shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Kälbermarsch?

with 5 comments

Dieses Machwerk wollte ich noch mal aus Ches Kommentarsektion fischen. Einfach, weil’s ein ganz guter Beleg ist, wie man die Blogosphäre als eine Art Vorbewußtes des massenmedialen Diskurses betrachten kann, das dann über die allseits bekannten Publizisten-Drehscheiben irgendwie in die großen Zeitungen schwappt, in’s Fernsehen ja immer noch mal ’ne Nummer „populärer“ (den Zusammenhang zwischen Pop und Populismus muß man eigentlich eh ergänzend zu dem, was Lars geschrieben hat, noch mal auseinandernehmen, dazu fehlt mir heute die Energie). Das sind geballte jene Motive, die mir ziemlich fix nach Eintritt in die Blog-Diskturerei rund um die Riots in paris damals so entgegenschlugen zu meinem Entsetzen; seitdem ist konstatierbar, wie die Skrupel schwinden, das auch in an sich ja ganz guten Blättern wie die NZZ zu befördern. Wie heiß dieser Mechanismus noch bei Brecht, Kälbermarsch? Irre ich? Oder habe ich in dem Text wieder irgendwas valsch gelesen?

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Written by momorulez

13. Januar 2008 um 22:03

5 Antworten

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  1. Nein, das ist wirklich grober Unfug, was die NZZ da schreibt. Vor allem hinken die Vergleiche. Das ist ein Versuch, ethnisch-religiöse Konflikte zur Grundlage von politischen Mechanismen zu machen. Das zielt ja alles in die Richtung eben jener „Regierung der Kultur“, also die Organisation der Gesellschaft, der Bestimmung ihrer grundlegenden Prinzipien, Grenzen und Legitimierungen anhand von kulturellen Differenzmarkierungen, die zugleich essentialisiert und purifiziert, d.h. in einen quasi-rassistischen bzw. kulturchauvinistischen Diskurs überführt werden.

    lars

    13. Januar 2008 at 22:57

  2. Ja, eben. Schlimm. Und das alles nur, um Ökonomie bestmöglich zu tarnen, klassische Ideologie halt …

    MomoRules

    13. Januar 2008 at 23:22

  3. Wo hast Du das mit dem Kälbermarsch bei Brecht gefunden?

    lars

    13. Januar 2008 at 23:31

  4. Es ist aber auch ein Gutteil Denkfaulheit und Selbstgerechtigkeit, der aus dem NZZ-Artikel spricht. (Vielleicht glaubt der Autor außerdem auch, „den Deutschen“ gegenüber ausgesprochen fair gewesen zu sein. Die „Inländerfeindlichkeit“ ist ja wirklich schlimm bei uns. 😉 )

    MartinM

    14. Januar 2008 at 0:33

  5. Der lief mir in beruflichen Kontexten über den Weg, der Kälbermarsch – wenn ich mich richtig erinnere, dann ist das eine Verballhornung des Horst Wessel-Liedes und aus den ganz frühen 30ern …

    @Martin:

    Varianten des Rassismus sind immmer Denkfaulheit, stimmt schon …

    momorulez

    14. Januar 2008 at 9:39


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