shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Kurdistan auf Messers Schneide

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Kürzlich schrieb die türkische Zeitung Sabah, in der aktuellen Krise in Kurdistan läge auch eine Chance für die Kurden: Würden die Behörden des kurdischen Selbstverwaltungsgebiets im Nordirak die dortigen PKK-Kämpfer an die Türkei ausliefern, würden sie sich international glaubwürdig machen und die Weichen stellen für eine dauerhafte Autonomie ihrer Region im Frieden und mit Unterstützung der Türkei. Dieses Statement ist signifikant für den chauvinistischen Realitätsverlust, der einen Großteil der türkischen Medien prägt (Cumhuriyet und Yeni Özgür Politika meine ich damit ganz sicher nicht) . Es ist so, als würde man schreiben, wenn Israel eigene Staatsbürger, die an Kampfhandlungen gegen Iraner oder Libyer beteiligt waren, den iranischen oder libyschen Strafverfolgungsbehörden auslieferte, tue es etwas für den Frieden im Nahen Osten. Zu Recht würde jeder vernünftige Mensch hierzulande eine solche Aussage als puren Unsinn, wenn nicht als antisemitische Hetze zurückweisen. Gegenüber den Kurden erscheint dies aus türkischer Sicht aber recht und billig. Die sozialdemokratische irakisch-kurdische PUK, die Partei des irakischen Präsidenten Djalal Talabani, ist bis zu einem gewissen Grad die Schwesterpartei der PKK. Jenseits aller politischen Unterschiede zwischen den demokratischen, wenn recht autoritär organisierten Parteien Südkurdistans (also Nordiraks) und der maoistisch-stalinistischen PKK gibt es eine Gemeinsamkeit im kurdischen Widerstand, die in der Bedrohung durch einen Genozid wurzelt. Nichts schweißt stärker zusammen als ein solches Band. Innerhalb der PUK gab es früher die Liga der Werktätigen Kurdistans, eine ähnlich der PKK maoistische Gruppierung, die allerdings die an der chinesischen Kulturrevolution anknüpfende ultralinke Linie des Maoismus so sehr weiterentwickelt hat, dass dabei etwas fast anarchosyndikalistisch Anmutendes herauskommt: die Forderung nach Abschaffung von Polizei und Militär und Einführung der allgemeinen Volksbewaffnung, der Aufbau von kostenlosen basisdemokratisch organisierten Volksuniversitäten u.ä. Dieser Flügel existiert in Kurdistan-Iran als eigene Partei, die Kumalah (pers. Khomeleh). Die iranische Kumalah wurde von den USA mit Waffen ausgerüstet, in der Hoffnung, dass diese gegen die Ayatollahs zum Einsatz kämen. Stattdessen werden sie jetzt gegen die Türken eingesetzt. Grenzübergreifend ist eine Tendenz zu einem einheitlichen kurdischen Widerstand zu beobachten. Ei Einmarsch der Türkei in den Nordirak könnte fatale Folgen haben:Die kurdischen Regionalstreitkräfte stellen eine schlagkräftige Armee mit einer Stärke von fast 200 000 Mann und Frau dar, die in einem solchen Fall wohl gegen die türkische Armee kämpfen würde, dazu kämen PUK-Mitglieder in den neu aufgebauten irakischen Sicherheitskräften, mit deren Desertion und Überlaufen zu den kurdischen Truppen zu rechnen wäre. Griffen die USA auf Seite der Türkei in die Kampfhandlungen ein, verlören sie ihren wichtigsten und möglicherweise letzten Verbündeten im Irak. Aus einer verschärften Sicherheitslage mit ständigen Bombenattentaten würde ein mit regelrechten Heeren ausgetragener Bürgerkrieg. Eine politische Lösung, die mit der Gewährung politischer Autonomierechte für die Kurden wie einer Amnestie für inhaftierte PKK-Mitglieder verbunden wäre, erscheint als einzige plausible Lösung, um zu einer Friedensregelung ohne vorhergehendes Massaker zu gelangen. Aber so etwas zu vertreten ist in der Türkei bereits „Separatismus“, ein Straftatbestand kurz vor Hochverrat. Ich kann mich erinnern, wie eine Mitstreiterin von mir in der Türkei verhaftet wurde, weil sie eine Menschenrechtsdelegation begleitet hatte. Sie wurde gefoltert, man versuchte sie dazu zu bringen, auszusagen, sie sei die Chefin dieser Terrororganisation:

http://de.wikipedia.org/wiki/Asala

frei kam sie erst durch massive politische Einflussnahme aus Deutschland. Solange die türkischen Sicherheitsorgane so vorgehen, wird die PKK immer wieder Zulauf finden. Für zivile demokratische Parteien ist erst in einer Zivilgesellschaft Platz, die die Türkei den Kurden nicht zugesteht. Ob die PKK selber wandlungsfähig ist weiß ich nicht. Einerseits ist dies eine autoritäre maoistische Organisation mit einem ausgeprägtem Personenkult um ihren Vorsitzenden Abdullah Öcalan und der Praxis, parteininterne Kritiker zu terrorisieren (einige wurden sogar ermordet), andererseits recht pragmatisch. Zu den zentralen Zielen der PKK gehört es, die Großgrundbesitzer in Kurdistan (Agas) enteignen und ihre Landgüter in Genossenschaften umwandeln zu wollen und allen Kurden gleichen Zugang zu Quellen und Weideflächen zu ermöglichen. Als aber kurdische Agas PKK-Kämpfer mit Nahrungsmitteln versorgten oder auf ihren Höfen beherbergten, erklärte Öcalan, solche Agas würde man nicht enteignen, da sie dem Volke dienten. Die ultraorthodox-maoistische TKP/ML/Tikko kritisierte die PKK dafür als „zu nachgiebig gegenüber dem Klassenfeind“ (deren Abspaltung Bolsevik Partizan schrieb auch, die RAF wäre zu lasch) und kritisierte den Personenkult um Öcalan, während sie ihn um ihren von der türkischen Polizei zu Tode gefolterten Gründer Ibrahim Kaypakkaya selber betreibt, interessant ist aber die Tatsache, dass man Kompromisse machen kann. Die PKK lässt internen Widerspruch nicht zu, gibt aber die Möglichkeit, ihn auszuleben: Abweichler organisieren sich in Unter- und Nebenorganisationen oder dem Menschenrechtsverein. Wäre der De-Facto-Bürgerkrieg zu Ende, ist eine Keimzelle für eine demokratisch-sozialistische Entwicklung durchaus da. Die aktuellen Forderungen der PKK beziehen sich längst nicht mehr auf die Errichtung eines unabhängigen sozialistischen kurdischen Staates, sondern auf Autonomierechte innerhalb der Türkei, Rückkehrrechte für landvertriebene Bauern, Sozialprogramme für Kurden, die in den Slums (Göcekondus) der Städte Diyabakir (Diyarbakesh), Antalya, Alanya, Ankara und Istanbul leben usw.

Ach ja, das muss mal sein: Biji Kurdistan azad! Roja Kurdistane, rohan, rohan  xurt! Berxwedan Jiyane!

Und wer jetzt glaubt, das sei eine verkappte Botschaft für irgendwen sollte sich der Gehirntrockenspülung unterziehen, die es bei Donald Duck zu lesen gibt.

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28 Antworten

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  1. Irgendwie fügt sich der Eintrag nicht in den stalinistischen Sprachgebrauch; es gibt so gar keine klaren Guten und Bösen, Das wird nicht so richtig kommentiert werden, befürchte ich.

    Danke für die Background-Infos!

    momorulez

    26. Oktober 2007 at 8:34

  2. Da ich mich selbst da überhaupt nicht auskenne – und auch Wikipedia hilft mir da nicht wirklich weiter: Definiert sich die kurdischen Unabhängigkeitsbewegung inzwischen hauptsächlich über das Ziel der Autonomie? – Und andersherum: Sind Autonomie und linke politische Ausrichtung nicht mehr (Waren sie es mal?) gleichermaßen entscheidend?


    Noch kurz eine Leseempfehlung (fast) zum Thema.
    Im Economist vom 18. Oktober: Unearthing the past, endangering the future – Turkey votes to invade northern Iraq; Congress considers the Armenian genocide. The two are dangerously connected.“

    Eine Darstellung der machtpolitischen Verknüpfungen, die man so in der dt. Presse leider viel zu selten findet …

    christianK

    26. Oktober 2007 at 10:11

  3. Danke für den Link. Die kurdische Autonomiebewegung (Unanhängogkeitsbewegung würde ich sie nicht nennen wollen) definiert sich hauptsächlich über das Kurde sein, das ähnlich dem Jude sein oder Armenier sein damit verknüpft ist, dass einem für das So sein die Vernichtung angedroht wird, und das Ziel, diesen Umstand zu überwinden.

    che2001

    26. Oktober 2007 at 11:33

  4. Gibt es in Kurdistan keine Absaetze?

    Franz Grar

    26. Oktober 2007 at 12:18

  5. @Franz Grar:

    Die Frage ist ja der Brüller … diese immense Anstrengung Anderen beim Lesen anzutun, die ist freilich schlimmer als alles, was der Che da beschreibt …

    momorulez

    26. Oktober 2007 at 12:37

  6. Ich finde aber auch, dass Kurdistan mehr Struktur benötigt, wobei ich mir hier weniger die totalitäre Überstrukturierung der PKK vorstelle. Absätze wären da jedenfalls schon mal ein Anfang. Dass man die oft brutal und erpresserisch auftretende PKK vor allem mit „Autonomie“ in Verbindung bringt, und weniger mit Gewalt und Herrschaft, würde ich vermutlich viel besser verstehen, wenn ich den friedvoll-demokratischen Geist der PKK näher kennengelernt hätte. Indes, jeder Annäherungsversuch meinerseits scheitert immmer wieder z.B. am Personenkult um Öcalan, an Plakaten mit seinem Konterfei, und auch daran, dass die kurdischen Aleviten, die ich kenne, aus guten Gründen weder auf den türkischen Staat, noch auf die PKK gut zu sprechen sind. Aber lustig zu lesen, dass erpresste Agas von der PKK sogleich als verschonenswert bezeichnet werden, was als Aussage vermutlich eine Halbwertzeit hat, die leicht unterhalb der Halbwertzeit menschlicher Gier liegt. Hatte ich eigentlich schon die Begriffe „Erpressung“ und „Entführung“ verwendet? Vermutlich, und noch stärker nehme ich an, dass die imaginierte kurdische Armee (in 200.000 Mannstärke oder so), bereits an Fragen der Logistik scheitern würde. Türkische Militäraktionen im Irak würde also nicht zu einer Schlacht zwischen zwei Armeen führen, sondern, wie ohnehin aus dem Irak bekannt, zu einer assymetrischen und nicht weniger brutalen Kriegsführung.

    Übrigens ist mir unklar, wie viele der in „kurdischen Gebieten der Türkei“ lebenden Kurden sich tatsächlich ein autonomes Kurdistan wünschen, und unklar ist mir auch, wie viele davon sich die PKK an die Spitze wünschen. Mein Eindruck ist mehr, dass die PKK wegen ihrer Widerständigkeit geachtet wird, aber nicht wegen ihrer Vorstellungen hinsichtlich einer politischen Ordnung.

    Dr. Dean

    26. Oktober 2007 at 13:33

  7. Aha, Herr Dean erklärt die Weltpolitik. Gewisse Dinge, da bist Du unseren Blogliberalen nicht unähnlich, kommen bei Dir mit schöner Zuverlässigkeit wie bedingte Reflexe. Ich habe noch immer keine Rückmeldunmg von Dir wg. Morgen. Wirst Du da sein?

    MomoRules

    26. Oktober 2007 at 15:37

  8. Von nix ne Ahnung, und deswegen keine Meinung – das nennt man heutzutage schon weise.
    Ich schweige deswegen, kann mir aber beim besten Willen keine Sitzung des Sicherheitskabinetts der US-Regierung vorstellen, in dem die Versuchen auch noch sich einen kurdischen Staat vorzustellen. Sehe da vor meinen Augen Köpfe explodieren, nachdem sie groß und rot angelaufen waren.

    ring2

    26. Oktober 2007 at 16:59

  9. Latürnich habe ich in Sachen PKK von nix eine Ahnung. Aber wie gesagt, das ich kurdische Aleviten kenne, das stimmt schon. Die haben mir z.B. von (einzelnen) Kindersoldaten bei der PKK erzählt. Also, das ist schon ziemlich prima und vor allem sehr „autonom“, nehme ich an, genauso wie auch Entführungen und Erpressungen. Die sind nicht so sehr vor dem türkischen Militär geflohen (das auch), sondern mehr vor dem PKK-Terror. Ansonsten – soweit ich das etwas beisteuern kann – halte ich die die Vorstellung einer einheitlich auftretenden kurdischen Armee (für den Fall eines türkischen Irak-Einmarsches) für ein Phantasma. Dafür fehlt es an Logistik und auch an Kommandostrukturen. Nun, kann man natürlich, als wahrer Kenner der Weltpolitik, anderer Meinung sein. Fürwahr. Daher bin ich ja auch neugierig (wirklich neugierig), was da an gegenläufigen Erkenntnissen kommt. Ich kann übrigens prima unterscheiden zwischen Leuten, die kurdische Kultur pflegen, und solchen, die Anschläge und Terror für den vornehmsten Ausdruck von Politik und Befreiungsarbeit halten. Und warum es in türkischen Städten nun ausgerechnet völkische Sozialprogramme geben soll, und was daran so prima ist, auch das lasse ich mir gerne erzählen.

    Dr. Dean

    26. Oktober 2007 at 18:10

  10. @Momorulez

    Was haben Absaetze mit Voelkermord zu tun?
    Es erleichtert doch die Kommunikation wenn man eine leicht lesbare Form einhaelt.
    Und ein paar mal Return druecken ist doch nicht zuviel verlangt, wenn man bedenkt, dass nur eine Person es schreibt, aber viele lesen.

    Franz Grar

    26. Oktober 2007 at 18:22

  11. […] 2007 Update: Von Texten, deren Sätze über mehr als eine Zeile laufen, sind viele Leser heute überfordert. Dazu eine Anmerkung: Antworten solcher Dünnbrettbohrer interessieren mich nicht. Lieber keine, […]

  12. Dean, wenn Du von „nix eine Ahnung“ hast und nur Einschätzungen von Dir gibst, dann vermeide bitte den doktrinären Ton. Das ist nämlich nicht nur unsympathisch, sondern sogar: abstoßend.

    jolly rogers

    26. Oktober 2007 at 20:11

  13. Und erpare Deinem ansonsten geneigten Publikum bitte unnötiges BlaBla. Dazu neigst Du nämlich. Nix für ungut.

    jolly rogers

    26. Oktober 2007 at 20:12

  14. Blabla ist meistens das, was man nicht hören will.

    Dr. Dean

    27. Oktober 2007 at 1:30

  15. Ich habe nicht behauptet, dass die PKK irgendwelche Vorteile hätte, sondernmich bemüht, möglichst frei von Werturteilen, allerdings solidarisch gegenüber dem Anliegen einer kurdischen Autonomie, die um des Lebens der kurdischen Menschen für notwendig halte, eine allgemeine Beschreibung und Analyse des Geschehens zu leisten. Dass sich hier sofort alles wieder in moralische Abverurteilungen abläuft, die normativ eigene Wervorstellungen auf einen von der Situation hier sehr verschiedenen Prozess übertragen halte ich für vermessen. Ich würde mal sagen, dass es z.B. mir als weißem Deutschen überhaupt nicht zukommt, den Kurden oder Türken Rezepte zu empfehlen, wie ihre Konflikte lösen. Überhaupt sollten hinsichtlich der Lösungen der Konflikte dieser Welt die weißen männlichen Metropolenbewohner sich ein paar Jahrhunderte mal primär eher aufs Zuhören verlegen. Was den Kurdistand-Konflikt angeht, kenne ich diesen, das gebe ich offen zu, primär aus der Sicht irakischer KurdInnen aus dem Umfeld der PUK, alsoi durchaus gefiltert.

    che2001

    27. Oktober 2007 at 10:26

  16. @Franz Grar:

    „Und ein paar mal Return druecken ist doch nicht zuviel verlangt, wenn man bedenkt, dass nur eine Person es schreibt, aber viele lesen.“

    Doch, ist zu viel verlangt. Einfach, weil auch die Regel gilt: Stelle einfach dar, und keiner wird bereit sein, nachzudenken. Du vertrittst hier gerade eine politische folgenschwere Konsumenten-Menatalität. Und außerdem einen Form-Stalinismus. Nein, man muß es dem Gegenüber nicht leicht machen, und man kann erwarten, daß auch vom Gegenüber eine Anstrengung erfolgt, wenn es um’s Verstehen geht.

    @Che:

    „Ich würde mal sagen, dass es z.B. mir als weißem Deutschen überhaupt nicht zukommt, den Kurden oder Türken Rezepte zu empfehlen, wie ihre Konflikte lösen. Überhaupt sollten hinsichtlich der Lösungen der Konflikte dieser Welt die weißen männlichen Metropolenbewohner sich ein paar Jahrhunderte mal primär eher aufs Zuhören verlegen.“

    Ja!

    momorulez

    27. Oktober 2007 at 11:00

  17. Form-Stalinismus vorzuwerfen, wenn man das Aequivalent zu „Koenntest du etwas lauter/deutlicher sprechen“ schreibt … na ja.

    Franz Grar

    27. Oktober 2007 at 11:47

  18. @Dr. Dean – schon komisch, aber konsequent, dass Du Dir den Schuh anziehst – von wegen keine Ahnung und so. Ist schon schwierig, dieses Verlangen, zu allem etwas beitragen zu müssen. Ich kenne das, habe mich aber inzwischen entschieden, auch mal keine Meinung haben zu dürfen. Das hilft, vor allem vor dem Abrutschen in Beliebigkeit. Vor dem Streit um das Verfahren, um den Stil und andere wesensferne Dinge, die einen nicht weiterbringen.

    Oder es ist Strategie. Dann allerdings ist das verwerflich. Mit so einem diskutiere ich nicht.
    Also. Was geht? Mach Dich Grade, wie wir auf St. Pauli sagen!

    ring2

    27. Oktober 2007 at 13:06

  19. @Ring2

    „Mach Dich gerade“?
    Hört sich gut an, aber was bedeutets? Ich kenn mich doch nicht aus mit Norddeutsch.

    T. Albert

    27. Oktober 2007 at 13:16

  20. @T. Albert:

    Für Schweizer gilt das ja auch nicht 😉 …

    @Franz Grar:

    Ja, stimmt schon 😛 … aber, glaub’s mir, ich habe mit solchen Fragen ganz alltägllich so heftig zu kämpfen, daß ich das allergisch reagiere. Meist kommt, wenn irgendwer Verständlichkeit, Absätze und kürzere Sätze fordert, hinten ein ziemlich grotesker Unterbietungswettbewerb in Sachen Komplexität raus, und das müdet dann in der Regel in dem Vorwurf irgendeines Totalitarismus. Ich dachte mir einfach, ich stelle das lieber gleich an den Anfang 😉 …

    momorulez

    27. Oktober 2007 at 16:12

  21. ja, ,aber was heisst es denn nun? Oh Mann.

    T. Albert

    27. Oktober 2007 at 16:22

  22. „Mach Dich Grade“ ist eigentlich die Aufforderung zur Schlägerei. Das meine ich hier aber nicht.
    „Grade machen“ bezeichnet deswegen auch sowas wie „Farbe bekennen“, oder „Stunde der Wahrheit“, weil man nun ja nicht mehr sich in „äh, wusste ich nicht“ oder „hab ich anders verstanden, das mit Deinem Bruder“ flüchten kann.

    Frage mich schon seit einiger Zeit, ob die Kritik von Momo an diesen Stil- und Definitionsdebatten, dieses weiche Antworten, bspw. – und nicht immer und nicht nur – von Dr. Dean, dieses Ausweichen nicht Strategie ist. Weg vom Wesentlichen.

    Also, nu ma Butter bei die Fische …

    ring2

    27. Oktober 2007 at 22:49

  23. @Ring2:

    Nö.

    MomoRules

    27. Oktober 2007 at 23:48

  24. Ich könnte durchaus mal alles, was ich zu Kurdistan meine, geschlossen posten, das würde aber ein sehr heftiger Mehrseiter. Ein Text voller blutiger Geschichten, grauenvoller Begebenheiten und Einerseits-Andererseits-Statements, der nicht sagt, wer im Recht oder im Unrecht ist, dennoch aber eine eigene Parteinahme beinhaltet, eine Parteinahme, die aber nicht die Einnahme des Standpunkts einer Partei ist. Ich zweifle aber daran, ob dies wirklich sinnvoll ist, denn bevor ich die Basics meiner eigenen Position vermitteln kann, werden sie wahrscheinlich von der Geschichte, die gerade gemacht wird, schon überholt, andererseits in den Kommentaren schon wieder zerredet sein.

    che2001

    28. Oktober 2007 at 0:23

  25. @Che

    Wenn die Basics einer eigenen Position „wahrscheinlich von der Geschichte, die gerade gemacht wird, schon überholt“ werden, sind diese Basics m.E. doch erst recht interessant. – Ich weiß nicht, ob es an meinem Interesse für Zeitgeschichte und/oder nicht doch auch nur der Wunsch des besser informiert sein Wollens liegt … in einem Wort: Neu-Gier.

    Es spräche doch nichts dagegen, einen Mehrteiler zu machen (Ich bin da eben neugierig ^^) – und gleichzeitig stellt sich die Frage (zumindest frage ich mich das immer wieder), wie man im Netz solche größeren Texte/Mehrteiler auf Blog-Plattformen etwas besser zugänglich machen kann … weil doch so manche vergangene Perle auf Blogs, egal ob hier oder wo anders, im Rauschen der Gegenwart untergeht …

    christianK

    28. Oktober 2007 at 9:33

  26. Gut, bevor ich weiter aushole (falls ich das tue), zumindest das hier lohnt sich zu lesen, und die in diesen Links enthaltenen historischen Informationen setze ich zumindest als Standardwissen voraus und werde dazu nicht mehr eigens etwas erläutern:

    http://www.kozmopolit.com/2007/kolumne/mcakir/2007/sozialismus_032007de.html

    http://www.hinbun.de/hinbun_dateien/kurd_geschichte3.html

    Übrigens finde ich bemerkenswert, dass ein imaginiertes Phantasma ohne Kommandostruktur über BTR 60, T 55 und Humvees verfügt.

    che2001

    28. Oktober 2007 at 12:46

  27. Übrigens, als Tagesmotto ist gerade auf der Hompepage von Talabanis PUK zu lesen: „When Kurds smell success, Turks go to guns.“

    che2001

    28. Oktober 2007 at 12:47

  28. […] … nach ca. zehn weniger hilfreichen Nachfragen. … Immerhin. Übrigens, das Zitat habe ich daher »» […]


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