shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

40 Jahre tot

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40 Jahre enthüllt
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Popikone

che, der weg

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Written by ring2

9. Oktober 2007 um 14:29

Veröffentlicht in Pop

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18 Antworten

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  1. Lustig, bisher hatte ich ja so meine Probleme mit dem, aber so massiv, wie sich andernorts auf den eingeschossen wird, wie ü+blich jeden historischen Kontext ignorierend, habe ich den mittlerweile richtig lieb. Und dann zitieren sie ihn, die Klassenfeinde, wirklich ziemlich unschöne Passagen, und merken gar nicht, daß man nur ein paar Wörtchen ändern müßte, und es käme ziemlich exákt ihre eigene Doktrin dabei raus. Statt „Avantgarde“ „Leitungsträger“ usw.

    Und Popkultur lesen können sie auch nicht. Total uncool.

    Ah, was jammer ich, Freiheit für neue Diskussionen, sage ich mal 😉 … muß ich den Friedman jetzt eigentlich noch weiterlesen?

    momorulez

    9. Oktober 2007 at 14:43

  2. Der Todestag eines viel netteren Revolutionärs nähert sich (ausgerechnet ich muss das sagen, aber für meinen Spitznamen kann ich ja nichts), nämlich Thomas Sankara, der Liebling des Jungen Afrika und Begründer des Staats Burkina Faso, was Land der Unbestechlichen bedeutet:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Sankara

    che2001

    9. Oktober 2007 at 15:37

  3. Sollen sie ihn zitieren. Der jämmerliche Denunziationsversuch zeigt doch nur, wie sehr sie Angst vor denen haben, die seine Idee von der Freiheit der Völker weitertragen. Ich sage nur: Banco del Sur!

    ¡Venceremos!

    🙂

    jolly rogers

    9. Oktober 2007 at 16:02

  4. @Momo:
    Ja, was ist er denn nun der Ernesto? Held? Popikone? Nur liebgewonnen weil die ollen Reaktionäre ihn nicht mögen? Und wenn der uns so ähnlich ist, sind wir dann nicht auch liebhabenswürdig? Ich nehm‘ auch gern‘ ne Prise historischen Kontext um es besser zu verstehen. Cooler werden möchte ich natürlich auch ständig.

    googlehupf

    9. Oktober 2007 at 20:54

  5. Wahrscheinlich macht diese Debatte hier die Sache nicht klarer, zumindest hat sie Unterhaltungswert:

    http://gebloggtewelten.de/2007/10/04/der-lange-schatten-des-che/

    che2001

    9. Oktober 2007 at 21:14

  6. ABCHE – eine habe ich noch, schön komprimiert dieses Kalenderblatt beim Deutschlandradio:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/677487/

    che2001

    9. Oktober 2007 at 22:13

  7. Mir geht es zumindest nicht um Leistungsträger. Mir geht es vielmehr um Erben, die stinkreich sind, ohne je einen Finger krumm gemacht zu haben. Das gefällt mir, das ist meine Welt.

    David

    10. Oktober 2007 at 0:35

  8. @Googlehupf:

    Ich kann den überhaupt nur als Pop-Mythos wahrnehmen, und Pop-Mythen haben eben auch einen Gehalt, wie Elvis, Sid Vicious, James Dean, Russ Meyer oder Kurt Cobain ja auch.

    Und der Che ist ein politischer Mtyhos, die durchaus sowas wie eine Orientierungsfunktion haben können, aber dann gemeingefährlich werden, wenn sie konkret-politisch statt eben als Form der populären Kultur rezipiert werden. Sein Gehalt ist „Helfe den Armen und engagier Dich dafür“ wie auch „verzichte auf Macht, um Gutes zu tun“, was alles so lesbar ist, ohne auch nur in irgendeiner Form auf die konkrete, historische Figur einzugehen.

    Daß nunmehr auch viel geschrieben wird, um diese zu erhellen, wäre ja dann gut, wenn letzteres die Absicht wäre. Aber dieses marxistisch-leninistische Weltbild, das sich z.B. beim A-Team zitiert findet, ist auf der Ebene von Pop-Mythen dann eben Stalin, Mao oder Lenin. Und da würde ich schon die These vertreten, daß Motive deren Denkens, na, Stalin oder Mao nicht, aber Lenin, in eurem Lager weit häufiger anzutreffen sind als auf der Linken, immer dann, wenn das Ganze mit Neocon gekoppelt auftritt oder aber sich durch einen hegelianischen geschichtsphilosopischen Rahmen und einen platonischen (Markt-)Idealismus ergänzt sieht und als Heilslehre propagiert wird. Was mich dann immer frappiert, ist, daß das außer Rayson niemandem aufzufallen scheint.

    Historie: Man kann nicht Che ohne Batista, nicht Lenin ohne den Zaren und nicht Mao ohne die feudalen Strukturen im China zuvor diskutieren, und diese freischwebende Zitierereien haben ja offenkundig den Zweck, genau das zu verhindern, und das ist dann eben das Gegenteil historischer Aufklärung. Man liefert damit auch keine retrospektive Legitimation für irgendwas, wie ja gerne behauptet wird, was aber nur dann möglich ist, wenn man, wie in eurem Lager üblich, normativ und deskriptiv nicht unterscheidet.

    @David:

    Ich habe gerade ein paar solcher Erben getroffen, das war schon ganz schön spooky … die hätte ich am liebsten sofort, und in der Tat zwangsweise, für 3 Monate nach Neukölln oder Marzahn oder Meck-Pomm beordert, um in der Zeit dort von Hartz IV zu leben. Würde mich mal interessieren, ob die dann noch genau so, wie sie’s taten, über Kunst diskutieren würden.

    Gibt ja Manager, die sowas auch freiwillig machen, um nicht völlig abzuheben. Aber wahrscheinlich würde unter aktuellen, kulturindustriellen Bedingungen das binnen kurzem zu einem total hippen Selbstfindungstripp kommerzialisiert, mal Hartz IV-Empfänger gucken wie im Zoo …

    momorulez

    10. Oktober 2007 at 6:31

  9. „Man kann nicht Che ohne Batista, nicht Lenin ohne den Zaren und nicht Mao ohne die feudalen Strukturen im China zuvor diskutieren“

    Doch. Boche kann das.

    jolly rogers

    10. Oktober 2007 at 6:57

  10. Hätte Che Erben wären die heute auch stinkreich.
    Cohiba Guevara würd sie wohl heissen und bei RTL II in dritter Wiederholung Andenställe säubern. Ich liebe diese Welt, Huhhhhhhh ;(

    ring2

    10. Oktober 2007 at 7:02

  11. @Ring2:

    Allein die Markenrechte – ein Traum! Hat sich das eigentlich jemals jemand schützen lassen können? Wollen wir?

    @Jolly:

    Das können die fast alle ganz gut da drüben. Eine Weltsicht wie im Heimatfilm, und so erklären sich dann auch diese unsinnigen Lenin-Hitler-Vergleiche: Was die reproduzieren, ist diese 50er-Jahre-Heimatfilm-Erzählweise, wo wie aus dem Nichts dann über unbescholtene Bürger das schicksalhafte Unheil in Gestalt böser Menschen hereinbrach. Bei ’68 machen sie’s dann auch so, und so generiert der falsche Plot all die dümmlichen Gleichsetzungen … paßt ja zum Thema Pop-Mythen. Lauter Förster im Silberwalde im Geiste, und grün ist die Heide …

    momorulez

    10. Oktober 2007 at 7:10

  12. […] (inspiriert) […]

  13. ring2

    10. Oktober 2007 at 7:17

  14. ring2

    10. Oktober 2007 at 7:20

  15. Che hat Erben, ob sie wirklich stinkreich sind weis ich nicht, halte ich für höchst unwahrscheinlich und bin mir allerdings sicher, dass Ches Tochter Aleida wohl kaum bei RTLII auftreten würde auch wenn ihr Auftritt in Teheran zeigte, dass sie durchaus in der Lage ist Ställe auszumisten – bildlich gesprochen.
    http://ipsnews.net/news.asp?idnews=39503

    balou

    10. Oktober 2007 at 9:29

  16. Sag mal, findest Du es witzig ’nen alten Mann so zu erschrecken? Jetzt mach ich erst mal ne Runde mit der Töle ..

    balou

    10. Oktober 2007 at 9:36

  17. Das ist doch ganz einfach: Wenn Che mit der Begründung ermordet wurde, es gäbe in Bolivien keine Todesstrafe, man könne einen solchen Revolutionär aber weder vor Gericht stellen noch einsperren, weil er das Gericht zum Tribunal gegen das System machen und die Häftlinge aufwiegeln würde, dann erledigen Freiheitskämpfer einen Terroristen, das ist also eigentlich kein Mord. Wenn aber das Batista-Regime 20 000 Leute ermorden lässt, überwiegend in der Form, dass sie zu Tode gefoltert und die entstellten Kadaver anschließend von LKW-Ladeflächen auf belebte Bürgersteige geworfen werden pour encourager les autres, und die dafür Verantwortlichen oder zumindest für schuldig Gehaltenen vor Gericht gestellt und in nachweislich 176, möglicherweise aber auch 550 oder noch mehr Fällen unter persönlicher Mitwirkung Che Guevaras zu Tode verurteilt und hingerichtet werden, wobei es im Eifer des Gefechts leider auch Unschuldige erwischt, dann ist der einzige Massenmörder in diesem Zusammenhang Che. Immerhin war Batista für die Freiheit, hauptsächlich die Freiheit US-amerikanischer Mafiosi und Steuerhinterzieher, auf Cuba ein feistes Leben zu führen. Nazifaschistgutmensch, wer Schlechtes dabei denkt!

    che2001

    10. Oktober 2007 at 10:30


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