shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Multikulti zum Dritten

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endlich, d.h. begrenzt sind, der Rohstoff »Mensch« hingegen unendlich

verfügbar und damit grenzenlos ausbeutbar ist. Wenn also der Wert

eines Menschen weniger über sein Blut oder seine Hautfarbe bestimmt

wird, sondern über die Möglichkeiten seiner Vernutzung, dann aus dem

Wissen heraus, daß ein freundlicher Kellner aus Italien mehr nutzt, als

ein blutverschmierter, daß in den Augen eines indischen Kinder-

mädchens nicht Angst, sondern Liebenswürdigkeit entdeckt werden

soll.

Für die Ideologen von multi-Kultur ist Rassismus kein Gewaltverhältnis,

sondern ein Lösungsmittel

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, mit dem vergreiste, erstarrte Arbeits- und

Lebenshierarchien in Fluß, in Bewegung gebracht werden. »Für viele

Deutsche … bedeutet ein hoher Ausländeranteil auch die Chance einer

vielversprechenden Karriere – sie können als Vorarbeiter eine leitende

Funktion übernehmen. Das erhöht die soziale Mobilität und sorgt

dafür, daß die Ärmsten nicht ewig die Ärmsten bleiben.«

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Eine multi-

kulturelle Frischzellenkur.

Es ist wohl nicht der Rede wert, dazuzusagen, daß gerade diese

›Karriere‹ nicht irgendeiner fachlichen Qualifikation, sondern aus-

schließlich der weißen Hautfarbe, des Deutsch-Seins geschuldet ist.

Dieser rassistische Zugewinn gilt gerade jenen Deutschen, die eigent-

lich im Kapitalismus nichts zu melden und zu sagen haben, aber über

den 2. Bildungsweg »Rassismus« doch noch mit kleinen Aufstiegschan-

cen bedacht werden. Es braucht nicht ausgesprochen zu werden, wo

Nicht-Deutsche – in aller Regel – zu stehen haben: als Allerletztes, ganz

unten.

»Resteverwerter« eben, wie Herr Geißler seine ausländischen Mit-

bürgerInnen herzlich willkommen heißt. Diese weiße Mobilität spricht

nicht gegen ein paar wenige, die durchgekommen sind, die’s zu was

gebracht haben. Denn selbst ihr beruflicher Erfolg kann ihre ›falsche‹

Hautfarbe und Herkunft – oft – nicht wettmachen. »Der nette Schwarze

von nebenan wird immer der nette Schwarze von nebenan bleiben.«

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Für multi-kulturelle Ideologen ist Rassismus kein Verbrechen, sondern

Es ist

selbstverständlich, daß der »exotische Reiz« für die LeserInnen dieses

Metropolen-Magazins  (gemeint ist der Pflasterstrand) gerade nicht darin besteht, sich selbst als Bauar-

beiter, Küchengehilfe, Prostituierte oder Zimmermädchen vorzustel-

len. Dafür sind die anderen gut (genug). Die Faszination für diese

Multi-Kultur ziehen sie aus der Gewißheit und Sicherheit, daß nicht sie

für 8,- DM/Std., illegal oder geduldet, ihre Arbeitskraft, ihre Hautfarbe

ihre Kultur, ihren Körper, meist alles auf einmal verkaufen müssen.

Die Faszination nährt sich aus dem Versprechen, daß für sie der Genuß

dieser »Zutaten« reserviert ist, zu einem oft märchenhaften Preis.

Die multi-kulturellen Ideologen wissen um die Hemmungen, voll

zuzugreifen, um die Heimlichkeit, mit der dieser Lustgewinn genossen

wird. Deshalb propagieren sie den Genuß ohne (bürgerliche) Reue,

also mehr Abhärtung: »Wir müssen wieder lernen, mit Armut zu leben,

ohne gleich in Ohnmacht zu fallen, wenn wir sie zu Gesicht bekommen.«

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Es gilt also, den Reichtum für uns in der Armut anderer zu ent-

decken. Darin sind sich der Autor und der heutige Stadtrat für multi-

kulturelle Angelegenheiten einig: »Der Sprung von der Heimat in die

Diaspora kann ungeheure Energien freisetzen. Einer Umgebung entron-

nen, in der ihre Kreativität durch Gesetze, Traditionen oder einfach

durch Neid gehemmt war, sind die Immigranten endlich imstande (und

gezwungen), zu zeigen, was in ihnen steckt, für Frauen … ist dieser Effekt

wohl am dramatischsten.«

4

Oder ganz amtlich, mit den Worten des

Stadtrats: »Die meisten Asylbewerber sind Menschen, die eine irrsinnige

Energie haben … Und diese Energie würden sie unheimlich produktiv

einsetzen hier in dieser Gesellschaft. Sie würden viele Arbeiten machen.«

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Frau/Mann tut den Ideologen des multi-kulturellen Konzepts also

wirklich Unrecht, wenn frau/mann sie in den Verdacht brächte, Armut

und Ausbeutung anzugreifen oder gar zu bekämpfen. Im Gegenteil:

Wesentliche Voraussetzung für Multi-Kultur ist gerade Gleichgültig-

keit gegenüber Armut und den Ursachen für Vertreibung und Verfol-

gung. Denn erst wenn »wir« ohne eigene Skrupel mit der Armut (ande-

rer, versteht sich) gut und ruhig leben können, entwickeln »wir« das

rechte Gespür für die »irrsinnige Energie«, die der Kampf um’s Überle-

ben erst richtig freisetzt.

Wie man an diesen Reichtum rankommt, weiß der Autor und läßt

Friedman für sich reden – ein Wirtschaftsfachmann, der sich bei

Militärdiktaturen wie Chile mit monetaristisch-gesteuerten Verelen-

dungsprogrammen verdient gemacht hat: »Uneingeschränkte Einwan-

derung würde uns reicher machen, so wie sie es auch in der Vergan-

genheit getan hat … Wenn eine berufstätige Frau für 2.000 Dollar im

Jahr ein Dienstmädchen aus Indien einstellen könnte, … und so die

Zeit hätte, einer Tätigkeit nachzugehen, die ihr jährlich 10.000 Dolla

einbringen würde, – wer würde dabei verlieren?«

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In der Tat, dieses

Plädoyer steht nicht nur in der Tradition eines europäischen Kolonia-

lismus, der sich seit Jahrhunderten die Rohstoffe anderer Länder

geraubt und die Menschen als SklavInnen in ihre Metropolen verschifft

hat. Es steht auch für das neue, oliv-grüne Bewußtsein, daß Rohstoffe

endlich, d.h. begrenzt sind, der Rohstoff »Mensch« hingegen unendlich

verfügbar und damit grenzenlos ausbeutbar ist. Wenn also der Wert

eines Menschen weniger über sein Blut oder seine Hautfarbe bestimmt

wird, sondern über die Möglichkeiten seiner Vernutzung, dann aus dem

Wissen heraus, daß ein freundlicher Kellner aus Italien mehr nutzt, als

ein blutverschmierter, daß in den Augen eines indischen Kinder-

mädchens nicht Angst, sondern Liebenswürdigkeit entdeckt werden

soll.

Für die Ideologen von multi-Kultur ist Rassismus kein Gewaltverhältnis,

sondern ein Lösungsmittel

7

, mit dem vergreiste, erstarrte Arbeits- und

Lebenshierarchien in Fluß, in Bewegung gebracht werden. »Für viele

Deutsche … bedeutet ein hoher Ausländeranteil auch die Chance einer

vielversprechenden Karriere – sie können als Vorarbeiter eine leitende

Funktion übernehmen. Das erhöht die soziale Mobilität und sorgt

dafür, daß die Ärmsten nicht ewig die Ärmsten bleiben.«

8

Eine multi-

kulturelle Frischzellenkur.

Es ist wohl nicht der Rede wert, dazuzusagen, daß gerade diese

›Karriere‹ nicht irgendeiner fachlichen Qualifikation, sondern aus-

schließlich der weißen Hautfarbe, des Deutsch-Seins geschuldet ist.

Dieser rassistische Zugewinn gilt gerade jenen Deutschen, die eigent-

lich im Kapitalismus nichts zu melden und zu sagen haben, aber über

den 2. Bildungsweg »Rassismus« doch noch mit kleinen Aufstiegschan-

cen bedacht werden. Es braucht nicht ausgesprochen zu werden, wo

Nicht-Deutsche – in aller Regel – zu stehen haben: als Allerletztes, ganz

unten.

»Resteverwerter« eben, wie Herr Geißler seine ausländischen Mit-

bürgerInnen herzlich willkommen heißt. Diese weiße Mobilität spricht

nicht gegen ein paar wenige, die durchgekommen sind, die’s zu was

gebracht haben. Denn selbst ihr beruflicher Erfolg kann ihre ›falsche‹

Hautfarbe und Herkunft – oft – nicht wettmachen. »Der nette Schwarze

von nebenan wird immer der nette Schwarze von nebenan bleiben.«

9

Für multi-kulturelle Ideologen ist Rassismus kein Verbrechen, sondern

unersetzliche (Volks-)Medizin, die bei dosierter Einnahme ihre stimu-

lierende Wirkung auf die deutsche Volksseele erst richtig entfaltet, –

kreislaufstabilisierend und potenzsteigernd. Daß jede Medizin, bei

übermäßigem und unkontrolliertem Genuß schleichende bis tödliche

›Nebenwirkungen‹ zeigt, gehört zum Restrisiko einer multi-kulturellen

Gesellschaft. Den Preis dafür, bezahlen bekanntlich andere, Nicht-

Deutsche.

 

Geschichte, Rassismus und das Boot 3

Deutsche.

ihre Kultur, ihren Körper, meist alles auf einmal verkaufen müssen.

Die Faszination nährt sich aus dem Versprechen, daß für sie der Genuß

dieser »Zutaten« reserviert ist, zu einem oft märchenhaften Preis.

Die multi-kulturellen Ideologen wissen um die Hemmungen, voll

zuzugreifen, um die Heimlichkeit, mit der dieser Lustgewinn genossen

wird. Deshalb propagieren sie den Genuß ohne (bürgerliche) Reue,

also mehr Abhärtung: »Wir müssen wieder lernen, mit Armut zu leben,

ohne gleich in Ohnmacht zu fallen, wenn wir sie zu Gesicht bekommen.«

3

Es gilt also, den Reichtum für uns in der Armut anderer zu ent-

decken. Darin sind sich der Autor und der heutige Stadtrat für multi-

kulturelle Angelegenheiten einig: »Der Sprung von der Heimat in die

Diaspora kann ungeheure Energien freisetzen. Einer Umgebung entron-

nen, in der ihre Kreativität durch Gesetze, Traditionen oder einfach

durch Neid gehemmt war, sind die Immigranten endlich imstande (und

gezwungen), zu zeigen, was in ihnen steckt, für Frauen … ist dieser Effekt

wohl am dramatischsten.«

4

Oder ganz amtlich, mit den Worten des

Stadtrats: »Die meisten Asylbewerber sind Menschen, die eine irrsinnige

Energie haben … Und diese Energie würden sie unheimlich produktiv

einsetzen hier in dieser Gesellschaft. Sie würden viele Arbeiten machen.«

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3 Antworten

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  1. „Armut ist ein stiller Glanz von innen“, sagt Rilke.

    Nörgler

    5. Oktober 2007 at 16:56

  2. Auch wenn ich nicht allen in diesem Text aufgestellten Behauptungen folgen mag: dass Multikulturalismus sehr oft mit einer Art dosierter Rassismus, „Racism light“, einhergeht, beobachte ich seit Jahren. Die Verwandtschaft mit den „ethnopluralistischen“ Konzepten der „Neuen Rechten“ ist manchmal frappierend – wobei es besonders ärgerlich ist, dass so wenige Multikulturalisten den tendenziellen Rassismus in ihren Argumenten erkennen.
    Die „Neuen Rechten“ (im Sinne von Benoist, GREECE, Thule-Seminar usw.) wissen wenigstens, dass sie Anhänger eines Models der Kultur- und Rassentrennung sind, während Multi-Kulti-Fans noch von ursprünglichen Traditionen und unverfälschter Identität reden, ohne zu merken, wie sehr ihre Gedankengänge denen völkischer Blut- und Boden-Fanatiker ähneln. Was nicht heißt, dass mir neurechte Rassisten / Kulturalisten lieber wären als auf „kulturelle Bereicherung“ fixierte Multikulturalisten.

    MartinM

    7. Oktober 2007 at 22:51

  3. Bei der Gesellschaft für Bedrohte Völker geht dann beides fließend ineinander über. Meinereiner befürwortet hingegen den Melting Pot, die synkretistische und akkulturative Verschmelzug von Elementen der unterschiedlichen Kulturen zu einem neuen Ganzen unter dem Fluchtpunkt der Humanität.

    che2001

    8. Oktober 2007 at 6:24


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