shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

„Lieber Arm dran als Bein ab“

with 28 comments

Ist schon komisch, dass man immer wieder betonen muss, dass Vergleiche zwischen Diktaturen, seien es Nazis oder die SED, wahlweise noch die Massaker an den Armeniern oder die Ausrottung der Indianer *immer* von einer gehörigen Portion Doofheit zeugen:

Betrifft Stasi:

„Nur, dass man einer NPD-Kanaille die Gestapo-Beschwörung nicht nachgesehen hätte. Bei dieser Linken wird sich der Rauch schnell verziehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, dass das nur daran liegt, dass die Gestapo wesentlich mehr Opfer auf dem Gewissen hat.“

Es ist ganz einfach: Eine der schlimmen Seiten relativiert man mit einem solchen Vergleich immer unwürdig.

Mindestens doof übrigens.
Eigenwillig, dass man das so deutlich noch sagen muss.

Merke: Stasi-Gestapo-Vergleiche sind die neue Autobahn

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Written by ring2

15. Februar 2008 um 16:07

Veröffentlicht in Alte Frauen plaudern von früher

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28 Antworten

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  1. http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/t_cid-4582812_mid-4586858_typ-reallow_loc-int.html

    So, hier noch mal der Stein des Anstoßes. Und folgt man dem, was da drüben steht, kann man nun also auch guten Gewissens behaupten, daß Steffen H. die Wahrheit dessen ausspricht, was alle anderen dort gegenüber denken, und Karsten ist dann nur Tarnung … nee,aber ich bin ja nicht bereit, dem zu folgen, was Boche denkt.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 9:23

  2. Man kann und sollte aber schon feststellen, dass die DDR kein linker, sondern ein faschistischer und rechter Staat war.

    Berg Ninser

    16. Februar 2008 at 10:47

  3. Faschistisch meiner Ansicht nach nicht. Dazu gehören auch Formen eines Nationalismus, radikale Ungleichheitslehren etc..

    Wobei ich mich in der spanischen und italienischen Form nicht so auskenne, da wird es schon eine Menge Parallelen geben.

    Unterschied um’s Ganze ist halt, daß der Faschismus de facto ökonomisch-bürgerliche und kapitalistische Strukturen auch gestützt hat, während die DDR das ja eher in einen durch“politisierten“ Staatskapitalismus überführt hat. Staatseigentum ist ja nicht automatisch Gemeinschaftseigentum, es gab klassische Lohnarbeit etc. Daß da letztlich sowas wie ein totalitär gewendestes Kleinbürgertum bei raus kam, sei aber voll zugestanden -auch, daß es in der DDR auch Selbständige gab, Friseure zum Beispiel. Man auch Häuser kaufen konnte, war aber, glaube ich, schwierig.

    Der Begriff des Politischen ist in diesem Fall aber ein sehr anderer als jener unter bundesrepublikanischen Bedingungen. Und „antidemokratisch“ ist dann das, was lediglich bestimmte, keineswegs alle, liberale Strömungen, rechte und sowjetisch-stalinistische Formen der Herrschaft eint. Das ist aber ja nicht immer gleich Faschismus. Rechtssetzung z.B. ist da noch viel willkürlicher, dem Terror noch verwandter. DDR war aber allemal schon schlimm genug.

    Bei der DDR kommt auch hinzu, daß es eben ein Satellit der Sowjetunion war, was ja doch noch mal’ne spezifische Bedingung ist und auch nicht vergleichbar mit Chile und den USA, z.B.. Es gab die ständige, militärische Drohung, siehe Ungarn und „Prager Frühling“.

    Links war das aber auch nicht. Aber „rechts“ trifft’s auch nicht, weil die Traditions- und Kultursauce fehlte, obwohl auch die noch irgendwie aufschien, aber anders. Weiß nicht, ob diese Lagerdenke da nicht eher verfälscht.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 11:49

  4. Zum Faschismus gehört – meines Wissens – auch, dass er politisch gegen linke politische Strömungen gerichtet ist. Dazu kommt, was den politischen Stil angeht, ein Bewegungscharakter, sowie Autoritarismus- und/oder Führerkult, Auserwählungsdenken, Demokratieferne, aggressiver Nationalismus, völkische Ideologie, Hetze gegen Minderheiten, Militarismus, und nicht zuletzt ein Fetischverhältnis zu politischer Gewalt sowie ein Negativverhältnis zu politischen Grundrechten und Individualfreiheiten.

    (wenn man es so formuliert – dann passt das in beachtlichen Ausmaß auch zur RAF)

    Die Bürokratur DDR hatte – de fakto – nicht sonderlich viel Bewegungscharakter, war zwar auch gegen linke politische Strömungen gerichtet (u.a. Sozialdemokratie), aber in erster Linie war man in der DDR kommunistisch/sozialistisch eingestellt. Auch kann von keinem Fetischverhältnis zu politischer Gewalt gesprochen werden – und auch nicht von Hetze gegen Minderheiten oder völkischer Ideologie.

    Gewisse Ähnlichkeiten z.B. hinsichtlich der politischen Inszenierung mögen auffällig sein, totalitäre Ausprägungen ohnehin, aber das langt noch nicht, um den DDR-Staat eine „faschistische Diktatur“ zu nennen. Die DDR war aber auch so schon schlimm genug.

    Dr. Dean

    16. Februar 2008 at 13:54

  5. Dafür, eine Ähnlichkeit oder Nähe zum Faschismus zu benennen ohne historisch ins Straucheln zu geraten, wurde ja der Begriff faschistoid eingeführt.

    NUB

    16. Februar 2008 at 14:01

  6. Ja, aber bezeichnet keine diffuse Nähe, sondern ein so-oder-so-Sein in sich.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 14:27

  7. Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus

    Georgi Dimitroff, Referat am 2. August 1935 auf dem 7. Weltkongress der Kommunistischen Internationale: „Der Faschismus an der Macht, Genossen, ist, wie ihn das XIII. Plenum des EKKI* richtig charakterisiert hat, die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“

    Diese geradezu klassische Definition hatte ja mal eine gewisse Bedeutung 😉 Ob sie nun besonderes erhellend ist…

    * Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale

    cut

    16. Februar 2008 at 14:41

  8. momorulez

    Ja, aber bezeichnet keine diffuse Nähe, sondern ein so-oder-so-Sein in sich.

    Den Satz habe ich nicht verstanden. Kannst Du das bitte nochmal anders formulieren?

    NUB

    16. Februar 2008 at 15:17

  9. @cut:

    Doch, finde ich schon, daß das erhellend ist 😉 …

    @NUB:

    „Faschistoid“ bezeichnet nicht eine Nähe oder eine Ähnlichkeit zu faschistischen „Systemen“, sondern ist eine Attribut, eine Eigenschaft etc., die Konstellationen, Diskursen, Funktionsweisen und wohl auch Charaktermerkmalen von Personen in diesen „Systemen“ zugesprochen werden kann. Faschistoid ist es, Juden zu vergasen, Zigeuner einzusperren und mit dem Anspruch natürlicher Herrschaft ausgestattet andere „Völker“ zu überfallen, nicht Nachbarn zu bespitzeln. Sonst wäre McCarthy Faschist gewesen, war er das?

    @Dean:

    De facto wurden Minderheiten auch im real-existierenden Sozialismus drangsaliert, nicht zugelassen etc.. Nicht nur „Deviante“ wie Homos. Frau Kahane, die bei PI und Kewil so verhaßt ist, hat z.B. auch über massiven Antisemitismus in der DDR berichtet, und deren Bruch mit dem Regime ergab sich, als sie massivsten Rassismus in „sozialistischen“ Ländern in Schwarzafrika bebachten mußte.

    Die Differenz ist, glaube ich, daß diese Grenzziehungen und Entwertungen und Vernichtungen nicht konstitutiv für das System selbst sind.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 17:35

  10. momorulez

    Deine Ausführungen klingen so, als könne man das Attribut faschistoid nur auf Faschisten anwenden oder nur dann, wenn etwas faschistisch ist. Was dann ja bedeuten würde, dass man gleich faschistisch sagen könnte.

    In Meyers Lexikon steht: faschistoid, dem Faschismus ähnlich, faschistische Züge zeigend.

    Und ähnlich ist ja nun kaum so zu verstehen, dass etwas im Kern erst mal identisch sein muss, um dann ähnlich zu sein.

    Zudem: Spitzel und insbesondere Blockwarte kannte das Dritte Reich zu Genüge. Der Begriff Blockwart stammt sogar exklusiv aus dem Dritten Reich.

    Übrigens finde ich nicht, dass man bei der DDR, der Stasi u.a. Themen das Dritte Reich ins Spiel bringen sollte, wenn es aus dem Kontext dazu keine Veranlassung gibt. Die Gefahr, das eine oder andere zu verzerren, auch unabsichtlich, ist unübersehbar.

    NUB

    16. Februar 2008 at 18:48

  11. Dann hat Meyers Lexikon da eben unrecht. Und natürlich gab’s im 3. Reich Spitzel, die gibt’s hier heute auch noch, manche geben sogar 5 Millionen für irgendwelche Bankdaten aus, das ist nix Spezifisches in Sachen 3. Reich.

    Und im Falle der Stasi mit ihren ganzen IMs war ja eher das Widerwärtige, daß das halbe Volk da mitmischte und die Spitzelei wirklich ALLES durchdrungen hat. Nicht weil alle spitzelten, aber weil man immer davon ausgehen mußte, daß es jemand tun könnte.

    Habe übrigens gerade ’nen freien Mitarbeiter, Ossi, der breit grinsend erzählte, wie er völlig enttäuscht war, daß es über ihn gar keine Akte gab, als er gucken ging 😉 … das ist übrigens so ein DDR-Erbe, dieser sehr eigenwillige Humor, das haben die „da drüben“ „uns“ ja sowas von voraus!

    Komisch, daß man bei Boche davon gar nix merkt 😉 ….

    momorulez

    16. Februar 2008 at 20:04

  12. „Die Gefahr, das eine oder andere zu verzerren, auch unabsichtlich, ist unübersehbar.“ – und da wären wir wieder beim Ausgangsposting oben. Ich würde neben verzerren noch verallgemeinern und abschwächen nennen.

    ring2

    16. Februar 2008 at 20:05

  13. Im Brockhaus steht genau das gleiche. Aber dann hat der eben auch Unrecht. Ist schon tragisch, nicht mal bei einfachen Wortbedeutungen kann man einem Lexikon vertrauen. 😀

    Die Tage hat sich eine ältere Dame mit erkennbar ostdeutschem Akzent verwählt. Sie wollte dann sogleich nach der Feststellung meinerseits, dass es nichts mache, wissen, wo sie denn rausgekommen ist (Ort) und bei wem. Als keine Antworten kamen, gab sie sich mit „Macht nichts“ auch zufrieden. Da hab ich mich beim Vorurteile anwenden erwischt, dachte ich doch „Neugierige Ossis“. 🙂

    NUB

    16. Februar 2008 at 20:16

  14. ring2

    Ich würde neben verzerren noch verallgemeinern und abschwächen nennen.

    Es kann sich in allen Fällen verzerrend auf das geschichtliche Bild auswirken. Auch auf das ungleiche Verhältnis historischer Schuld, das nicht gleichgemacht werden kann.

    NUB

    16. Februar 2008 at 20:19

  15. Oder halt irgendwelche historischen Raster ohne Referenz erfinden, sprechen wir’s doch aus.

    Jegliche Spezifik allem austreiben, um die eigene politische Leier auch noch unangenehm überheblich und belehrend fortwährend reproduzieren zu können in diesem lediglich variierten „Die da!“-Gebrülle. Wer „die da!“ nun gerade sind, ist in dieser Autopoesis ja ebenso austauschbar wie alle historischen Fakten.

    Das ist schon keine Geschichtsklitterung mehr, das hat mit Geschichte gar nix mehr zu tun. Und mit Bildungsmängeln alleine kann man das auch nicht erklären, diese selbstreferentiellen Zirkeltänze.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 20:19

  16. Und „paranoid“ ist dann Para-ähnlich? „Planetoid“ planentenähnlich?

    Das macht doch gar keinen Sinn, eine solche Verwendungsweise, allenfalls in der Esoterik oder Forschungszweigen der Renaissance, die Wallnüsse für geeignet hielten, Hirnkrankheiten zu behandeln. Das müssen doch identische Merkmale sein, um einen Himmelskörper „planetoid“ zu nennen, zumindest dann, wenn man „Planet“ sinnvoll verwenden will.

    Nur, daß nicht alle Merkmale, die den vollen Begriffsumfang von „Planet“ umreißen, zutreffen, aber eben doch einige.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 20:26

  17. momorulez

    Jegliche Spezifik allem austreiben, um die eigene politische Leier auch noch unangenehm überheblich und belehrend fortwährend reproduzieren zu können in diesem lediglich variierten “Die da!”-Gebrülle. Wer “die da!” nun gerade sind, ist in dieser Autopoesis ja ebenso austauschbar wie alle historischen Fakten.

    Das stimmt. Schon erschreckend, wie oft wie in letzter Zeit einer Meinung sind… Gerade das spezifische, verborgene, also nicht auf den ersten Blick Erkennbare historisch herauszuarbeiten, ist ja besonders interessant. Nicht, alles zu einer Soße zusammenzurühren.

    Auf Ähnlichkeiten hinzuweisen ist da für mich noch ok. Sobald aber erkennbar wird, dass eine Absicht dahinter steht, gleichzusetzen, zu relativieren u.Ä., dann ist es nicht mehr ok.

    Politik kann ja unterschiedlich betrieben werden und unterschiedlich mit Geschichte umgehen. So, den Gegenstand der Betrachtung, die Geschichte eines Landes zu einer Zeit zu analysieren, um daraus zu lernen und politische Schlüsse zu ziehen oder die Schlüsse zu rechtfertigen, die man schon gezogen hat.

    Soweit so normal.

    Oder: Geschichte betrachten, nicht mit dem Ziel aus ihr zu lernen und sie zum Gegenstand zu machen, sondern sie nur zu verwenden, etwas aus ihr herausnehmen, das sich eignet um ein ganz anderes Argument zu begründen oder Schlüsse, die man schon gezogen hat. Regelmäßig unter Ausblendung der Aspekte, die gerade nicht in den Kram passen. Das ist dann nicht sich mit Geschichte beschäftigen und aus ihr lernen, sondern Geschichte instrumentalisieren. Oder sogar verfälschen.

    Und leider scheint das Letztgenannte in politischen Internetstreitigkeiten häufig vorzukommen. Ernsthaftem Erkenntnisgewinn mit Niveau kann das natürlich nicht dienen.

    NUB

    16. Februar 2008 at 20:47

  18. „Schon erschreckend, wie oft wie in letzter Zeit einer Meinung sind…“

    Wieso erschreckend? 😉 …

    Ich finde ja im Gegensatz zu manchen Linken noch in den 80ern, daß man die Systeme auch in Relation zueinander diskutieren können muß. Wobei Habermas im Historikerstreit schon in jeder Hinsicht recht hatte, was dabei nämlich rauskam, bei Nolte und diesen Leuten, das kann man jetzt ja in der „liberalen“ Blogosphäre lesen.

    Nichtsdestrotz: Man braucht die Singularität des Holocaust nicht infragestellen und kann trotzdem schauen, wo Funktionsweisen der Parteiapparate, der Geheimdienste, die Rolle des Militärs etc. eben Identitäten aufweisen.

    Aber bitte en detail und genau hinschauend. Z.B. das Mullah-Regime im Iran und die DDR zueinander in Beziehung setzen, sowas sollte mal jemand systematisch machen. Immerhin hat das auch auf den Schah reagiert, so wie Lenin auf den Zaren reagierte und die DDR natürlich auch als Reaktion auf’s „3. Reich“ entstanden ist. Das kann man nicht immer ausklammern, auch wenn’s rein gar nix legitimiert. Vor den Nazis hingegen war Weimar.

    Meines Wissen haben russische Trupen Ausschwitz befreit und Berlin auch, irre ich? Waren es nicht Stalins Truppen, die in der nach ihm benannten Stadt der Wehrmacht die entscheidende Niederlage verpaßt haben?

    Legitimiert die stalinistische Herrschaftsform kein Stück, die war das totale Grauen, aber man muß sich schon genauer anschauen, in was für einer Situation was genau sich formierte und wie es funktionierte.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 21:25

  19. Kann mir mal jemand erklären, was in diesem Panorama-Beitrag nun wirklich gesagt wurde, ich kann den nämlich nicht sehen?!

    che2001

    16. Februar 2008 at 21:38

  20. momorulez

    Wieso erschreckend?

    Scherz, …eigentlich ein gutes Zeichen. Würden wir uns auf gar nichts Gemeinsames verständigen können, dann wäre ja einer von uns sehr auf Abwegen. Oder wir beide, diametral entgegen gesetzt…

    Aber bitte en detail und genau hinschauend. Z.B. das Mullah-Regime im Iran und die DDR zueinander in Beziehung setzen, sowas sollte mal jemand systematisch machen

    Saddam Hussein hatte z.B. einen federgelagerten Atombunker aus der DDR.

    Und ein ausgefeiltes Spitzelsystem. Aber es war auch vieles anders als in real existierenden sozialistischen Staaten und als im Faschismus…..

    Meines Wissen haben russische Trupen Ausschwitz befreit und Berlin auch, irre ich? Nur bei der Schreibweise von Trupen. 🙂

    Es stimmt, und man soll die menschlichen Opfer der Sowjets auch nicht klein reden, auch wenn man keine Stalinisten mag.

    Wobei Habermas im Historikerstreit schon in jeder Hinsicht recht hatte, was dabei nämlich rauskam, bei Nolte und diesen Leuten, das kann man jetzt ja in der “liberalen” Blogosphäre lesen.

    Nicht nur da. Was z.T. an unqualifizierter Israelkritik betrieben wird, kommt völlig ohne seriöser Geschichsbetrachtung aus, auch nicht jede antiimperialistische Kritik hat Niveau, obwohl viele Argumente ja durchaus einen wunden Punkt treffen. Und Telegehirn, der hier nicht beliebt ist, hat zumindest mal Recht, wenn er Revisionismus einen Volkssport nennt. Vielfach ist einfach von vornherein die Absicht erkennbar, die Flecken aus der deutschen Weste zu waschen. Dass von antideutscher Seite dann z.T. auch reflexhaft zugeschlagen wird, wo etwas ins Schema passt, ist auch wahr.

    Aber ich finde z.B., dass viele Leute, die bei Tele auftauchen, um wegen Dresden zu meckern, das dortige Programm und Härteres einfach verdient haben. Sind sie doch kaum angetan, die Deutschen oder das Bild der Deutschen zu retten. Einer hat auf seiner Homepage stehen:

    Diese Worte ähneln in ganz fataler Weise den Begründungen, die Himmler für die Durchführung des Holocausts an den Juden seinen SS-Männern eingeschärft hat. Es war eigentlich genau dasselbe. Nur – das eine mal waren es Deutsche, die sich aus empfundener Not zu einer ungeheuerlichen Tat gedrängt sahen, das andere mal waren es Nicht-Deutsche.

    Aha, aus empfundener Not mussten die Juden gekillt werden.

    Wenn Ihr Euch über ‚liberale‘ Sankkastenhistoriker aufregt, was ist DAS dann bitte erst für ein Dreck??! Und da finde ich eben wie gesagt, dass man auch mal die Sachlichkeit und Ausgewogenheit und Fassung und alles ablegen kann und voll draufhauen darf. Kommt eben immer darauf an, mit wem man es zu tun hat…

    NUB

    16. Februar 2008 at 21:48

  21. Statt Homepage muss es Blog heißen.

    NUB

    16. Februar 2008 at 21:53

  22. @qChe:

    »Ich denke…, wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, daß man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muß, daß andere Kräfte, reaktionäre Kräfte, die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen.«

    So Frau Wegener. Ich glaube, bei en FDOG ist das auch verlinkt.

    Ganz interessant dazu dieses:

    http://www.jungewelt.de/2008/02-16/049.php

    via Lysis.

    Schön das hier daraus:

    „Der Erregungsgrad in Hamburg, wo nach der nächsten Bürgerschaftswahl die Commune ausgerufen, Panorama-Redakteuren das Häuschen an der Elbchaussee weggenommen und der Spiegel volkseigener Betrieb wird, ist besonders hoch.“

    Habe ich aber erst mach meinem letzten Eintrag gelesen, paßt aber irgendwie.

    Auf die Frage, was denn Mauertote und Stasi mit dem humanistischen Erbe zu tuen hätten – so deutet es das Parteiprogramm der DKP, daß die DDR dessen Fortsetzung gewesen sei, laut Panorama – antwortet sie nach einem Lacher:

    „Jeder Staat versucht ja, sich sozusagen vor Angriffen zu schützen.“

    Dann setzt der Off-Text (!!!) ein, sinngemäß, daß sie Stasi und Mauerschützen rechtfertige, kein Wort über die Opfer verliere. Stattdessen schlage sie nach der Revolution die Wiedereinführung der Staatsssicherheit vor, wenn der Sozialismus wieder eingeführt wäre. Und dann kommt der O-Ton ganz oben.

    Sauber ist das tatsächlich nicht, weil’s der Off-Text ist, der die „Wiedereinführung der Stasi“ thematisiert. Sie redet von so einem Organ, daß man „wieder“ brauche.

    Wobei man in Off-Texte ja auch packt, was in nicht gesendeten Passagen aus dem Interview gesagt wurde, weiß man hier halt nicht. Aber auch nicht, was der Interviewer wirklich gefragt hat.

    Soooo unsauber isses aber auch wieder nicht, da die vorherige Frage zu Mauertoten und Stasi deutlich zu hören war und selbst dann, wenn nun drei Stunden zwischen den Antworten liegt, eine Rechtfertigung des Schutzes des Staates vor Angriffen doch deutlich auch auf die Stasi bezogen war. Zudem die Mauer ja nun weniger Angriffen schützte, als daß sie am Abhauen hindern wollte.

    @NUB:

    Uff, verzeih mir, wenn ich Diskussionen aus jenem Blog hier nicht fortsetzen möchte. Daß gerade rund um Dresden jede Menge Scheiß geredet wurde und wird, das ist definitiv der Fall. Aber mit Nazis redet man halt nicht, mit Liberalen schon auch dann noch, wenn sie noch so absurde lechts-rinks-Gleichungen anstellen.

    momorulez

    16. Februar 2008 at 23:14

  23. @NUB

    Wenn Ihr Euch über ‘liberale’ Sankkastenhistoriker aufregt, was ist DAS dann bitte erst für ein Dreck??!

    Das ist fernab aller Erörterung – und einer Geistesstörung näher als einer diskussionswürdigen politischen Haltung. Damit sollen sich Spezialisten beschäftigen. Anyway, dass dieser Typ PI verlinkt hat, das passt schon.

    @momorulez

    ad Gefahr „volkseigener Betrieb Spiegel“:
    Vielleicht sollte mal jemand einfach 50 Prozent des ganzen Laden der Belegschaft vermachen. Und dann Leute, die früher mal der DKP nahe waren (weil sie schon früher nix Richtiges in der Birne hatten), zu Leitern der Politikredaktion ernennen. Jaha. ;–)

    Dr. Dean

    17. Februar 2008 at 6:46

  24. Im Irak stand auf jedem größeren Platz eine Saddam-Hussein-Statue mit Sprüchen wie „Ich will, dass jeder Bürger meines Staates mein Wachhund ist.“ In Zakho gab es ein mehrstöckiges Gebäude, in dem alle Räume bis zur Decke hochgestapelt waren mit Tonbandkassetten, weil dort routinegmemäß JEDES telefongespräch mitgeschnitten wurde. Als kurdische Peschmerga 1991 die Geheimdienstzentrale von Shaklawa so sprengten, dass sie ihr Personal unter sich begrub, lief der Videomitschnitt dieser Aktion jahrelang als Gute-Laune-Film auf jeder Party.

    che2001

    17. Februar 2008 at 11:37

  25. Da ging es im Vergleich bei der Stasizentrale in der Berliner Normannenstraße während der ostdeutschen Revolution richtig friedlich zu. Obwohl das ja auch kein zwingender Geschichtsverlauf war…

    NUB

    17. Februar 2008 at 11:46

  26. Daran dachte ich auch gerade. Mein Freund Azad hatte erzählt, dass Jugendliche, die Stress mit dem Elternhaus hatten oder was erleben wollten in den 70ern und frühen 80ern in die Berge gingen und sich der Peschmerga anschlossen, das war für die so etwas wie Jugendgangtum oder linke Stidentszene bei uns, sagte er. Dazu gehörten dann so Sachen wie nachts auf einen Hügel steigen, auf dem sich ein Bunkerfort der Republikanischen Garden befand, vollen Gurt handgranaten reinwerfen und sich den Hang runterrollen lassen, während es oben „bumm“ machte. Fast alle meine kurdischen Freunde haben eine solche Vergangenheit.

    che2001

    17. Februar 2008 at 12:12

  27. Muss „Studentenszene“ heißen.

    che2001

    17. Februar 2008 at 12:13

  28. Oder 1956 in Ungarn:

    Es gab viel Gewalt und Hass. Vom Charakter her eine linke Revolte, fanden sich in den Reihen der Aufständischen neben Reformkommunisten und Sozialdemokraten auch Royalisten, Katholiken, rechtsextreme Milizen und sehr viel wütendes und aufständisches Volk. Es kam – allerdings erst, nachdem die verhassten AVH-Leute (die ungarische Staatssicherheit) geschossen und getötet hatten – zu Akten der Lynchjustiz: Ungarische »Stasi«-Leute, deren Identität aufgedeckt wurde und solche, die man dafür hielt, wurden mit dem Kopf nach unten an Bäumen aufgehängt wie ehemals Mussolini, als Beigabe noch ein Bild ihres Parteidiktators auf der Brust befestigt. Anhänger der herrschenden Apparate spürten plötzlich jene Angst, die viele oppositionelle Akteure über Jahre kennen gelernt hatten. Sie wurden gesucht und gejagt. Der Bildersturm auf die kommunistischen Symbole erinnerte an die französische Revolution, nur waren es damals Kirchenvertreter und Aristokraten, die sich vor der aufständischen Wut des Volkes verstecken mussten. Quelle

    NUB

    17. Februar 2008 at 12:46


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