shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

„Die Sprache ist der Hehler der Lüge!“

with 7 comments

Die Freiheitsfabrikanten inspirieren mich ja immer. Vielleicht wegen Hannover, wo ich die Depressionen meiner tristen Jugend erlitt. Im „bad“ war’s damals trotzdem super, besonders, wenn Jorgo Musik gemacht hat. Gimme the car und so.

Aktuell inspirieren sie mich, in Kafkas Hinterlassenschaften zu wühlen beim Gutenberg-Projekt – und dann fallen einem Geschenke in den Schoß wie der folgende Satz:

 „Das Wort »sein« bedeutet im Deutschen beides: Dasein und Ihmgehören.“

Wo freilich nicht ich ihm zustimmen kann, das ist das Folgende:

 „Im Kampf zwischen dir und der Welt sekundiere der Welt.“

Nix da. Verändern statt interpretieren. Hoffentlich. Zumindest meine eigene.

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Written by momorulez

19. Oktober 2007 um 9:19

7 Antworten

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  1. Das Bild, so für sich genommen, hinkt ja auch. Da stehen sich dann im seelischen Morgennebel zwei Kombattanten gegenüber. Du und die Welt. Und da sollst Du, auf der anderen Seite stehend, gerade dabei zu versuchen einen gefassten Gesichtsausdruck hinzukriegen, ob der Tatsache, dass die Welt schon so viele Duelle vorher für sich entschieden hat, da sollst Du der Welt noch sekundieren? Ihr die Waffe laden mit der sie Dich dann niederstreckt? Nein, auch von mir.

    Ja, wenn die Welt auch ich bin. Dann lege ich mich von mir selbst erschossen in das noch feuchte GRas und sterbe.

    ring2

    19. Oktober 2007 at 11:34

  2. Die Arbeiterbewegung hat die Welt nur verändert. Es kommt aber darauf an, sie zu interpretieren.
    😉

    Nörgler

    19. Oktober 2007 at 13:59

  3. Ich hingegen kam als Historiker zur autonomen Linken, weil ich Geschichte auch mal machen wollte und nicht immer nur studieren. Wer aber die Menschen in Bewegung bringen will muss den Teufel im Leib haben 😉

    che2001

    19. Oktober 2007 at 18:23

  4. Nur, wer die Welt ändert, vermag sie auch zu interpretieren. Wer ihr lediglich sekundiert, sich ihr wehrlos oder gedankenlos die Waffen reicht, der wird von der Welt interpretiert, zeigt damit auch seine Beschaffenheit vor der Welt, aber vermag nicht festzustellen, wie die Welt beschaffen ist. Denn die Beschaffenheit der Welt verdeutlicht sich erst im Stadium der Veränderung.

    Mit Veränderung fängt Geschichte an – mit Erstarrung stirbt die Welt in Dir.

    Dr. Dean

    21. Oktober 2007 at 20:20

  5. @ Dr. Dean
    es freut mich. 😉

    sekundiere der welt heißt bei kafka: steh ihrer rohstofflichkeit bei; halte ihr nichts vor; drehe dich in ihren rhythmus ein; zieh sie zu dir; lass SIE toben nicht in, nicht vor, nicht unter, nicht durch, nicht um, sondern mit dir. illustriere nicht sie, illustriere ihren sitz im individuellen leben. auch so verdeutlicht sich ihre beschaffenheit.

    eva

    21. Oktober 2007 at 21:32

  6. Der Nörgler meinte unlängst, die bürgerliche Revolution sei zwangsläufig aus der Erstarrung der feudalen Gesellschaft entstanden und mit der Freisetzung der industriellen Produktivkräfte verbunden gewesen. Der junge Marx, Engels und besonders Sozialrevolutionäre wie Weitling, Blanqui und Proudhon hielten es für wahrscheinlich, dass die soziale Revolution direkt aus der bürgerlichen hervorginge, und für eine kurze Zeit (proletarische Junirevolution 1848 nach der bürgerlichen Februarrevolution in Paris, Communeaufstand 1871, Haymarket-Riot 1886 in Chicago) schien dies auch so zu sein. Heute hingegen erscheint der Kapitalismus unüberwindbar, da auch die im Kapitalismus Lebenden auf Kapitalreproduktion als Existenzgrundlage angewiesen sind. Diese unangreifbare Fortexistenz des Kapitalismus erscheint mir jedoch als ein Trugbild. Es wäre ein Fehler, den Übergang vom Kapitalismus zur nächsten Gesellschaftsformation wie den Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus zu denken. Die Transformation von der Sklavenhaltergesellschaft zum Feudalismus vollzog sich auch nicht als soziale Revolution der römischen Ritterscghaft und des germanischen Stammesadels gegen die Optimaten, sondern als jahrhundertelanger Erosionsprozess. Very slow decay. Der Roman „Die Nacht der Händler“ könnte vielleicht ansatzweise skizzieren, wie der Niedergang des Kapitalismus ablaufen könnte. Ich habe auch Kurz´s „Kollaps der Modernisierung“ als Szenario eines Zermürbungsprozesses gelesen, nicht einer Krise mit Blitz und Donner oder einer gesteigerten Dynamik von Klassenkämpfen.

    che2001

    21. Oktober 2007 at 22:18

  7. Gut möglich, dass der Kapitalismus an etwas zugrunde geht, das er direkt selbst erzeugt. Aber das ist nicht wünschenswert. Wenn er nicht endet durch die „bewußte Tat“(Marx) oder „den freien Sprung unter dem Himmel der Geschichte“ (Benjamin), dann haben wir Mad Max oder Resident Evil oder Alone in the Dark.
    Kurz „Kollaps ..“ sagt doch auch, dass ein Zusammenbruch in der Barbarei endet.

    Der Übergang von der Sklavenhaltergesellschaft zum Feudalismus will mir als Modell nicht taugen, da die Ursache hierfür in der schneckenlahmen Entwicklung der Produktivkräfte (und das noch auf niedrigem Niveau) liegt. Insoweit ist die Situation nicht vergleichbar.

    Seit 20 Jahren entdeckt Kurz immer mal wieder, dass justament die finale Krise angefangen hat, auszubrechen. Kurz schimpft, meist zurecht, auf den „Arbeiterbewegungsmarxismus“, aber dem hat er doch die Manier abgeschaut, Krisen im Kapitalismus mit der Krise des Kapitalismus zu verwechseln.

    Die Finanzkrisen kommen nicht daher, dass der Kapitalismus nicht mehr richtig funktioniert, sondern dass er hervorragend funktioniert. Es gibt so viel Kapital, dass es zu wenig Anlagemöglichkeiten gibt. Dadurch entstehen die Blasen. Wenn sie platzen, ist Kapital entwertet und alles ist wieder gut.
    Die Krisen sind wirkliche Krisen für die Menschen im System, nicht für das System selbst.

    Nörgler

    21. Oktober 2007 at 23:56


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