shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Wieder ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat; aber mit Quellenangabe, Statler

with 45 comments

Politische Schreibweisen

(Marxistische Schreibweise)
…Die marxistische Schreibweise ist ganz anderer Natur. Bei ihr stammt die Geschlossenheit der Form nicht aus einer rhetorischen Steigerung oder einer Emphase des Vortrags, sondern aus einem besonderen Wortschatz, der ebenso funktional ist wie ein technisches Vokabular; selbst die Metaphern sind darin streng kodifiziert…; die marxistische Schreibweise wird am Anfang wie eine Sprache der Erkenntnis gegeben; hier ist die Schreibweise eindeutig, denn sie ist bestimmt, den Zusammenhalt einer „Natur“ aufrechtzuerhalten. Durch diese lexikalische Einheit ist es ihr möglich, eine Stabilität der Erklärungen und eine Permanenz der Methode aufzuzwingen;…

(Stalinistische Schreibweise)
In der stalinistischen Welt, in der die Definition, d.h. die Trennung von Gut und Böse, die gesamte Sprache beherrscht, gibt es keine Wörter mehr ohne Wert, und es ist schliesslich einfach Aufgabe der Schreibweise, einen Prozess zu ersetzen. Es gibt keinen Aufschub mehr zwischen Benennung und Urteil, die Geschlossenheit der Sprache ist vollkommen, da als Erklärung für einen Wert nur noch ein anderer Wert gegeben wird. So sagt man schliesslich, dass der und der Verbrecher eine staatsfeindliche Tätigkeit entfaltet hat, was darauf hinausläuft, festztstellen, dass derjenige ein Verbrecher ist, der ein Verbrechen begeht…Diese hat es tatsächlich nicht mehr darauf abgesehen, eine marxistische Erklärung der Tatsachen zu geben oder eine revolutionäre Rationalität der Handlungen zu begründen, sondern darauf, die Wirklichkeit in beurteilter Form zu liefern und damit eine sofortige Lektüre der Verurteilung zu erzwingen…

(Jedes Regime besitzt seine eigene Schreibweise)
…Als die sichtbar engagierte Form des Sprechens enthält die Schreibweise durch eine wertvolle Doppeldeutigkeit sowohl das Sein als auch das Scheinen der Macht, sowohl das, was sie ist, als das, wofür sie gehalten werden möchte…

(Klassenschreibweise)
…Man sieht, dass hier die Schreibweise die Funktion eines guten Gewissens erfüllt und dass sie die Aufgabe hat, auf betrügerische Weise den Ursprung eines Faktums mit dessen entferntester Umwandlung dadurch zusammenfallen zu lassen, dass sie mit der Rechtfertigung des Aktes die Bürgschaft seiner Realität gibt. Dieser Zug ist im übrigen den Schreibweisen aller autoritären Regime eigen. Man könnte das die Polizeisprache nennen. Ein Musterbeispiel daraus ist der stets zur Unterdrückung verwendete Gehalt des Wortes „Ordnung“…

Nach: Barthes, Am Nullpunkt der Literatur, S.22ff, Frankfurt/Main, 2006

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Written by talbert

15. Oktober 2007 um 21:29

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert

45 Antworten

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  1. Wie kann man nur einen unfehlbaren Ökonomen, der den freien Zusammenschluss von Gleichberechtigten und Gleichgesinnten auf einem freien Markt als „stalinistische Organisation“ erkannt hat auf solche Weise reizen wollen?

    T.Albert, Du bist ein böser Junge!

    jolly rogers

    15. Oktober 2007 at 22:05

  2. @T. Albert:

    Schön!

    Das ist ganz kurios, habe gerade parallel in einer Aufsatzsammlung zu Benjamins Fragment „Kapitalismus als Religion“ gelesen und bin jetzt eh schon völlig verwirrt, wie immer bei Benjamin, und das, obwohl ich erst dachte „Meine Güte, wie billig!“, als ich das Buch sah, das dann aber doch kaufte, und da steht im Mittelpunkt unter anderem der Zusammenhang zwischen Schuld im religiösen Sinne und Schulden im kapitalistischen Sinne und Sühne ohne Erlösung als kultische Handlung im Rahmen desselben, Arbeit und Schulden abtragen halt, wenn ich’s richtig verstanden habe, und wenn man dann, eh schon durcheinander, das mit der Klassenschreibweise und der stalinistischen Reduktion auf Gut und Böse anschließend liest, dann ergibt das einen fast drogigen, gedanklichen Gesamtschwurbel … wenn der sich mal auflöst, kann da was richtig Gelungenes bei rauskommen, glaube ich.

    momorulez

    15. Oktober 2007 at 22:29

  3. Das Fragment ist doch super, diese Vorstellung des Kapitalismus als verschuldendes Prinzip und eben kein erlösendes.
    Aber mich erinnern die Zitate an das Kapitel über Zeichenregime in den „Tausend Plateaus“ von Deleuze/Guattari.

    lars

    15. Oktober 2007 at 23:10

  4. Na, hat mich das ja daran gar nicht erinnert, sondern das prallte gerade in mir aufeinander, sozusgen, der Barthes und der Benjamin … und ob ich diese Fragment wirklich gut finde, das weiß ich auch noch nicht. Was ja ein gutes Zeichen ist, kosmologisch, meine ich 😉 …

    MomoRules

    15. Oktober 2007 at 23:14

  5. Sind wir damit nicht eigentlich beim Orwell´schen Newspeech angelangt? Der ja übrigens ein zu einem sich selbst auch wieder in Frage stellenden vorsichtigen Trotzkismus tendierender unabhängiger Linkssozialist war und damit ähnlich zwischen den Lagern wie Benjamin. Der hat ja auch mit Marxismus, proletarischem Kindertheater, Baudelaire, Kant, elementarer Semantik/Semiotik, dem Wahrheitsgehalt der Allegorie und antipositivistischer ästhetischer Theorie die unterschiedlichsten Begriffswelten zusammengebracht (und übrigens auch gekifft, was mir zu einem gängige Begriffskategorien transzendierenden eust zu passen scheint).

    che2001

    15. Oktober 2007 at 23:18

  6. Sind wir damit nicht eigentlich beim Orwell´schen Newspeech angelangt? Der ja übrigens ein zu einem sich selbst auch wieder in Frage stellenden vorsichtigen Trotzkismus tendierender unabhängiger Linkssozialist war und damit ähnlich zwischen den Lagern wie Benjamin. Der hat ja auch mit Marxismus, proletarischem Kindertheater, Baudelaire, Kant, elementarer Semantik/Semiotik, dem Wahrheitsgehalt der Allegorie und antipositivistischer ästhetischer Theorie die unterschiedlichsten Begriffswelten zusammengebracht (und übrigens auch gekifft, was mir zu einem gängige Begriffskategorien transzendierenden Geist zu passen scheint).

    che2001

    15. Oktober 2007 at 23:19

  7. Kosmische Kollisionen statt kritischer Konstellationen *LOL*

    Der sms von rebell.tv hat sich ja eingehend damit beschäftigt und mich auf darauf aufmerksam gemacht! Ich fand das Buch aber etwas zu teuer um es mir zu kaufen…

    lars

    15. Oktober 2007 at 23:19

  8. und @che: aber das Kiffen war ja tatsächlich eine Reihe an Experimenten, ähnlich Freuds Kokainversuchen. Und die daraus entstandenen Texte sind nicht gerade seine Highlights, wenn auch durchaus von amüsanter Art.

    lars

    15. Oktober 2007 at 23:23

  9. @Lars: Deine Statements sind auch jenseits aller Drogen ziemlich abgefahren. Man weiß ja nicht, was der Dummstudent heute so nimmt: ich tippe auf den profanen Koks. Du darfst widersprechen, wenn es nicht stimmt.

    jolly rogers

    15. Oktober 2007 at 23:28

  10. sorry, ich habe da sozialisationsbedingt ein etwas distanziertes Verhältnis zu Drogen. Aber was die Studenten so betrifft: ist wohl Fachkulturspezifisch.

    lars

    15. Oktober 2007 at 23:35

  11. Oder „arbeitest“ du schon und läufst mit links gebügelten Hosen rum, deren Bügelfalte nach innen zeigt? Ist ein Anfängerfehler bei ehrgeizigen, aufstrebenden Jungmanagern, die sich unbedingt LÄCHERLICH machen wollen. Erfolgreich.

    jolly rogers

    15. Oktober 2007 at 23:37

  12. Naja, wenn man promovieren arbeiten nennt… ansonsten habe ich mit Bügelfalten nichts zu tun. Erwecke ich den Eindruck „Jungmanager“ zu sein?

    lars

    15. Oktober 2007 at 23:41

  13. Ho, „Sozialisationsbedingt distanziertes Verhältnis zu Drogen“ hört!hört! Der Herr trinkt nur Cola light und trägt rosa Poloshirts mit aufgestelltem Kragen. Gottogott. Sowas soll mal einen STAHLKONZERN führen….

    jolly rogers

    15. Oktober 2007 at 23:41

  14. un‘ schus‘.

    jolly rogers

    15. Oktober 2007 at 23:42

  15. Woran identifizierst Du mich eigentlich als anfängerfehlgehendem Aufstreber?

    lars

    15. Oktober 2007 at 23:49

  16. was is denn jetzt los?
    was macht denn Lars jezz falsch?
    ist drogennehmen jezz pflicht?
    um was gings nochmal?

    T. Albert

    15. Oktober 2007 at 23:59

  17. @t.albert: weiss ich ja auch nicht, Aber der Brennivin mit Cola-ohne-light schmeckt mir eigentlich grad ganz gut…

    lars

    16. Oktober 2007 at 0:02

  18. @Lars

    sowas trink ich sozialisationsbedingt ja nich. also, selten.

    @Jolly

    Du bist ja nickelich! ich trag fast immer bügelfaltenhosen, und drogen nehm ich auch nich, obwohl ich weder doktor bin noch stahlkonzernsführer. ich bin nur ein linker, mainstreamkultureller spiesser. ich esse gern die 49-rappen-milchschokolade vom coop.

    T. Albert

    16. Oktober 2007 at 0:16

  19. ich auch eigentlich auch sehr selten. Aber das war ein Urlaubsmitbringsel, der Brennivin. Und trinken lässt sich der nunmal nur mit Cola.

    lars

    16. Oktober 2007 at 0:19

  20. Sagt mal, (auch wenn ich hier als unbekannter Außenstehender hereinbreche): Sei’s hier innerhalb oder auch in der Kommunikation mit „drüben“ … gut ich habe ein paar Monate nicht wirklich mitgelesen, aber ich denke mir sowohl hier, wie auch d’rüben, dass trotz aller Differenzen die Grundhaltung der Kommunikation mal etwas versöhnlicher (oder sollte ich besser sagen: Verständiger?) war?

    Klar, ich könnte das auch d’rüben irgendwo schreiben, aber das ist bei dem Klima wohl nur noch ’ne zu vernachlässigende Detailfrage.

    christianK

    16. Oktober 2007 at 0:19

  21. P.S. Gut, die Betonung der Differenz mag inhaltlich sein, aber ich meine einfach nur den Gestus, der so zwischen den Zeilen mitschwingt. (Vielleicht ist auch der inhaltlich begründet … wenn dem so ist, dann hat sich mir diese Notwendigkeit aber aus dem bislang Gelesenen entzogen.)

    christianK

    16. Oktober 2007 at 0:21

  22. P.P.S. „entzogen“ meint „bisher nicht erschlossen“

    christianK

    16. Oktober 2007 at 0:22

  23. Ich frage mich gerade, welches der Drüben Du meinst…aber turbulenter ist es schon geworden.

    lars

    16. Oktober 2007 at 0:22

  24. Naja, es spielt nicht so wirklich eine Rolle. Ich Frage mich sowohl bei den B.L.O.G.s, wo ich ganz gerne mal kommentiere/te, wie auch beim A-Tem, wo ich zwar lese, aber bisher nie wirklich den Drang zum eigenen Kommentar verspürte … (Ganz wie hier was zwar im journalistischen Verständnis wohl gut (geschrieben), aber irgendwie auch ein Allgemeinplatz ist.) … wie es kam, das plötzlich alles „so hoch kocht“.

    Und wie gesagt: Die inhaltlichen Differenzen waren immer da, aber …

    christianK

    16. Oktober 2007 at 0:28

  25. Und (tut mir leid, dass ich hier gerade so spamme) irgendwie scheint mir es auch ganz gut in diese Richtung zu passen, dass es plötzlich verwerflich ist, so sozialisiert zu sein, dass …

    christianK

    16. Oktober 2007 at 0:29

  26. @ChristianK,
    was ich da oben gespammt habe, richtet sich natürlich auch an mich selbst. Nicht nur an andere drüben.

    T. Albert

    16. Oktober 2007 at 0:51

  27. @ChristianK: Ich weiß auch nicht genau, was los ist. Habe auch irgendwie keine Lust, mich an diesen Krawallen zu beteiligen.

    David

    16. Oktober 2007 at 1:32

  28. David,
    was denn für Krawalle? Was soll denn los sein?

    T. Albert

    16. Oktober 2007 at 2:19

  29. Ihr müsst hier nachsehen:

    http://gebloggtewelten.de/2007/10/14/logik-der-oekonomie/

    (Statler hat die Quelle seines Adorno-Zitats, aus dem Zusammenhang gerissen wie jedes Zitat, nicht angegeben. 😀 )

    T. Albert

    16. Oktober 2007 at 2:30

  30. Jolly wird es nicht vermuten, Lars gehört zu dem Guten. @Brennivin: Wir sollten uns vielleicht mal zu einem Surströmming treffen…

    che2001

    16. Oktober 2007 at 8:25

  31. @Christian K.:

    Bei der verlinkten Diskussion drüben bei den Gebloggten Welten kommt wohl wirklich ganz gut rüber, wie das alles so verlief. Das jetzt zu rekonstruieren fiele mir auch schwer, aber T. Albert faßt das drüben ganz gut zusammen.

    @David:

    Dich haben wir doch aber sowieso lieb!

    @Jolly:

    Wollen wir nicht lieber mal ein sperates Blog „besoffen posten“ oder so einrichten? Im St. Pauli-Forum gibt es auch immer so einen Thread im Klönschschnack …

    @Che:

    „Gehört zu den Guten“ finde ich jetzt aber auch ein wenig flach 😉 … David z.B. gehört auch zu den Guten, Googlehupf auch, usw. …. gehört Jolly, nix für ungut, denn da auch mit zu den Guten? Finde ja nicht jeden Spruch, den ich beim gemeinsamen Bier aufrichtig spaßig fände, in Blog-Diskussionen immer auch wirklich gelungen … kann aber an meiner Sozialisation liegen. Die übrigens auch ausschlösse so was zu trinken wie der Lars das tut 🙂 …. wir Niedersachsen sind da ja puristischer, trotz Lüttje Lagen.

    momorulez

    16. Oktober 2007 at 9:07

  32. @Momo: Zu meiner Sozialisation gehört ja, zwischen den tieferen erkenntnistheoretischen oder politischen Überlegungen und den platten Sprüchen ganz ungeniert zu switchen. Ansonsten würde ich vorschlagen, demnächst mal einen
    Single Malt zu nehmen.

    che2001

    16. Oktober 2007 at 9:52

  33. Ich bin ja auch kein Freund dieses Getränks, Mann. Und Gäste kriegen das sowieso nicht vorgesetzt…

    lars

    16. Oktober 2007 at 11:09

  34. „Single Malt“ war das Stichwort. Ich mußte erst drauf kommen, dass der Brennivin isländisch ist. Ich dachte schon, das kann doch nicht sein, dass es eine schottische Destillerie git, die ich nicht kenne!

    Nörgler

    16. Oktober 2007 at 11:24

  35. Ich geb’s ja zu, daß ich eher so ein Brandy- und Cognac-Trinker bin, wenn überhaupt Schnaps … solche Feinheiten, wie ihr sie zu euch nehmt, trinke ich eigentlich nur bei meinem Schwager … aber wer mischt sowas denn mit Cola???????????? Dann kann man ja gleich Bols Blau mit Organgensaft trinken …

    momorulez

    16. Oktober 2007 at 11:30

  36. ach so, das is isländisch? Ich dachte, was sich so anhört, kann nur schrecklich brennen. Und wenn man Cola reinschüttet, dann muss es was sein, was ich sozialisationsbedingt nicht trinken kann.

    T. ALBERT

    16. Oktober 2007 at 11:35

  37. Ja, ist halt wie fieser Korn. Und da brauche ich zumindestens irgend einen Geschmacksträger…

    lars

    16. Oktober 2007 at 11:42

  38. Ich mußte das auch erst googeln, obwohl sich Brennivin wie Branntwein anhört, keine Ahnung ob da eine sprachliche Verwandtschaft besteht oder ob es Zufall ist.
    Jedenfalls hätte ich es vom rein Klanglichen her auch für einen gälischen Namen halten können, und die meisten Schottendestillen haben gälische Namen.
    Dem Weltnetz entnehme ich auch, dass der Brennivin auch „Svarti dauti“ (Schwarzer Tod) genannt wird. Wie das bei nur 40 % Alc funktionieren soll, vermag ich allerdings nicht nachzuvollziehen.

    Nörgler

    16. Oktober 2007 at 13:42

  39. @Momorulez
    Benjamins Fragment “Kapitalismus als Religion”

    Lies mal von Alexander Rüstow, von dem der Begriff Neoliberaler stammt,
    Die Religion der Marktwirtschaft
    ISBN 3-8258-4848-5
    noch besser die erweiterte Fassung
    Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus
    ISBN 3-89518-349-0
    Rüstow beschreibt die theologischen Wurzeln von Begriffen wie die unsichtbare Hand, Freihandel und Gleichgewicht der Märkte. Dann verstehst du auch, warum die ursprünglichen Liberalen gegen den staatlichen Eingriffe waren. Der Staat war Menschenwerk, während die unsichtbare Hand und der freie Markt göttliches Wirken sind. Also mußten die negativen Begleiterscheinungen der Industriegesellschaft auch göttlicher Wille sein. Und wer fällt schon Gott in die Hände, wenn er die Menschen straft. Die gegenwärtigen Liberalen wissen von diesen theologischen Wurzeln recht wenig.

    Libero

    18. Oktober 2007 at 15:17

  40. Aber mir scheint, sie glauben umso fester daran 😉

    Das ist ja, im Gegensatz etwa zu Malthus, noch eine Spätform deistischen Denkens, wobei Hegels Weltgeist und Schellings Absolutes natürlich ähnlich verortet sind.

    che2001

    18. Oktober 2007 at 15:59

  41. @Libero:

    Danke für den Tipp! Liest sich plausibel 😉 …

    Lustig – oder tragisch – ist bei Benjamin, daß er noch nicht mal sowas die „unsichtbare Hand“ beschwört, sondern die kapitalistischen Praktiken selbst in einem Kultus/Ritual von Schuld und Sühne verortet, also die Praktiken. „Schulden machen“ und diese dann abtragen ist wie Schuld und Sühne, so ungefähr – Lars oder Nörgler wüßten das noch profunder. Er denkt damit die Webersche These von der Geburt des Kapitalismus aus der protestantischen Ethik weiter, wundet mich eh, daß das Webersche Theorem irgendwie verschuwnden ist aus den Diskussionen.

    momorulez

    18. Oktober 2007 at 16:24

  42. @Momorulez

    Das Buch ist im Grunde genommen eine Begriffsgeschichte der Ökonomie vor Adam Smith, der ja vieles von seinen Vorgänger „übernommen“ hat. Rüstow zitiert sehr ausgiebig in den Originalsprachen, aber fügt die Übersetzungen an. Die unsichtbare Hand des Adam Smith taucht auch in seiner History of Astronomy und es ist ziemlich ausgeschlossen, daß ein damaliger Mensch damit nicht Gottes Hand gemeint hat

    The Celebrated Adam Smith
    http://www.mises.org/web/2691
    Murray Rothbard war so freundlich, den Abweichler Adam Smith zu exkommunizieren. Adam Smith hat übrigens auch die andere, die negative Seite der Arbeitsteilung in Produktionsbetrieben beschrieben, die sich dann bemerkbar machen, wenn man immer nur wenige Arbeitsschritte machen muß.

    Libero

    18. Oktober 2007 at 17:10

  43. @Che2001

    nicht nur um so fester. Vor allem um so unbekümmerter. Sie sehen sich ja im Gegensatz zu den Jenseits- und Diesseitsgläubigen der Schmuddelkinder. Liberalismus, das ist nicht Glaube, sondern Wissen. Woher kenne ich das bloß? Das Hayek von der Begrenzheit des Wissens gesprochen hat, wird übersehen. Hayek hat die Gefahr der Begrenzheit des Wissens bei sich selbst wohl nicht gesehen. Die Unfehlbarkeit ist nicht nur dem Papst nicht gegeben, sondern auch den Hayeks und Friedmans und Hoppes dieser Welt.

    Libero

    18. Oktober 2007 at 17:15

  44. Mich erinnert das alles sehr stark an die KPD/ML, den Arbeiterbund zum Wiederaufbau der KPD, die KPD/A0 und die KPD/mbH, die Judäische Volksfront, die Volksfront von Judäa und die Kampagne freies Galiläa.

    che2001

    18. Oktober 2007 at 19:01

  45. @Che2001

    das Auftreten dieser Gruppen kenne ich ja auch ein wenig, aber davon sind die meisten Liberalen weit entfernt. Auch wenn mich das Auftreten mancher Neuliberalen doch stark irritiert.

    Libero

    18. Oktober 2007 at 20:12


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