shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Kinder im Bild

with 9 comments

Quelle:http://www.daf-text.de

Advertisements

Written by talbert

21. Februar 2008 um 18:34

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert

9 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Ja, eigentlich kein Kind, die Infantin. Ist auch vor der büregrlcihen zeit. Sie präsentiert sich als Herrscherin, um sie herum der Hofstaat. Die Kleidung ist ja auch Miniatur der damaligen Mode, eigentlich sehr feminin: mit Korsett. Die Kinder bei Runge z.B. haben kein eindeutiges Geschlecht. Die Infantin schon.

    lars

    21. Februar 2008 at 19:15

  2. Die entstammt ja auch einem Geschlecht 😉 … kennt ihr die Passage in Foucaults „Ordnung der Dinge“ zu dem Bild (wie heißt das noch? Las Melinas oder so)? Wo er vor allem die Unsichtbarkeit des Betrachters, der zugleich der Portraitierte ist – der/die sich eventuell auch spiegelt, who knows? Und wer spiegelt sich? – thematisiert? Nimmt man der Könige Platz ein, wenn man das Bild betrachtet? Obgleich man wiederum nicht sieht, wie man gesehen wird? Das hat auch viel mit Sartre zu tun, ist auch jene unterschwellige Strömung, die sich bei Fouacult immer zeigt, das schwimmen immer noch die im selben Buch verfemten Phänomenologen mit. Das suche ich noch mal raus, einer der erten Texte, die ich im akademischen Kontext einst lesen mußte, habe nix verstanden. ist aber für ihn ein Beleg für die Ordnung der Repräsentation im Zeitalter der Klassik, das Bild, wenn ich mich recht entsinne.

    Ist aber auch die Frage: Präsentiert sie sich als Herrscherin, oder präsentiert sie sich den Herrschenden, doer repräsentiert sie Herrschaft, und wem muß sie das zeigen?

    momorulez

    21. Februar 2008 at 19:55

  3. Ja, das war doch ein ganzes Kapitel zu dem Bild.

    lars

    21. Februar 2008 at 20:27

  4. Las Meninas!

    Jaja, in dem Bild wird ganz schön sartrianisch durch die Türe geguckt, hin und zurück. Wovon hat die arme Infantin ein Bewusstsein?

    T. Albert

    21. Februar 2008 at 21:03

  5. Davon, daß sie angesehen wird … habe soeben eine ziemlich spannenden Text entdeckt, wo so ein Vortragender den Benjaminschen Aura-Begriff zu jenem der Repräsentation (und deren Zusammenbruch bei Manet) bei Foucault in Beziehung setzt, das ist jetzt zu kompliziert, um das mal eben zu refieren.

    These ist zumindest ganz grob geschlachtet, daß das Bild da oben ganz in seiner Repräsentationsfunktion aufginge und eben deren Verhältnisse – der Repräsentierende (der Maler), das Repräsentierte (die Infantin und ihr Hofstaat) und das Repräentierende (das Bild selbst) – sozusagen virtuos und mustergültig verschränkt seien, um dem Betrachter genau diesen Prozeß vor Augen zu führen. Ja, mit Signifikat und Signifikant hat das viel zu tun.

    Durch das Objekt-Werden des Bildes bei Manet und dem Lösen von der repäsentaionsfunktion, wo sich der Betrachter dann ja selbst auch nicht mehr im Spiegel der Bar spiegelte (was er hier indirekt tut, weil die Perspektive eines Betrachters gespiegelt wird) und die Perspektive „flacher“ und “ frontal beleuchtet“ sei, breche dann ähnlich dieses Raster der Repräsentation in sich zusammen, wie bei Benjamin der Verlust der Aura durch die Reproduzierbarkeit einträte. So ungefähr eben beim Überfliegen aufgesogen.

    Das ist deshalb ganz spannend, weil der Velasquez da oben ja das arrangiert, was filmisch bis heute geschieht – Gegenthese.

    Das ist ja immer wieder bemerkenswert, wie sehr Film bis heute – Fernsehen auch – diesen Bruch in die Moderne, jetzt mal Bunuel hin und sonstwer her, gar nicht vollzogen hat. Das ist ’ne Filmszene d a oben, dazu braucht man sich nur vorzustellen, daß da im Spiegel der Möder der beiden zu sehen ist, um sich anschließend zu fragen, warum der Typ da hinten genau in dem Moment den Raum verläßt.

    Das ist auch ausgeleuchtet wie eine Filmszene. Die Infantin und die beiden Hoffräuleins neben ihr haben sogar ’ne Spitze“, also Licht, das „hinter sie fällt“, um sie vom Hntergrund besser abzuheben. Und eine Comedy-Regel besagt: Laß das Witzigste im Hintergrund des Bildes passieren – hier: Spiegel und jemand verläßt den Raum.

    Wie kriegt man das denn jetzt mit dem „Verlust der Aura“ zusammengedacht?

    Auf jeden Fall ist Manet der Held in dem Stück, ganz gegen die Intentionen Foucaults zu Zeiten von „Die Ordnung der Dinge“ übrigens, wo er seine Sympathie für das Zeitallter der Klassik auch äußerte, um dem Strukturalismus epistemologisches Gewicht zu verleihen – Manet hingen sabottiert das.

    Oder?

    momorulez

    21. Februar 2008 at 22:00

  6. Hmmm… ich bin mir nicht sicher, ob Deine Gegenthese stimmt, denn BNenjamin sagte ja, dass seit dem Verlust der Aura die Realität die blaue blume im Land der Technik ist, was ja nichts anderes heißt, als dass im Überbau die Möglichkeiten der Produktionsverhältnisse nur verzögert aufgenommen würden. Aber gut sei’s drum. An der These ist was dran. War’s Adorno, der schrieb, dass die Impressionisten die ästhetischen Vollender der Industrialisierung waren?

    Aber wenn Du Dir etwa die Gemälde von Bosch anschaust, dann passiert ja auch allerhand, das ganze Gewimmel, die Monstern die komischen Schiffe und Wagen, die Instrumente und so. Und das ist ja noch vor dem klassischen Zeitalter. Ich glaube, Foucault hat zu dem auch irgendwas in „Wahnsinn und Gesellschaft“ geschrieben.

    lars

    21. Februar 2008 at 22:30

  7. Ja!

    Ach, jetzt muss ich, glaub ich, doch mal Foucault lesen. Wann denn nur?Womit soll ich anfangen?

    Von wem war das, was Du da gelesen hast?

    Ich find das alles gut, was Du referierst, aber mit dem Verlust der Aura krieg ich das jetzt auch nicht zusammen. Das sind immer so Behauptungen, die ich nicht verstehe. Manet hat ein Bild gemalt, kein Foto gemacht.

    Aber bei Manet und Konsorten sind wir uns ja jetzt wieder einig, ein Glück. Kein Zank mehr über Runges „Fortschrittlichkeit“.

    T. Albert

    21. Februar 2008 at 22:30

  8. @Foucault:

    In Die Ordnung der Dinge gibt es das erste Kapitel „Die Hoffräulein“, hat vielleicht 15 Seiten.

    Zu Manet gibt es ein kleines Büchlein in Merve „Die Malerei von Manet“, ca. 60 Seiten.

    In Wahnisnn und Gesellschaft, da müsste ich auch nochmal Suchen gehen. Er erwähnt mehrfach das Narrenschiff, und generell die Figuren von Bosch, setzt sich aber nicht systematisch damit auseinander, sondern nimmt sie als Belegwuelle für das vorklassische Alter

    lars

    21. Februar 2008 at 22:51

  9. Das, wo ich’s gerade her habe, ist in „Foucault und die Künste“, Hg.: Peter Gente, Suhrkamp Taschenbuch, 2004, da ist ein Text drin von Pravu Mazumdar, Repräsentation und Aura: Zur Geburt des modernen Bildes bei Foucault und Benjamin, ab S. 220

    Da faßt er die Analyse von den Las Melinas in „Die Ordnung der Dinge“ zusammen und verknüpft das dann mit dem Manet-Text und Benjamins Kunstwerk-Ausaftz.

    Das mit dem Film steht da nicht 😉 …

    Und, falls das oben mißverständlich war: Foucault hat sich auch sehr begeistert über selbstreferentielle Signifikanten bei Paul Klee z.B. geäußert.

    Und irgendwie muß ich auch noch mal den Text zu Margritte und Foucault wiederfinden, da gab’s nen Briefwechsel rund um „Die Ordnung der Dinge“, lustigerweise aber gar nicht zum Begriff der Repräsentation, sondern zu jenem der „Ähnlichkeit“ in der Renaissance …

    So, jetzt aber „Prison Break“ gucken ….

    momorulez

    21. Februar 2008 at 23:09


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s