shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Die Kenntnis deutscher Seiten

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Die besten Blogs bekomme ich immer nicht mit. Das liegt daran, daß ich so lange zu viel in schlechten gelesen habe (das löse ich jetzt nicht auf, weil’s eigentlich auch nicht stimmt).

So zum Beispiel ist mir „52 Wochenenden“ von Jens Friebe völlig entgangen.  Das neue Album finde ich zwar haarsträubend schlecht produziert, weil da jede friebe-eigene Teenieschlagerhaftigkeit, die Songs wie „Wär das nicht geil – wir zwei an einem Bungee-Seil“ erst so richtig cool machte, durch affige Sound- und Break-Verhackstückung des „hoffentlich merkt das keiner, daß die Musik Spaß macht, hoffentlich hören die Leute auf die Texte!“ zertrümmert wird. Das hatten die Produzenten davor besser im Griff – da ich aber mit einem davon regelmäßig essen gehe, bin ich da auch parteiisch. Obwohl der das neue Album super findet.
Und diese ganze gute Presse für  „Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache Dir ist nix passiert“ kam wahrscheinlich nur deshalb zustande, weil alle am liebsten mit dem Friebe schlafen wollen würden. Sogar Latino-Huren in Japan. Denen gibt er’s dann aber immer ganz anders, als die zuvor dachten und wollten. Dafür muß er aber auch anschließend diesen mikroskopisch kleinen Fischen lauschen, als man ihm diese Tofu-Speise vorsetzt, nachdem man ihm die Schuhe ausgezogen hat. Und das alles nur wegen seiner Schwester. Kann man in Eintrag 14 nachlesen, was es damit auf sich hat, zumindest in der Buch-Fassung. Die ist irgendwann erschienen und geht ganz schwach los, wird dann aber immer lustiger, bis sich diese wundervollen und zeitgemäßen Passagen auf Seite 76 finden (in der Netz-Fassung fehlen die):

„1923 kamen bei einem Fest in München ein bayrischer Gesandter und ein Jurist ins Gespräch über die unzureichende „Propagandatätigkeit im Ausland“ und beschlossen, die „deutsche Akademie“ ins Leben zu rufen. Für die Erfolgsgeschichte der Organisation spielte vor allem deren späterer Generalsekretär Franz Thierfelder eine entscheidende Rolle. Er forcierte die Gründung deutscher Sprachschulen im Ausland mit dem Ziel, Deutsch zur Weltsprache zu machen. Direkt nach der Machtergreifung trat er in die NSDAP ein und brachte die Akademie auf Linie. 1937 schied er allerdings aufgrund interner Querelen beledigt aus. Nach dem Krieg stellte er diesen Bruch glaubhaft als Widerstandskampf dar und konnte an seine frühere Tätigkeit anknüpfen. Die Gründung der „Zweiten Deutschen Akademie“ gelang zwar wegen des Nazi-Images der ersten nicht so richtig, dafür schuf Thierfelder mit dem „Goethe- Institut aus einem ehemaligen Teilbereich der Akademie ihre Nachfolgeorgansiation. Deren Auftrag war es nun, den anderen Völkern Deutschland von einer kultivierten Seite zu zeigen, da sie die andere ja jetzt gut genug kannten.“

Jens Friebe, 52 Wochenenden, Köln 2007, S. 76

Na, und was das mit den Synthie-Imitationen von Mundharmonika-Sounds zu tun hat, das kann man imBuch selbst lesen.  Auch wenn ich Jethro Tull trotzdem cool finde. Ja, auch wegen der Querflöte.

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Written by momorulez

19. Januar 2008 um 12:27

Veröffentlicht in Pop, Postmoderne

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