shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Immer wieder beliebet: Suchanfragen ausbuddeln!

with 13 comments

Angesichts der Suchanfrage „Birkenstock Nationalsozialismus“ frage  ich mich ja: Ist das jetzt nur die nächste, vollständig beknackte Rinks-Lechts-Gleichung, oder gibt’s da eine mir bis dato nicht bekannte Firmenhistorie?

Oder will einfach jemand das Erbe meiner jugendbewegten Erinnerungen besudeln?

Oder Horden glücklicher Krankenschwestern, die auf den Dingern schlicht am besten laufen können, diskreditieren im Zuge eines fanatischen Anti-Etatismus, der sich auf’s öffentliche Gesundheistssystem einschießt und lautstark fordern will, daß Arme doch auch gerne verrecken können, weil die eh keiner braucht?

Weiß da jemand Antworten?

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Written by momorulez

28. August 2007 um 7:51

Veröffentlicht in Das Netz

13 Antworten

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  1. Ich glaube das ist Vergangenheitsbewältigung in ihrer schwachsinnigsten Form. „Wie hieß noch mal dieses Konzentrationslager? Birken…, äh, Birkenstock? Ach was soll’s, google ich halt mal kurz“. Nietzsche (darf ich den hier zitieren?) meinte ja, der Deutsche hätte in jeder Hinsicht Verdauungsprobleme: „Der Deutsche (…) verdaut seine Ereignisse schlecht, er wird nie damit ‚fertig‘; die deutsche Tiefe ist oft nur eine schwere zögernde ‚Verdauung‘.“ Aber dass am Ende so ein Mist rauskommt hätte selbst Nietzsche nicht gedacht.

    reformstau(b)

    28. August 2007 at 8:22

  2. Stimmt, das kann sein 😉 … auf die Idee war ich gar nicht gekommen.

    Nietzsche zitieren: Aber klar doch! So lange hier niemand den „Übermenschen“ oder die „Blonde Bestie“ fehlinterpretiert …

    momorulez

    28. August 2007 at 8:25

  3. Birkenstock ist zunächst einmal eine der übelsten Ausbeuterfirmen in Deutschland.Meint der seinerzeitige Springerstiefelträger.

    che2001

    28. August 2007 at 8:27

  4. Nee, den Zaren Tustra oder wie der heißt (gleich mal googlen …) halte ich keine zwei Minuten aus. Aber seine typisch deutsche Abrechnung mit allen anderen Deutschen ist göttlich … äh herrlich … na ja, witzig eben.

    reformstau(b)

    28. August 2007 at 8:29

  5. Ich denke da eher an einen gewissen Journalisten. Arne Birkenstock hat für die ARD einige Filme gedreht, die sich zumindest am Rande mit Nationalsozialismus beschäftigen…

    Karsten

    28. August 2007 at 8:35

  6. @Che:

    „Birkenstock ist zunächst einmal eine der übelsten Ausbeuterfirmen in Deutschland.“

    Entschärf das mal, das ist rechtlich problematisch, das so zu formulieren 😉 … sagt der ehemalige DocMartens (aber nicht die Stiefel, die anderen Varianten!) und Turnschuh-Träger … Converse habe ich mir gerade aus Nostalgie mal wieder zugelegt, diesmal mit dem Leopardenmuster, früher waren’s rote …

    @Reformstaub:

    Ich mag den ja auch, den Nietzsche. Da muß man nur einfach vorsichtiger sein als bei anderen Philosophen (wie bei Heidegger ja auch, der auch toll ist in mancher Hinsicht).

    @Karsten:

    Aaaaaah – auch ’ne gute Möglichkeit!

    momorulez

    28. August 2007 at 8:53

  7. Ich gelobe reumütig Besserung.
    Birkenstock ist ein auch schon vor den dringend notwendige Reformen am deutschen Arbeitsmarkt besonders schlank und dynamisch aufgestelltes Unternehmen, das auf überflüssigen Ballast wie Betriebsrat, Mitbestimmung und ähnliche sozialistische Verformungen des freien Arbeitsmarktes vollständig verzichtet.

    http://www.gassenschmidt.de/old/birk.htm

    che2001

    28. August 2007 at 9:55

  8. Wenn ich so daran denke, was für (scheinbar) seltsame Suchanfrage ich bei meinen Internet-Recherchen manchmal in die Suchmaschinen eingebe, dann kommt mir „Birkenstock Nationalsozialismus“ gar nicht mehr so komisch vor.
    „Seltsam“ sind z. B. meine „komischen“ Anfragen nur, wenn man den Kontext, in dem ich sie stellte, nicht kennt.

    MartinM

    28. August 2007 at 18:30

  9. Also, ich gelobe Reue: Birkenstock ist eine besonders dynamisch aufgestellte Firma, die schon zu einem frühen Zeitpunkt der Vermachtung der Beziehungen zwischen Belegschaft und Geschäftsführung durch die rückswärtsgewandten Gewerkschaftsapparate mutig entgegentrat. Näheres hier:

    che2001

    29. August 2007 at 6:30

  10. Ich erinnere ich mich da ein GERÜCHT aus den 80ern oder frühen 90ern, die Firma Birkenstock unterstütze eine rechtsradikale Partei. Bei Google findet man immer noch derlei GERÜCHTE, die ich nie verifizieren konnte. Dennoch finde ich die Erklärung mit „Birkenau“ plausibler.
    Bei der Gelegenheit eine Anekdote aus einer Schulung für Leute ohne Schulabschluß, die ein Freund vor einigen Jahren durchführte:
    Ein Auskenner aus der rechten Szene wußte dort mit dem Wissen über Juden zu brillieren, die das deutsche Bankenwesen fest im Griff haben. Zitat: „Dieser ‚Commerz‘ ist ja auch ein Jude“.

    flatter

    30. August 2007 at 22:27

  11. Das mit Commerz ist geil. Wahrscheinlich ist auch der Kar, der Karstadt besitzt und nach dem die ganzen Dellen in den Alpen benannt sind ein Jude, oder schlimmer: ein armenischer Negerserbe. Was die Gerüchte über Unternehmen angeht: Der Nazi-Vorwurf lief ja einmal quer durch die Getränkeindustrie, Ursprung war zum Einen die bald nicht mehr auffindbare Tatsache, dass eine Postwurfsendung der DVU tatsächlich durch die Firma Becker gesponsort wurde. Allerdings nicht der Safthersteller Becker aus Lütgenrode, der sofort bezichtigt wurde, sondern eine gleichnamige Wurstbraterei aus NRW.Und zum Anderen war angeblich der alte Schnapskönig Peter Eckes Sponsor der NPD. Sehr erstaunlich, da er schon etwa 95 Jahre vor Gründung der NPD verstorben ist 😉

    che2001

    31. August 2007 at 7:27

  12. @Che:
    Denk mal drüber nach, dass noch heute jeder Birkenstock zu 100% in Deutschland produziert wird. Sohle, Fußbett, Riemen, Verarbeitung, alles. Und das dadurch jede Menge Arbeitsplätze in Deutschland erhalten werden.
    Und dann denk mal darüber nach, dass andere Schuhhersteller wie adidas oder Puma oder wahrscheinlich jeder andere, den Du mit Namen kennst, ihre Schuhe inzwischen in Niedriglohnländern (meist China) produzieren lassen. Und darüber, dass nahezu alle Mitarbeiter der hier ansässigen Produktionsstandorte ihren Job verloren haben, weil die Fabriken einfach geschlossen wurden.
    Und dann solltest Du Dir auch noch darüber Gedanken machen, was Dir ein Betriebsrat bringt, wenn der Betrieb Dich nicht mehr beschäftigt.
    Ganz ehrlich: Wir können froh sein, dass es Unternehmen wie Birkenstock, SAP oder Trigema gibt, die nach wie vor am Standort Deutschland festhalten. Obwohl wir hier nur sehr, sehr teuer produzieren können. Und warum machen die das? Weil ihnen das Wohl ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt. Mit oder ohne Betriebsrat.

    PS: Guck mal in Deine Schuhe. Ich wette, die kommen aus Asien…

    Domzo

    18. August 2009 at 13:38


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