shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Das Unglück an der Wurzel packen!

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von unserem Nürnberger Korrespondenten Charles-Darius H. S. Wiener

Also, die meisten Leute überschätzen sich ja einfach. Denen redet ständig irgendwer ein, sie könnten auch was. Lachhaft. Also, wo die schon herkommen. Die sollen mal realistisch bleiben. Die mögen sich ja die dollsten Sachen vorstellen, was aus ihrem Leben so alles werden könnte, Pustekuchen, dafür sorgen wir schon, daß das nix wird. Die haben das doch gar nicht drauf. Die können doch nix. Diese Schmarotzer, die nur vom Geld anderer Leute leben wollen.

Nee, da gründen wir jetzt Komissionen. Findungskomissionen. Selektionskomissionen. Den Bohlen haben wir schon für uns gewonnen. Wem darf man Perspektiven aufzeigen, und wen macht das nur unglücklich? Ich meine, das ist doch schrecklich, wenn die sich auf irgendwas Irreales freuen, diese Frustration! Das ist doch unmenschlich!

Unser ganzer Scheiß-Staat baut doch auf diesem Unsinn auf, dieser unmenschlichen Propaganda der falschen Versprechungen! Früher konnte man die wenigstens noch nach Lothringen oder Warschau oder Stalingrad schicken, die Minderbemittelten, aber heute? Bei diesem ganzen Friedensfetischisten hier mit ihrem Kuschelsex, diesen Schlaffis, Warmduschern, diesen Weicheiern mit ihrem Sozialpädagogen-Geschwätz, kann man den Dreck noch nicht mal mehr vernünftig entsorgen. Na ja, in Afghanistan kommt ja langsam was in Bewegung, Uncle Sam sei Dank.

Wir setzen das schon durch. Jetzt wird selektiert! Jurys also müssen her, die festlegen, wer Aufstieg verdient hat und wer nicht. Wir vom Instititut für überirdische Laichzeit entwickeln jetzt die Tests, WISSENSCHAFT, Leute, WISSENSCHAFT, wer mitspielen darf und wer auf’s Feld muß, Spargelstechen.  Torf ist ja out. Obwohl, wenn diese Klimahysteriker, diese Mullahs im Geiste, ihren terroristischen Fortsetzungroman „Gores Märchen“ weiterschreiben, dann wird manch einer wie ich halt zum Rumpelstilzchen UND MACHT DIE PLATT!

Alles Geschwätz. Unser Motto beim Institut für übergeberische Nickligkeit: Gar nicht erst falsche Erwartungen aufkommen lassen. Die kriegen wir schon wieder da hin, wo sie hingehören. Wir können deren Unglück einfach nicht mehr ertragen. Das färbt am Ende noch ab. Die Welt muß besser werden!
Weil, so kann’s ja nicht weitergehen. Für sowas wie die soll man MEIN Geld, mein hart ererbtes Geld, in irgendwelche Universitäten stecken? Für diese Looser, diese Opfer,  die von ihren verfetteten Eltern mit Penny-Fraß so lange vollgestopft werden, bis sie fast platzen? Und die sollen dann da neben meinen agilen Jungs in irgendwelchen verrottenden Hörsälen sitzen? Nee, Nee, nee. Leute mit Eltern, die wahre genetische Jauchegruben sind, aus denen naturgemäß nur Unrat kriechen kann, Eltern, die noch nicht mal in der Lage sind, mal ein Pausenbrot zu schmieren! Dabei gibt’s doch dafür Leute wie Frau Schmidt! Die macht das hier bei uns schließlich auch! Aber wenn die alles verrauchen und versaufen dann bleibt dafür halt nix übrig, nicht wahr?
Und was gaukeln diese Kommunisten denen alles vor! Von tollen Autos, tollen Jobs, und spätestens vor dem Exanen schmieren die dann ab. Hallelujah, kein Wunder, daß die dann klauen gehen, anstatt sich in ihr Schicksal zu ergeben. Wenn ich mir diese dummen und verpickelten Fressen schon ansehe, nee, das ist doch keine KULTUR!

„Chancenheitgleicheit“, wenn ich das schon höre! Das ist doch totalitär! SOZIALFASCHISMUS! Die wollenMICH nur unterdrücken! Nee, nee, nee, wir vom Institut für überdurchschnittliche Freizeit, wir machen da nicht mehr mit. IHR MACHT DIE NUR UNGLÜCKLICH!

Das hat es damals so nicht gegeben. Bei Ur-Großvater, da war die Magd noch STOLZ, daß sie dienen durfte! Und hat sich GEFREUT, wenn er mal über sie drübergestiegen ist! Dumm fickt schließlich gut. Aber studieren? Nee, nee, bitte die Gebühren noch mal anziehen, dieseser Sozialschrott gehört endlich deftigst DESILLUSIONIERT!

Hat der Wulff eben im Fernsehen auch gesagt: Die Sozen wollen wir doch nur Freibier für alle! Wir, wir vom Institut für unterirdische Feigheit, wir  wollen stattdessen Freiheit nur für uns!

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Written by momorulez

3. Februar 2008 um 22:30

14 Antworten

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  1. Gutes Leben? Nein, danke! Sowas wird ansonsten noch bösartig.

    lars

    3. Februar 2008 at 23:06

  2. Die Sozen wollen wir doch nur Freibier für alle!

    Na widerlegt hast Du dieses Vorurteil aber auch nicht gerade. 😉

    Wir, wir vom Institut für unterirdische Feigheit, wir wollen stattdessen Freiheit nur für uns!

    Das Sichern von Privilegien und das „Nur die eigenen Schäfchen schnell ins Trockene bringen“ ist in der Tat sehr ausgeprägt.

    Der Hinweis, dass Vermögen ererbt und nicht erarbeitet sein kann, ist auch berechtigt.

    Man wünschte sich allgemein weniger Klientelpolitik und mehr tragfähige Konzepte, die auch finanzierbar sind. Dass irgendwer am Ende der Feier die Rechnung zahlen muss, ist nämlich auch wahr. Und manch einer zeigt Dir nun mal den Mittelfinger wenn er meint, seine Kohle vor Deinen paradiesischen Plänen in Sicherheit bringen zu können.

    NUB

    4. Februar 2008 at 7:48

  3. Was für paradiesische Pläne denn? Ich habe gar kkeine paradiesischen Pläne …

    Viel gruseliger ist ja auch das Glücks-Argument als die Finanzierungsfrage. Wenn Leute anderen Leuten erzählen wollen, unter welchen Umständen nur sie glücklich sein können, dann ist tatsächlich ein Schritt hin zum Totalitären. Mehr als Voraussetzungen – z.B. nicht hungern, Teilnahme an sozialem Lebem dann, wenn man will usw. – sind da doch gar nicht formulierbar.

    momorulez

    4. Februar 2008 at 8:39

  4. Mehr als Voraussetzungen – z.B. nicht hungern, Teilnahme an sozialem Lebem dann, wenn man will usw. – sind da doch gar nicht formulierbar.

    Formulierbar ist vieles. Die Linkspartei, ob in Hessen oder im Osten des Landes, formuliert da auch vieles.

    Wenn Leute anderen Leuten erzählen wollen, unter welchen Umständen nur sie glücklich sein können, dann ist tatsächlich ein Schritt hin zum Totalitären.

    Natürlich. Mein Eindruck ist aber bisher mehr, dass es letztlich meistens um Geld oder um Rechte geht. Und beim Geld entweder darum, es für sich zu behalten — oder eben darum, an Geld zu kommen, mit dem man Sozialstaat, Bildung, Gesundheit, Infrastruktur u.s.w. finanziert.

    Diese Sache mit den Studiengebühren und Elitenförderung z.B., die da gerade auch bei Euch angesprochen wird, macht u.a. Zugeständnisse an die Wirtschaft, die die Bildungsveranstaltungen gern wirtschaftskonformer hätte. Ich würde Dir aber sofort zustimmen, dass sich viele Studiengänge, gerade auch an den Universitäten, nicht dafür eignen, kommerzialisiert zu werden. Bzw. dass sie auch dann noch betrieben werden sollten, wenn sie nicht nicht „rechnen“.

    Dass da aber bei den höchsten Schulen Auswahl und Elitenbildung betreibt, muss ein Stück weit so stattfinden. Sonst wäre es ja nicht die höchste Schule und sie könnte mit den Studierenden nicht im internationalen Vergleich der Wissenschaft standhalten.

    Es müsste ja gar nicht zur Wahl stehen Studium oder Hartz IV… Mit einem etwas kreativeren und flexibleren Bildungssystem könnte man auch unterhalb der elitären Hochschulstudien die Erwachsenen(weiter-)bildung, evtl. auch an den Hochschulen ausbauen. In Ansätzen wird mit den Bachelor-Studiengängen ja bereits mehr Flexibilität geschaffen, wobei das natürlich auch wieder ein Zugeständnis an die Wirtschaft ist.

    NUB

    4. Februar 2008 at 8:56

  5. PS: Das Argument der sozialen Ausgrenzung, also der Bildungschancen nach dem Geldbeutel der Eltern, muss viel früher als beim Studium ansetzen, nämlich schon in der Schule. Erst im Bereich der Schule Murks machen und dann möglichst jeden studieren lassen, führt ja insgesamt auch zu nichts anderem wie Murks.

    NUB

    4. Februar 2008 at 10:20

  6. Ja klar, das ist die erste Hürde (4. Klasse, d.h. die Eltern machen ab der 2. Druck), aber das ebtlässt uns nicht aus dem Problem, die aktuellen Umbauprozesse im Bildungswesen einzuordnen.

    lars

    4. Februar 2008 at 10:27

  7. Lars

    Natürlich. Aber ich würde halt auch das Augenmerk neben finanziellen Dingen auf das Klima an den Schulen lenken und zum Thema Ausgrenzung auch mal auf die Ausgrenzungs- und Mobbingpraktiken innerhalb der Schülergemeinschaften, die z.T. psychische Wracks aus den Bildungsfabriken entlassen. Man kann jedenfalls kaum so tun, als müsse man Benachteiligten nur mehr zukommen lassen und sie entwickeln sich besser. Das ist ein Aspekt, aber nicht der einzige. Man denke nur an den noch harmlosen „Zwang“ Markenklamotten zu haben…

    Ich weiß ja, was da mitunter an Schulen so abgeht. Und ich bin ja selber auch früher nicht auf dem Mars zur Schule gegangen.

    Ich wollte nur mal betont haben, dass die Schule ja die Grundlage sein sollte, die u.a. später zu einem Studium befähigt.

    NUB

    4. Februar 2008 at 10:37

  8. Der einzige deutsche Lehrstuhl für Elamistik z.B. wurde geschlossen, weil der sich nun wirklich überhaupt nicht kommerzialisieren lässt, und die Göttinger Politikwissenschaft sollte auch schon komplett dichtgemacht werden, obwohl hier einige der wichtigsten Vertreter des Fachs sitzen. Wahrscheinlich zu gesellschaftskritisch, der Laden. Der Uni-Präsident und Biochemiker v. Figura erklärte, die Politikwissenschaft sei ein „Schwachpunkt“, der „ausgemerzt“ gehöre, worauf der Politikwissenschaftler Bassam Tibi erklärte, er als Semit wolle nicht schon wieder biochemisch ausgemerzt werden.

    che2001

    4. Februar 2008 at 11:07

  9. Che2001

    Wir sind in diesem Punkt einer Meinung, Wissenschaft kann nicht frei sein, wenn sie in allen Bereichen und insgesamt ein zuvor festgelegtes, wirtschaftlich verwertbares Produktivergebnis liefern muss. Da würde dann z.T. Erkenntnis abhängig gemacht von ihrem Nutzen und verworfen, wenn der Nutzen nicht eintritt.

    Für mich heißt das natürlich nicht, Forschung, Lehre und Wirtschaft sollten nicht zusammenarbeiten. Aber eben nicht im Sinne eines Eroberungsfeldzuges.

    NUB

    4. Februar 2008 at 11:12

  10. Ähnlliches passierte ja auch in Marburg und Frankfurt…

    lars

    4. Februar 2008 at 11:16

  11. C ést ca. Ich halte auch nicht Drittmittelforschung prinzipiell für böse, sondern kritisiere die Prioritätensetzung.

    che2001

    4. Februar 2008 at 11:17

  12. NUB: Aber die Mißstände im SDeutschen Schulwesen sind ja nun seit Jahren (schon vor den PISA-Tests) bekannt. Gerade die Lehrerverbände sträuben sich ja heftigst gegen mögliche Reformen. Ich wundere mich ja immer, was aus diesen PISA-Daten alles rausgelesen wird. Vor nem Jahr oder so hörte ich einen dieser Lehrerfunktionäre in etwa folgendes sagen: Die Pisa-Ergebnisse zeigen, dass die ganzen Diskussionen um Alternativen zum dreigliedrigen Schulsystem für die Katz gewesen seien und sogar bessere Ergebnisse blockiert hätten, weswegen man sich nun endgültig zur Dreigliedrigkeit bekennen solle.

    Nein, die Konzepte für eine bessere Schule liegen doch vor: kleinere Klassen, Ganztagsbetreuung, Gesamtschule mit später Differenzierung und weg von dieser immensen Hausaufgabenbelastung.

    ABer in der Hochschule kam es in den letzten Jahren wirklich zu massiven Umbaumaßnahmen, die ja nun so ziemlich alle Errrungenschaften der Bildungsöffnung wieder zurückgedrängt hjaben. Ganz viele bezeichnen z.B. eine Professur wieder als Lehrstuhl, obwohl es in Deutschland keine Ordinarienuniversität mehr gibt, die Betreuungszahlen ist an den meisten Universitäten grausam hoch und dieser BA/MA-Bullshit, der ja Studiengänge vergleichbar machen sollte, ging ja total nach hinten los, (abgesehen davon, dass mit dem European Credit Transfer System zumeist nichtmal Leistung bscheinigt wird, sondern zeitaufwand). Und dafür soll man nun bezahlen?? Als Student würde ich mich richtig verarscht vorkommen.

    lars

    4. Februar 2008 at 11:36

  13. Zudem ja der Anlaß ist, daß irgendwelche vermeindlichen Wissenschaftler von ganz weit Rechtsaußen nunmehr meinen, Chancengleichheit mit dem Argument, daß Menschen ja nun mal verschiedene Voraussetzungen hätten, zurückweisen zu können. Und das dann auch noch damit begründen, daß Menschen unglücklich werden, wenn sie Bildungsformen wählen, die sie gar nicht ausfüllen können. Und das ist ja ’n Zacken schärfer, weil sich ja die Frage stellt, wer da wie warum selektiert.

    Schon die viel zu früh, in der Grundschule, ansetzende Selektion nach Leistung ist ja dramatisch, aber bei dem Gerede von Vorraussetzungen fragt man sich ja doch, welche denn da gemeint sind … und vor allem, warum das als Argument gegen Chancengleichheit gerichtet wird.

    Das Perverse dabei ist, daß die permanente Bedürfnisanstachelung im Kapitalismus auf einmal gegen jene gewendet wird, die sowieso schon unter ihm leiden.

    momorulez

    4. Februar 2008 at 12:12

  14. In der Tat, im OSZE-Bericht steht ausdrücklich drin, dass das dreigliedrige Schulsystem schuld an den PISA-Ergebnissen sei, und es wird das finnische System empohlen.

    che2001

    4. Februar 2008 at 12:18


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