shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Die zur Gewalt werdende Aufklärung

with 13 comments

Als hier kürzlich der Anton aus Tirol besprochen wurde, zeigte Paul der Dreizehnte, auch als Napauleon und Sauerkraut-Paul bekannt, sich ziemlich indigniert, weil sein panzerverziertes Blog als militaristisch verstanden wurde, und betonte sinngemäß, er sei liberal eingestellt, und zwar keiner jener Liberalen, die die Abschaffung des Sozialstaats wollten. Den Panzer auf seinem Blog habe er nur gewählt, weil da was Lustiges, satirisch-ironisches draufstünde. Ich muss ja gestehen, dass ich gar keinen Schriftzug darauf bemerkt hatte, sondern nur bemerkt, dass das ein M1 A1 Abrams war, aber eine Vergrößerung zeigte es: Dort steht geschrieben: Today Baghdad, tomorrow Paris!

Soso, das ist also lustig. Nun denn, wenn man   die Hysterie bedenkt, die in den US and A wegen der Weigerung Frankreichs an einer Teilnahme am Irakkrieg herrschte – Pommes wurden von French Fries in Freedom Fries umbenannt – dann würde ich das weniger humorig sehen. Aber bitteschön, absurder Humor ist bei mir immer willkommen, und man kann das ja auch umdrehen. Wissen die Prowestlichen eigentlich, dass die  Linke die Invasion  der USA plant? Die Woodstock-Legende Joe Cocker singt das seit Jahren, und ich weiß von britischen Trotzkisten und Anarchisten, dass sie das richtig geil finden:

they sentanced me to twenty
years of boredom
for trying to change the system
from within
i’m coming now
i’m coming to reward them

first we take manhattan
then we take berlin

i’m guided by a signal in the
heavens
i’m guided by the birthmark on
my sky

i´m guided by the beauty of our weapons

first we take manhattan
then we take berlin

Müsste man da nicht aufmerksam werden? Wenn der Flugzeugträger der Störtebeker-Klasse „Ulrike Meinhof“ vor New York aufkreuzt, ist es zu spät! Die Dienste schlafen!

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Written by che2001

1. September 2007 um 22:36

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert

13 Antworten

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  1. Gab’s nicht von Ton Steine Scherben den „Paule Panzer-Blues“?

    momorulez

    2. September 2007 at 7:34

  2. Ich frag‘ mich, warum der Sauerkrautpaul nicht gleich „satririsch-ironisch“ Jeder Schuss ein Russ‘, jeder Stoß ein Franzos‘ als Blogmotto gewählt hat. Der Spruch aus dem liberalen Kaiserreich hätte doch bestens gepasst!

    Die Besatzung der „Benno Ohnesorg“ schmetterte beim Einlaufen in den New Yorker Hafen selbstverständlich den Sinatra Klassiker:

    New York, New York

    Start spreading the news
    I’m leaving today
    I want to be a part of it, New York, New York
    These vagabond shoes
    Are longing to stray
    And make a brand new start of it
    New York, New York
    I want to wake up in the city that never sleeps
    To find I’m king of the hill, top of the heap
    These little town blues
    Are melting away
    I’ll make a brand new start of it
    In old New York
    If I can make it there
    I’ll make it anywhere

    It’s up to you, New York, New York.

    I want to wake up in the city that never sleeps
    To find I’m king of the hill, top of the heap
    These little town blues
    Are melting away
    I’ll make a brand new start of it
    In old New York
    If I can make it there
    I’ll make it anywhere

    It’s up to you, New York, New York.

    jolly rogers

    2. September 2007 at 8:09

  3. Paul Panzers Blues, ja. Handelt aber von der gewalttätigen Rebellion des ausgebeuteten Arbeiters gegen seinen Chef.

    che2001

    2. September 2007 at 13:32

  4. Ich kenn keinen Paul. Aber „tomorrow Paris“ ist witzig.

    ring2

    2. September 2007 at 16:44

  5. Wenn ich bedenke, dass zu dem Zeitpunkt in den USA Pommes bereits von French Fries in Freedom Fries umbenannt wurden weiß ich nicht, ob ich das witzig finden oder aus Ausgeburt eines völlig verdrehten paranoiden Feindbild-Chauvinismus betrachten soll.Witzig ist die Komponente, dass während der Unruhen in den Pariser Vorstädten Polizei und CRS von den steinewerfenden Jugendlichen mit „Bienvenue en Bagdad!“ begrüßt wurden.

    che2001

    2. September 2007 at 20:26

  6. Was soll’s in den USA sind auch Senatoren, die sich auf dem Flughafenklo mal schnell bedienen lassen wollen, selbstverständlich nicht schwul. Und ein Radiomoderator, der sich mit Tabletten aller Art zuschmeißt, ist selbstverständlich kein Junkie. Ein anderer Radiomoderator, der regelmäßig Schwarze und Latinos beleidigt, ist freilich kein Rassist.

    Da juckt es wenig, ob sie aud French Fries. Freiheitskartoffeln machen. Das ist einfach komplett lachhaft.

    Foul is fair and fair is foul…

    jolly rogers

    3. September 2007 at 8:49

  7. Die Aufzählung „schwul“, „Junkie“, „Rassist“ finde ich aber nicht in Ordnung …

    momorulez

    3. September 2007 at 8:51

  8. Aus der Sicht eines straight rechten Republikaners gesehen macht diese Aufzählung aber Sinn.

    che2001

    3. September 2007 at 10:12

  9. Ist Jolly jetzt konvertiert?

    momorulez

    3. September 2007 at 10:16

  10. Ich knnte Dir auch genau beschreiben, wie ein Nazi denkt, ohne einer zu sein 😉

    che2001

    3. September 2007 at 10:34

  11. Na,na, na, daß Du das kannst, das liegt doch nur an Deinen linken Wurzeln, ist doch alles eine Sauce, weißt doch, lechts-rinks … (irgendwie habe ich heute meinen Haß-Tag, man verzeihe mir Zynismen. Aaaaargh, wat habe ich die alle satt. Völker, hört die Signale!).

    momorulez

    3. September 2007 at 10:50

  12. Dann verkneife ich mir jetzt auch den Witz mit dem rollstuhlfahrenden Schwarzen 😉

    Nö, im Ernst, Jolly hat ganz Recht, wenn er sagt, dass man sich in der US-Öffentlichkeit dermaßen extrem in die Tasche lügt, dass Realität empirisch oft kaum noch wahrnehmbar ist, und dass, was als richtig oder alltäglich gilt,gegenüber europäischen Maßstäben phasenverschoben ist. Und das geht teilweise mit einer durchaus paranoiden Weltsicht einher. Miguelanxo Prado hat das in einem seiner unsterblichen Comics so um 1990 ausgedrückt. Da fliegen US-Kampfhubschrauber über Venedig, und dann gibt´s den Spruch: „Die Dschunken und die Pagoden – das muss Teheran sein! Feuer frei!“ Kurze Zeit später dann Anruf bei Bush sr.: „Sind wir Frau Craxi irgendein Beileid schuldig?“

    che2001

    3. September 2007 at 11:47

  13. @Momorulez: Das war keine wertende Aufzählung, sondern eine Reihe von Feststellungen, welche sich auf die herrschenden Doublestandards in den USA bezogen.

    jolly rogers

    3. September 2007 at 15:45


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