shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Zum Speien

with 36 comments

„Ende ’82 jedenfalls war noch nicht klar, dass Pop einst zum Speien sein könnte.“

Diedrich Diedrichsen in „Sexbeat“

Recht hat er. Aber für Patti Smiths Coverversion von Prince „When doves cry“ gilt das trotzdem nicht, finde ich. Warum eigentlich?

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Written by momorulez

16. Januar 2008 um 10:41

36 Antworten

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  1. Poplücken der Zuspätgeborenen… Smith coverte Prince?

    lars

    16. Januar 2008 at 13:34

  2. Ja, das ist u.a. auf diesem großartigen „Land“ Best of-Album mit drauf! Eine Offenbarung, dieses „Land“. Sie hat ja auch gerade ein ganzes Album mit Coverversionen aufgenommen, „13“ oder so, das finde ich allerdings nicht so überragend …

    Noch’n Tipp: Das „Essentials“-Doppel-Album von leonrad Cohen in umgekehrter Reihenfolge hören, also im „fast jetzt“ beginnend und bei „Suzanne“ enden. Das ist eine so derart intensive Zeitreise, das spricht wirklich für Best of-Alben ….

    momorulez

    16. Januar 2008 at 13:38

  3. Okay, ich schau mal dass ich dran komme und berichte dann mal.

    lars

    16. Januar 2008 at 13:49

  4. Cohen ist überhaupt genial („who by fire“ ist das lakonischste Beispiel für memente mori in der Musik, das ich kenne, das hat Bach-Qualitäten). Aber ist das noch Pop? Nach meinen Koordinaten Folk. Im Übrigen habe ich Diedrichsen nicht so verstanden, dass Pop insgesamt zum Speien sei, sondern dass es mittlerweile sehr viel Popmusik gäbe, die zum Speien sei. vgl. hier (mein unerreichter Popkultursuperthread):http://girl.twoday.net/stories/1246705/

    che2001

    16. Januar 2008 at 13:51

  5. Du hast den „Alte Männer plaudern von früher“-Tag vergessen.

    Spaggo

    16. Januar 2008 at 14:01

  6. Ich verwende „Pop“ meistens irgendwo zwischen „populärer Kultur“ und somit auch in einem sehr weiten Sinne auch „populärer Musik“, also nicht als Bezeichnung eines musikalischen Genres. Für mich fallen dann da Cohen, Country, Bright Eyes, die Toten Hosen und Iron Butterfly gleichermaßen drunter. Im Grunde genommen Verdi, Wagner und Puccini aber auch. Schönberg nicht, und die frühen Neubauten sind einer dieser wundervollen und wegweisenden Grenzfälle, wie der Jazz ja auch … Miles Davis, gerade diese Geschichten aus den 80ern, ist für mich zugleich Pop- und Nicht-Pop.

    Und Diedrichsen habe ich da immer so verstanden, daß ein bestimmter, ästhetisch-normativ und irgendwie auch in sich „utopischer“ Zweig der Reflexion von Pop im Pop selbst sozusagen in Mythologie umschlug … und raus kamen dabei Poschardt und Guido Westerwelle.

    momorulez

    16. Januar 2008 at 14:01

  7. Du hast den „Alte Männer plaudern von früher“-Tag vergessen.

    Spaggo

    16. Januar 2008 at 14:02

  8. @spaggo: Nö, hier geht es doch eher um die Kategorie „Junge Hüpfer träumen vom später“

    lars

    16. Januar 2008 at 14:06

  9. … und Dieter Bohlen; sowie die Fähigkeit als Person Pop zu werden. Irgendwie losgelöst.
    Oder kann sich jemand vorstellen, dass Dieter Bohlen Angst verspürt? Musste da wirklich zweimal hingucken bei den Fotos vom Prozess und der Ungläubigkeit, mit der ich in dieses verstörte Gesicht sah. Mir war trotzdem zum Lachen zumute, weil der Bohlen so losgelöst mir scheint, in der ganzen Person, dass Schmerz und Angst mit ihm nicht verknüpft werden.

    ring2

    16. Januar 2008 at 14:10

  10. Echt? Von Erich Später träumen die?

    che2001

    16. Januar 2008 at 14:10

  11. @10
    genau, kann ja gar nicht sein, dass die von spaeter traeumen, da ja von damals ueber heute bis morgen alles unweigerlich schlechter wird.
    das habe ich gemeint.

    Spaggo

    16. Januar 2008 at 14:14

  12. @Spaggo:

    Na, das ist aber eine originelle Position 😉 … willkommen, Herr Fortschritt!

    momorulez

    16. Januar 2008 at 14:19

  13. Das denke ich ja nicht, in bin noch nicht einmal der Auffasung, dass wir von einer Umwälzung der politischen Verhältnisse weiter entfernt sind als 1968. Trotzky sagte mal:“Schlimmer ist besser“, weil Revolutionen nicht ohne Leidensdruck entstehen.

    che2001

    16. Januar 2008 at 14:35

  14. Das war weder sarkastisch noch nicht-sarkastisch gemeint.

    Spaggo

    16. Januar 2008 at 15:19

  15. @Che: Jetzt aber bloß keine gewollte Krisenerzeugung.
    @Spaggo: Der Momo hat schon recht: Wir sprechen nicht von der Vergangenheit, weil wir sie besser fanden, sondern weil es einfach nicht besser werden will. Daher: Natürlich träumen wir vom Später
    , weil aber der Vorname ein Herrschaftsmodus ist, wollen wir uns da enthalten.

    lars

    16. Januar 2008 at 15:37

  16. Wobei „von später träumen“ ja den Leidensdruck minimiert. Revoluzzern ist also träumen verboten. 🙂

    ring2

    16. Januar 2008 at 15:37

  17. … zudem, wenn’s im Pop schlechter wurde, ja noch lange nicht alles schlechter wurde, Sarkasmus hin oder her. Und gerade in den letzten paar Jahren hat’s auch viel Dolles im Pop gegeben, das Take That Comeback-Album zum Beispiel 🙂 , und ich werde auch täglich besser …

    momorulez

    16. Januar 2008 at 16:07

  18. @Momorulez, 6:

    OK, ich gebrauche Popmusik eher im Sinne einer Abgrenzung zur Rockmusik einerseits und Schlagermusik andererseits

    http://de.wikipedia.org/wiki/Popmusik

    Ich weiß zumindest ziemlich genau, was ich mag und was nicht, und das hat wie bei Momorulez nicht nur mit Geschmack zu tun, sondern damit, inwieweit sich jemand kommerzialisiert und verbiegt und wie affirmative Elemente eingesetzt werden. Bei den Liedermachern z.B. finde ich Hoffmann, Meinicke, Wecker, Hüsch, Degenhardt und Maurenbrecher gut, auch Marius noch, Maan grenzwertig, Gröhlemeier und Lage aber definitiv jenseitig. Andererseits müsste ich von der Programmatik her eigentlich Tocotronic gut finden,ich mag die aber nicht, wohl hingegen die Sterne und die Goldenen Zitronen.Ansonsten umfasst mein Spektrum Manu Negra, Bach,Mozart, Beethoven, Stockhausen, Ligety, Heavy Metal und Die Toten Ärzte.

    che2001

    16. Januar 2008 at 16:12

  19. @che: das waer ja damit mal geklärt. Wieso magst Du Tocotronic denn nicht?

    ring2

    16. Januar 2008 at 17:21

  20. Soll ich auch mal meine Plattensammlung zeigen? 😉

    Ich verwende manchmal aber auch, zugegeben, „Pop“ positiv wertend, „das ist Pop“ ist dann einfach ein Hinweis auf eine bestimmte Qualität, die manche haben, andere nicht. Im Sinne von „Pop-Appeal“. Bei dieser Verwendungsweise sind die Toten Hosen definitiv kein Pop, Die Ärzte aber schon. David Beckham ist Pop, Oliver Kahn nicht. St. Pauli ist Pop (der Genre-Verwendungsweise folgend ist der FC St. Pauli ja eher Punk oder Rock’n’Roll), Hannover 96 nicht usw.

    Und „kommerziell“, in welchen Fällen das gut oder schlecht im Sinne eines ästhetischen Kriteriums ist, das ist für mich ja von Fall zu Fall zu entscheiden. Die Eurythmics oder Pet Shop Boys sind ja hochkommerziell gewesen und zum Teil trotzdem popparadigmatisch Giganten, z.B.. Während es auf dem Indie-Sektor auch unglaublich viel Schrott gab und gibt.

    momorulez

    16. Januar 2008 at 17:32

  21. Damit kann ich nun wieder gar nichts anfangen. @19: Ich mag den Sound nicht.Für Rock ist mir der zu leierig bzw.nicht rockig genung, und die Texte würde ich eher rappen oder wie ein Gedicht vortragen.Was Linksrock angeht, bin ich im Übrigen ein starker Anhänger der Schwarze-Lederjacken-Ästhetik, weil ich da selber herkomme.

    che2001

    16. Januar 2008 at 17:46

  22. Einer meiner ersten veröffentlichten Texte war eine Rezension zum „Kultbuch zur schwarzen Lederjacke“ …

    momorulez

    16. Januar 2008 at 17:49

  23. Che Guevara ist Pop, Castro nicht. Abdullah Öcalan ist Pop, Djalal Talabani nicht. Khomeini und Bin Laden sind Pop, Mullah Omar, Gulbuddin Hekmatyar und Metin Kaplan nicht.

    che2001

    16. Januar 2008 at 19:47

  24. Khomeni Pop? Glaube ich nicht. Aber beim Rest haste recht.

    momorulez

    16. Januar 2008 at 21:22

  25. Mitr geht wegen RAR und Amerika ja immer noch das Begriffsdoppel „The Terror and the Sublime“ im Kopf rum und muss jetzt an eine Kategorisierung der amerikaniscvhen Präsidenten denken: Reagan: Pop; Bush I: nicht Pop; Clinton: Pop; Bush II: Pop;

    lars

    16. Januar 2008 at 21:50

  26. Nee, BushII und Reagan nun wirklich kein Pop! Trotz B-Movie-Helden (daß das Fehlfarben-Album „Monarchie und Alltag“ eines der größten aller Zeiten ist, das fehlt noch im anderen Thread). Obama ist Pop, Hillary nicht.

    Und zu „America“ muß ich drüben noch was posten, Danke für die Erinnerung!

    momorulez

    16. Januar 2008 at 22:57

  27. Mach mal…

    lars

    16. Januar 2008 at 23:13

  28. Ach ja,Metalust und Subdiskurse ist ja tendenziellunterversorgt. Was in diesem Sinne Pop ist, würde ich normalerweise Hip nennen. Mein Begriff von Popmusik ist hingegen eher so etwas wie „zu soft für Rock, zu hip für Schlager oder Folk“. So ne Linie, die von den Searchers über James Last, Abba,Boney M,Olivia Newton John und den späten Sting und Elton John bzw.Eric Clapton in den 80ern bis zu Mariah Carrey führt.Aber das wäre ein ganz anderes Thema.

    che2001

    17. Januar 2008 at 9:48

  29. „Che Guevara ist Pop, Castro nicht.“
    Da wäre ich mir nicht so sicher. Zumindest meine Mutter sieht das anders.

    ring2

    17. Januar 2008 at 9:54

  30. Metalust & Subdiskurse ist Vergangenheit …

    momorulez

    17. Januar 2008 at 10:09

  31. Amen

    ring2

    17. Januar 2008 at 10:29

  32. Gibt’s wenigstens ne Trauerfeier?

    lars

    17. Januar 2008 at 11:21

  33. Nö.

    momorulez

    17. Januar 2008 at 11:35

  34. Schade. Wäre ich Du, würde ich dieses Blog parallel weiterbetreiben.

    che2001

    17. Januar 2008 at 11:49

  35. Du bist aber nicht ich 😉 …. nee, Metalust & Subdiskurse hat noch Kompromisse gemacht und Diskussionen geführt, über die ich lebensweltlich und außernetzlich hinaus will, um deren Ergebnisse endlich mal wahr werden zu lassen und sie gar nicht mehr führen zu müssen. Das war noch kompensatorisch. Und die Zeit, die ich da investiert habe, gehört mal wieder woanders verbracht.

    momorulez

    17. Januar 2008 at 11:56

  36. Richtig so.

    lars

    17. Januar 2008 at 13:32


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