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Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Mliton Friedman, Kapitalismus und Freiheit: Zu Kapitel 1 und den Vorwörtern

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So, dann habe ich brav den Absprachen folgend mir Milton Friedmans “ Kapitalismus und Freheit“ zugelegt und gestern abend paralell zu diesem seltsamen Fussballspiel angefangen zu lesen. Diesem Spiel, bei dem vor allem wieder klar wurde, daß „Viva Colonia“ singen als folkloritisches Gegröhle schon ganz gut zu Köln paßt und ich sehr genau weiß, wieso diese, ja, gebrochene Melancholie des Trotzdem eines „Auf der Reeperbahn nachts um halb 1“ einfach eine Zivilisationsstufe höher anzusiedeln ist. Dagegen ist ja selbst dieses unselig verkitschte „Hamburg, meine Perle“ noch Hochkultur. Na, und weil außer Poldis sexy Torjubel das Spiel sonst eher, na, egal war, las ich also erstmal die diversen Vorwörter und das erste Kapitel und kann jetzt ja einfach Lektüreportokolle hier veröffentlichen, um zum Schluß vielleicht noch sowas wie eine Gesamtschau zu liefern.

Erster Punkt, der mich irritierte, war schon mal folgender:

 „Nur die Entwicklung in Deutschland wich von diesem Muster ab (mehr Sozialismus), was Ludwig Erhards mutiger Entscheidung zu im Jahr 1948 zu verdanken war, als er sich gegen die damals vorherrschende Meinung stellte und eine Währungreform mit der Abschaffung der Rationierung und einem Abbau der Beschränkugen in Produktion, Handel und Kapitalverkehr kombinierte.“

Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit, Frankruft/M. 2202, S. 16, Vorwort zur neuen deutschen Ausgabe 2002, erstmals ist in den USA das Buch 1962 erschienen, in Deutschland 1971 

Irritiert hat mich das aus drei Gründen : Ist nicht dieser einseitige Schritt, in den westlichen Zonen die Währungsreform einzuläuten, der entscheidende Schritt zur Teilung gewesen? Welche Funktion hatte den Erhard damals inne? Können mich Historiker da aufklären? Und: Friedman führt das „Wirtschaftswunder“ auf eben diese Entscheidung zurück, gab’s da nicht noch ’nen Marschall-Plan? Und neben Finazspritzen, wie sah der denn noch genau aus, der Marschal-Plan?

Das ist ja für  alle weiteren Thesen des Buches von Relevanz, das sich im ersten Kapitel sehr klar im „Systemvergleich“ zentralistische, staatliche Planwirtschaft versus Freie Marktwirtschat bewegt. Was zu einem Zeitpunkt, als führende Köpfe „liberaler“ Publizistik noch Maoisten waren, auch Sinn machte (habe gerade zwei hochinspirierende, sehr lustige und ungemein lehrreiche Tage mit jemandem, der bei jüdischen Liberalen Münchens aktiv ist, verbracht; bemerkenswert, daß  dieser auch zu Beginn der 70er bei Maoisten aktiv war – wie kommt eigentlich diese Faszination für  den Maoismus zu jener Zeit zustande?  Kann mir das mal jemand erläutern? Alle dreschen ständig auf die konsequent antitotalitäre Kritische Theorie ein, und darüber redet keiner, daß die „Mao -Bibel“ sogar noch bei meinen Eltern auf dem Regal rumlag).

Und weil eben dieses erste Kapitel im wesentlichen auf diesem Systemgegensatz aufbaut, lohnt die Diskussion nur bedingt. Natürlich hat er recht, daß dezentrale und variable ökonomische und politische Machtverteilungen besser sind als zentrale Staatswirtschaft, klar. Und jetzt das immer schon abstrahierende Tauschprinzip als nur bedingt relevant für reale, soziale Verhältnisse zu diskutieren (was Lysis da schildert und anprangert, wurde übrigens von liberalen Midiskutanten mal vehement abgestritten, daß dieses passieren würde, und Lysis hat völlig Recht, daß es ein Skandal ist, daß es keinen Schwein interessiert und in 30 Jahren auch keine Themenschwerpunkte oder Interviews mit Angehörigen den medialen Diskurs pärgen werden) macht so viel Sinn hier nun auch nicht, das hatten wir schon zu oft.

Deshalb bieten sich vielmehr zwei andere, „positive“  Bemerkungen Milton Friedmanns zur Auseinadersetzung an.

Das erste ist seine Selbstkritik am Ende des Vorwortes zur Auflage2002:

„Wenn ich noch einmal schreiben würde, dann würde ich ih de Zweiteilung in wirtschaftliche und politische Frehiet durch die Dreiteilung in wirtschaftliche, bürgerliche und politische Freiheit ersetzen.“

Ebd., S. 18

Das ist schon ganz spannend; ich vermute, er meint mit „wirtschaftliche Freiheit“ die Abswesenheit von Handelsbeschränkungen, Steuerlast, Zunftordnungen, Mindestlöhnen etc.,  mit bürgerliche Freiheit die diese begründenden Rechts-Institutionen wie die  Möglichkeit des Privateigentums und mit politischerFreiheit jene, sich in Parteien zu organisieren, wählen zu können etc. Das ist demokratietheoretisch – und praktisch schon wichtig,  da zu unterscheiden. Meint er das? Können mich jene, die schon das ganze Buch gelesen haben, ja aufklären. Und die Relation ist auch ein mögliches Diskussionsthema.

Bei einer anderen Passage zu Beginn des zweiten Kpaitels habe ich allerdings schallend gelacht. Man verstehe mich nicht falsch: Ich finde, der Mann liest sich gut, angenehmer als von Mises, man merkt auch Nachdenklichkeit und den Willen zur Argumentaion, nicht dieses penetrante, Doktrinäre, was sich sonst bei liberalen Autoren manchmal findet. Dennoch: Die folgende Passage empfand ich als blanken Hohn:

„So betrachtet besteht die Funktion des Marktes darin, daß er Übereinstimmung ohne Konformität zuläßt, (…)“.

Ebd., S. 46

Na, kann man ja diskturieren, ob das wirklich albern ist , oder ob mit mir wieder nur „linke Scheuklappen“ durchgehen, ich finde das geradezu gotesk. Der Absatz davor sei nicht vorenthalten:

„Für den Liberalen sind die geeigneten Mittel freie Diskussion und freiwillige Zusammenarbeit, das bedeutet, dass jede Form von Zwang unzulässig ist. Das Ideal ist die Übereinstimmung von verantwortlichen Individuen, die aufgrund freier Diskussionen erreicht worden sind. Dies ist eine andere Möglichkeit, das Ziel der Freiheit zum Ausdruck zu bringen (…).“

Ebd.

Das ist nun ganz lustig, weil sich das ja wie die Habermassche Diskursethik liest, die nun gerade gegen die Imperative des  ökonomischen Systems in Anschlag gebracht wurde und zudem seit 30 Jahren als „zu idealistisch“ gebrandmarkt wird. Sorry, aber hat das auch nur igendwas mit realwirtschaftlichen Prozessen zu tun?

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Written by momorulez

13. September 2007 um 7:53

41 Antworten

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  1. 1. Die Währungsreform und Preisfreigaben dürften – das ist auch unter linken Ökonomen unbestritten – erheblich mehr zum „Wirtschaftswunder“ beigetragen haben als der Marschallplan. Wobei die schnelle Re-Integration von Westdeutschland in die Weltwirtschaft allemal wichtig war – aber neben dem Marschallplan m.E. eher als ein weiterer, dritter Faktor zu verstehen ist.

    2. Diese, aus damaliger Sicht radikalen und mutigen Maßnahmen von Erhard stammen indes aus der Hand eines überzeugten Sozialdemokraten: Leonhard Miksch. Er hat diese Gesetze, im wahrsten Sinn des Wortes, formuliert – und Erhard überzeugt. Der Hintergrund dabei ist, dass sich die Marktkräfte, und hier einmal uneingeschränkt positiv verstanden, nur dann sinnvoll entfalten können, wenn die Preise frei sind. Andernfalls haben Preise keine sinnvolle Signalfunktion – und koordinieren das Wirtschaftsgeschehen nicht sinnvoll. Nur mit wirklich freien Preisen (und einer ganzen Latte weiterer Bedingungen, z.B. einer wirkungsvollen rechtlichen Rahmenordnung, Fairnessgeboten, Offenheit im Marktzugang, relative Gleichmächtigkeit der Marktteilnehmer) kann die Allokations- und Lenkungsfunktion einer Marktwirtschaft zur vollen Blüte gelangen.

    (Das ist, nebenbei gesagt, einer der Gründe, warum vermachtete Märkte, untermächtige Arbeitnehmer/Konsumenten, allzu ausgeprägte Einkommens- und Vermögensungleichheit, Nichtberücksichtigung wesentlicher negativer externer Effekte, Monopole und allzu mächtige Oligopole und auch Großkonzerne ein eindeutiges NEGATIVUM darstellen, und zwar für für den KERN marktwirtschaftlichen Geschehens. Anderen falls resultiert Missallokation.)

    3. Die Tatsache, dass Friedman und andere Anhänger der österreichischen Schule versucht haben, den Ordoliberalismus einzugemeinden, kann eigentlich an keiner Stelle verdecken, dass wesentliche Theoretiker des Ordoliberalismus sich in finstersten Gegensatz zu Hayek/Frieman/Mises befanden.

    Aber es ist so ungemein schmückend, gerade für die angeblich „bürgerlichen“ Liberalen (welche Bürger genau?) und Marktradikalen, den Erfolg des deutschen Ordoliberalismus sich auf die eigenen Fahnen zu schreiben.

    Es ist zugleich eine schlecht vernarbte Wunde: Die österreichische Schule und deren oft sektiererisch auftretenden Vertreter wissen eigentlich genau, dass es neben ihrer Denkrichtung (einer höchst eigenwilligen Interpretation von Liberalismus) und den in dualen Gegensatz gedachten Sozialisten/Kommunisten noch viel Raum für ein Drittes besteht, ja, schlimmer noch, dass sie an entscheidenen Stellen im vollen Gegensatz z.B. zu den Ordoliberalen stehen, mit denen sie sich gerne schmücken.

    Es ist das Schmücken mit fremden Federn.

    Dr. Dean

    13. September 2007 at 10:34

  2. Zur „Übereinstimmung ohne Konformität“:

    Eine alte (uralte!) Kritik der Ordoliberalen an den Altliberalen und Laizzes Faire-Vertretern war ja, dass diese die realen Verhältnisse nicht beachteten, sondern ihre, eigentlich randständige Version von ökonomischen Liberalismus, stets aus einem idealisierenden Blickwinkel betrachteten. Anders gesagt, die österreichische Schule (und andere, so hatte sie Rüstow genannt: Paläo-Liberale) heroisieren im ersten Schritt ihre Ideen – und setzen im zweiten Schritt bereits voraus, dass die Wirklichkeit – sofern diese sich an diesen Idealen ausrichtet – ziemlich genau so sei, wie sie es im ersten Schritt gezeichnet haben, kurzum, ein ideologischer Zirkelschluss – bzw. in den Worten Euckens eine „Interessen-Ideologie“.

    So, und nun wieder zurück zur „Übereinstimmung ohne Konformität“:

    Im marktradikalen Ideal sind die Akteure auf den Märkten etwa gleich mächtig, allesamt sehr vernünftig – und somit auch anderen gegenüber fair, können in beinahe jeglicher Hinsicht frei wählen und ohne Zwänge agieren. „Der“ Markt wird als Treffpunkt freier Bürger gedacht, als Ort friedlicher und freiwilliger Kooperation eigenverantwortlicher Individuen.

    Eine schöne Utopie, die für viele Menschen nur leider recht wenig mit realen Vorgängen zu tun hat, vor allem, weil das Problem privater Macht dabei völlig ausgeblendet wird.

    Es wird von Seiten der österreichischen Schule einfach so getan, als ob es auf den idealisierten Märkten keine private Macht (z.B. von Menschen über Menschen) gäbe. Insofern sind diese ganzen bloggenden und teils sektiererisch auftretenden Rechtsliberalen, besonders dort, wo sie sich auch noch „ordoliberal“ nennen, ein einziger Witz. Sie haben nicht einmal das Grundproblem realer Märkte und Marktwirtschaften verstanden, geschweige denn ein Verständnis sinnvoller Funktionsbedingungen, und die Wirklichkeit:

    Die ist für die ständigen Idealisierungsbemühungen der Marktradikalen eher störend, denn interessant.

    Dr. Dean

    13. September 2007 at 11:13

  3. … was ja wie üblich dem entspricht, was ich gestern auch beim lesen mal wieder dachte: Im Grunde genommen wird so getan, als seien im normalen Wirtschaftsalltag die explizit idealisierten Bedingungen, die Habermas „herrschaftsfreiem Diskurs“ entsprächen und die bei ihm als kontrafaktische Annahme eher argumentationstheoretisch eingeführt werden, bereits realisiert, und das ist ja völliger Unsinn.

    Wollte das nur in diesem Eintrag nicht vertiefen, weil wir das schon so oft diskutiert haben, aber all die Symetriebedingungen etc. werden da mal eben so reinproijiziert und vorausgesetzt, ohne noch eigens diskutiert zu werden.

    Na, mal weiterlesen …

    momorulez

    13. September 2007 at 13:16

  4. mit dem Mao-Büchlein musste man halt gar nicht mehr denken. So wenig, wie die ex-maoistischen Liberalen das heute tun; die tauschen bei ihrer Konvertitennummer doch nur Bezeichnungen aus, die Sruktur ist ganz gleich geblieben. Die Hau-Drauf-Haltung gegenüber Krit. Theorie auch; konnten sie damals so wenig leiden wie jetzt. Ist auch logisch und eine Ehre für die Krit. Theorie.

    T. Albert

    13. September 2007 at 13:37

  5. … was jetzt freilich nicht auf meinen Gesprächspartner der letzten 2 Tage anzuwenden ist, welcher im Text Erwähnung findet!!! Aber auf jene, die Du meinst, sehr wohl 😉 …

    momorulez

    13. September 2007 at 13:48

  6. Bitte um Geduld, heute Abend kommt von mir was Längeres dazu, bin im Stretch…

    che2001

    14. September 2007 at 6:21

  7. Aber bitte – soweit möglich – pronto!

    Dr. Dean

    14. September 2007 at 11:02

  8. Die Bedeutung Friedmans liegt nicht in seiner Rolle als Sozialphilosoph, sondern in seiner Funktion als Theoretiker der internationalen Finanzwirtschaft und als Begründer des Monetarismus, der für die nachkeynesianische Wende der Weltwirtschaft, nenne man sie nun Neoliberalismus oder Postfordismus, das Role Model geliefert hat. Im Mittelpunkt steht hier die sog. Angebotsökonomie, die nicht mehr die durch staatliche Anreize, hohe Löhne und gute soziale Leistungen angekurbelte Binnenachfrage im Focus hat, sondern eine hohe Exportquote, eine hohe Zahl Neuinvestitionen, niedrige Staatsverschuldung, niedrige Lohnstückkosten und eine möglichst stabile Währung. Ursprünglich entwickelt wurden diese Friedman´schen Rezepte noch nicht als ein Universalmodell für alle westlichen Volkswirtschaften, als das seine Jünger, die Chicago Boys, aber auch PolitikerInnen wie Reagun, Thatcher, Lambsdorff und Gonzalez es später verkauften, sondern zur Lösung eines ganz bestimmten Problems, nämlich der Entwertung des Dollars aufgrund der Nichtmehrfinanzierbarkeit des Vietnamkriegs und der damit verbundenen Stagflation. Zu den Maßnahmen, die auf Rat Friedmans getroffen wurden, gehörten die Aufhebung der Golddeckung für den Dollar und der teilweise Verkauf der Goldreserven, die freie Volatibiltät der Währungen (bisher hatte es das Bretton-Woods-System gegeben, bei dem alle Währungen fixe Wechselkurse hatten, wobei der Dollar die Leitwährung darstellte), der Abbau des von Johnson aufgebauten Systems sozialer Leistungen sowie diverse Regelwerke im internationalen Zahlungsverkehr und insbesondere bei der Vergabe von Krediten (Statler würde von checks and balances sprechen)zum frühzeitigen Gegensteuern gegen Wirtschaftskrisen. Diese Maßnahmen waren insgesamt erfolgreich. In radikalisierter Form wurden sie dann, u.a. von Schülern Friedmans wie Hernan Büchi und Turgut Özal sowie einem kriminellen Kleptokraten, Alberto Fujimori (um Mistverständnisse zu vermeiden, kein Chicago Boy) mit unterschiedlichen Resultaten unter den Verhältnissen von Militärdiktaturen angewandt, die mit ganzen Volkswirtschaften so herumexperimentierten, wie Biologen, Mediziner und Psychiater im Rahmen der Rassenhygiene dies unterm Hakenkreuz mit den Bevölkerungen Osteuropas bzw. den Insassen der KZs gemacht hatten. In beiden Fällen (die stalinistische Bevölkerungspolitik mit ihren Massendeportationen kann als drittes Beispiel für derartigen Machbarkeitswahn angesehen werden) wurden die Bedingungen einer Diktatur als Einladung angesehen, theoretische Modelle, die unter demokratischen Verhältnissen politischem Handeln vielleicht eine allgemeine Richtschnur gegeben hätten, das Reißbrett für die Realität nehmend auf brutalstmögliche Art und Weise umgesetzt. Man sollte so fair sein, dafuer bestimmt Schueler Friedmans, nicht Friedman selbst als Verantwortliche zu benennen. Auch Einstein hat selber keine Atombombe abgeworfen.

    @Dr. Dean> Die Währungsreform und Preisfreigaben dürften – das ist auch unter linken Ökonomen unbestritten – erheblich mehr zum “Wirtschaftswunder” beigetragen haben als der Marschallplan. Wobei die schnelle Re-Integration von Westdeutschland in die Weltwirtschaft allemal wichtig war – aber neben dem Marschallplan m.E. eher als ein weiterer, dritter Faktor zu verstehen ist.

    Da erscheint mit ein ganz anderer Faktor noch als sehr wichtig. Um mit Schumpeter yu sprechen ist dies die Schoepferische Zerstoerung. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde derart viel in Schutt und Asche gelegt, dass der Wiederaufbau selber zwangslaeufig einen Boom erzeugte, angekurbelt noch einmal durch den Koreakrieg, mit dem der Militaerisch/Industrielle Komplex zur Lokomotive der Weltwirtschaft wurde. Ruestung sicher Arbeitsplaetze, dieser Satz stimmt wirklich. Garantierte Abnahme, garantierter vorzeitiger Verschleiss und politisch diktierte Hochpreise sicherten nicht nur der Ruestungsindustrie, sondern auch den daran haengenden Sektoren Kohle, Stahl, Oel und Elektronik eine kuenstliche Konjunktur, die von 1950 bis Anfang der 1970er anhielt. Um die damaligen Wachstumsraten und Beschaeftigungsquoten, die mit denen der Industrialisierung vergleichbar waren, wiederzuerreichen, muesste man die Zerstoerungen des Zweiten Weltkriegs wiederholen, um anschliessend wieder aufzubauen. Das waere natuerlich absurd, doch anderswo ist die Schoepferische Zerstoerung Schrittmacher der Weltwirtschaft.

    Die Gruene Revolution in Suedamerika, Afrika und Asien, dank der wir tropische Fruechte im Kaufhausregal haben und selbst der HartyIV/Empfaenger sich Kaffee leisten kann, basierte auf der Vertreibung Hunderter Millionen Subsitenzbauern, die heute als Ueberfluessige Esser die Megaslums der Megastaedte bevoelkern und ab und an Opfer von Massakern werden, die wie die modernen Kriege u.a. die Funktion einer modernen Triage und Euthanasie erfuellen, der Extinction der Unproduktiven. Jedesmal, wenn wir Orangen essen oder Kaffee trinken, verleiben wir uns mit einer mehr oder minder vohandenen Wahrscheinlichkeit die Fruechte gezielter Vertreibung, ethnischer Saueberung und organisierten Landraubs ein. Die Freisetzung von Produktivkraeften durch Abbau sozialer Leistungen und Lohnsenkungen, die Vertreibung von Kleinbauern durch von Agrarkonzernen angeheuerte Pistoleros und die planmaessige Vernichtung von Kindersoldaten als Weg zur Loesung demographischer Probleme des Iran im Golfkrieg 1980/88 sind Ereignisse unterschiedlicher Qualitaet, ihre oekonomische Funktion ist die Gleiche. Damit bin ich jetzt von Friedman allerdings geradewegs beim Neuen Antiimperialismus gelandet.

    che2001

    15. September 2007 at 15:02

  9. @Che

    Friedman hat hohe Exportquoten befürwortet? Wo?

    Die „Schöpferische Zerstörung“ Schumpeters ist natürlich etwas anderes als eine physische Vernichtung von Kapital, und zwar die Ersetzung alten Wissens durch Neues. Wenn „Schutt und Asche“ die besten Voraussetzungen für boomende Wirtschaften wären, verstehe ich nicht, warum die ärmsten Staaten dieser Welt nicht abheben wie Phönix. Geht es denen vielleicht noch zu gut? Und Kriege als Wachstumsmotor, na ja, das ist ja auch das, wogegen Hayek im „Weg zur Knechtschaft“ angeschrieben hat: Allein dadurch, dass der Staat Ressourcen für sich beansprucht, werden es ja nicht mehr. Der Staat kann vielleicht, wenn man Keynes folgt, die Folgen von Konjunkturzyklen abmildern, aber er kann – da sind sich dann alle Ökonomen einig – kein Potenzialwachstum sicherstellen. Kriege sind u.a. eine gigantische Fehlallokation von Ressourcen, die ein Land ärmer macht, aber auf keinen Fall reicher. Da riecht es mir dann doch zu sehr nach der berühmten „broken window fallacy“.

    Rayson

    15. September 2007 at 15:35

  10. @Che:

    Das mit dem Gold und der Währung im nationalen Maßstab habe ich zum Teil gerade gelesen; das kann aber eigentlich nicht durch den Vietnam-Krieg motiviert gewesen sein, wenn „Kapitalismus und Freiheit“ 1962 erschienen ist. Klar, da köchelte und brodelte es da auch schon, aber helf mir auf die Sprünge, falls ich falsch liege, da waren doch die Desaster dort in Vietnam noch gar nicht so weit angewachsen?

    Er begründet diese „Goldkiste“ u.a. mit dem Verhalten irgendwelcher Währungshüter, die „dem System“ (so nennt er das nicht, das ökonomische, obgleich er z.B. sich kulminierende Entscheidungen anerkennt – kann man ja als Emergenz und Autopoesis lesen, wenn man will – als Möglichkeit) nicht genug Liquidität verschafft hätten und so in der „großen Depression“ um 1930 die Lage schlicht verschärft hätten, korrigier mich, Rayson, bei Geldmengenpolitik bin ich kompletter Neuling. Und argumentiert infolge u.a. dafür, daß es keine Gremien mit solch gewaltiger Entscheidungsgewalt geben dürfe, weil jede Zentrierung und Anballung von Macht eben schlecht sei, und deshalb wettert er auch gegen Monopole, aus dem gleichen Grund. Soweit ist das ja sehr plausibel.

    Bei den internationalen Wechselkursen bin ich gerade erst angekommen, und ich will ja doch dem „Projekt“ hier mal insofern treu bleiben, daß ich mich zunächst auf die „immanente Kritik“ der Primärquellen beschränke (daß ich ansonsten ganz bei Dir bin, weißt Du ja). Einsteigen in die Ablösung vom Goldpreis tut er damit, daß dieses bei der vorherigen Regelung dem „normalen“ Preisbildungsprozeß über Angebot und Nachfrage entzogen worden sei, auch hier bitte ich um Korrektur, falls ich etwas falsch wiedergebe.

    Am tollsten finde ich ja, daß er die öffentliche Finanzierung öffentlicher Parks in Städten befürwortet, weil nicht zuzuordnen sei, wem sie nützten. Bei Nationalparks sieht er das anders, da könne man ja Eintritt zahlen, und Anwohner mit Parkblick gäbe es da nicht, und insofern könne man die ja auch privatisieren. Das ist natürlich eine ziemlich heftige Argumentation, dazu ein andernmal.

    Viel interessanter finde ich ja diese Expperimentierfreude der Friedman-Schüler in Diktaturen: Das paßt schon wie die Faust auf’s Auge, Diktaturen kann man, wenn man will, sehr gut mit dem begründen, was ich gerade bei Friedman gelesen habe, dann, wenn es z.B. rchtliche Regelungen gibt, die deren Aktionsradius beschränken, das könnte dann aber auch ein Ältestenrat oder sowas sein, der das überprüft.

    Das knüpft an dieses Zitat oben, das zwischen bürgerlichen, politischen und wirtschaftlichen Freiheiten unterscheiden will: Sind die bürgerlichen Freiheiten gesichert, braucht man nach Friedman (bis S. 84) eigentlich keine politischen mehr. So argumentiert ja auch Boche z.B. oft.

    Dann, wenn diese sich also nicht in die „freiwillige Kooperation“ (har,har,har) in „die Wirtschaft“ einmischen. Im Grunde genommen betreibt Friedman reine Staats- und Rechtsphilosophie und begründet diese mit einem gar nicht näher erläuterten Modell von „Die Wirtschaft“, daß zugleich „die Moral“ IST.

    Jetzt verstehe ich, glaube ich, zumindest ein bißchen besser die Pointen, die Foucault in seinen Vorlesungen setzen wollte: Der Friedman schreibt zumindest bis S. 84 über nicht weiter hergeleitete oder begründete, moralische Prinzipien und ergänzt sie durch Forderungen an’s Regierungshandeln. Ob diese gewählt ist oder nicht, ist eigentlich schnurz, wahrscheinlich ist er wie Statler nur deshalb für Demokratie, weil diese einen Regierungswechsel ermöglicht, so weit bin ich noch nicht im Buch. Ansonsten identifiziert er bis bis S. 84 Demokratie mit dem Majoritätsprinzip und erkennt den Zusammenhang zwischen Grundrechtsbegründung und Demokratie gar nicht. Es geht ihm eigentlich nur um Regeln für’s Regieren und tatsächlich nur um die Frage, wo zuviel regiert wird. Ansonsten gibt die Regierung Spielregeln vor und agiert als Schiedsrichter. Hatte ständig das Bild von Häuptling, Ältestenrat (s.o.) und Schatzmeister vor dem geistigen Auge, als ich den las.

    Bzgl. der vertriebenen Kleinbauern würde er für Rechtinstituionen plädieren, vermute ich, die diese schützen, und ansonsten scheint ihn Realwirtschaft überhaupt nur hinsichtlich der Folgen von Regierungshandeln zu interessieren, zumindest bis S. 84. ist das reine Staatsphilosphie.

    Und eben die Legitimation einer konsequenten Verrechtlichung zudem und von Regierungs-Experten-Systemen, die sich jedoch an von volkswirschaftlichen Philosophenkönigen verordnete Regelwerke halten sollten. Also ganz wie in der Realität.

    momorulez

    15. September 2007 at 16:26

  11. Den Begriff der Schöpferischen Zerstörung verwende ich oft und gerne, zum Beispiel auch hinsichtlich der Liberalisierung der verschnarcht-provinziel-verklemmten postfaschistischen Nachkriegsgesellschaft durch die Liberalisierungsschübe der 1970er und 80er Jahre und in diesem Fall mit einem deutlich zynisch-ironischen Unterton. Dass Schumpeter damit im Ursprung etwas Anderes gemeint hat ist mir auch klar. @“Wenn “Schutt und Asche” die besten Voraussetzungen für boomende Wirtschaften wären, verstehe ich nicht, warum die ärmsten Staaten dieser Welt nicht abheben wie Phönix.“ – nein, das habe ich nicht gesagt, sondern nur, dass das Nachkriegs-Wachstum ohne die vorherigen Zerstörungen nicht denkbar gewesen wäre. Das war ja eine komplette Reindustrialisierung. Hätte es keine zerbombten Städte zum Wiederaufbau gegeben, hätte der Boom der Bauindustrie der 1960er und 70er nicht stattgefunden, wären die aus den 1920er und 30ern stammenden Produktionsanlagen Westdeutschlands weiter betrieben worden, wäre die Wirtschaft der BRD weniger produktiv gewesen usw.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass Friedman hohe Exportquoten befürwortet hätte, sondern dass dies Wesensmerkmal der von Friedman-Schülern wie Büchi und Özal begründeten Angebotsökonomie gewesen ist, für die Friedman wiederum Grundlage geschaffen hat. Wie heutzutage Kriege als Modernisierungsfaktoren kapitalistischer Entwicklung wirken, zeigt das Beispiel Jugoslawien: Die Auflage des IWF beim größten jemals vergebenen Entwicklungskredit, soziale Leistungen, die zum Wesenskern des jugoslawischen Sozialismus gehörten, abzubauen, in der Folge dann die Schürung ohnehin vorhandener ethnischer Konflikte zwischen Slowenen, Kroaten, Serben und Albanern im Sinne einer Sündenbock-Funktion gegenüber den massiv Ausbrechenden sozialen Protesten und Revolten, die Zurichtung für die Bedürfnisse westlichen Kapitals durch die Abtrennung und Souveränität der wirtschaftlich relativ weit entwickelten Republiken Kroatien und Slowenien und die Vorbereitung künftiger Geschäfte des Westens durch die Bombardierung Serbiens. Die Explosionen in den Autowerken von Kragujevac bereiteten die Gewinnexplosionen von VW und Ford in Serbien vor, denn bis dahin fuhren dort praktisch nur im Lande produzierte PKW der Marken Zastava und Yugo und LKW der Marken Kraguj und Praga. Da es keine jugoslawischen Autowerke mehr gibt kauft man die Fahrzeuge nur im Ausland. Die E-Werke Kroatiens und das Stromnetz selber gehören AEG und Siemens, Gorenje macht billige Zulieferproduktion für deutsche Kühlschrankhersteller, T-Com betreibt die Mobilfunknetze Montenegros und Kosovos. Aus deutscher Sicht war der Krieg ein Bombengeschäft 🙂

    che2001

    15. September 2007 at 16:30

  12. […] Professional Slacker everything that goes around comes around « 200 Jahre her und hochaktuell Das neoliberale Freund-Feind-Denken September 15th, 2007 Ende Mai habe ich mich in dem Beitrag Brain? What Brain? gefragt, ob VWLer gehirngewaschen werden und gelangte damals, wenn auch nicht expressis verbis zu dem Schluss, dass es sich bei einem Teil dieser Menschen nicht um Wissenschaftler handelt, sondern um Anhänger einer einer pseudoreligiösen Sekte, die sich die Universität zur Heimstatt gewählt hat. (Siehe dazu auch die hier aktuell laufende Debatte.) […]

  13. @Che:

    „Das mit dem Gold und der Währung im nationalen Maßstab habe ich zum Teil gerade gelesen; das kann aber eigentlich nicht durch den Vietnam-Krieg motiviert gewesen sein, wenn “Kapitalismus und Freiheit” 1962 erschienen ist. Klar, da köchelte und brodelte es da auch schon, aber helf mir auf die Sprünge, falls ich falsch liege, da waren doch die Desaster dort in Vietnam noch gar nicht so weit angewachsen?“ Ich habe davon geschrieben, wann Friedmans Rezepte zur Anwendung kamen (so ab 1971, die US-Regierung hatte Friedman unmittelbar um Rat gefragt, wie die Dollarkrise zu überwinden sei), nicht, wann er seine Überzeugungen entwickelt hat. Der neoliberale Umbau der westlichen Gesellschaften (wegen mir auch gerne Postfordismus, Nach-Keynesianismus, Deregulierungsökonomie) setzt an diese Rezepten an, geht aber auch über sie hinaus.

    che2001

    15. September 2007 at 16:38

  14. Gut.

    Einen habe ich trotzdem noch zur „schöpferischen Zerstörung“: War’s nicht so, daß sehr wohl die Industrieanlagen stehen blieben, während die Zivilbevölkrung platt gebombt wurde? Gott, während ich das schreibe, höre ich gerade den Roar der Neuen und Alten Rechten, NEIN, WIE DIE MEINE ICH DAS NICHT, aber wenn das so ist, dann kann zumindets der Part so nicht stimmen.

    Ich habe das jetzt so in Erinnerung, aber der Historiker bist ja Du, daß dann das Gefälle zwischen DDR und BRD eben neben dem Marshallplan auch darin gründete, daß in der „Zone“ als Reperationszahlungen die noch stehenden Industrieanlagen demontiert und nach Rußland geschafft wurden, während die im Westen zu nutzen waren und zudem noch durch US-Gleder subventioniert wurden ….

    momorulez

    15. September 2007 at 16:49

  15. Der zweite Punkt ist richtig, aber im NATO-Krieg gegen Jugoslawien wurden gerade die Industrieanlagen zerbombt.

    che2001

    15. September 2007 at 17:58

  16. Was ja dann in der Tat paßt 😦 …

    MomoRules

    15. September 2007 at 18:02

  17. Im Gegensatz übrigens zum Vorgehen von Jugoslawen gegen Jugoslawen, das in der Tat nach dem Prinzip „The property stays, but the people are gone“ erfolgte. Zum Begriff des Neuen Antiimperialismus wäre im Übrigen zu sagen, dass nur die gewaltsame Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen mächtiger Staaten/Staatenblöcke/mit diesen verbundener Wirtschaftsfraktionen gegen schwächere Ökonomien bzw. die Zerstörung weniger entwickelter Wirtschaftsformen (wie im Fall der Grünen Revolution umrissen) und der Widerstand dagegen heutzutage als „imperialistisch“ bzw. „antiimperialistisch“ begriffen werden können, nicht hingegen die Rückprojektion bzw. Fortschreibung von Abhängigkeitsverhältnissen aus nicht mehr existierenden Kolonialreichen oder die guerrillaromantische Behauptung eines USA-Israel-Komplexes mit klar umrissenen Freund-Feindbildkonstruktionen.

    che2001

    15. September 2007 at 21:04

  18. Die Haupttendenz in der Welt lautet Maoam!
    Den Existenzkampf organisieren und rebellieren!
    Dem Volke dienen!

    Nachdem hier der Maoismus angesprochen wurde, möchte ich hierzu auch noch mal ein paar Takte sagen. Es ist zwar eines der unerfreulichsten Kapitel in der Geschichte der Neuen Linken (was ist unsereins eigentlich? Neueste Linke? Und die jetzigen Antifas unter 30 dann die allerneueste Linke?), aber eine Erscheinung, die über mehr als ein Jahrzehnt den Mainstream der radikalen Linken gebildet hat, sollte auch nicht schulterzuckend übergangen werden.

    Die Begeisterung für China und Mao speiste sich aus verschiedenen Quellen. Vordergründig ging es erstmal darum, dass da eine Macht war, die den Anspruch der Sowjetunion auf die Vorherrschaft unter den sozialistischen Staaten nicht anerkannte und, anders als das diplomatisch zurückhaltende Jugoslawien, die UDSSR als feindliche Macht betrachtete, von den „Sowjetrevisionisten“ sprach und für sich in Anspruch nahm, den wahren, echten Kommunismus zu vertreten. Tatsächlich war China in den 1960ern auch viel radikaler, in seinen Strukturen kollektivistischer als die Ostblock-Staaten. Die Volkskommunen waren nicht nur, wie die LPGs und Kolchosen, Produktionsgenossenschaften, sie hatten ihre eigenen Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und oft auch ihre eigene Gerichtsbarkeit, und die in ihnen Lebenden besaßen keine persönliche Habe. Dies wurde von westlichen Linken als Verwirklichung des Kommunismus im Hier und Jetzt angesehen und vor 1967 in einem Atemzug mit den Kibbuzzim genannt. Es gab zwei unterschiedliche Zugänge zum Maoismus, einen antiautoritären und einen linkstotalitären. Die antiautoritäre Sichtweise war die, dass die Kulturrevolution eine Revolution der chinesischen Jugend, für die 67er die eigenen Altersgenossen, gegen eine verknöcherte Funktionärselite darstellte, also eine Revolution in der Revolution und damit Einlösung von Trotzkis Forderung, die Revolution müsse eine permanente sein. In der Historiographie wird die Kulturrevolution im Großen und Ganzen als Versuch des kultisch verehrten, hinsichtlich der realen Machtausübung aber politisch kaltgestellten Mao angesehen, durch eine von ihm inszenierte Massenerhebung der Roten Garden mit vielfach pogromartiger Verfolgung von Künstlern, Intellektuellen und Parteifunktionären (Prangerstehen, Schandmützen, Pianisten die Fingerknochen brechen, weil diese „westlich dekadente Musik“ spielten) die Macht der bisherigen Parteispitze zu brechen, die kulturelle Hegemonie der Partei durch Vernichtung der ihm, dem Bauernsohn, verhassten bürgerlichen Kultur herzustellen und sich selbst oder seinen Adlatus Lin Biao schließlich wieder an die Macht zu bringen. Sicherlich war das Maos Intention, trotzdem frage ich mich, ob die Reduktion auf diese Aspekte nicht eine einseitig westliche Sicht der Dinge ist. Ich habe Interviews mit Veteranen der Kulturrevolution gelesen, die darauf hindeuten, dass diese zumindest zu bestimmten Zeitpunkten und in bestimmten Regionen auch emanzipative Momente gehabt haben könnte. Eine Massenbewegung, die hunderte Millionen Menschen umfasst, lässt sich in ihrer Dynamik wahrscheinlich aber nur äußerst schwierig in Begriffe fassen. Fakt ist, und das ist ausschlaggebend, viele Millionen Menschen durch die Kulturrevolution ihr Leben verloren. Dies wurde von den 1967ern nicht gesehen, die noch nicht einmal der chinesischen Propaganda aufsaßen, sondern in China hineinprojizierten, was sie sehen wollten. So konnte man dann auch ganz locker von Adorno zu Mao switchen. Die Tatsache, dass die ersten politischen Wohngemeinschaften „Kommunen“ genannt wurden, hat weder mit Kommunismus im Allgemeinen noch mit der Pariser Kommune zu tun, sondern mit dem Vorbildcharakter der chinesischen Volkskommunen. Da gründete man dann im Geiste Mao Zedongs und Lin Biaos Wohnkommunen, in denen man dann mit Reich und Marcuse antiautoritäre Erziehung betrieb und über die Psychoanalyse der Küchenarbeit philosophierte, Poster von Stalin und Bakunin nebeneinander hängte, und die linksextreme Zeitschrift „Agit 883“ titelte ihren Inhalt: „Rote Banditen, schwarze Banditen, Antiautoritarismus und Mao Tse Tung“.

    Der andere, totalitäre Zugang zu Mao hatte völlig andere Wurzeln. Die KPD war zwar verboten, existierte aber im Untergrund und in Vorfeldorganisationen wie DFU und SDAJ weiter. Altkader fraktionierten sich in zwei Richtungen: eine prosowjetische (interessanterweise orientierte man sich nicht an der DDR und der SED, sondern direkt an der UDSSR und der KPDSU), die auch die Chrustschow´sche Entstalinisierung und die Politik der friedlichen Koexistenz mitmachte und aus der dann die DKP hervorging, und eine altstalinistische, die alles, was nach Absetzung Berjas in der UDSSR geschehene als Verrat betrachtete und infolgedessen sich an den beiden letzten noch verbliebenen stalinistischen Regimen, China und Albanien, orientierte, womit sie weitaus mehr Realitätssinn als die antiautoritären China-Projizierer bewiesen. 1967 gründete dieser Flügel unter der Führung von Ernst Aust die KPD/ML, 1969 gründete der vom Antiautoritarismus fließend zum Stalinismus konvertierte Hühnerfutter-Fabrikerbe Christian Semler die KPD/A0. Die übrigen maoistischen Fraktionen positionierten sich in einem ambivalente Verhältnis zur KPCH. Während Semlers Truppe sich als direkten Ableger Pekings sah und Austs Veren sich am albanischen Diktator Enver Hoxha orientierte, lehnten sich die übrigen ML-Fraktionen, die untereinander alle heillos zerstritten waren, nicht an der realen Politik Chinas, sondern jeweils anbestimmten Fraktionen und historischen Phasen der politischen Entwicklung in China an, der KBW etwa an Tschou En Lai und der KB an der Viererbande unter Maos Witwe Tschiang Tsching.Es gab auch Parteien mit maoistischem Programm und basisdemokratischen Strukturen wie die französische Gauche Proletarienne, die italienische Lotta Continua und die türkische Devrimci Yol. Schließlich übernahm die radikale Linke in Frankreich die aus der Kulturrevolution stammende Praxis der Gehirnwäsche durch gnadenlose Demontage der eigenen Persönlichkeit auf dem heißen Stuhl und rühmte sich bis in die 1980er einer „Kultur der Selbstkritik“, was dann teilweise fließend ins Psychogruppentum überging.

    Fazit: Der Maoismus war eine furchtbare Angelegenheit, aber anders als bei Nutella waren unter dem Label Mao die unterschiedlichsten Sachen verpackt.

    che2001

    16. September 2007 at 15:57

  19. @Che:

    Danke!

    Wobei es mir jetzt schwer fälllt, da auch nur ein Körnchen des Positiven unter dem Label zu entdecken.

    Habe gerade noch mal im Wiggershaus über Adornos Ästhetische Theorie gelesen, und das ist ja u.a. eim Pamphlet gegen eben diese „kulturrevolutionären Praktiken“, und soweit 68er diese vertraten, war’s eben ein ganz besonders grauenhafter Irrtum, und genau das hat Adorno ihnen um die Ohren gehauen – deshalb halte ich ein Swichen da für schlicht unmöglich.

    Auch, was ich in düsterer Erinnerung habe aus grauvorzeitiger Beschäftigung mit Sartre, der ja – das allerdings zu recht – als Herausgeber einiger, maoistischer Zeitungen in Frankreich fungierte, um diese vor dem „Staatsschutz“ zu schützen, ist im wesentlichen der Versuch, ständig irgendwelche Arbeiter-Tribunale irgendwo einzurichten. Was eben im Gestus eines Glucksmann, eines Broder oder eines Posener aufscheint und z.B. auch von Statler gelegentlich adaptiert wird als Gestus, von den anderen Gutachslern auch allzu oft: Das ist der Gestus des publizistischen Tribunals, und deshalb ist auch kein Zufall, daß aus dieser Ecke die ganzen Schwärmereien für Guantanamo kommen, als würde der alte, kulturevolutionäre Traum doch endlich noch wahr.

    Ansonsten, wieder ’ne Frage, die ich nicht mehr so genau weiß: War’s im Falle Chinas nicht deshalb zunächst so plausibel für „die Linke“, weil die ganze Wasserwirtschaft und somit die Bewässerung der Reisfelder in fest feudaler Hand war? Und sich somit die Frage nach der Vergesellschaftung von Produktionsmitteln anders stellte als in idustrialierten Gesellschaften?

    Dummerweise kam dann ja tatsächlich eine der schlimmsten Hungersnöte, die’s überhaupt jemals gegeben hat, dabei raus, deshab ist aber gerade das ein Feld, wo sich im von Dir oben geschilderten Sinne die aktuelle Linke tatsächlich schärfen könnte, weil’s eben genau das ist, worüber z.B. Balou immer schreibt. Und wenn ich’s richtig mitbekommen habe, kaufen ja reihenweise irgendwelche Multis Quellen in Afrika auf, andere Konzerne saufen den Anwohnern das Wasser weg, lange Rede, kurzer Sinn: Die Frage noch mal aufzurollen, das halte ich für brandaktuell. Kannst Du mal ’nen Eintrag dazu machen?

    Anbschließend noch: In den Heften zur Documenta waren einige einige chinesische Autoren, die tatsächlich stark gegen diese westlichen Interpretationen ihrer eigenen Gescichte und ihrer eigenen Erfahrungen wehrten. Das suche ich noch mal raus …

    momorulez

    16. September 2007 at 16:20

  20. Menno, DEN KERNPUNKT des neuen Antiimperialismus, nämlich die Verteidigung der bäuerlichen Subsistenz gegen kapitalistische oder sozialistische Entwicklungspolitik in genau diesem Zusammenhang hatte ich weiter oben doch schon thematisiert, ohne dass da eine Reaktion erfolgte. Und natürlich gibt es da eine Draht zu Balou.

    Ich verlinke mal ein paar Essentials:

    http://www.materialien.org/worldwide/china/Literatur/chenundwu.html

    http://www.assoziation-a.de/neu/Planet_der_Slums.htm

    http://www.materialien.org/war/index.html

    http://www.materialien.org/agrar/SamirAmin.pdf

    che2001

    16. September 2007 at 16:32

  21. Mao zum Allerletzten: Die Terrormethoden der Kulturrevolution wurden im Westen unglaublich verharmlost. Z.B. pflegte man Funktionären, denen eine Verschleppung in ein Umerziehungslager bevorstand, als letzte Warnung einen toten Hund vor die Tür zu legen, und selbst die Marburger Jusos hatten nichts Besseres zu tun, als das beim Dekan ihrer Uni auch zu machen.

    che2001

    16. September 2007 at 16:35

  22. Na, ißt man diee in China nicht auch, die Hunde? Oder ist das ein Gerücht?

    Schrecklich trotzdem, die paar Bilder, die ich zur Kulturrevolution mal sah, die haben mich echt nicht losgelassen.

    Und das mit der Wasserwirtschaft würde mich schon noch interessieren …

    MomoRules

    16. September 2007 at 17:14

  23. In sogenannten hydraulischen Gesellschaften, d.h. Agrarökonomien, die von künstlicher Bewässerung abhängig sind, wird häufiger die Wasserwaffe eingesetzt, das macht die Türkei mit den Kurden und Israel mit den Palis. Und generell finde maoistische Ideen in vorindustriellen Agrarstaaten häufiger Unterstützung, weil Maos Schriften aus der Zeit des Partisanenkampfs vor dem Zweiten Weltkrieg einen Kampf beschreiben, der den Verhältnissen in feudalen Agrargesellschaften mit unwegsamen Landschaften entspricht und daher als Rezeptbücher für die Guerrillataktik begriffen werden, aber auch, weil die Legitimitätsfrage beim Kampf gegen feudalistische Ausbeutersysteme sich anders stellt als in modernen Industriegesellschaften. Vgl.PKK, Leuchtender Pfad, Revolutionäre Bewegung der Werktätigen Kurdistans (die mit ihrer Forderung der Auflösung aller Streit- und Polizeikräfte und Einführung der allgemeinen Volksbewaffnung aber auch syndikalistische Züge hat)und Maoisten Nepals.

    che2001

    16. September 2007 at 19:58

  24. Ich glaub ja, daß da noch mehr dran ist …

    momorulez

    17. September 2007 at 6:30

  25. Du müsstest genau sagen, was Du wissen willst, so ist mir das von Deiner Seite zu unkonzise. Was mir noch einfällt, ist ein Gespräch mit einem der höchsten Tiere der Weltbank, einem begeisterten Friedmanianer, in dem er für die Privatisierung von Wasserrechten schwärmte und am Beispiel der Philippinen erläuterte, dass nur durch Privatisierung eine gute Wasserqualität gewährleistet sei. Als im weiteren Verlauf des Gesprächs die Rede auf die Brotpreissubventionen in Ägypten, Marokko, Algerien, Mexiko und Pakistan kam und ich thematisierte, dass es sofort blutig niedergeschlagene Aufstände gibt, wenn die Länder wie vom IWF gefordert die Brotpreissubventionen zusammenstreichen, meinte er seelenruhig, das sei ja beabsichtigt, schließlich wolle man diese Länder destabilisieren. Für mich war das ein Schlüsselerlebnis.

    @Habe gerade noch mal im Wiggershaus über Adornos Ästhetische Theorie gelesen, und das ist ja u.a. eim Pamphlet gegen eben diese “kulturrevolutionären Praktiken”, und soweit 68er diese vertraten, war’s eben ein ganz besonders grauenhafter Irrtum, und genau das hat Adorno ihnen um die Ohren gehauen – deshalb halte ich ein Swichen da für schlicht unmöglich.

    — theoretisch ja, aber die waren ja auch nicht schlauer als heutige Antideutsche. Da nahm man dann das Kapitel über die Kulturindustrie, entlarvte damit die Medienmächtigen in Deutschland als Manipulateure, um im nächsten Satz die Kulturrevolution in Deutschland zu fordern, so simpel ging das zu.

    che2001

    17. September 2007 at 7:03

  26. Bin halt manchmal so unkonzise 😉 …. ja, so in die Richtung meinte ich das. Ich würde ja jederzeit die These vertreten, daß Wasser, Strom, Gesundheit und Bildung Staatsaufgaben sein müssen. Und statt Welthandelorganistionen wären mir Weltwasserorganisationen unetr nachvollzihabrer, demokratscher Kontrolle lieber. Wegen Grundversorgung.

    Eine spezielle Situation ist ja dann gegeben, wenn Wasser als „Produktionsmittel“ fungiert, was ja auch in der Industrie vielerorts der Fall ist. Da für vernünftige Regelungen zu plädieren, das wäre für mich Kernpunkt aktueller, linker Politik. Ich meine das also eher als Fragestellung in praktischer Hinsicht.

    momorulez

    17. September 2007 at 7:48

  27. Mit fällt da die BASF ein, die in Tarragona die Wassernutzungsrechte gekauft hat mit dem Resultat, dass der Grundwasserspiegel abgesunken ist, das vorhandene Wasser in die chemische Industrie geht und das Trinkwasser für die Bevölkerung aus größerer Entfernung zu höherem Preis bezogen wird. Nochmal zum Weltbankmann: Der befürwortete ja die Freigabe der Brotpreise erstens, weil das dann ein freier Markt sei und kein subventionierter (um den Preis, dass Leute verhungern) und zweitens, weil dadurch verursachte Volksaufstände Staaten destabilisieren würden, die keine freie Marktwirtschaft hätten (von Demokratie war in dem Gespräch nicht die Rede). Man könnte hier die Brücke zu Friedmann schlagen…

    che2001

    17. September 2007 at 8:00

  28. Mit fällt da die BASF ein, die in Tarragona die Wassernutzungsrechte gekauft hat mit dem Resultat, dass der Grundwasserspiegel abgesunken ist, das vorhandene Wasser in die chemische Industrie geht und das Trinkwasser für die Bevölkerung aus größerer Entfernung zu höherem Preis bezogen wird. Nochmal zum Weltbankmann: Der befürwortete ja die Freigabe der Brotpreise erstens, weil das dann ein freier Markt sei und kein subventionierter (um den Preis, dass Leute verhungern) und zweitens, weil dadurch verursachte Volksaufstände Staaten destabilisieren würden, die keine freie Marktwirtschaft hätten (von Demokratie war in dem Gespräch nicht die Rede). Man könnte hier die Brücke zu Friedmann schlagen…

    che2001

    17. September 2007 at 8:00

  29. Aber hallo, das bereite ich ja schon die ganze Zeit vor, diese Brücke zu schlagen … und diese Geschichten wie jene von BASF habe ich analog oft gehört in letzter Zeit. Und da liegt dann doch der Hase im Pfeffer und nicht in zu wenig Freihandel … dieses Wasser-Thema ist Mega-Thema.

    momorulez

    17. September 2007 at 8:25

  30. Nicht Wasser allein, bekanntlich spielen sich die strategischen Konflikte dieser Welt auch um Gas und Öl ab. Nicht zu vergessen ist auch der Einsatz der Weizen-Waffe, als Instrument imperialistischer Herrschaft möglicherweise wichtiger als Flugzeugträger. Was das Wasser angeht: In den 1960ern und 1970ern hat man in der Sahel-Zone, in der bis dahin Bauern vom Sesam- und Hirse-Anbau gelebt haben bzw. Hirten ihre Schafe und Ziegen weideten, Cash-Crop-Produktion angekurbelt. In Regionen, wo noch nicht einmal für den Markt des eigenen Dorfes produziert wurde, sondern nur für den eigenen Mund, sollten Produkte für den Weltmarkt angebaut werden. Hierzu wurden neue Brunnen gebohrt, die mittels Motorpumpen das Wasser aus der Teife holten, um große Felder zu bewässern. Binnen weniger Jahre haben die das Grundwasser komplett verbraucht, mit dem Resultat, dass die Gebiete heute Steppen und Halbwüsten sind, in denen die Leute verhungern, sofern sie nicht längst geflüchtet sind. Das betrifft die gesamte Region von Burkina Faso bis Darfur, ein Territorium von der halben Größe der alten EU. Heute sind die Entwicklungshelfer dort damit beschäftigt, Schutzzäune und Hecken anzulegen, um wenigstens zu verhindern, dass sich Wanderdünen ausbreiten.

    che2001

    17. September 2007 at 8:56

  31. Wollte ja mit Wasser auch nur anfangen … und genau das sind ja die Themen, die Theorien wie jene von Friedman a priori ausklammern.

    Ich bin mir bei dem so sicher nicht, ob der’s wirklich absichtlich gemacht hat, der wirkt schon wie ein überzeugter Akademiker und Regierungsberater im Geiste, der sich in staatlicher Finanzwirtschaft gut auskannte, das auf andere Bereiche in gutem Glauben übertrug und der dann als „nützlicher Idiot“ für Legitimation ganz anderer Interessen herhalten mußte … kann mich da aber irren.

    momorulez

    17. September 2007 at 9:08

  32. Deshalb habe ich oben ja auch so deutlich zwischen Friedman und seinen Schülern Büchi und Özal unterschieden. Und es liegt auf der Hand, dass Politiker wie Nixon, Reagun, Thatcher und die Bushs alles Andere als liberal zu bezeichnen wären.

    che2001

    17. September 2007 at 9:40

  33. War „Reagun“ ’nen Tippfehler oder Absicht? 😉 …

    momorulez

    17. September 2007 at 10:15

  34. Volle Absicht, ich schreib den meistens so. Amerika den Amerikanern, Grenada den Grenadieren…

    che2001

    17. September 2007 at 10:17

  35. Keine Ahnung, wie das Buch wirklich ist, aber die Rezension paßt ja hier zum Thema:

    http://www.tagesspiegel.de/kultur/Literatur;art138,2380993

    momorulez

    17. September 2007 at 11:04

  36. Scheint ein klasse Buch zu sein, werde ich mir mal zulegen.

    che2001

    17. September 2007 at 12:15

  37. Kann ich allen Linken zur Selbstbestätigung auch nur empfehlen. Insbesondere die Besetzung der weltweiten neoliberalen Verschwörung mit klar identifizierbaren Bösewichten ist ein wirklich gelungener Beitrag zur Debatte.

    Rayson

    17. September 2007 at 12:41

  38. Sag ich ja 😉

    che2001

    17. September 2007 at 12:54

  39. Ich will wirklich nicht behaupten, dass solche Darstellungen ein Privileg der Linken sind, aber daran sieht man schon, wie man sich eine komplexe Welt so hinbiegen kann, dass sie dem entspricht, was man schon vorher wusste. Vielleicht noch mit einem weiteren kleinen Steinchen versehen, das man sich dann in die Krone steckt. Und das geht wirklich.

    Rayson

    17. September 2007 at 13:10

  40. In DIE ZEIT fand sich ein echter Verriß von dem Klein-Buch, aber der war dann tatsächlich so gestrickt, daß ein Verstoß gegen die Dogmen der Wirtschaftswahrheitshüter eben mit Exkommunizierung der Ketzer – „inkompetent!“ – gestraft wurde, aber keines der Dogmen selbst sich diskutiert fand.

    Was Frau Klein hinsichtlich der ihren aber auch nicht macht, offenkundig, und das machte mich doch sehr skeptisch …

    So habe das Buch neulich in der Buchhandlung stehen lassen. Und mir stattdessen Friedman zuglegt, um mich jetzt dafür maßregeln lassen zu müssen, daß ich den nicht so lese, wie man das gefälligst SOLLTE.

    Und wie so oft frage ich mich, wieso nun ausgerechnet diese Gesellschaft sich eigentlich für aufgeklärt hält …

    momorulez

    17. September 2007 at 13:18

  41. Nach dem, was ich so erlebt habe (siehe Weltbank) gibt es die klar benennbaren Bösewichte wirklich. Wobei Naomi Klein da teilweise schon etwas simplizistisch ist (daher habe ich´s ja auch mit den empirisch arbeitenden Materialien für einen Neuen Antiimperialismus und nicht mit Attac). Hier kann sich jeder selbst ein Bild über die Dame machen:

    http://www.zeit.de/online/2007/37/naomi-klein-interview?page=all

    che2001

    17. September 2007 at 13:21


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