shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Archive for Februar 2008

Wovor unsere Eltern uns nicht warnten …

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Na, dann mal Platten auf den Tisch! Da kann man ja einfach mal mitspielen.

Wirklich bedeutend: Die „Alexandra“-Platte von Muttern. „Der große Clown“, „Mein Freund der Baum“, „Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga“, irgendwie verstand man das als Kind.

„Auf dem Wege nach Odessa

über’s schwarze Meer

sah ich ihn für ein paar Stunden

und dann nimmermehr“

, das dauerte noch ’ne Weile, bis ich das partiell selbst erleben durfte.

Die Alexandra habe ich geliebt, und die liebe ich heute noch. Bei Milva geht’s mir konträr, obwohl ich da manches wohl noch mitsingen könnte, z.B, wie man Frau sein kann und trotzdem frei.Und das elende:

„Du siehst immer nur mein Sonntagsgesicht,

Du kennst nie mein Alltagsgrau.

Keine Angst, damit belaste ich Dich nicht,

ich bin ja nicht Deine Frau ….“

Herrlich. Demis Roussos gab’s auch, „Goobye my love, goodbye“, ach, irgendwie hatte das eine ähnliche Komik wie Ivan Rebroff, zu dessen „Mit der Troika in die große Stadt“ ich dann versuchte, Kasaschock oder wie das heißt zu tanzen. Na, und den Konstantin Wecker, „Weckerleuchten“, tolles Album, „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ und so, den habe ich auch über Muttern entdeckt.

Ansonsten wurde mir nur einen nachhaltige Aversion gegen Kammermusik und Mozart-Violin-Quartette eingeimpft, sowas macht mich bis heute einfach nur aggressiv. Anders Simon & Garfunkel: Das war schon schön, daß die da standen auf dem Teakholzregal.

Vatern hingegen gab sich weniger kultiviert und schwankte lediglich zwischen countreyeskem und Blasorchester. Regelmäßig wurde der Witz gerissen, Mireille Mathieu könne ja auch den Spargel quer essen, und viel weiter ging’s da auch nicht in Sachen Musik-Kompetenz. Geliebt hat er allerdings Truck Stop, am dollsten „Das Mädchen wird schöner mit jedem Glas Bier“, was so als Textzeile ja lustiger ist als der dazugehörige Song. Und das erste Mike Krüger-Album, das hat er auch geliebt, und, ich geb’s zu: Das finde ich auch bis heute ziemlich spaßig. „Wenn ein Schnitt daneben geht“, das summe ich so manches mal noch vor mich, ebenso wie „Leichenwagen, Leichenwagen ….“ oder das mit dem Faltenrock. Mit der großen Pointe vom Faltenpyjama.

Those were the days, my friend, we thaught they never end … zum Glück taten sie’s dann aber, und deshalb abschließend die Lebensbeichte: Mein erstes Konzert, wo ich alleine hinging, ohne Eltern, das waren bots. Und ich schäme mich bis heute nicht dafür 😉 ….

Written by momorulez

29. Februar 2008 at 9:19

Zahnlos, Arbeitslos, Wertlos: Schlecht!

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Im Lateinunterricht haben wir gelernt, daß Ochlokratie „Herrschaft der Schlechtesten“ bedeutet und am unteren Teil des Rings wechselnder Staatsformen steht.1. Ich schlage vor, den Art. 20 [Verfassungsgrundsätze] (1) ehrlicherweise wie folgt zu formulieren:

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein ochlokratischer und sozialistischer Staatsbund von Neidhammeln. Proleten wird bei der Besetzung öffentlicher Ämter als sozialen Ausgleichs ihres miesen Charakters der Vorzug gegeben. Über den Nachweis der Proleteneigenschaften entscheidet das Gesunde Volksempfinden. Über die Umbenennung in PRD
entscheidet ein Volksabstimmung nach vollständiger Herstellung der Sozialen Gerechtigkeit
.“

Ich gehe mal davon aus, daß der Herr Karl Stritzinger sich nicht zu den schlechtesten zählt. Sonst könnnte er ja gar nicht so tolle Texte schreiben.

Ich meine, wer will schon Proll sein? Diese grundneidischen, nach den Papierkörben, aus denen sie sich neuerdings ernähren, stinkenden Looser und Opfer, mit denen wird er sich ja nicht gemein machen wollen. Zahnlos, arbeitslos, wertlos. Das Dreiklassenwahlrecht unter Wilhelm Eins und Zwo hatte schon was für sich, insofern sei die Gleichung Kapital = Kompentenz gleichrangig zum Prinzip der Besten-Herrschaft in Verfassungsrang erhoben, so ja die Conclusio des vor Wortwitz und Gedankenreichtum funkelnden Beitrages des Herrn Karl Stritzinger zur Krise der Demokratie.

„Bist ja nur neidisch!“, „Heul doch“, die kaum noch kultivierte Schulhofhaftigkeit des politischen Diskurses aus der rechten Ecke der Blogosphäre erhebt de facto den Schwanzvergleich zu neuen, politischen Ehren. Ich hab den Besten, der Deine ist SCHLECHT!

Wie nennt man das neuerdings? „Evaluierung“? Ersetzen wir also die Parlamente durch Evaluierungskomissionen! Wie, das passiert schon allerorten, Herr Dräger? Na, richtig so. Nur die Besten haben Rechte, weil sie nicht neidisch sind! Worauf auch, gelle? Hähähä …

In den Personalausweis kommt die dann die Einstufung, kennt man ja noch von den Bands aus der DDR, wo auch nur die Besten Auftrittsgenehmigungen erhielten! Und die Puhdys sogar richtig Asche!

Diskussion eröffnet, welche Kriterien das sein könnten: Einkommen, Schwanzgröße, geilstes Weib und geilstes Auto, beste Gene, tollste Universität besucht – wie war das noch in dieser Werbung mit Polaroids? Der Herr Stritzinger hat sie internalisiert Glückwunsch! Gebt ihm die Herrschaft, da er zu den Besten zählt!

Written by momorulez

28. Februar 2008 at 9:19

Huch?

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Written by momorulez

27. Februar 2008 at 8:29

Veröffentlicht in Rand-Notizen

Soweit kommt´s noch

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Während in Frankreich mittlerweile 40 000 Studentinnen als Edelhuren ihr Studium finanzieren, bieten sich Hamburger Studierende gegen Bezahlung der Studiengebühren als Leihmütter und Samenspender an. Höhere Qualifikationen, z.B. ein Dr.hc. Oec. oder ein MBO können, aber das wäre ein anderes Thema, übrigens für den Verkauf einer Niere, einer Milz oder mehrerer Finger erworben werden.

http://www.studentenbaby.de/html/studentenbaby.html

Written by che2001

26. Februar 2008 at 15:09

Noch mehr Lala oder Schluss mit dem Wegschauen oder auch Black Power now!

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Ein bißchen Lala

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Written by che2001

26. Februar 2008 at 11:10

Das Kind im Bild II

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Written by lars

26. Februar 2008 at 10:29

Veröffentlicht in Von Sternen und Sternbildern

Na, vielleicht ja noch mal Glück gehabt!

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Der Herr von Beust als personifizierte Fassade kann sich so aufrecht erhalten. Denn, wer weiß, im Falle der Abwahl hätte er’s vielleicht einfach so gemacht wie im Falle des Volksentscheides über den Verkauf der Landeskrankenhäuser: Ach, die Leute sind ja eh zu doof, sowas beurteilen zu können, wir setzen das Wahlergebnis einfach nicht um.

So kann man dann das Gefühl bewahren, daß man noch in einer Demokratie lebte – angesichts des zutiefst autokratischen, sozialtechnologisch-gouvernemental agierenden und die Stadt ausverkaufenden Senates fiel das die letzten Jahre schwer hier in Hamburg, noch daran zu glauben. Wer so massiv gegen direkte Demokratie agitiert, der steht unter Verdacht. Ist doch normal. Ist auch wieder typisch, wo die CDU am stärksten ist: In Eppendorf, Blankenese und in den Regionen mit vielen, kleinen Eigenheimen. Bei Kleinbürgertum und Besitzstandswahrern halt. Soll doch der Rest in Rothenburgsort seine Chancenlosigkeit ausbauen dürfen. Sozialschrott. Und sowas will auch noch Mindestlohn. Papperlapapp. Wir wollen das Putzfrauenprivilileg.

Ach, und noch was für jene, die sich in biographisch bestens verständlichen Litaneien über die Wahlerfolge der Linken ergehen (und die vor allem im Sprachgebrauch dann wie üblich ganz SED-treu agieren, indem sie „dekadent“ und ähnliches verwenden): Im Westen hat die CDU die Kommunisten verboten, nicht umgekehrt. Und die SPD zog später nach, Willy Brandt hat den „Radikalenerlaß“ als seinen größten, politischen Fehler bezeichnet. Und jene Mentalitäten, die auch das SED-Regime stabilisierten, haben sich ebenfalls in CDU/CSU traditionell besonders wohl gefühlt, nicht umsonst ist Herr Schäuble da ja auch drin. Smalltalk von ein paar Schnurrbartträgern auf dem Weg in’s Stadion: „Der von Beust soll dranbleiben. Der räumt auf. Also, wo jetzt schon 11jährige Kinder kriegen“ … die DDR war kein linker Staat, sondern eine Extremform des Autoritarismus und des Überwachungsstaates.
Und wenn die maternalistische Frau Goetsch, bei der wirklich alle Vorurteile die GRÜNEN betreffend bezüglich eines Erziehungsanspruchs gegenüber der eigenen Bevölkerung zutreffen, wenn man so den Fernsehdiskussionen im Vorfeld lauschte, wenn sie mit dem Ole Ringelreihen tanzen sollte: Paßt schon. Habe als „Stammwähler“ dieser Partei da dieses mal auch nicht „kreuzen“ können. Beim besten Willen nicht.
Ansonsten hatte der mir auch eher unangenehme Herr Beck im Vorfeld der Wahl völlig recht, die rot-rot-grüne Option zu durchdenken. Weiß nicht, wie’s im Osten ist, wo wahrscheinlich wirklich viele alte Kader noch aktiv sind, und Lafontaine und Gysi sind nun auch nicht das, was mir Vertrauen schaffte.

Nichtsdestotrotz kann man nicht einfach konstant ignorieren, daß zumindest im Westen der SPD nix anderes übrig bleiben wird, als ihren dank Schröder abgespaltenen, linken Flügel wieder an sich zu binden. Und um nix anderes handelt es sich hier – Hamburg und Hessen sind schlicht und ergreifend rotgrün. Und wenn diese Option ausgeschlossen bleibt, dann ist’s kein Wunder, daß die Leute nicht mehr wählen gehen. Weil irgendwie sówieso immer sowas wie eine sich als politisches Expertensystem gebährdende große Koalition hinten raus kommt. Und das ist das schlimmste, was Demokratien passieren kann.

Written by momorulez

25. Februar 2008 at 9:15

Hayek, Hayek über alles

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Der mir sehr sympathische Historiker Perry Anderson bezeichnete in der London Review of Books die Anerkennung der Unabhängigkeit Sloweniens durch Helmut Kohl als die folgenschwerste Entscheidung der deutschen Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt und als das eigentlich auslösende Ereignis für die Auflösung des jugoslawischen Staates, die durch die Politik der EU insgesamt beschleunigt, und, was das Kriegsgeschehen angeht, angeheizt wurde. Außerhalb der (autonomen) Materialien für einen Neuen Antiimperialismus oder Zeitschriften wie der (globalisierungskritischen und neokeynesianischen) Le Monde Diplomatique und dem (internationalistisch-linksliberalen) Lettre International ist so etwas hierzulande kaum zu lesen. Was in der deutschen Öffentlichkeit ein absolutes Tabu ist, ist in der politischen Publizistik Großbritanniens, Frankreichs und der USA durchaus öfter diskutierte Position. Für Anderson leitet der Jugoslawien-Krieg die Schaffung eines wirtschaftlich deregulierten Gesamteuropas ein,  zu dem erstmals auch osteuropäische Staaten gehören, die mit ihren Billiglöhnen die verlängerte Werkbank des Westens sind. Die internationale Arbeitsteilung in Europa beschreibt er als neoliberale Erfolgsstory. Weiterhin schreibt Anderson zur aktuellen Entwicklung der EU, dass die Positionen Hayeks deren Aufbau und Wirtschaftsweise determinieren würden. Der bürokratischen Ungetüme der EU-Verordnungen zum Trotz, der Wesenskern der EU-Ordnung ist durch und durch neoliberal: Ihre Regelwerke sorgen gerade dafür, dass Deregulierung in Permanenz stattfindet. „Der mächtigste Hebel der EU war inzwischen die Generaldirektion Wettbewerb, die staatliche Monopole im Westen und Osten Europas gleichermaßen unter Beschuss nimmt. Die neue Zentralbank in Frankfurt entsprach vollkommen der Beschreibung Hayeks aus der Zwischenkriegszeit. Der anfangs unbedeutendste Strang im Gewebe der europäischen Einigung hatte sich zum dominierenden Muster entwickelt. Nach der Blockade des Föderalismus und der Zersetzung zwischenstaatlicher Strukturen entstand weder ein zumindest rudimentär demokratisches und von seinen Bürgern gesteuertes Europa noch ein europäisches Direktorat souveräner Staaten, sondern ein riesiges Areal zunehmen eingeschränkter Marktbeziehungen im Sinne von Hayeks „Katallaxie“ oder „spontanen Ordnung“.Diese Mutation ist längst nicht vollendet. Immer noch gibt es ein europäisches Parlament, wenn auch nur als Mahnmal überlebter föderaler Hoffungen. Landwirtschaftliche und regionale Subventionen als Erbe der kameralistischen Vergangenheit verbrauchen nach wie vor den Großteil des EU-Budgets. Die Dienstleistunge machen schon zwei Drittel des BIPs in den Ländern Europas aus, harren aber immer noch der vollständigen Liberalisierung.“

Hayek ist also für das beginnende 21. Jahrhundert der möglicherweise wirkungsmächtigste politische Theoretiker überhaupt, obwohl den weder die Basis größerer Parteien diskutiert noch er in der Politikwissenschaft vor 2002 irgend eine relevante Rolle gespielt hätte. Aber die seine Werke gelesen haben, waren die Berater, nach denen Reagan, Thatcher, Kohl, Gonzalez, Berlusconi und Schröder die Grundkonzepte ihrer Politik entwickelten.

BtW, dass angesichts dessen gewisse liberale Blogger virtuelle Zähren von sich geben, weil wir de facto im Sozialismus leben würden und es leider keine Umsetzung hayekianischer Vorstellungen in der praktizierten Politik gäbe, wo doch tatsächlich die ganze Weltpolitik nach Hayeks Pfeife tanzt finde ich ziemlich bizarr.

Written by che2001

24. Februar 2008 at 16:40

Separatismus geht weiter: Serbodeutscher Ministaat gegründet

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Was soll das noch werden in Ex-Jugoslawien? Jetzt wurde dort die erste schwule Republik gegründet:

http://bomec.blogger.de/stories/1050653/