shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Aus Weckers „Lösungslotterie“: Nur Bruno findet sie alle okay …

with 8 comments

Gut, ist nicht mehr ganz der aktuelle Jargon, lustig finde ich’s trotzdem immer noch, ist irgendwann Ende der 70er geschrieben:

 „Heinz ist links, Sepp linker, Franz halblinksliberal, dagegen Werner viertellinksmitteoben, Bob ist sozialistisch kulturschaffend, Frederic ultra, einfach ultra, und Sabine radikal: Radikal. Heinz hauptsächlich anal, Sepp dagegen maoistisch total, Werner versteht sich global im Eurosinn, Frederic, wie schon erwähnt, nur ultra. Ultra und damit juck.

Sepp findet Heinz zu liberal. Sabine findet Sepp zu pauschal, Werner findet Sepp, Heinz und Sabine ganz nett, aber auch nicht optimal. Bob als sozialistisch Kulturschaffender findet alle zu wenig fundamental, und Frederic findet alle unmöglich.

Nur Bruno findet sie alle o.k., aber der hat sich ja schon vor drei Jahren blödgesoffen.

(…)

 Lösungen, Losungen, warten:

Sabine ist jetzt nicht mehr ganz so radikal, Bob findet plötzlich Mendel kausal, Fritz statt halblinksliberal neuerdings oriental. Sepp jobbt mittlerweile im Continental, und bei Werner hat sich’s ausgeaalt, denn er hat nen Posten als Fernsehredakteur. Frederic hat sich doch endgültig den Zeugen Jehovas angeschlossen. Losungen – lasso – Hasso faß – und Links, zwei, drei …“

Das Konstantin Wecker-Buch, Reinbek bei Hamburg 1983, S. 186-187

 Ja, einige der besten Pointen sind jetzt nicht mit drin, aber man darf ja das Komplett-Werk nicht zitieren … habe ich mit 17 gekauft, das Buch. So pubertierte man damals. Und zitierte Wecker in Schul-Klausuren. Und dann kam Kohl.  Und man mußte The Cure hören statt Wecker. Und so. Aber da behauptet Che gleich wieder das Gegenteil 😉 …

Advertisements

Written by momorulez

27. September 2007 um 12:14

Veröffentlicht in Links?

8 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. „Und zitierte Wecker in Schul-Klausuren.“

    Ich schrieb da Gedichte. Eins, genau genommen. Und auch sonst allerlei Blödsinn.

    David

    27. September 2007 at 12:20

  2. Ich habe sogar Dichterlesungen mit Friedenslyrik und ähnlichen Themen abgehalten, zusammen mit ’nem Kumpel, und schäme mich da bis heute nicht für 😉 …

    momorulez

    27. September 2007 at 12:23

  3. Während der Klausuren? Dreist, aber genial.

    David

    27. September 2007 at 12:25

  4. Nein, das wäre natürlich noch besser gewesen 😉 … nein, im „Jugend- und Freizeitheim“, in der sozialdemokratischen Ära war deren Betrieb ja noch nicht der NPD überlassen … da konnte man sich einfach kostenfrei Räume reservieren. Unglaublich, aber wahr, dieser instituionalisierte Diebstahl.

    momorulez

    27. September 2007 at 12:40

  5. Da gibt es tatsächlich schlimmere Formen.

    David

    27. September 2007 at 12:41

  6. 😀

    lars

    27. September 2007 at 13:21

  7. Ich zitierte an der Uni in Klausuren, Hausarbeiten und Referaten Biertischzitate von Wohngenossen mit erfundenen Buchtiteln als Quellenangaben ebenso wie ALF und Illuminatus! und hörte nebeneinander Wecker, Hoffmann, Wader, Degenhart, Kunze, Ramones, Destruction, TonSeineScherben, Slime, Bruce Cockburn, The Clash, Crass, Ulla Meinecke,Robert Wyatt, Amon Düül, Blue Oyster Kult, Rose Tattoo, Motörhead, Doors, Patty Smith und Pat Benatar.

    che2001

    27. September 2007 at 13:35

  8. A propos Pat Benatar: Zwei Kostproben –

    Hell is for Children
    Sie weinen im Dunkeln, damit man ihre Tränen nicht sehen kann
    Sie verstecken sich bei Tage, damit man ihr Gesicht nicht sehen kann
    Vergeben und vergessen, die ganze Zeit
    Liebe und Schmerz werden eins
    in den Augen eines verwundeten Kindes

    Denn die Hölle
    die Hölle ist für die Kinder
    und ich sag dir, dass ihr kleines Leben so verpfuscht werden kann
    die Hölle
    die Hölle ist für die Kinder
    und du solltest nicht für Liebe bezahlen müssen mit deinen Knochen und deinem Fleisch!

    Es ist alles so verwirrend, dieser brutale Mißbrauch
    Sie schlagen dir ein blaues Auge und dann entschuldigen sie sich
    „Pappis braves Mädchen“ und „Wehe, du erzählst Mammi ein Wort!“
    „Sei ein braver Junge, dann kriegst du auch ein neues Spielzeug“
    „Sag Oma, dass du von der Schaukel gefallen bist!“

    Invincible (hörte ich als Demo-Vorheizer, ist aber eigentlich ein gay-pride-coming-out-song)

    This bloody road remains a mystery
    This sudden darkness fills the air
    What are we waiting for?
    Won’t anybody help us?
    What are we waiting for?

    We can’t afford to be innocent
    Stand up and face the enemy
    It’s a do or die situation
    We will be Invincible

    This shattered dream you cannot justify
    We’re gonna scream until we’re satisified
    What are we running for?
    We’ve got the right to be angry
    What are we running for?
    When there’s no where we can run to anymore

    We can’t afford to be innocent
    Stand up and face the enemy
    It’s a do or die situation
    We will be Invincible
    And with the power of conviction
    There is no sacrifice
    It’s a do or die situation
    We will be Invincible

    Won’t anybody help us?
    What are we running for?
    When there’s no where, no where we can run to anymore

    We can’t afford to be innocent
    Stand up and face the enemy
    It’s a do or die situation
    We will be Invincible
    And with the power of conviction
    There is no sacrifice
    It’s a do or die situation
    We will be Invincible

    che2001

    27. September 2007 at 14:06


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s