shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

War Adorno elitär? Kann man Adorno hinter sich lassen?

with 9 comments

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Ehrlich, warum stellen wir uns eigentlich alle in die Tradition Adornos?
Und warum nochmal war Aufklärung was Gutes?

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Written by lars

26. September 2007 um 20:42

9 Antworten

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  1. Linke fragen – der Semiotizistische Salon-Marxologe antwortet

    Die Aufklärung war darum etwas Gutes, weil sie die feudale Bornierung von Handel und Gewerbe kritisierte.

    Ja, Adorno war elitär. Das liegt aber nicht an Adorno.

    Wir können Adorno hinter uns lassen, wenn wir verstanden haben, was vor ihm lag.

    Noergler

    27. September 2007 at 4:29

  2. „Und warum nochmal war Aufklärung was Gutes?“ Darauf hatte Lessing die denkbar kürzeste Antwort: „Tut nichts, der Jude wird verbrannt.“

    che2001

    27. September 2007 at 6:17

  3. Die Aufklärung war deshalb was Gutes, weil sie mit „höheren Wahrheiten“ aufräumte und die Möglichkeit eines reflexiven Verhältnisses zu Erkenntnis, Ästhetik, Moral und somit auch zu Ökonomie, Kultur und Gesellschaft und natürlich Releigion ermöglichte. Insofern war „die Aufklärung“ auch gar nicht primär eine historische Epoche, die wir irgendwelchen „Südländern“ voraus hätten, sondern es ist eine Struktur des Denkens selbst (Herbert Schnädelbach).

    Was ja angesichts der Adorno-Frage wichtig ist: Die Leitthesen der Dialektik der Aufklärung, daß schon Mythos Aufklärung sei und Aufklärung in Mythologie umschlage, sind nur als Strukturthese zu retten, nicht als Gattungsgeschichtsschreibung (Herbert Schnädelbach), aber genau hinsichtlich dessen haben sie einfach einen immensen heuristischen Wert, wie eben auch das Denkens Adornos genau im Sinne des oben skizzierten Guten an der Aufklärung immer neue Sprengkraft im Wortsinne zu entfalten vermag.

    Was übrigens für mich, der ich viel nachhaltiger von Habermas oder Foucault, so paradox das klingt, geprägt bin als von Adorno, genau der Grund ist, mich ständig an dem abzuarbeiten: Weil der eine Kraft des Denkens entfaltet, eine Energie des Gedankens selbst, eine Intensität der Auseinandersetzung, die permanent Denken über sich hinaus treibt, anstatt die immer gleichen Leit-Thesen zu reproduzieren.

    Der schafft es, gedanklich die aus gutem Grund getrennt zu denkenden Bereiche der Kantischen Kritiken wieder zu verknüpfen und in kritische Relation zueinander zu bringen, und zwar alle drei.

    Ich brauche den insofern, um über mich und meine gedanklichen Prägungen hinauszudenken, weil man auch nur so die Re-Mytihsierung der liberalen Mitdiskutanten, die ich menschlich mag, deren Denken ich aber teilweise extrem schlimm finde, und unserer konservativen Feinde zu brechen vermag. Und dafür ist Adorno einfach unerläßlich. Das lehrt der, und in der Hinsicht ist er für mich unverzichtbar. Und das eint ihn auch mit Kunst, genau diese Fähigkeit, im Denken über sich hinaus zu treiben, ohne daß dabei Konzepte der Erfahrung auf der Strecke blieben.

    momorulez

    27. September 2007 at 7:13

  4. Wo cut uns schon keinen Trackback schickt, mach ich’s halt selbst:

    http://cutup.blogger.de/stories/921452/

    Auch ’ne Sichtweise 😉 …

    momorulez

    27. September 2007 at 12:20

  5. Mit diesem Trackback-Gedöns kenn ich mich nicht aus. Gibts bei blogger.de doch nicht (glaub ich). Nix für Ungut.

    cut

    27. September 2007 at 19:11

  6. Macht ja nix, uns entgeht ja nix 😉 …

    momorulez

    28. September 2007 at 6:07

  7. Obwohl ich Adoronos Sichtweisen an vielen Stellen widersprechen muss, bin und bleibe ich Gefühlsadornit, auch deshalb, weil er den Geist humanistischer Kritik hoch hielt – sehr hoch sogar. Dort, wo Adorno sich geirrtt hat oder verrannt hat, ist immer noch jemand mit einem einwandfreien moralischen Kompass zu sehen, der sich auf die Seite der Menschen gestellt hat – und im Zweifel gegen das System, gegen angebliche Sachzwänge, immer für das freie Individuum und immer gegen die Reaktion.

    Als Linksliberaler ist mir das sympathisch.

    Dr. Dean

    4. Oktober 2007 at 12:04

  8. Daran anknüpfend und auf den Titel des Beitrags zurückkommend: Vielleicht gibt es starke politische Kräfte, die humanitas hinter sich lassen wollen.

    che2001

    4. Oktober 2007 at 12:17

  9. Wobei Humanismus und Humanitas doch noch zwei paar Schuhe sind …

    momorulez

    4. Oktober 2007 at 13:06


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