shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Zur Kritik der instrumentellen Vernunft

with 46 comments

Na, erste SPDler rücken ja jetzt ab von der Agenda 2010, glaubt man dem Frühstücksradio. Bißchen spät. Anstatt Leute zum arbeiten zwingen zu wollen, nehmen wir doch lieber mal Herrn von Hayek ernst:

„Daß der Zweck der Freiheit ist, die Möglichkeit von Entwicklungen zu schaffen, die wir nicht voraussagen können, bedeutet, daß wir nie wissen werden, was wir durch eine Beschränkung der Freiheit verlieren. …
Wenn die Entscheidung zwischen Freiheit und Zwang als eine Zweckmäßigkeitsfrage behandelt wird, die in jedem Einzelfall besonders zu entscheiden ist, wird die Freiheit fast immer den kürzeren ziehen. …
Sobald also die Freiheit als Zweckmäßigkeitsfrage behandelt wird, ist ihre fortschreitende Untergrabung und schließlich Zerstörung unvermeidlich. …
Die Freiheit (kann) nur erhalten werden …, wenn sie nicht bloß aus Gründen der erkennbaren Nützlichkeit im Einzelfalle, sondern als Grundprinzip verteidigt wird, das der Erreichung bestimmter Zwecke halber nicht durchbrochen werden darf….
Eine wirksame Verteidigung der Freiheit muß … notwendig unbeugsam, dogmatisch und doktrinär sein und darf keine Zugeständnisse an Zweckmäßigkeitserwägungen machen.“

(Die Ursachen der ständigen Gefährdung der Freiheit, in: Ordo, Bd. 12, Düsseldorf und München 1961, S. 104 – 106)

Wenn das keine schallende Ohrfeige für die ganzen Utilitaristen hier im Netze ist, die die ganze Welt in Freihandel und totalisiertes und somit auch totalitäres Marktgeschehen stürzen wollen, flankiert von übermächtigen Freihandelsorganisationen und einer sich aufblähenden, aber ja nur den „Wettbewerb“ schützen wollenden EU ist.

Begründung ist ja immer, daß es dann allen besser ginge – weiß nicht, ob sich das auf den Freiherrn berufen kann. Nimmt man zudem den ersten Satz ernst, so spricht das für Sensche Programme der Möglichkeitsbedingungen von Freiheit um derer selbst willen, also z.B. nicht an Märkte gekoppelte Versorgungsmodelle von Gesundheit, Bildung, Strom und Wasser – um eben nicht die Freiheit Zwecikmäßigkeiserwägungen wie „Finazierbarkeit“ zu opfern.

Ja, ich weiß, er meinte, die Freiheitt selbst nicht als Mittel zum Zweck zu begreifen, nimmt man dieses als Handlungsziel jedoch ernst, so folgen meiner Ansicht nach zwingend die erwähnten Modelle. Man ist nicht frei, wenn man nicht gesund ist, z.B..   Insofern scheint Herr von Heyk dazugelernt zu haben, nachdem er in „“Wege zur Knechtschaft“ folgendes behauptete:

„Für die großen Apostel der politischen Freiheit hatte dieses Wort Befreiung von Despotie bedeutet, Befreiung von der Willkür anderer, Befreiung von dem Gehorsam gegenüber den Befehlen eines Vorgesetzten, von dem es abhängig war. Die neue Freiheit dagegen, die in Aussicht gestellt wurde, sollte eine Freiheit von Not sein, eine Befreiung aus dem Zwang der Umstände, die uns alle nur eine begrenzte Wahl der Lebensgüter lassen, wenn auch für den einen sehr viel mehr als für den anderen … Freiheit in diesem Sinn ist natürlich nur ein anderer Ausdruck für Macht oder Reichtum … Worauf das Versprechen in Wahrheit hinauslief, war die Zusicherung, daß die bestehenden großen Unterschiede in den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Individuen beseitigt werden sollten. Wenn man also die neue Freiheit forderte, so meinte man damit nichts anderes als den alten Anspruch auf gleichmäßige Besitzverteilung.“


(Der Weg zur Knechtschaft, 2. Aufl., München 1971, S. 46/47)

Das ist natürlich ein Fehlschluß. Die Freiheit von Not ist ja nun nicht gleich Macht oder Reichtum, sondern Möglichkeitsbedingung der Freiheit überhaupt.  Und will man die Freiheit von den Befehlen eines Vorgesetzten ernst nehmen, so geht das nur auf der Basis einer gewissen wirtschaftlichen Freiheit, die sich dann eben leisten kann, auch zu sagen: Sorry, ich gehe dann mal!, ohne danach aus dem öffentlichen Papierkorb sich ernähren zu müssen. Also: Bedingungslose Grundsicherung. Die Vorstellung, daß nun alle exakt das gleiche überwiesen bekommen müßten, also die totale Gleichverteilung von Gütern, die ist nur dirigistisch möglich, da hat er schon Recht. Modelle der Grundsicherung hingegen sind Grundbedingung der Freiheit.

„Politische Freiheit im Sinne von Demokratie, <innere> Freiheit, Freiheit im Sinne des Fehlens von Hindernissen für die Verwirklichung unserer Wünsche oder gar <Freiheit von> Furcht und Mangel haben wenig mit individueller Freiheit zu tun und stehen oft im Konflikt mit ihr. Das Verständnis für und der Glaube an die Freiheit sind in hohem Maße dadurch zerstört worden, daß die Bedeutung des Wortes so ausgedehnt wurde, daß es jeden klaren Sinn verloren hat.“


(Die Ursachen der ständigen Gefährdung der Freiheit, in: Ordo, Bd. 12, 1960/61, S. 106)

Da trägt nun freilich der Behauptende die Beweislast. Alle anderen dehnen aus, nur ich bin spezifisch, das ist ja ein wenig eitel.

Klar ist, daß Demokratie überhaupt nur unter Berücksichtigung der Freiheitsrechte begründbar ist, also als Verfahren nur dann legitimierbar ist, setzt man deren Schutz voraus. Mangel ist hier viel zu unpezifisch erläutert, reine Phrase; ich vermute, daß Herr von Hayek da keinerlei substanziellen in Versorgungshinsicht erfahren mußte, weiß das aber nicht so genau.

Freiheit von Furcht ist ja auch so eine Sache – ich finde das schon ganz angenehm, die Straße zu betreten, ohne von Nazis verprügelt zu werden. Meine Arachnephobie betrachte ich nicht als politisches Problem, nur in dem Punkt, wo sie meinen Handlungsspielraum so einschränken würde, daß ich ohne Therapie die Straße nicht mehr betreten mag. Da greift dann das Kriterium „Gesundheit“ als Möglichkeitsbedingung von Freiheit.

„Freiheit ist wesentlich, um Raum für das Unvorhersehbare und Unvoraussagbare zu lassen; wir wollen sie, weil wir gelernt haben, von ihr die Gelegenheit zur Verwirklichung vieler unserer Ziele zu erwarten. Weil jeder einzelne so wenig weiß und insbesondere, weil wir selten wissen, wer von uns etwas am besten weiß, vertrauen wir darauf, daß die unabhängigen und wettbewerblichen Bemühungen Vieler die Dinge hervorbringen, die wir wünschen werden, wenn wir sie sehen.“
(Die Verfassung der Freiheit, 3. Aufl., Tübingen 1991, S. 38)

 

Das ist ja ein wenig kryptisch, die zweite Hälfte, die erste Hälfte finde ich gut. Das sollten sich die volkswirtschaftlichen Laienprediger mal selbst unter die Nase reiben, die ja angeblich immer wissen, wie’s allen dann besser geht und das auch noch durch „Pro-Kopf-Einkommen“ belegen wollen. Daß sie damit dem Durchschnitt als Kriterium anführen, sollte ihnen eigentlich kalr sein, was jetzt aber bitte nicht als Plädoyer für „Eliten“ mißverstanden werden sollte.

Kleiner Auftakt zu einer von Hayek-Reihe. Glaube aktuell, daß unsere Staatsneoliberalen von der Wirtschaftslobbyistenfront sich eigentlich gar nicht auf den berufen können. To be continued.

Ansonsten erwarte ich jetzt eine Adorno-Reihe bei den Bissigen Liberalen, meinen Lieblings-Nationalisten- und Revisionisten. Anderen Blogs ist das ja nicht zuzutrauen, wie jüngst bewiesen wurde.

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Written by momorulez

10. September 2007 um 7:23

Veröffentlicht in Ökonomie, die Moral, Ja, Links?, Philosophie

46 Antworten

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  1. Glaube aktuell, daß unsere Staatsneoliberalen von der Wirtschaftslobbyistenfront sich eigentlich gar nicht auf den berufen können. To be continued.

    Aha. Und das schließt Du daraus, dass Du bei vier Kernzitaten einem zustimmst, zweien widersprichst und dem dritten nur unter der Bedeutung zustimmst, dass Du den Teil, der die eigentliche Aussage enthält, als „etwas kryptisch“ abtust, weil Dir sein Inhalt nicht passt? Tolle Wurst.

    Karsten

    10. September 2007 at 8:47

  2. Komm, immer noch besser, als jetzt nur wie Statler auf Sekundärliteratur zu verweisen und allgemeine Aufsätze von Popper zur Dialektik als exklusiven Zugang zu Adorno zu verkaufen.

    Habe neulich geguckt nach ganzen Werken von Hayek, so beim Bücherkaufen, aber in den von mir frequentierten Buchhandlungen gab’s nix von dem, und Bücher im Netz bestellen mag ich nicht. Nehme Geschenke aber gerne entgegen 😉 …

    Und wenn jetzt der Anfang einer Auseinandersetzung mit dem Formulieren einer Hypothese im Sinne von „ich glaube, daß“ beginnt, kommst Du um die Ecke und willst mir das Aufstellen von Hypothesen verbieten.

    Ich fange doch gerade erst an, Mönsch! Deshalb steht da „to be continued“.

    momorulez

    10. September 2007 at 9:03

  3. Als ich dieses Wochenende meine alten Aufzeichnungen aus Studienzeiten durchging, stieß ich zu meiner Überraschung auch auf Hayek (Ich hatte verdrängt, dass ich mich damit damals schon beschäftigt hatte) und in der Tat auf eine andere Interpretation als das, was man in der Bloggosphäre so liest. Quíntessenz eines Referats über Hayek war, dass der vor allem für die Theorie der Wissensvermittlung wichtig war und als Organisatoionstheoretiker. Sein aus der Spieltheorie abgeleitetes Modell der spontanen Ordnung von Märkten könne einerseits Entwicklungen wie Wirtschaftskrisen und Börsencrashs sehr viel besser erklären als die mechanistischen Modelle der bisherigen Nationalökonomie, und sei andererseits Grundlage für politische Organisationsmodelle. Hayek hatte eine totale Trennu ng von Legislative und Exekutive gefordert und war in dieser Hinsicht ein sehr origineller Institutionstheoretiker, dem es um politische Transparenz und genaue Nachvollziehbarkeit politischer Prozesse ging. Schließlich habe er mit seinen Vorstellungen von der Wissensgesellschaft heutige Debatten um die nachindustrielle Gesellschaft und das Kapital Wissen um Jahrzehnte vorweggenommen. „Der Weg zur Kechtschaft“ wurde in diesem Zusammenhang als sein unter dem Eindruck von Nationalsozialismus, Stalinismus und den Kriegsverwaltungsbürokratien Großbritanniens und der USA 1944 entstandenes bekanntetstes Werk erwähnt, aber als etwas, das ein wenig außerhalb seines sonstigen Werks steht, so wie Einsteins „Mein Weltbild“ nichts mit der Relativitätstheorie zu tun hat. Eine politische Meinungsäußerung außr der Reihe, sozusagen. Ich weiß nicht, wie gut dieses Referat eines früheren Kommilitonen den Gegenstand trifft. Aber es zeichnet ein völlig anderes Bild von Hayek als das des ausschließlichen Propheten der freien Marktwirtschaft und nichts weiter.

    che2001

    10. September 2007 at 9:17

  4. Also die Adorno-Reihe muss bei uns auf jeden Fall ein anderer verfassen. Ich befürchte, wenn ich das täte, wäre das Ergebnis für Adorno-Fans ähnlich kurios… Mal abgesehen davon, dass ich, wenn ich einen Text nicht verstehe, oder das, was ich verstehe, mir allzu beliebig, trivial oder langweilig vorkommt (was bei Adorno-Texten für mich mehr die Regel als die Ausnahme darstellt), stets dem Autor die Schuld daran zu geben pflege. Dann gab es wohl nichts, das er mir zu sagen hatte, sagen konnte oder sagen wollte, und ich nehme respektvoll Abstand. Das liegt im konkreten Fall vielleicht auch am literarischen Einschlag, mit dem ich noch nie etwas anfangen konnte.

    Rayson

    10. September 2007 at 9:25

  5. @Che:

    Liest sich gut! Da machen wir mal weiter!

    @Rayson:

    „Ich befürchte, wenn ich das täte, wäre das Ergebnis für Adorno-Fans ähnlich kurios…“

    Da hätte ich gar nix gegen, so lange man dem keine Umsturz- oder Lenkungs-Fantasien unterstellt, ist das doch spannend? Der Rest – „beliebig, trivial, langweilig“ natürlich nicht unbedingt 😉 …

    Oder Karsten übernimmt Adorno, und Du Foucault? „Überwachen und Strafen“ müßte eigentlich ein Fest für Liberale sein!

    Und ich möchte noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, daß ich mich wirklich nicht über Hayek lustig machen wollte, rein gar nicht. Habe das Gefühl, daß der tatsächlich was hergibt, siehe Ches Kommentar.

    momorulez

    10. September 2007 at 9:36

  6. @MR

    Schreibt der Foucault griffiger? Mir wird ja schon bei einem Glucksmann-Text schwindlig…

    Und natürlich ist Hayek nicht auf „Freie Marktwirtschaft“ zu reduzieren. Er fing zwar als Ökonom an, endete aber als Philosoph und beschäftigte sich dabei eben mit den Fragen, die Che da aufgeführt hat. Der Begriff „Wissen“ ist bei ihm tatsächlich zentral, und man kann, wenn unsereins von Staat und Markt redet, darin gerne Chiffren für die „Anmaßung von Wissen“ auf der einen und das „spielerische Entdeckungsverfahren“ auf der anderen Seite sehen.

    Rayson

    10. September 2007 at 9:44

  7. @MR/Rayson:

    Alles in allem scheint mir das schon eine interessante Idee zu sein. Große Denker, einmal genauer betrachtet von der „anderen Seite“ als der, von der sie üblicherweise rezipiert werden.

    Was sollte man denn von Adorno lesen? „Dialektik der Aufklärung“ ist wohl gebucht, aber sonst?

    Komm, Ray, den Spaß können wir doch mitmachen. 😉

    Karsten

    10. September 2007 at 9:52

  8. @Rayson:

    Es gibt ziemlich schwierige und auch wirre Texte von Foucault, sowas wie „Die Ordnung der Dinge“ oder die „Ärchäologie des Wissens“ ist kaum lesbar, so aus’m Stand heraus, und selbst bei „Sexualität und Wahrheit 1“ kommt man voraussetzungfrei kaum rein.

    Aber „Überwachen und Strafen“ ist eigentlich eine sehr klare, ziemlich großartig geschriebene, historische Studie mit immens viel Quellenmaterial. Die Libertären beziehen sich da nicht umsonst drauf, also nicht die Hoppes, sondern die guten.

    Der Einstieg ist ein wenig heftig, weil da über Seiten eine Hinrichtung aus dem Zeitalter des Absolutismus beschrieben wird, aber dann ist’s sehr, sehr spannend. Und és ist auch eine hochgradig beeindruckende Kritik von Bürokratie, „Sozialpädagogen-Herrschaft“ usw.. Großartiges Buch. Der „Macht/Wissen“-Komplex steht da auch im Mittelpunkt.

    @Karsten:

    Das ist gar nicht so einfach, da ’nen Tipp zu geben. Das „Kulturindustrie“-Kapitel in der „Dialektik der Aufklärung“ ist ganz zugänglich, die „Studien zum Autoritären Charakter“, die ein Gemeinschafstwerk sind, auch. E

    igenlich müßte man die „Negative Dialektik“ und die „Ästhetische Theorie“ empfehlen, die sind aber schon recht harter Tobak. Eine Aphorismen-Sammlung ist die „Minima Moralia“, das wohl „populärste“ Werk von Adorno. Und auch Ausdruck seines explizit anti-systematischen Denkens.

    Am einfachsten als Einstieg in die „Kritische Theorie“ im allgemeinen ist „Traditionelle und Kritische Theorie“ von Horkheimer und dessen „Kritik der instrumentellen Vernunft“. Es gibt aber auch von Adorno Aufsatz-Sammlungen, haste da mal ’n Tipp, Che? Mir fallen da gerade nur die zu Ästhetik und Kulturindustrie ein …

    momorulez

    10. September 2007 at 10:08

  9. „Negative Dialektik“ und „Minima Moralia“

    che2001

    10. September 2007 at 10:08

  10. „Sozialpädagogen-Herrschaft“… die fände ich ja aus Eigeninteresse viel attraktiver als eine Herrschaft der Philosophenkönige. 😉

    Karsten

    10. September 2007 at 10:11

  11. Aber dann machen wir ja zwei Reihen und ihr nur eine… Da müsst ihr noch nachlegen. Vielleich Che und Mises? Oder Albert und Albert? 😉

    Karsten

    10. September 2007 at 10:13

  12. Wie, mehr als die paar Leutchen habt ihr nicht im Repertoire? von Mises hatten wir ja schon, den fand ich außerordentlich unergiebig … Albert, hmmmm, kann man mal rumgucken, aber beim Münchausen-Trilemma hat er recht, und ansonsten hat der doch eher durch Kritik an leuten wie Karl-Otto-Apel geglänzt, und das ist dann ja wieder reine Selbstverteidigung. Popper halte ich für ausbaufähig, und sonst? Friedman? Gibt’s da was auf deutsch?

    momorulez

    10. September 2007 at 10:25

  13. Ja, Friedman wäre nicht schlecht. Und wahrscheinlich können die Experten da noch andere Leutchen vorschlagen. Aber bei Euch sind’s ja auch gleich wieder Adorno und Foucault, also pinkel mich nicht wegen dem Mises an. 🙂

    Karsten

    10. September 2007 at 10:29

  14. Nö, bei mir wären das Adorno, Foucault, Marcuse, Fromm, Bourdieu, Baudrillard, Lacan, Wallerstein, Senghaas, Hartmann, Hobsbawm, Thompson und Ahlrich Meyer. Ich wäre aber auch bereit, Dahrendorf zu lesen.

    che2001

    10. September 2007 at 10:35

  15. „Kapitalismus und Freiheit“ ist btw das einzig komplette, was ich von Friedman gelesen habe. Las sich flott und gut.

    Karsten

    10. September 2007 at 10:36

  16. Dahrendorf wär‘ doch nicht schlecht.

    Karsten

    10. September 2007 at 10:37

  17. Sorry, wir haben da noch Marx, Gramsci, Lyotard, Baudrilliard, Walter Benjamin, Horkheimer, Marcuse, Wilhelm Reich, Jürgen Habermas, Judith Butler und einige andere mehr im Angebot, von meiner Seite wären da z.B. noch Hannah Arendt und Amartya Sen zu nennen.

    Bei Marcuse und Reich und evtl. auch Habermas würden dann allerdings der Che und ich uns wahrscheinlich in die Flicken kriegen, bei Hannah Arendt eventuell auch, und bei Sen wären wir uns alle einig, und die ganze Rawls etc.-Schiene oder auch ein Rorty würde dann noch mal etwas dazu querstehen, wobei ich da auch kein Experte bin, die aber wichtig finde.

    Und dann gibt’s noch die Links-Kommunitaristen wie Michael Walzer (der war’s doch, Che?), wo ich dann zumeist zum richtigen Liberalen mutiere in der Auseinandersetzung mit denen, oder eine Frau Nußbaum, die kein Schwein kennt, die ich aber im Eintrag mal eben so eingebaut habe.

    Wie is’n das mit Nozick und solchen?

    momorulez

    10. September 2007 at 10:45

  18. Dahrendorf finden wir doch alle gut, oder?

    momorulez

    10. September 2007 at 10:46

  19. @Che:

    Lustig, wenn man unsere Namenslisten vergleicht 😉 … und das heißt es immer „Die Linke“, harharhar …

    momorulez

    10. September 2007 at 10:47

  20. Bourdieu hatte ich aber einfach nur vergessen!

    momorulez

    10. September 2007 at 10:48

  21. Stimme Karsten zu: „Kapitalismus und Freiheit“ ist Friedman kurz und knackig.

    Aber wer es so richtig libertär will, kommt wohl um Rothbard nicht herum. Wobei ich nicht wüsste, welchen Text ich da empfehlen sollte, der Typ hat wohl den ganzen Tag nur geschrieben. Dafür ist sehr viel online zugänglich, allerdings natürlich auf Englisch.

    Rayson

    10. September 2007 at 11:42

  22. Okay, wenn wir Dahrendorf eh‘ alle mögen…

    Karsten

    10. September 2007 at 11:46

  23. Hallo Momo (und alle), kurz OT: Bin eben gefragt worden, wie „Dispositiv“ im Englischen gewöhnlich übersetzt wird. Meine Recherche erweckte bisher den Eindruck, daß keine exakte Entsprechung erschaffen wurde, ich bin mir da aber nicht sicher. Kann mir da jemand was kundtun?

    David

    10. September 2007 at 12:26

  24. Che, Rothbard mußt Du übernehmen, englische Fachtexte kriege ich zwar auch irgendwie hin, ist mir aber zu anstrengend 😉 … ich schau mal, ob ich mir den Friedman irgendwie besorgt kriege, den finde ich eh interessant.

    Kleine Randanekdote zum Linke-Verhöhnen: War dann soeben vorm leckeren Rinderbraten in meiner heißgeliebten, kleinen, linken Buchhandlung auf dem Schulterblatt, gucke in der Sektion „Wirtschaft“, und da stand dann nur das „ABC des Neoliberalismus“, „Das Ende des Kapitalismus“, Naomi Klein … prall gefüllt aber die Regale zu Queer-Theory, Rassismus, Faschissmus, Soziale Bewegungen, Marxismus, Lager, Migration. Was ich ja alles super finde, also nicht Lager als solche, aber das es da so viel Literatur zu gibt, aber außer Popper war da keiner eurer Klassiker zu finden. Den gab’s aber, den Popper!

    Und dann habe ich mir aus Frust mal wieder ’nen Baudrillard-Merve-Heft zugelegt und mich eben beim Lesen weggeärgert, was der da so schreibt. So, jetzt aber genug der Selbstkritik…

    @David:

    Müßte ich selbst nachschlagen, weiß ich so auch nicht … Lars? Du auch hier, irgendwo?

    momorulez

    10. September 2007 at 12:48

  25. Rothbard tue ich mir nicht an, dann schon lieber Chomsky.

    che2001

    10. September 2007 at 13:46

  26. Als Intellektuellen oder als Wissenschaftler?

    David

    10. September 2007 at 13:47

  27. Wenn ich den als Wissenschaftler nehmen würde, wäre das eine Liga mit Umbertco Eco. Eher ein Thema für den Nörgler.

    che2001

    10. September 2007 at 13:58

  28. „Wenn ich den als Wissenschaftler nehmen würde, wäre das eine Liga mit Umbertco Eco.“

    Das kann sehr gut sein, ja.

    David

    10. September 2007 at 14:01

  29. Aber Chomsky ist doch gar kein Liberaler …

    Ich lasse mir jetzt den Friedman bestellen. Nee, nicht auf Firmenkosten, ganz privat.

    momorulez

    10. September 2007 at 14:41

  30. Nein, aber Chomsky ist ein Libertärer. Im ursprünglichen Sinn des Wortes.

    che2001

    10. September 2007 at 14:47

  31. “Überwachen und Strafen” sollte morgen in meiner Packstation liegen. Nach den Rezensionen bei Amazon erwarte ich den Lese-GAU. Ob Foucault da bei mir noch eine reelle Chance bekommt? Vielleicht bin ich ja wirklich nicht seine Zielgruppe? Schaun mer mal.

    Rayson

    11. September 2007 at 16:46

  32. Mach Dich frei 😉 …. zwischendurch mal, meine ich 🙂 …. also von Vorurteilen.

    Und, falls das überhaupt möglich ist, wo alle möglichen Leute sich ständig auf den berufen: Laß Dich mal nicht davon beeindrucken, daß lauter sich selbst links stehende Leute sich heute auf den berufen. Habermas hat ihn zunächst als Konservativen begriffen, weil er Parallelen zu Schelsky und so sah, Honneth sah in dem u.a. eine krude Variante des Liberalismus. Foucault ist immer auch großer Marx-Kritiker gewesen, also von DIE GESCHICHTE im Singular und allen Entfremdungstheorien, auch wenn das heute oft ignoriert wird – Glucksmanns „Meisterdenkern“ hat er eine frenetisch positive Kritik zukommen lassen mit dem Tenor, daß es doch lächerlich sei zu behaupten, der Gulag habe mit Marx‘ Denke nix zu tun gehabt. Im Grunde genommen war’s ein Anarcho mit sehr viel Humor.

    Vielleicht erleichtern diese Hinweise ja den Einstieg 😉 …. super, daß Du mitmachst! ich müßte ja heute auch den Friedman bekommen und habe so die Befürchtung, daß der mir gar nicht so unsympathisch sein wird …

    momorulez

    12. September 2007 at 6:15

  33. […] Gendarmenmarkt vor 5 Jahren … Was ist aus den Ossis bloß geworden?Von Mises – ein echtes ZitatZur Kritik der instrumentellen VernunftSteiner auf den […]

  34. Nachdem ich mich jetzt erst wieder: durcharbeite
    Dispositiv wird im englischen häufig einfach mit dem französischen Original übersetzt: „dispositif“.

    Na, den Gramsci anzubieten halte ich allein schon aufgrund der Werkkonstruktion für schwierig. 10 Bände Notizen und Fragmente. Aber spannend wär es natürlich schon.
    Was könnt Ihr mir denn anbieten?
    Denn Hans Albert möcht ich nicht.
    Ich habe da noch den John Stuart Mill rumstehen und auch noch den Smith, aber ich glaube, die sind nicht ganz auf der Höhe der Zeit.
    Ayn Rand – oder ist die schon zu far fetched?

    lars

    14. September 2007 at 12:33

  35. Na, Rothbard ist ja auch noch offen …

    momorulez

    14. September 2007 at 12:39

  36. Ayn Rand müsste ich mir selbst erstmal antun… Aber Rothbard so als anarcho-kapitalistisches Extrem, das wäre sicher mal ganz witzig. Ersatzweise Stefan Blankertz mit seinem libertären Manifest (bei der Freiheitsfabrik sogar online zu lesen) oder David Friedmans (Sohn von Milton) „Das Räderwerk der Freiheit“.

    Wobei ich dann aber darauf hinweisen würde, dass sich keiner von uns „Bloggies“ in dieser Sparte richtig wiederfindet.

    Für Philosophie-Abgehärtete wäre Nozick vielleicht nicht schlecht.

    Rayson

    14. September 2007 at 12:46

  37. Hmmm…Was genau von ihm? Aber gibt es denn keine originäre liberale Theoretikerin? Wäre ja auch mal spannend: Alte männer plaudern über noch ältere Frauen oder so 😉

    lars

    14. September 2007 at 12:49

  38. @Rayson: Worin würdet Ihr euch den wiederfinden?

    lars

    14. September 2007 at 12:51

  39. @Lars

    Dann nimm Ayn Rand 😉 Immerhin ist sie in den USA anscheinend eine echte Hausnummer. „Atlas Shrugged“ ist nur so eine Schwarte…

    „Worin würdet Ihr euch den wiederfinden?“

    Da müsstest du erstens jeden einzeln fragen und würdest dann wohl nicht nur individuell unterschiedliche Antworten, sondern auch wenig eindeutige bekommen. Ich z.B. sehe mich irgendwo zwischen Hayek und der katholischen Soziallehre, bin mir aber nie sicher, wo genau da 😉

    Rayson

    14. September 2007 at 13:02

  40. Wobei wenn schon die theoretischen Schriften, oder? Vielleicht „the virtue of selfishness“ und „capitalism: the unknown ideal“…?

    lars

    14. September 2007 at 13:23

  41. …der Rothbard ist im übrigen kaum zu bekommen…

    lars

    14. September 2007 at 13:27

  42. Also: ich mach die Rand mit ihrem Kapitalismusbuch. Als Gegengift habe ich mir aber gleich den Leo Löwenthal mit seinem Literaturschriften dazu bestellt. Eins muss man allerdings sagen: Die Rand ist billiger.

    lars

    14. September 2007 at 14:05

  43. Minima Moralia und die Negative Dialektik sind auf dem Weg zu mir. Mal schauen, ob ich mich da durchkämpfen kann. Man hört ja oft, dass der Adorno auch so sehr schwurbelt… 😉

    Karsten

    14. September 2007 at 14:33

  44. @Kasrten:

    Wennn Du beim Lesen glauben solltest, er würde „schwurbeln“, dann ist das ein Zeichen dafür, daß Du ihn gerade nicht verstehst 😉 …. die „Negative Dialektik“ ist der mit Abstand schwerste Brocken, der hier bisher so verhandelt wird, „Minima Moralia“ ist sehr zugänglich. Und an dem Punkt, wo das „sich“ an ungewöhnlichen Stellen von Sätzen auftaucht, hat er angefangen zu wirken, der Adorno 🙂 …

    MomoRules

    14. September 2007 at 14:57

  45. Ich für meinen Teil empfehele neben der Minima Moralia i.d.R. die Soziologischen Schriften und die beiden Bändchen der „Kulturkritik und Gesellschaft“. Das sind alles handhabbare Texte und haben einen konkreten Gegenstand, an denen sich die Kritische Theorie entfaltet. Die negative Dialektik fand wich auchdas unzugänglichste von seinen Büchern.

    lars

    14. September 2007 at 15:46

  46. […] der “Minima Moralia”, der 1944 verfasst wurde. Zur Erinnerung: Rayson und ich haben beim Spielen mit den Schmuddelkindern von der anderen Straßenseite ein Projekt vereinbart. Rayson liest Foucault, momorulez Milton Friedman, ich habe mir zwei […]


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