shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Ich Dinosaurier

with 7 comments

Wer Sozialwissenschaften studierte, war meist links, wer Geschichte studierte, links oder sehr konservativ. Unter Linken war es hip, Action-Sportarten auszuüben, z.B. Klettern, und viele machten härtere Kampfsporte, wie Escrima oder Bo-Karate. Das lief vielfach unter dem Label Vorbereitungstraining für Haue-Demos oder Antifaktionen, und auch wenn die meisten Mitglieder dieser Sportkurse in ihrem Leben keinem Nazi oder Polizeibeamten mit dem Knüppel gegenüberstanden, war es doch enorm hip, solch einem Kurs angehört zu haben. Gab son kitzelndes Streetcredibility-Gefühl. Wenn ich davon erzähle, verorten die meisten meiner Zuhörer das so um 1968, ich rede aber von den 90er Jahren.

Das subkulturelle Outfit der Szene war bunt und reichte von Hippie über Punk bis Sharp Skin, Baseball-Mützen Hiphoper und Techno-Kult mit Adidasjacken und Cordhosen (so der Tocotronis Look), alles gleichzeitig.
Ist Göttingen und Bremen wirklich so viel anders als der Rest der Welt?

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7 Antworten

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  1. Ja 🙂 !

    momorulez

    9. Februar 2008 at 22:16

  2. Kampfsport wäre uns nie in den Sinn gekommen (in unserer Rhein/Ruhr Ecke). Die Orientierung der Sowi- oder Geschichts-Studenten war hier aber identisch. Crust-Outfit (Dreadlocks, zerfetze schwarze Klamotten, Doom): Ja, war schließlich am radikalsten . Hipop und Techno waren eher „Pfuibäh“. Musikalisch und ästhetisch.

    Gruß an alle Crustheads!

    cut

    9. Februar 2008 at 23:01

  3. Die Crusties habe ich ja bei der Bundestagsblockade in Bonn 1993 mitbekommen, wie sie von der Bullei eingemacht wurden, bis eine norddeutsche Juijitsu-Gruppe die Ordnungshut abfing und ihnen die Knüppel wegnahm 🙂

    che2001

    9. Februar 2008 at 23:27

  4. Ja, gut möglich 🙂 Trotz teilweise ultrabrutaler Optik war die Szene ja eher weltfremd friedlich.

    cut

    9. Februar 2008 at 23:50

  5. Ebend. Das Demo-Fightertum damals scheint mir eine bremisch-hamburgisch-göttingisch-kreuzbergische Angelegenheit gewesen zu sein. Die Vorschläge oberpfälzischer Bauern in Wackersdorf, zur Schrotflinte zu greifen wurden auch von den härtesten Autonomskis zurückgewiesen. Das ist aber eine interessante Sache: Ganz brave, überhaupt nicht szenemäßige Leute entwickelten öfter Ideen zu extrem heftigen Aktionen, wenn es um ihre unmittelbare Sache ging. Es klingt mir noch im Ohr, Krupp in Rheinhausen: „Wenn wir hier erst richtig zulangen, sind die Autonomen in der Hafenstraße arme Waisenkinder neben uns.“

    Das blieben aber nur Worte. In Lothringen haben die Stahlarbeiter das Gästehaus ihres Konzerns niedergebrannt, die Eisenbahnweichen in ihrer Region durchgeflext oder einbetoniert und Wasserwerfer der Polizei mit Bulldozern umgeschmissen. Warum passiert das in Deutschland nicht?

    che2001

    10. Februar 2008 at 0:08

  6. Bremen war schon immer anders, als der Rest der Welt. Bei Göttingen weiß ich das nicht so 😉

    In den frühen 90ern gabs das auch in Kiel, nur studiert haben die nicht.
    http://www.ringfahndung.de/archives/die-kneipenterroristen-aus-laboe-sind-da

    ring2

    10. Februar 2008 at 10:17

  7. Also hier in DD weiß ich von zumindest einer solche Sportgruppe von Antideutschen. Würde mich also nicht wundern wenn es noch mehr von der Sorte gibt.

    Ist sowieso recht interessant. Die meisten Antifa Plakate/Flyer die ich hier sehe kommen von Antideutschen.

    googlehupf

    10. Februar 2008 at 19:54


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