest in der Version eines xiongshui oder Michel. Dazu demnächst aber mal mehr, bin mal wieder aufgrund jüngster Konflikte in den Feminismus hinabgestiegen und fand da noch viel mehr Plausibles, als ich es in Erinnerung hatte.

“Ich war es nicht, es war Mabuse, der benutzte mein Gehirn” singen Locas in Love hier gerade, steckt der da vielleicht hinter?

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