shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

„Es ist schwer, einzusehen, dass Diskriminierung noch eine andere Bedeutung hat, außer daß es sich um den „Geschmack“ von anderen handelt, den man nicht teilt“

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Die Frage, was denn nun eigentlich als Meinung zu begreifen ist und warum, die scheint ja niemanden zu interessieren; mich aber schon.

Weil sie im Grunde genommen zur Begriffslosigkeit des Klassenfeindes überleitet und zu dessen völliger Unfähigkeit oder dem Unwillen, gesellschaftliche Prozesse zu begreifen. Weil alles auf die simple  Wahl zwischen mit je unterschiedlichen Reizen versehene Alternativen reduziert wird; im Grunde genommen landet man auf dem Wege bei Aussagen wie jener Sartres, daß man ja auch noch unter Folter frei sei könne, man könne ja seine Einstellung zu dieser wählen. Schon die Struktur eines simplen Ausagesatz scheint den ganzen Dezisionisten ernsthafte Probleme zu bereiten, und ganz besonders seltsam  wird das Ganze, wenn es um Fragen wie „Diskriminierung“ geht. Aktuell mal wieder ein Beispiel von einem Fan Alter Blondinen, Flach Aber Borniert, Friedlich Abends Baden oder wie auch immer aus einem anderen Thread geklaut:

„Mir schien Quintessenz des “liberalen” Standpunkts immer die Abwehr illegitimen Zwangs zu sein. Nun, wo zwingt die Kirche wen zu was? Daß sie bestimmte Verhaltensweisen predigt (”Haß” gehört nun sicherlich nicht dazu, das ist nur noch albern) und andere ablehnt, und öffentlich dafür wirbt, der Einzelne möge sich doch bitte – aus eigener freier Entscheidung! – danach ausrichten, ist ihr gutes Recht. Ebenso wie das der Vegetarier, der Greenpeaceler oder der Audi AG.“

Durch die Diskussion unreiner Rechtslehren – um nicht anderes handelt es sich bei dieser Spielart des Neoliberalismus, eine effizienzorientierte, zweckrationale, antidemokratische Rechtsbegründung, antidemokratisch deshalb, weil sie die Gesetzgebung im Sinne wirtschaftlicher Reglements und nicht  im Sinne demokratscher Verfahren befürwortet – ignoriert diese Denke ganz reale, soziale Prozesse.

Wer nix dazu zu sagen hat, wie soziale Kontrolle, Ausgrenzung, Diffamierung und die Permanenz der Beschimpfung auf Individuen wirkt, der hat auch sonst nicht viel zu sagen. Ein Grund für Wahlrechtsentzug ist das freilich nicht, im Gegensatz zum Klassenfeind hat man ja immer das  Dilemma, die je jeweils selbst für  gut begründet befundenen Regeln eben auch den Doofen zuzugestehen und muß genau das auch aushalten können.

Das mit den „Doofen“ habe ich von Milton Friedman, indirekt, weil eine solche Aussage seiner Ansicht nach eine Geschmacksfrage darstellt. Man kläre mich auf, welchen Begriff man da im englischen Original findet, aber er sieht die Sache mit der Diskriminierung folgendermaßen:

„Jemand, der sich diskriminierend verhält, zahlt für diese Handlungsweise einen Preis. Er „kauft“ sozusagen etwas, das er als „Ware“ ansieht. Es ist schwer, einzusehen, dass Diskriminierung noch eine andere Bedeutung hat, außer daß es sich um den „Geschmack“ von anderen handelt., den man nicht teilt. Es erscheint uns nicht als „Diskriminierung“ – zumindest nicht in dem gleichen gehässigen Sinn des Wortes -, wenn jemand bereit ist, für den Besuch des Konzertes eines Sängers mehr zu zahlen als für den Besuch eine Konzertes eines anderen. Wir denken an das Gegenteil, wenn jemand bereit ist, für die Dienste einer Person bestimmter Hautfarbe mehr zu bezahlen als für die von jemandem mit anderer Hautfarbe. Der Unterschied zwischen beiden Fällen liegt darin, dass wir im ersten Fall den Geschmack verstehen können und im zweiten nicht. Besteht im Prinzip irgendein Unterschied zwischen dem Geschmack eines Hausherrn, der einen attraktiven Diener einem häßlcihen vorzieht, und dem Geschmack eines anderen, der einen Schwarzen einem Weißen oder einem Weißen einen Schwarzen vorzieht, ausgenommen in der tatsache, daß wir dem einen Geschmack sympathisieren und dem anderen vielleicht nicht“

Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit, Frankfurt/M. 2004, S. 137

Schreibt der Ahnherr der Antidemokraten neoliberaler Provenienz 1962, also zu Zeiten, da  sich in den USA mit Martin Martin Luther King als Gallionsfigur die Bürgerrechtsbewegung formierte. Der in den 50er Jahren bereits dazu beitrug, die geschmacksbedingte Rassentrennung in Südstaaten-Bussen zumindest aufzuweichen.

Dieses Friedmansche Muster ist ja wohlbekannt aus dem Nachgeplapper der immergleichen Versatzstücke in den Kommentarsektionen „liberaler“ Blogs.  Wie kriegt man nun den „Geschmack“ mit der „Meinung“ zusammengedacht? Was für eine Art von Aussage ist es, die „Geschmacksurteile“ bezüglich anderer Hautfarben zum Ausdruck bringt? Auch Friedman findet freilich, man solle jene Geschmacksverirrten davon überzeugen, daß ihre Präferenz nicht so dolle sei, aber ist das nicht schon begrifflich kompletter Humbug, das mit dem „Geschmack“?

Ich halte ja diese Runterbrechen auf individuelle Geschmäcker und Präferenzen für schlicht mythisch. Aber wieso man das so sehen kann, das überlasse ich mal der Diskussion. Die Wirkungsmacht geteilter ÜBERZEUGUNGEN und FÜRWAHRHALTUNGEN bekommt man so nicht in den Begriff. Ein Argument gegen „Kauft nicht bei Juden!“-Schilder, von Privatleuten vor Geschäften aufgestellt, bekommt man so zumindest nicht formuliert: „Du hast einfach den falschen Geschmack, Alter!“.

Und auch keine Rechtsbegründung, die solche Möglichkeiten wie z.B. der normativ wirksamen Fürwahrhaltung, daß die Schwulen unser Unglück sein könnten, auf der Ebene der Rechtsbegründung selbst hinsichtlich demokratischer Verfahren zu beantworten weiß. Und ich vermute mal, daß alls die „Rational Choice“-Varianten ihren ideologischen Zweck genau darin finden: Daß solche Fragen gar nicht erst formulierbar werden.

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Written by momorulez

31. Oktober 2007 um 10:17

42 Antworten

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  1. Reinhard Heydrich hatte dann wohl nur keinen Geschmack an Juden, und Timur Lenk fand es geschmackvoll, Schädelpyramiden zu errichten. Ja, ganz liberal gedacht bekommen so die Dinge einen Sinn 😉

    che2001

    31. Oktober 2007 at 10:57

  2. Hatte die RAF möglicherweise einfach nur keinen Geschmack an Vorständen?

    che2001

    31. Oktober 2007 at 11:19

  3. Was ist denn dann als „geschmacklos“ zu bezeichen, oder ist die NPD dann ein „Geschmäckle“?
    Ich verstehe den Ansatz, wenn ich ihn dann richtig einordne, als so verkürzt, so für sich allein stehend, dass sämtliche nachträgliche Anwendung an die Praxis – Beispiele gibts ja in Deinem Text genug – fehl schlägt. Er wird dadurch unbrauchbar, bar jeder Beziehung zu Zeit, Wesen und Geschichte des Menschen.

    Erik

    31. Oktober 2007 at 12:43

  4. Die Zitate sind doch das Gelalle eines Hirntoten; das kann doch gar nicht wahr sein.
    Wenn der Diskriminierer eine Ware kauft, dann ist der Rassist Kunde beim Neger, und der Antisemit ist Kunde des Juden. Ha, ha! Dann kauft er doch beim Juden!

    Nörgler

    31. Oktober 2007 at 13:07

  5. Ich war auch nachhaltig frappiert, als ich das las … das Schlimme ist, daß ich genau die Stoßrichtung mittlerweile so dermaßen oft gelesen habe, das ist schlimm, wie wirkungsmächtig der Herr Friedmann ist. Im Grunde ist das auch so ein Evangelien-Effekt wie bei von Mises, diese vorgestrickten Argumente, die man dann bei jedem Thema zücken kann … wobei Friedman den in manchen Passagen in Sachen Niveau trotz allem deutlichst hinter sich läßt …

    momorulez

    31. Oktober 2007 at 13:20

  6. Fest steht jedenfalls, dass James Cook der Oberschicht von Hawaii geschmeckt hat.

    che2001

    31. Oktober 2007 at 13:47

  7. echt, ham die den Koch gegessen?

    T. Albert

    31. Oktober 2007 at 14:03

  8. Ja, das Werk des Ethnologen Ganananath Obeyesekere, das sich mit der Thematik beschäftigt, ist bei Separatisten und Autonomisten in der gesamten Südsee ein Kultbuch. Im Bekanntenkreis kochten wir mal das Gerücht, Naukea Hitti hiti tonga tonga hieße auf Maori „zieh dem Europäer die Stiefel aus, bevor Du ihn kochst“ und meine so viel wie „Gut Ding will Weile haben.“ Als die Eingeborenen von Mururoa nach dem Atomtest Fremdenlegionäre verprügelten, saßen wir mit diesem Spruch auf den Lippen und Schlagstock in der Hand vorm Fernseher.

    che2001

    31. Oktober 2007 at 14:51

  9. DAS erinnert mich wiederum, um auch auf Luhmann und die Exklusion aus geschmacklichen Gründen zurückzukommen, an Chaplins Tramp, der seinen Stiefel isst. Ihn mochte keiner, den armen Tramp.

    Ich hol den Fernseher wieder aus dem Keller, dann probier ich das auch mal: mit „Naukea Hitti hiti tonga tonga“ AUF DEN LIPPEN und Schlagstock in der Hand davor sitzen.

    T. Albert

    31. Oktober 2007 at 15:06

  10. Den gleichen Leuten haben wir damals auch erzählt, Gesöm gesöm gesöm ker ker ker tarom hieße auf Schwedisch „Sieh Dich vor, wenn Du zwischen Schären segelst“.

    che2001

    31. Oktober 2007 at 15:12

  11. Ha, ich frage meine Nichte! Die wird mich schon aufklären, was „Schere“ auf schärisch heisst. Die ist Spezialistin für segelnde Schweden.
    Habt Ihr das den Leuten vor oder nach dem Fernsehen mit Schlagstock erzählt?

    – Aber der Koch – ich wusste gar nicht, dass er so weit gekommen ist bei seinen Forschungen. Reisen verhilft eben doch zur Selbsterkenntnis. (OhOh.)

    T. Albert

    31. Oktober 2007 at 15:26

  12. Wer mit Geschmack argumentiert, argumentiert sicher auch gern mit Gesundem Menschenverstand.

    Shitfinger Reality

    31. Oktober 2007 at 16:27

  13. „Mit Schlagstock vorm Fernseher“, das ist ja saukomisch.

    ring2

    31. Oktober 2007 at 16:33

  14. Ich erinnere mich gerade an den Fall, als Lanu auf DCT einen rausgeschmissen hat, der sich Dotcomted nannte.

    Noergler

    31. Oktober 2007 at 16:41

  15. Wie kleinkariert.
    Ich finde Shitfinger Reality gut.

    ring2

    31. Oktober 2007 at 17:40

  16. Der Nickname „Shitfinger Reality“ in Verbindung mit der getroffenen Aussage lässt nur einen Schluss zu: Der User steckt tief in der analen Phase.

    lmdd

    31. Oktober 2007 at 18:01

  17. „Friedmans Alter Bruder“ hätte auch schreiben können:
    Wer für katholischen Zwang und Schwulendiffamierung wirbt, ist der wahre Freiheitsfreund . Er sollte von Liberalen nicht kritisiert werden. Diskriminierung ist ein Menschenrecht!“

    Gutmenschen (Kotz!) und ähnliches Gesindel würden hier evtl. rechthaberisch einwenden, dass das Herabwürdigen und Diskriminieren anderer verletzend wirkt und Freiheit vermindert, im Gegensatz z.B. zu einer Kaufentscheidung. Rein praxeologisch betrachtet.

    Schlagfrosch

    31. Oktober 2007 at 18:07

  18. was ist hier denn los?

    T. Albert

    31. Oktober 2007 at 18:53

  19. Ich frage mich auch gerade, ob ich mir noch’n paar zusätzliche Identitäten zulege, netztechnisch ….

    momorulez

    31. Oktober 2007 at 19:09

  20. Getrennt vom Essen mit Schlagstock. Einmal hat beim Kampfsporttraining der Coach auch erzählt, die Lochwunde in seinem Fuß stamme von einer Polizeipistole. Bei einer Hausbesetzung in Bremen hätte Panzers (nomen est omen!)berüchtigtes MEK gestürmt, und ein durchgedrehter Bulle habe mich erschießen wollen, der Coach ihm aber rechtzeitig die Pistole aus der Hand getreten, dabei habe er ihm durch den Fuß geschossen (tatsächlich hatte er sich nachts am Strand einen Stock in den Fuß gerannt). Sie haben uns alles geglaubt. Selbst, als der Coach erzählte, wir hätten aus Teppichrollen und Spanplatten einen Drillings-Schiffsgeschützturm auf unserer Dachterrasse gezimmert und ein Wohngenosse gekonnt sekundierte wurde uns das abgenommen.Klasse war, wenn man den moralinsauren PC-Linken etwas davon erzählte,dass nur rigorose und strenge moralische Normen und eherne Selbstdisziplin die Linke vorwärts brächten, sie beipflichtend nickten, man sie immer weiter aufs Glatteis führte und dann endete mit „wie im Iran“.

    che2001

    31. Oktober 2007 at 20:04

  21. @ Ring2
    Meine Bewertungskriterien bestimmt in dieser Welt nur einer, und der bist nicht Du. Ich rate ab, mir nochmal mit einem Insult wie „kleinkariert“ zu kommen.

    Noergler

    1. November 2007 at 0:22

  22. Interessanter Ansatz. Hier von „Geschmack“ zu sprechen, ist absolut stimmig, wenn man vom Kauf, also dem Warentausch in der Geldwirtschaft, als Kreation des Absoulten ausgeht, nämlich dem der Äquivalenz. Dann ergibt sich der Wert alles Tauschbaren (also im Endeffekt der Welt) aus den Tauschakten unter der in der Tat mythsichen Herrschaft von Gotmutter Äquivalenz. Gottes Sohn ist das Geld, die Münze ist die Hostie. Und alles durchwirkt von der heiligen Allmacht. Irgendwie geil, oder?

    flatter

    1. November 2007 at 1:26

  23. Kapitalismus verstehen –
    Der Semiotizistische Salonmarxologe erklärt

    Das Absolute ist nicht die Äqivalenz, sondern das Kapital. Dessen Eigenrealisation als Kapital erfolgt nicht durch den Äqivalententausch, sondern durch die Zirkulation der Ware Arbeitskraft.

    Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn Sie den Nörgler sagen hören wollen: „Kommt her zu mir alle, die ihr durch Begriffe nicht mühselig und beladen seid!“

    Nörgler

    1. November 2007 at 9:34

  24. @Nörgler:

    Ach, immer dieses kleinkarierte Angepisse – mach meinen Ring2 nicht an!

    @Flatter:

    Ja, Kapitalismus als Religion 😉 … nur alle Welt davon zu überzeugen, das Kapitalismus gemeinschaftsstützend sei, das ist den Propagandisten noch nicht gelungen … wie auch. Dabi geben sie sich so viel Mühe ….

    momorulez

    1. November 2007 at 9:35

  25. @Dessen Eigenrealisation als Kapital erfolgt nicht durch den Äqivalententausch, sondern durch die Zirkulation der Ware Arbeitskraft.
    – genau diese Tatsache haben unsere begeisterten Freunde der freien Märkte nicht im Auge, bei denen vor allem auch der Arbeiter als Person bzw. die lebendige Arbeit als Bezugsgröße überhaupt nicht mehr existiert.

    che2001

    1. November 2007 at 9:43

  26. Das kömmt daher, dass sie die zentrale Kapitalressource angstvoll verdrängen. Denn das ist die offene Flanke des Kapitals. Wie offen die ist, sehen wir in den Debatten um den Lokführerstreik.

    Nörgler

    1. November 2007 at 11:04

  27. Man stelle sich vor, es ist Generalstreik, und selbst die Generäle streiken mit…

    che2001

    1. November 2007 at 11:17

  28. DotcomTed finde ich auch nett.
    Fühle mich gerade total autonom, lieber Noergler.

    nrgler 2, fka ring2

    Oder wir machen Frieden, und setzen uns gleich mal mit nem Schlagstock vor den Fernseher.

    Nrgler Zwo

    1. November 2007 at 11:32

  29. Sach mal, Momo, bist Du noch in der Sache dabei oder drehst Du jetzt völlig ab? Was ich sagte, war kein Anpissen, sondern eine Richtigstellung in der Sache.
    Es verstärkt sich der Verdacht, dass Du nur ein Hobby- und Freizeitkritiker bist, der nicht wirklich etwas beitragen möchte.

    Noergler

    1. November 2007 at 12:54

  30. Mir sind Deine Verdachtsmomente aber sowas von schnurz; wenn Du etwas zur Sache beitragen möchtest, kannst Du das ja zwischendurch gerne mal tun.

    MomoRules

    1. November 2007 at 13:23

  31. Ich hatte zwischendurch zur Sache etwas beigetragen, indem ich einem Mitglied der hier hier stark vertretenen Laienspielschar dadurch aufhalf, indem ich erklärte, was es mit der Zirkulation der Ware Arbeitskraft auf sich hat.
    Das hattest Du, ohne einen Fehler in der Sache mir nachzuweisen, als „kleinkariertes Angepisse“ mir angekreidet.
    Deine mittlerweile im Halbstundentakt skurriler werdenden Aggressionen und Pöbeleien vermag ich nicht als kongruent mit dem SR-Projekt anzusehen.

    Noergler

    1. November 2007 at 14:06

  32. Ja, aufgrund dieses hehren Anspruchs Deinerseits und Deines konsequent pöbelfreien und sachhaltigen Stils verpisse ich mich jetzt ja auch, dem bin einfach nicht gewachsen und nicht würdig, weißt Du …

    MomoRules

    1. November 2007 at 14:21

  33. Das ist schon mal ein Anfang, dem, wie wir alle wissen, ein Zauber innewohnt.

    Noergler

    1. November 2007 at 15:04

  34. @Schlagfrosch (# 17)

    Der Hinweis auf die unzulässige Verallgemeinerung von Tauschakten, aber auch mit dem Begriff „Praxeologie“, war für mich wertvoller, als ich am Anfang dachte.

    @Flatter

    Ich denke auch, dass die implizite und oft unzutreffende Voraussetzung von Äquivalenz – wie bei Rechtslibertären wie Friedman – einen wesentlichen Makel darstellt. Das trägt dazu bei, dass soziale Diskriminierung falsch wahrgenommen wird, quasi als Marktveranstaltung bzw. als friedlicher Austausch unter Freunden.

    @all

    Das zentrale Grundübel und der Konstruktionsfehler bei den Behauptungen von Friedman (Diskriminierung als „Geschmack“ anzusehen u.a.) liegt meiner Meinung nach darin, dass die Mises-Sekte ihr Weltbild und ihre ökonomische Analyse ausschließlich auf individuelle Präferenzen zurückführt.

    Die Dimension des Anderen wird ausgeblendet oder verkannt.

    Eine soziale Erscheinung wie Diskriminierung wird in der rechtslibertären Sichtweise zu einer bloßen Geschmacksfrage, die mit äquivalenten Tauschakten verglichen wird und damit absurderweise als legitim angesehen wird.

    Nörgler u.a.: Liege ich Deiner/Eurer Meinung nach richtig?

    Dr. Dean

    1. November 2007 at 15:43

  35. Nörgler,

    in Anbetracht der Genese des aktuellen Konflikts und das Verhältnis Ursache-Wirkung würde ich mal sagen, dass im Zweifelsfall klar sein sollte, wer hier geht. Und damit meine ich nicht Momorulez. Dr. Dean, das ist jetzt gerade etwas fehl am Platze.

    che2001

    1. November 2007 at 15:58

  36. sag mal, Nörgler, wo bleibt eigentlich Dein grandioser Text über Giotto, den Du angekündigt hattest.
    Über Adorno hast Du uns bislang auch nicht eigens aufgeklärt.

    T. Albert

    1. November 2007 at 17:00

  37. Nebenbei finde ich interessant, über was hier gestritten wird, während der Tod eines Asylbewerbers, bei dem es sich um Mord durch Polizeibeamte handeln könnte, offensichtlich keine Sau interessiert. Na ja, war ja auch nur ein Schwarzer, und wahrscheinlich noch dazu ein Neger…

    che2001

    1. November 2007 at 17:54

  38. @ T. Albert
    Hätte ich nicht soviel damit zu tun, Zitate zu suchen und Zitatebestreitern es zu besorgen, wär’s schon geschehen.
    Über Adorno klärt Aristoteles auf.

    Noergler

    1. November 2007 at 18:04

  39. Che, könntest Du den Deadhype bitte mal unterlassen?
    Danke!
    Um das mal glattzuziehen: Wer es nebenbei für bemerkenswert hält, dass, während Menschen getötet werden, Fragen der Theorie zur Debatte stehen, sollte wissen, dass er problematisch formuliert, wenn er den Mord gegen die Arbeit des Begriffs ausspielt.

    Noergler

    1. November 2007 at 18:40

  40. Wann kommt denn Herr Aristoteles? Kommt er noch?
    Wer klärt über Giotto auf? Polygnot von Thasos?

    T. Albert

    1. November 2007 at 19:44

  41. Wer über gewisse Dinge den Verstand verliert, hat keinen zu verlieren.

    Dr. Dean

    2. November 2007 at 1:35

  42. @Um das mal glattzuziehen: Wer es nebenbei für bemerkenswert hält, dass, während Menschen getötet werden, Fragen der Theorie zur Debatte stehen, sollte wissen, dass er problematisch formuliert, wenn er den Mord gegen die Arbeit des Begriffs ausspielt.- Theoriedebatten sind immer legitim und auch notwendig. Form, Inhalt und Koinzidenz erinnern mich in diesem Fall aber daran, dass 1988, als Ali Hassan Madjid in Halabja Tausende KurdInnen vergasen ließ, der Göttinger ASTA über die Angebrachtheit des großen Is in einem Graffity und realen oder nicht realen Verbaksexismus diskutierte.

    che2001

    2. November 2007 at 10:57


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