shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

„Herdgeld“, scheinheiliger Boykott

with 13 comments

Edmund Stoiber, Bischof Mixa und Dieter Althaus haben recht, wenn sie darauf hinweisen. Egal wie verstaubt ihre Motive sein mögen.

… das schreibt Ursula Weidenfeld im heutigen Tagesspiegel. Vor diesem Satz bekommt man glatt Angst, denn an ihm ist etwas dran. „Flächendeckende Betreuungszahlungen könne man erstens nicht aufbringen, und zweitens garantiere niemand dafür, dass Eltern das Geld nicht für sich verbrauchten, anstatt es in die Erziehung zu investieren“ wird Ursula von der Leyen weiter zitiert und offenbart ein politisches Dilemma. Wer in Deutschland für etwas anderes als den Eurofighter oder angeblich direkt wirtschaftsfördernde Themen Geld ausgeben will, der muss dessen Verwendung strikt überwachen. Der Staat, die Verwaltung trauen dem Bürger nicht über den Weg. Dieses Mißtrauen ist strukturell, hängen doch Scharen von Verwaltungsbeamten an dieser Sichtweise. Da mag das Anliegen noch so plausibel erscheinen, alle sich einig sein. Allein, dem Bürger zuzutrauen, dass er außer der Entscheidung für Kinder auch noch deren Aufzucht allein regeln kann, dass kommt nicht in den Sinn.

Das Schlimme, natürlich werben Stoiber und Co. nicht für eine wirkliche Wahlfreiheit. Beides, einen Ausbau der Kinderbetreuung für gut ausgebildete Frauen- und zunehmend auch Männergenerationen und den Herdbonus wird es nicht geben. Die Wahl macht zwar Sinn, sie bringt aber politisch nichts ein.

Advertisements

Written by ring2

1. August 2007 um 16:40

Veröffentlicht in Baggage

13 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. […]  … […]

  2. Hmm… ich tendiere ja schon dafür, dass man die Kinder öffentlich erziehen sollte, in der Tradition der Französischen Revolution. Bin allerdings auch für ein Scheidungsrecht für Kinder.
    Der Wirtz ist ja auch der, dass die CSU z.B. dann daher kommt und sagt: Eibn Ausbau der beterungsplätrze würde ja nur deswegen gemacht, weil die Wirtschaft es will. Aber was bei dieser ganzen Debatte nicht berücksichgtigt wird: nur 25 Prozent der Mütter, deren Jüngstes Kind 15 Jahre alt ist, geht wieder in einer Teilzeit- oder Vollbeschäftigung. Das ist gerade mal ein Viertel. Und da derzeit die Integration in den Arbeitsmarkt aber auch der wesentlich Modus der gesellschaftlichen Integration (auch was das kulturelle und öffentliche Leben betrifft) ist, halte ich es für unvernünftig, da ein Betreuungsgeld zu installieren. Ganz davon abfgesehen, dass die peers sowieso wichtiger sind als die Eltern.

    lars

    1. August 2007 at 17:04

  3. IMHO auch ein Ansatzpunkt für die Bürgergelddebatte. Je mehr Ansatzpunkte man da findet, Bürgern selbstbestimmt einen Sockel zu zahlen, desto klarer wird der Sinn dieser Idee – und der scheinheilige, aber effektive Block der Verwaltungsbewahrer in Deutschland. Nimmt man nämlich auch Kinder als „Bürger“, kann man sogar so abstruse Ideen, wie Deine darunter diskutieren 😉

    ring2

    1. August 2007 at 17:25

  4. Welche meiner abstrusen Ideen meinst Du denn? 😉

    Also das Scheidungsrecht für Kinder wird in Skandinavien ja bereits in ersten Ansätzen diskutiert…bis das natürlich bei uns ankommt, dauert das noch…

    lars

    2. August 2007 at 8:24

  5. jaja, genau die.

    ring2

    2. August 2007 at 8:35

  6. Ring2 will doch nur Denkverbote verordnen, indem er Ideen als abstrus klassifiziert 🙂 !

    momorulez

    2. August 2007 at 8:36

  7. Ja, und er will die Kohle für sich und dann abhauen, ohne Kinder.

    T. Albert

    3. August 2007 at 8:37

  8. Genau. So isses. Nur denken, das darf der Lars noch. Ich lass es mir derweilen gutgehen mit einem Holsten Export unter Palmen und Gitarre im Gesicht. Zigarre natürlich. Echt albern hier.

    ring2

    3. August 2007 at 8:58

  9. Holsten Export?

    T. Albert

    3. August 2007 at 9:07

  10. Ich finde das St. Pauli gegenüber ja auch außerordentlich illoyal, das mit dem Holsten Export. Astra, Mönsch! Was dagegen?

    momorulez

    3. August 2007 at 9:29

  11. Wo ist denn da der Unterschied? Ein Marketinggag ist da übrig geblieben, Fassade – und sorry, ja Holsten schmeckt einfach besser — und Export sowieso!

    ring2

    3. August 2007 at 12:56

  12. Nee,nee,nee, solche Nationalismen nun mal nicht als Antwort von da unten … unter Markt-Bedingungen schaffen Marken Identität, ganz egal, wem sie nun gehören und wo sie produziert werden!

    momorulez

    3. August 2007 at 12:59

  13. Ob man wohl Denkverbote auch taufen lassen kann. – So wie Schiffe, meine ich? Ab heute soll dieses kleine Denkverbot „flotte Ursel“ heißen…, zu Zigarrenklängen aus der Box, bekippt mit einer Flasche Holsten, die an ihrem (denn das Denkverbot ist ja jetzt „gegendert“) Rumpf zerschlagen wird. Wenn das mal nicht unter häusliche Gewalt fällt…

    lars

    3. August 2007 at 14:02


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s