shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Das Glück kennt nur Minuten …

with 23 comments

Dumm fickt gut. Aber wahrscheinlich noch nicht mal das.  Wegen der Opportunitätskosten. Und weil man das ja immer auch anders machen könnte, was man da macht. Aber notfalls entscheidet man dann einfach! Die Geschichte des Dezisionismus beim Sex wäre halt noch zu schreiben …

Advertisements

Written by momorulez

3. Oktober 2007 um 8:41

Veröffentlicht in Baggage

23 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Als Politikwissenschaftler und Historiker muss man erbarmungslos relativ, also in Alternativen denken, den Begriff “Opportunitätskosten” sozusagen verinnerlichen. Das führt zu dem gedanklichen Reflex, alles Aktuelle auf das zu überprüfen, was an dessen Stelle hätte geschehen können. So ist beispielsweise die deutsche Wiedervereiningung ein von Menschen gemachtes Ereignis, das keinesfalls ohne Alternative war, sondern von vielen Zufällen abhängig war und nur dank eines engen Zeitfensters ermöglicht wurde. Letztlich waren es Separationskämpfe im Kaukasus, die diesen Anachronismus ermöglichten. Über historischen Sex indes wäre folgendes zu sagen: Bei einem römischen Bacchanal wurde köstlich gespiesen, teilweise etwas kitschig (gegrillter Adler, den man wieder in sein Federkleid gesteckt hatte und der einen gleichsam in sein Fell gehüllten Hasen in den Fängen hielt) und auf für uns heute gewöhnungsbedürftige Weise gewürzt (Hauptgewürz war Garum, eine Paste aus kontrolliert vergammeltem Fisch, von der noch heute zeugt, dass wir ein Gericht, das fertig zubereitet ist, als „gar“ bezeichnen, es wurde gegessen bis Unterkante Oberkiefer. Dann deklamierte man Gedichte und musizierte zusammen, wer es sich leiste konnte, engagierte Tänzerinnen, dann wurde getrunken, gekaut und geschnupft, was die Botanik hergab, und dann wurde gefickt (vorzugsweise die Tänzerinnen, wenn mann sie sich leisten konnte). Das griechische Symposion war da geistig etwas gehaltvoller: Zunächst führte man philosophische, historische und naturkundliche Diskussionen auf dem höchsten wissenschaftlichen Niveau der damaligen Zeit, wozu außer veritablen Philosophen und Sophein Jünglinge aus gutem Hause, die auf diese Weise unterwiesen werden sollten, ebenso anwesend waren wie gebildete Hetären (Prostituierte mit akademischem Bildungsniveau). Nach dem Disput wurde sehr viel Fleisch gegesssen, dann wurde getrunken, gekaut und geschnupft, was die Botanik hergab, und dann wurde gefickt, sowohl die Jünglinge als auch die Hetären.

    Bei einer ägyptischen Orgie war das Programm so ähnlich, wenn auch weniger akademisch, und der kombinierte Konsum von Laudanum (in Likörwein gelöstes Opium), Haschisch, Bethel, Qat, Kanna und Kokain führte dazu, dass man die ägyptische Götter life erscheinen sah. Römer, Griechen und Ägypter waren sich einig darin, dass die Festtagsbräuche der Babylonier ausschweifend und ziemlich versaut waren.

    che2001

    3. Oktober 2007 at 11:41

  2. „Als Politikwissenschaftler und Historiker muss man erbarmungslos relativ, also in Alternativen denken (…). Das führt zu dem gedanklichen Reflex, alles Aktuelle auf das zu überprüfen, was an dessen Stelle hätte geschehen können.“

    Ob nun als Politikwissenschaftler, Volkswirtschaftsideologe oder Philosoph: Das ist doch trivial.

    Um so schlimmer diese Demagogen wie unser Ex-Bundes-Schröder, die „Alternativlosigkeit“ behaupten.

    Ansonsten ist das Sartre light, und wenn man Gründe und Kriterien, die zu Handlungen führen, gewissermaßen aus der Handlungstheorie rausschmeißt, sie als „Präferenz“ oder „Anreiz“ mechanisiert und sich ansonsten einen Dreck schert um Handlungstheorien und reale Handlungen, dann kommt da notwendig Sozialtechnologie hinten bei raus, konnte man ja ganz unverblümt bei dieser Diskussion über Alkohol am Steuer drüben beim A-Team nachvollziehen, daß es sich um nix anderes handelt bei deren Denkweisen als um Sozialtechnologie.

    Daß Freiheit die Wahl zwischen Alternativen ist und die Zukunft offen, das ist ja nicht allzu umstritten. Da würde noch jeder Astrologe zustimmen.

    Ich muß bei Gelegenheit noch mal Marcuses Aufsatz zum Politischen Existenzialismus raussuchen, da führt das nämlich hin, dieses Denken …

    momorulez

    3. Oktober 2007 at 13:40

  3. Du scheinst die Ironie nicht kapiert zu haben, in meinen einleitenden Sätzen…

    che2001

    3. Oktober 2007 at 13:54

  4. Doch, in Deinen schon, aber beim Rayson nicht 😉 …

    MomoRules

    3. Oktober 2007 at 14:56

  5. Gnihhihi 🙂

    che2001

    3. Oktober 2007 at 16:14

  6. Es gab übrigens mal eine Zeit, als Linke allein shon deshalb besseren Sex hatten, weil Lust am Sex sich nicht mit konservativen Werten vertrug und z.B. Oralverkehr eine Praxis war, die unter Nicht-Linken als pervers galt.

    che2001

    4. Oktober 2007 at 11:04

  7. Das Gefühl, etwas Verbotenes, Perverses zu tun, dürfte doch aber eher luststeigernd wirken, oder? 😉

    Boche

    4. Oktober 2007 at 12:53

  8. Doppermoral ist ja auch konservativ, während der Begriff Libertin ursprünglich den sich offen zu seinen Lüsten bekennenden sexuellen Genießer bezeichnete 😉

    che2001

    4. Oktober 2007 at 12:59

  9. Liegt’s an meiner (zwar nicht umfangreichen aber vielleicht schon in homöopathischen Dosen wirksamen) freudianischen Ausbildung, dass ich sexuelle Lust durch allzu große Offenheit geschmälert vermute.
    Oder bin ich – oh Schreck – gar konservativ??
    😉

    Boche

    4. Oktober 2007 at 18:51

  10. Mein ganz kleines Minutenglück
    gerade eben hier, als ich vor wenigen Minuten Statler entlarvte:

    http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15173/

    Es heißt nämlich auch nicht – was ist der Statler nur für ein Depp, aber vermutlich wird’s doch grad wieder der boche gewesen sein! – „Make peace, no war“, sondern „Make love, not war“.
    Einfach nur mal wieder peinlich, diese Neolibbies.

    Nörgler

    4. Oktober 2007 at 19:37

  11. Wie schön das doch sein muss, sich selbst die eigene kleine Welt immer wieder neu bestätigen zu können. Da bin ich wirklich neidisch.

    Rayson

    4. Oktober 2007 at 19:43

  12. Lass ihm das Vergnügen, Ray. Bei ihm glaube ich nämlich diese Geschichte mit den unglücklichen Linken.

    Boche

    4. Oktober 2007 at 19:47

  13. Die Sache mit der „kleinen Welt“ hast Du schon so oft hingeschrieben und hergepostet, irgendwann ist es doch mal gut. Dein Gehirn ist doch auch nicht größer als das eines jeden anderen. Es sei denn, Du wärst Jude, dann müßten wir hier nochmal gesondert vermessen – ergebnisoffen, natürlich!

    Nörgler

    4. Oktober 2007 at 19:55

  14. Na ja, ihr zwei, wer geistig täglich Soma frißt (ja, wer peace & love vermengt, der bekommt ’nen Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt), braucht auch Schutzvorrichtungen gegen das Erbrechen da in der großen, kollektiven Welt des Neids der Liberalen auf die Leidensfähigkeit und Emphatie der Anderen … Mother’s Little Helper als Theorie noch anzupreisen, das hilft dabei, frühzeitig zu vergreisen … (ich mußte jetzt einfach reimend noch mal zu dem Kästner rüberkommen und seinem „Glück ist ein verhexter Ort. Kommt Dir nahe, weicht zur Seite, sucht vor Suchenden das Weite, ist nie hier, ist immer dort“, weil das nämlich zum Refrain deselben, kleinen Solos überleitet „… und am schlimsten ist die Einsamkeit zu zweit“, was ja eure Methodologie ganz gut zusammenfaßt).

    momorulez

    4. Oktober 2007 at 19:59

  15. Oops, da haben wir parallel gepostet …

    momorulez

    4. Oktober 2007 at 20:00

  16. Muss ich verstehen, wer was vermengt haben und wen das etwas angehen soll und was dieser Nörgel-Heini an Juden vermessen zu müssen meint?

    Boche

    4. Oktober 2007 at 20:04

  17. Na, wenn’s ergebnisoffen ist, muß man das im Sinne der Wissenschaft schon fragen dürfen und ausschließlich empirisch falsifizieren, das mit den jüdischen Schädeln, sage ich zu diesem Boche-Heini (warum beantworte ich das eigentlich gerade?).

    momorulez

    4. Oktober 2007 at 20:15

  18. Es war ja doch nicht alles schlecht früher (bezogen auf Ches Kommentar). 😉

    googlehupf

    4. Oktober 2007 at 20:56

  19. @MR

    Oh, jetzt habe ich Nörglers unglaublich feinsinnige Volte verstanden! Klasse, wie hier Dinge klug zusammengerührt werden und was für einen leckeren Brei das ergibt!

    Boche

    4. Oktober 2007 at 22:05

  20. Stimmt, so in Relationen, Prozessen, Verläufen (Ausnahme: Evolution, biologistisch oder biologismusanalog) und Beziehungen Denken ist euer Ding ja nicht wirklich, dann heißt man das halt Brei!

    momorulez

    5. Oktober 2007 at 6:12

  21. Den Verbrecher erkennt man am fliehenden Kinn, der fliehenden Stirn, vor allem aber dem fliehenden Gang 🙂

    che2001

    5. Oktober 2007 at 7:59

  22. Was aber bitte erst mal empirisch zu untersuchen sei! Fragen, die Sinn machen, gehören erforscht!

    momorulez

    5. Oktober 2007 at 8:59

  23. Wenn boche jetzt noch versteht, dass mein Kommentar auf boocompany nicht gegen Statler ging, dann kann ich diese Welt mit einem Lächeln auf dem Gesicht verlassen.

    Nörgler

    5. Oktober 2007 at 11:12


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s