Im nächsten Dorf beginnt das Feindesland

Ich habe gerade mit meinem Vater eine pfingstliche Tour d´horizon über die Dörfer gemacht, wo sich seine Kindheit abspielte. Er war mit 15 Jungvolkführer und mit 16 Hauptsturmführer bei der SS-Division “Wiking”, wobei sich für ihn der Nationalsozialismus aus einer naiven Bewunderung für die “Helden” an der Front, Begeisterung für die Technik von UBooten, Panzern [...]

Heraus zum Ersten Mai oder Tek Yol Devrim!

Hach, war das schön! Gestern mit den Anarchopunks abends durch die Stadt gezogen in einer wunderbar bunten revolutionären Walpurgisnachtdemo, heute  (seit ein paar Minuten gestern )  im Schwarzen Block auf der “regulären” Maidemo  mit Parolen wie  “Gegen die Konstrukte Volk, Nation und Rasse, Klasse gegen Klasse”, “Um Europa keine Mauer, Bleiberecht für alle und auf [...]

I´m hearing only sad news on radio Africa

In Addis Abeba kostet der Weizen im März 2008 42 % mehr als im Vorjahr. Regelmäßig werden Marktstände und Lebensmittellager geplündert.
In Mosambiks Hauptstadt Maputo liegt der Weizenpreis am 1. April 2008 43% höher als am 1. April 2007. Getreidesilos werden von der Armee bewacht.
Nigerias Landwirtschaftsminister Al Haji Sayyadi Ruma erklärt, dass 70% der Bevölkerung unterernährt [...]

Die Vorstandsasssistentin

Sie ist Ende 20, ziemlich adrett, frisch von der Uni und sagt ausgebufften Endvierziger-Ingenieuren, wo es ihrer Meinung nach langzugehen hat. Sie wird für 8 Arbeitsstunden täglich bezahlt, arbeitet aber regelmäßig 12 Stunden lang. Ihre Chefs sagen, das müsste so sein, wenn man Führungskraft ist, sie selbst kämen oft erst um 23 Uhr nach Hause. [...]

Der proletarische Abend

In den 90ern war Topact unter unseren internen Veranstaltungen der vierteljährlich ausgerichtete “proletarische Abend”, der zeitweise gerüchteumwittert war und zu dem viele Leute gerne eingeladen werden wollten. Im Kern ging es dabei darum: Ein Mitglied unseres Freundeskreises gab einen bunten Abend, zu dem ein Gericht gekocht wurde, das gehaltvoll und bodenständig sein musste. Vor oder [...]

Die Helden des Rai

Gerade hörte ich in einer Deutschlandradio-Sendung über Algerien, dass Cheb Khaled ein Weltstar sei, Cheb Kader hingegen nur in seiner Heimatstadt Oran bekannt. Komisch, ich bekam zwar mit, dass Khaled mal bei uns in den Charts gespielt wurde, auf meiner inneren Bekanntheitsskala rangieren sie aber in der selben Kategorie, neben den Babylon Fighters, und das [...]

Vom Sinn und Zweck des Studiums

“Das Studium ist zuallererst eine Zeit der kreativen Muße, in der man sich in neuen Lebensweisen, Beziehungen und Wohnprojekten ausprobiert, sich auf abenteuerlichen Rucksacktouren den Wind der weiten Welt um die Nase wehen lässt und das Leben als Experiment angeht. Natürlich stehen die Studieninhalte im Mittelpunkt, das Ziel des Studiums ist aber keine Fachausbildung, sondern [...]

Statistik

Statistisch sind in Los Angeles mehr schwarze Männer zwischen 20 und 30 im Gefängnis als auf dem College. In Liverpool-Toxsteth liegt die Arbeitslosenquote bei 60%. In Guariba, Brasilien, protestieren die Bojas Frias (Kalte Töpfe) gegen die Arbeitsbedingungen der Landarbeiter. Ihre Forderung: Bewaffnung der Kleinbauern  zur Selbstverteidigung gegen Spekulanten.

Die Pipeline des Leidens

In der aktuellen Ausgabe von mare ist die Titelstory ein Bericht über die Menschen, die entlang der Transkaukasischen Pipeline leben. Mit der Pipelinetrasse wurden sie entrechtet, enteignet, drangsaliert und gedemütigt. Es regt sich kein Widerstand, weil sie schon zerbrochen sind. Wenige nur bekamen eine Entschädigung für die Enteignung ihres Landes für den Trassenbau, der Boden [...]

Politik machen bedeutet, Menschen ihre Lebenschancen einzuschränken

Darauf jedenfalls läuft alles hinaus. Ob Gesundheitspolitik,  Studiengebühren, Prüfungsordnungen, Hartz4, Lohn- und Preispolitik, Schwarz, Rot, Gelb und Grün unterscheiden sich lediglich in der Nuancierung, nicht in der Durchführung eines Generalangriffs auf die Klasse, den man einfach zusammenfassen kann zu: Lebenschancen begrenzen.