shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Souveränität und soziale Herkunft

with 31 comments

Herr Ballast, ein treuer Leser dieses Online-Angebots, sendete uns folgendes Zitat zu:

„Sehr geehrter Herr Professor Hartmann,
mit großem Interesse habe ich in der Faz vom 31. März dieses Jahres
Ihren Kommentar zur Bedeutung der sozialen Herkunft für die Karriere
gelesen. In X, dem Mitarbeiterorgan der Y, veröffentlichen wir regelmäßig
Glossen. … Wären Sie interessiert, gelegentlich einmal für uns zu schreiben?
Zwar kann ich die Aussage in Ihre FAZ-Kommentar gut nachvollziehen,
allerdings können wir dieses Thema so nicht in X behandeln, da das im Klartext hieße, dass viele Mitarbeiter nur wenig Chancen auf Karriere hätten. Aber sicherlich können Sie das Thema auch ein wenig anders akzentuieren. Über die Bedeutung des souveränen Auftretens würden wir gern von Ihnen lesen, ohne zu betonen, dass 80 Prozent der Topmanageraus den oberen drei Prozent
der Bevölkerung stammen, denen dieses Verhalten in die Wiege gelegt würde.“

aus: M. Hartmann (2002): Der Mythos von den Leistungseliten. Spitzenkarrieren
und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft, Frankfurt/Main: Campus, S. 17.

Advertisements

Written by lars

4. Februar 2008 um 12:32

31 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Ich möchte Euch an dieser Stelle auch mal ausdrücklich loben, dass Ihr Euch plumpen biologischen oder gar sozialdarwinistischen Erklärungsmustern in BLOG-Kommentaren und anderswo entgegen stellt.

    Es ist natürlich völliger Blödsinn aus genetischen Intelligenzanteilen herauszulesen, die eine Gruppe habe einfach gute Gene und die anderen Mistgene. Und wenn nur immer schön die guten Gene vorangetrieben werden, wird der Mist irgendwann ausgemerzt… Da sind wir wirklich keine zwei Schritte von NS-Ideologie weg. Und die Sache mit denen Genen ist selbstverständlich viel komplizierter und erlaubt solche Schlüsse überhaupt nicht.

    Denn erstens ist irgendeine willkürliche Leistungs- und Begabungsdefinition schon mal gar nicht natürlich, zweitens ist wie ich auch bei den BLOGGIES geschrieben habe, Sitzenbleiben und Nicht-Karriere ja oft auch einfach fehlender Fleiß und Desinteresse und nicht genetische Disposition, was eine saubere Trennung fast unmöglich macht.

    Drittens gibt es ja nicht so etwas wie ein genetisches Gütesiegel, in bestimmten Familien nie bestimmte Erbkrankheiten, Genmutationen- und Variationen mit komplexen, noch nicht bis ins Detail erforschten Konsequenzen zu haben, so dass einfach die Familien mit den „tollen“ Genen unter sich bleiben und damit SICHER sein können, kein dummes (oder behindertes) Kind zu haben.

    So einen Unfug würde auch kaum ein Biologe behaupten. Im Gegenteil ist ein zu sehr im engen Kreis bleibender Genpool über viele Generationen wieder förderlich, bestimmte Erkrankungen leichter zu bekommen. Es ist ja gerade der Vorteil von Sexualität — und der Grund warum die Natur diese Methode hat und nicht nur Zellteilung — dass neue Genkombinationen „ausprobiert“ werden können, deren interne Konsequenzen im Organismus höchst komplex und — ich wiederhole es — noch nicht hinreichend erforscht sind. Fest steht aber: Die Natur bräuchte überhaupt keine Sexualität, wenn die eine Menschengruppe einfach die guten Gene hat und die anderen den Mist und fertig. Dann würden einfach nur noch die „guten“überleben und diese Übermenschen bräuchten sich dann eigentlich nur noch zu klonen!

    Es ist daher richtig, dass Ihr Euch nicht so leicht ein X für ein U vormachen lasst, auch nicht, dass so etwas liberal wäre… Da wird mitunter versucht, ein braunes Pflänzchen zu pflanzen. Glaubt bitte nicht, das sei FDP-Standard oder state of the art der Genetik.

    Dass ich mal Linke dafür loben muss, fundamentale liberale Prinzipien, nämlich die Achtung vor dem Individuum, zu verteidigen, zeigt, wie weit es schon ist…

    NUB

    4. Februar 2008 at 13:49

  2. Danke NUB! Und Lob zurück für dieses Statement! Bei manch braunem Pflänzchen da drüben verliere ich tatsächlich auch richtig die Fassung, und tatsächlich auch, weil das so weit weg von allem ist, was ich so unter liberal verstehe, daß ich mir nur noch die Augen reiben kann.

    Ich habe einen hehren Respekt vor der liberalen Tradition, die ich so vorm Bloggen kennen lernte, Dahrendorf und solche, und habe im Gegensatz zu anderen Mitbloggern hier auch kein Problem mit dem Etikett „linksliberal“. Insofern auch Zustimmung zu Deinem ganzen Posting.

    momorulez

    4. Februar 2008 at 14:08

  3. Ja, auch von mir warme Zustimmung und Dank an NUB. Was für mich die Sache so entsetzlich macht ist die Tatsache, dass die Argumentationsmuster bei den BLOGs ja teilweise wirklich analog zu dem Diskurs der Sozialdarwinisten des Kaiserreichs ist, wo am Ende dann die Rassenhygiene bei rausgekommen ist. Ich habe zu diesem Thema geforscht, ich kenne mich da wirklich aus.

    che2001

    4. Februar 2008 at 14:19

  4. Sozialdarwinismus plus Sozialtechnologie, wie nennt das noch, Dystopie?

    „Dieses Abzahlen soll den potentiellen Studenten dazu zwingen, von Anfang an auch darauf zu achten, dass er Dinge studiert, die ihm einen Job einbringen, der das möglich macht. D.h. eine Wahl eines Studienfachs, das einerseits eine am Markt gefragte Qualifikation vermittelt und das andererseits angesichts der eigenen Neigungen und Fähigkeiten mit großer Wahrscheinlichkeit auch erfolgreich beendet werden kann.“

    Und das ist dann Freiheit? Komischerweise ist sonst Zwang Unwort, und hier auf einmal will Steffen H. nun ganze Bevölkerungsschichten dazu zwingen, bloß nicht das zu studieren, was ich studiert habe. Ich habe zwei mal das Fach gewechselt, einmal Hauptfach, einmal Nebenfach, konnte nebenher Behinderarbeit machen, wovon ich bis heute berufsqualifizierend zehre, bin jetzt leitender Angestellter von Teams von bis zu 30 Personen, mache zwischen 2 und 5 Millionen Umsatz im Jahr – was ist denn für eine völlig perverse und zudem auch noch widerwärtig autoritäre Vorstellung von Leben und Qualifikation, die der Herr H. da proklamiert???

    momorulez

    4. Februar 2008 at 14:33

  5. NUB,
    auch wenn wir uns manchmal so ein bisschen zoffen, aber ich finde, das ist eben die Sachlichkeit, die ich mir von mir selber wünsche, wenn ich dazu fähig wäre. Ist mir schon öfter aufgefallen.
    – Ich finde ja, dass man sich durchaus über St.gebühren und so weiter unterhalten kann, aber eben auf pragmatischer Ebene. SO geht sowas nicht, und mit Verlaub, das ist die Wiederaufnahme von Diskursen, die eigentlich gewalttätig 45 beendet worden sind. Mich macht das alles Staunen, ohne Ende.
    Ich könnte sogar, als ehemaliger Uni-Lehrer, Argumente für Studiengebühren bringen, aber ganz sicher nicht, solange sowas in solchen Kontext rutscht, wo biologische Rhetorik sogar, zum Glück, Rhetorik bleibt, weil sie dazu dient, die eigenen Interessen zu verbrämen. Die könnte man auch einfach aussprechen, anstatt in Kauf zu nehmen, dass die Legitimationsrhetorik ihrerseits subkutan schlimme Folgen zeitigt. – Ich kapier das alles nicht, aber wenn hier von einem angeblichen bürgerlichen Standpunkt aus argumentiert werden soll – um so schlimmer. Dann gibts ihn schlichtweg nicht, dann gehts um reinen Distinktionsvorteil, der irgendwie zu ergattern wäre, wie Emporkömmlinge das machen.

    T. Albert

    4. Februar 2008 at 14:51

  6. Also, der Diskurs, in dem Steffen H sich da bewegt, das würde ich glatt Eugenik nennen. Widerlich.

    che2001

    4. Februar 2008 at 14:54

  7. T. Albert

    aber wenn hier von einem angeblichen bürgerlichen Standpunkt aus argumentiert werden soll – um so schlimmer. Dann gibts ihn schlichtweg nicht, dann gehts um reinen Distinktionsvorteil, der irgendwie zu ergattern wäre, wie Emporkömmlinge das machen.

    Ja, darum geht es wohl — im besten denkbaren Fall… Aber über solche Pfade zu wandeln und mit diesen längst überwunden geglaubten Ideen zu spielen, das ist unsagbar dämlich und richtet für liberale Anliegen zumindest im Web großen Schaden an. Da fragt man sich fast, ob die, die das immer wieder einfließen lassen, nicht der liberalen Sache eher schaden wollen….Es wäre feige, würde ich das unwidersprochen hinnehmen oder falsche Solidarität üben.

    Wenn man etwas falsch findet, sollte man über politische Grenzen hinweg dazu stehen und nix schönreden…

    NUB

    4. Februar 2008 at 15:02

  8. @momorulez

    Dahrendorf und solche

    Wahrscheinlich hat Vater Gustav da einfach ein paar sozialdemokratische Gene rübergeschleudert. 😉

    NUB

    4. Februar 2008 at 15:29

  9. Altopoda (Albert, Topitsch, Popper, Dahrendorf), Eucken, Röpke, Ossietzky, Tucholsky, Quidde, Russell, das sind für mich führende liberale Denker/Autoren. Auf Hayek, Mises und Friedman wäre ich nie gekommen, und der Unterschied zwischen den Einen und den anderen erscheint mir beträchtlich.

    che2001

    4. Februar 2008 at 15:40

  10. Frage am Rande: wie authentisch ist das Zitat? Auch wenn ich nicht bestreite, dass es die Wirklichkeit besser wiedergibt, als das meiste, was als „Gesellschaftsanalyse“ in der Holz- und Flimmermedien verbreitet wird.
    Ich bin, offensichtlich im Gegensatz zu einigen Kommentatoren (nicht Autoren!) im B.L.O.G. der Ansicht, dass „Führungspositionen“ in unserer Gesellschaft vererbt werden – und zwar nicht über biologische, sondern über soziale Mechanismen: es kommt auf Beziehungen und Stallgeruch an.

    Liberal? Ja AlToPoDa, Eucken, Ossietzky, Tucholsky, Russell zähle ich unbedingt dazu, (von Röpke und Quidde weiß ich zu wenig). Hayek – kommt darauf an, zu welcher Zeit. Spätestens ab jener Zeit, als er de facto die Freiheit des Marktes über die persönlichen Freiheit stellte, steht er für mich nicht mehr zu den „Bürgerrechtsliberalen“, auch wenn er nach wie vor ein „Wirtschaftsliberaler“ war.

    MartinM

    4. Februar 2008 at 19:35

  11. @MartinM:

    Klar werden die Führungspositionen sozial vererbt! Die Studie von Hartmann hat vier Promotionskohorten aus den Jahren 1955-1985 im 10-Jahresabstand in den Rechts- Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften untersucht und zwar zuerst eine inhaltsanlytische Auswertung von Lebensläufen, die anschließend mit den Angaben im Hoppenstedt-Handbuch, in den Handbüchern des Bundestags und der Länderparlamente, in Kürschners Deutscher Gelehrtenkalender und im Handbuch der Justiz verglichen (die geben darüber Auskunft, wo diese Personen 10 Jaher später landeten). Dabei wurde dann gerade in der Wirtschaft anhand der FAZ-Liste der 100 größten Unternehmen Deutschlands zwischen Groß- und Spitzenunternehmen unterschieden.

    Der Hartmann sitzt ja schon seit Jahren an einer kritischen Eliteforschung, dessen Schwerpunkt die Analyse von Topmanagern ist.

    Insofern ziemlich authentisch.

    lars

    4. Februar 2008 at 19:52

  12. @Lars:

    „Dass Reiche immer bessere Möglichkeiten haben, ihre Kinder auszubilden, ist einfach so. Und selbst wenn du im Inland über alles mit dem Gleichheitsmäher drüberfährst, aber darauf verzichtest, eine Mauer zu bauen, machen die das eben im Ausland, Sprachkenntnisse inklusive.“

    Sagt einer von Martins Mitbloggern.

    momorulez

    4. Februar 2008 at 20:28

  13. Gibts eigentlich auch Regionen oder Gegenden, die so etwas wie Elite befördern? Ich kenne mich hier ja am wenigsten damit aus, aber vermute, dass ein Arbeiterkind aus Osdorf (Hamburger Verhältnisse), das in Othmarschen zur Schule und dann mit seinen Klassenkameraden zur Uni ging, bessere Chancen erhält, als ein vergleichbar aufgewachsener Junge aus Barmbek.

    Erik

    4. Februar 2008 at 20:38

  14. Ich erinnere mich an ein Treffen mit einer sehr netten Mitarbeiterin der Hamburger Wirtschaftsbehörde, die sagte, daß in Hamburg im Falle von Bewerbungen der Schüler der Schulen auf St. Pauli diese ungelesen auf den „Ablehnen“-Stapel rutschten …. aber so ist halt das Leben.

    momorulez

    4. Februar 2008 at 20:42

  15. Gibt es da jetzt eine parallele Diskussion bei den B.L.O.G.s?

    @Momo/MartinsMitblogger: Ja und? Dann muss halt eine internationale Bildungspolitik her. Ich bin ja schon länger für eine schlagkräftige Internationale Gewerkschaftsbewegung, die internationale Standards der Arbeitssicherheit, Entlohnung und Zugangsmöglichkeiten durchsetzen sollte.

    Dann ist die oben angeführte Statistik eh erstmal nur deskriptiv und bleibt erklärungsbedürftig. Der Witz der HArtmannschen Analysen liegen nämlich darin, dass die Promotion zwar eine noptwendige aber nicht hinreichende Bedingung für den Erwerb von Spitzenpositionen darstellt.Die liegen nämlich viel eher in Formen des gleichen Geschmacks, im Allgemeinwissen, in einem unerschütterlichem Optimismus, kurz: in einem gewissen Stallgeruch, der tatsächlich sozial vererbt wird, der aber andererseits de Selsbtzuschreibungen der Topmanager, Juristen und Professoren, sich die Position über Leistung erworben zu haben ( also erfolgreiches Handeln im Berufsfeld) reinste Ideologie ist.

    Wenn sie es wenigstens offen eingestehen würden, aber der zitierte Brief oben ist ja so ein Dokument des offiziösen Umgangs mit dieser Problematik. Würde man sich öffentlcih dazu bekennen, würden sich nämlich weitaus weniger Aspiranten dieser biographischen Illusion der prinzipiell offenen Karrieremöglichkeit hingeben.

    lars

    4. Februar 2008 at 20:58

  16. @Momo: Ein ähnliches Problem wurde mir aus Frankreich zugtergaen, Marrokanisch klingender Name und eine Adresse im Banlieue…

    lars

    4. Februar 2008 at 20:59

  17. Ich wollte das jetzt auch nicht bestätigend zitiert haben, weiß Gott nicht. Solch Fatalismus ist ja allanwendbar.

    Und die Parallel-Diskussion, also diese braune Sauce, die der hehre Herr Steffen H. gegenüber anrührt, und das ja nicht zum ersten Mal, war zumindest für mich Auslöser für den Eintrag weiter unten zum „Unglück an der Wurzel packen“, und für T. Alberts Studiengebühreneintrag, glaube ich, auch?

    momorulez

    4. Februar 2008 at 21:31

  18. Ja, das ist quasi unsere erste große Bildungsdebatte.

    Habe diese Diskussion dort auch erst mit talberts letztem Post entdeckt. Ich bin leider nicht so standhaft wie ihr, das lesen der Kommentare bei denen drüben halte ich nicht länger als 90 Sekunden durch. Ansonsten vergeht mir der Appetit auf meine Käsespätzle…

    lars

    4. Februar 2008 at 21:51

  19. ich hab ja auch nur mal wieder wenige Sekunden da rüber gesehen, ich bin da lange nicht mehr standhaft. Aber bei sowas korrumpiertem platzt mir der Kragen.

    T. Albert

    4. Februar 2008 at 22:04

  20. Glückicherweise gerate ich bislang eher selten in deren Schußlinie…

    lars

    4. Februar 2008 at 22:08

  21. (…) was ist denn für eine völlig perverse und zudem auch noch widerwärtig autoritäre Vorstellung von Leben und Qualifikation, die der Herr H. da proklamiert???

    Dahinter steckt in der Regel ein unterkomlexes Bild davon, was einen Markt ausmacht – und darüber wird dann die Vorstellung geschichtet, dass das menschliche Dasein sich ebendiesem Bild eines Marktes unterzuordnen habe. Das Studieren dient demnach in erster Linie und entscheidend dazu, sich verwertbar zu machen, und ebendiese (angebliche…) Marktfähigkeit wiederum wird auf eine überaus schlichte Weise erdacht.

    Nebeneffekte der vorgeschlagenen, im Kern politischen (!) Ordnungsideen (nicht unerheblich: u.a. die Zwänge, die soziale Selektion sowie die Beeinträchtigung des Wissenschaftsprozesses) werden ignoriert, weil das, was sich als „der Markt“ gedacht wird, hier wieder als ultimative Rechtfertigungsinstanz auftritt.

    Dr. Dean

    4. Februar 2008 at 23:53

  22. @Dean:

    „Das Studieren dient demnach in erster Linie und entscheidend dazu, sich verwertbar zu machen“

    Daß das eine der zentralen Thesen Adornos ist, über den Du immer herziehst, ist Dir hoffentlich klar? 😉

    momorulez

    5. Februar 2008 at 0:06

  23. Freundlicher formuliert könnte man sagen, dass ein übersteigertes Maß an Begeisterung für Marktprozesse die verwendeten Argumentationswege „da drüben“ bzw. bei Steffen H und Konsorten zu einen guten Teil erklären – und dazu kommt noch noch eine spezielle Aromakomponente, hier bin ich dann wieder unfreundlich, die man hellbraune Soße nennen könnte.

    Oder auch Sozialdarwinismus in einer besonders widerlichen pseudowissenschaftlichen Form.

    Dr. Dean

    5. Februar 2008 at 0:14

  24. @Momorulez

    Es ist vermutlich für Adorno-Liebhaber sehr schwer erträglich, dass ich sogar viele Gedanken von Adorno für bedenkenswert und relevant halte – und ihm zugleich, schon allein von der Methodologie her, die Wissenschaftlichkeit abspreche.

    Das hat aber auch sein Gutes: Adorno ist ein hervorragender Thesenlieferant. Versteht man ihn nicht apodiktisch, sondern in vielen Themengebieten als anregende Diskussiongrundlage, dann kommt man seiner wissenschaftlichen Bedeutung m.E. besonders nahe.

    Soziologie ist in meinen Augen eine besonders schwierige Disziplin, und dies besonders, wenn man – wie Adorno – sich als Soziologe zu den großen Themen äußern will. Der in diesem Fachgebiet besonders dünn ausfallende Faden der Wissenschaftlichkeit ist schnell zerrissen, und was dann übrig bleibt, ist in vielen Fällen dann kaum mehr als Literatur.

    Was übrigens, wenn man es auf diese Weise auffasst, auch den Wert von Literatur verdeutlichen kann.

    Dr. Dean

    5. Februar 2008 at 0:24

  25. Oha, was wäre denn Deiner Meinung nach „gute Soziologie“?

    lars

    5. Februar 2008 at 0:36

  26. Eine seltene Angelegenheit. Der Organisationssoziologe Michael Hartmann ist in ein Beispiel für eine brillante, mutige und wissenschaftlich fundierte Soziologie.

    Dr. Dean

    5. Februar 2008 at 1:04

  27. Wobei der weniger Organisationssoziologe ist als ein Arbeits- und Bildungssoziologie.
    Fühle mich da ja schon etwas bei meinem nicht allzu ausgeprägten Berufsethos gepackt…

    lars

    5. Februar 2008 at 1:12

  28. @Dean:

    Das hatten wir ja schon häufiger, da Adorno aber den von Dir gerne in Anspruch genommenen Begriff von Wissenschaftlichkeit ja mit guten Gründen KRITISIERT, fällt Dein Einwand aber auch nicht wirklich in’s Gewicht 😉 … hättest Du Argumente gegen diese guten Gründe, dann könnte an das vertiefen.

    momorulez

    5. Februar 2008 at 9:13

  29. Ein bißchen Positivismuskritik geht halt nicht 😉

    che2001

    5. Februar 2008 at 10:14

  30. […] Leberwürste aus dem Elfenbeinturm Da ist man mal mit den Linken einer Meinung. Und prompt bekommt man eine Glückwunschmail von einem BLOG, wie man sich da auf […]

  31. Trackback gelöscht wegen darin enthaltenen Beleidigungen.

    momorulez

    12. März 2008 at 20:07


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s