shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Ach, wo wir schon bei Musik-Diskussionen sind:

with 12 comments

Ich zog das Geld aus der Hosentasche. Der Ostrocker griff zu und schob die Akte rüber. In der Zwischenzeit hatte der Wirt die Getränke vor uns aufgebaut und prostete  uns zu.

„Hallo Erde!“ brüllte er.

„Hier ist Alpha!“ reagierte der Ostrocker. Jetzt wußte ich, daß ich richtig gelegen hatte mit meiner Vermutung. Ich hatte keine Gelegnheit gehabt, meine Kamera unauffällig herauszuholen, aber ich war mir auch ohne Foto sicher, um wen es sich bei dem Ostrocker handelte – es war der Sänger der Band Berluc.

Aus: Stefan Maelck, Pop essen Mauer auf – Wie der Kommunismus den Pop erfand und sich damit selbst abschaffte, Reinbek bei Hamburg 2008, S.  22

Tja, was es damit wohl auf sich hat? „Hallo Erde!“ – „Hier ist Alpha!“ merke ich mir jetzt, ich kannte tatsächlich nur „No Bombs“ von Berluc, um das es auch ausgiebig in dem Buche geht. Es ist zwar pasagenweise ähnlich schlecht  wie die Musik, die darin beschrieben wird – und das ist nur am Rande der Ostrock, oder eigentlich nur  und ausschließlich dieser, aber nicht Berluc, sondern z.B. Elvira Prassler – ; aber andere Passagen sind wirklich saukomisch, und der Plot ist auch ganz pfiffig. So erfährt man dort, daß Erich Honeckers Motto eigentlich „Drogen, Nutten, Dosenbier!“ war, auch, warum das so war – und daß „Maschine“ alias Dieter Birr von den Puhdys in seinen unveröffentlichten Memoiren den Autor auf eine heiße Spur schickte:

„An einem kalten Winterabend zum Ende der sechziger Jahre sagte ich abends beim Berliner Pils ganz beiläufig den Satz: Was kann ’n armmer Arbeiterjunge schon tun, als in ’ner Rock’n’Roll-Band zu spielen. Damals konnte ich nicht wissen, welche Lawine der Satz auslösen sollte.“

Ebd. S. 19

Welche das war, das kann man dann bei  Stefan Maelck nachlesen …

Advertisements

Written by momorulez

16. Januar 2008 um 23:35

Veröffentlicht in Pop, Rand-Notizen

12 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Der popkulturelle Effekt war auf jeden Fall die Wiederauferstehung von Roger Waters der seitdem wieder „Tear down the wall“ auf mittelgroßen Bühnen schreit.

    lars

    17. Januar 2008 at 0:06

  2. wow, da haben sich ja zwei gefunden, ich schnall bei dem thema ab.
    erinnere mich aber plötzlich an eine haarige taxifahrt in rostock, wo der fahrer lautestens puhdy und rammstein live aufdrehte. Das war dann irgendwie existialistisch.

    ring2

    17. Januar 2008 at 0:10

  3. Ob wir wirklich richtig liegen, sehn wir wenn die lichter wiegen… oder Momo antwortet, habe das Buch ja nicht gelesen. Aber bei Popmusik und Untergang der DDR fällt mir halt das Mauerkonzert von Waters bei der Wedervereinigungsfeier ein.

    lars

    17. Januar 2008 at 0:17

  4. @Ring2:

    Etwa nie Sisters of Mercy gehört? Ich habe mir jetzt selbst in’s Knie und hatte heute nach dem Aufwachen als erstes Ute Freudenbergs „Jugendliebe“ im inneren Ohr …

    @Lars:

    Die Pointe ist ein wenig anders – aber die letzten Worte von Duttweiler waren „Mit Phil Collins habe ich nix zu tun!“ Wie sich’s mit Pink Floyd verhält, ich glaube, darüber findet sich nix in dem Buch – aber immerhin könnte es sein, daß bei Arno Schmidt auch was nicht stimmt!

    momorulez

    17. Januar 2008 at 9:45

  5. @Momo Nach überstandener Lebensangst da im Taxi auch eines der dollsten Erfahrungen für mich im Osten diese Fahrt. Aber gut der Vergleich mit SoM. Fühlt sich das nicht anders an als puhdys feat. rammstein? Kam mir irgendwie harmloser vor deren Aggressivität. Kann aber auch an der Sonne Kroatiens gelegen haben … 😉

    Übrigens, tolle Diskussion, was die so an Gedanken freispült. Politiktheorie ist da nix dagegen!

    ring2

    17. Januar 2008 at 9:49

  6. @Ring2:

    Na, in dem Buch ist schon eine Pointe, die die Sisters of Mercy-Frage sozusagen vom Kopf auf die Füße stellt …. und nicht nur die … lies Dir noch mal den Untertitel genau durch 😉 … zudem in Rammstein definitiv Sisters of Mercy mit drinstecken, in den Puhdys ja ganz, ganz indirekt auch, wegen Duttweiler!

    momorulez

    17. Januar 2008 at 10:13

  7. Übrigens, das ist auch Pop 😉

    ring2

    17. Januar 2008 at 17:05

  8. Da mußt doch auch das wirklich herzergreifende Interview dazu verlinken!

    http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=2384&type=2&menuid=57&topmenu=112

    PS: Ist das Testspiel eigentlich Samstag oder Sonntag?

    MomoRules

    17. Januar 2008 at 18:56

  9. Das ist Sonnabend, 15:30.
    Jetzt gehts ja auch um was 😉

    ring2

    17. Januar 2008 at 19:37

  10. Ach, nur wegen dieser Gefälligkeit Altona ’93 gegenüber, dieses Trostpflaster dafür, daß die so doof sind, ihre wundervolle Adolf-Jäger-Kampfbahn zu verscherbeln?

    momorulez

    17. Januar 2008 at 21:23

  11. Nee ich meine Ians tränenreicher Abschied 😉
    Und das mit dem AFC93 habe ich gestern erst durch einen Kommentar in meinem Blog mitbekommen. WIE BESCHEUERT IST DAS DENN? Kennste die Gründe?

    ring2

    17. Januar 2008 at 23:39

  12. Stand mal irgendwie lang und breit in der Mopo, habe ich jetzt aber wieder vergessen – volldoof ist das.

    momorulez

    18. Januar 2008 at 9:41


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s