shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Make love, not war!

with 78 comments

Ich sehne mich ja schon lange nach einem Dialog mit Daniel Fallenstein. Manchmal wache ich nachts auf und träume davon: Mönsch, wär‘ dat schön! Dieser Denker, dessen wie mit dem Florett geführte Sottisen so filigran die politische Blogosphäre, ja, die Welt als solche in Gut und Böse scheiden und mit Tiefsinn nähren. Dessen Umfeld – jenseits jedes Propagandismus angesiedelt – stets die Differenzierung sucht und und in analytischer Schärfe jedem „Strohmann“ (das war jetzt ’ne Memory-Card!) buchstäblich den Marsch bläst.

Nun freut er sich darüber, „NPD“ und „eher linke Bloggerkollegen“ unter Verlinkung dieses Blogs in einem Satz untergebracht zu haben. Bißchen hilflos, oder?

Und ich wundere mich doch darüber, daß wir auf einmal aufgefordert werden, uns vom gewünschten „Pfählen“ eines libertären Bloggers zu distanzieren. Als würden wir hier ständig für solch typisch europäisch-archaische Praktiken eintreten, ja, wolllüstig dafür plädieren. Im Sinne der Treue zur westlichen Kultur hätten wir wohl eher für „kreuzigen“ votieren sollen, Daniel? Oder wie ist das gemeint?

Und das, nachdem ja zuvor die gesamte Linke der Bundesrepublik sich massenmedial aufgeordert sah, sich von Frau Wegner zu distanzieren. Und sämtlichen Muslimen den ganzenTag suggeriert wird, sie sollten sich möglichst als allererstes von Beschneidungen, Steinigungen und Mordaufrufen distanzieren, bevor sie auch nur „piep“ sagen können. Und vom exklusiv „in der islamischen Welt“ vorherrschenden Patriarchat gleich mit.

Deshalb sage ich jetzt ganz ausdrücklich: „Ficken statt pfählen!“ und halte ansonsten ein flammendes Plädoyer für DHH alias Dominik Henning. Weil der nämlich in letzter Zeit, im Gegensatz zu früheren Misesmachereien und Hoppeligkeiten, echte Kracher landet. Zumindest in den Kommentarsektionen mancher Blogs, die sich ernsthaft liberal wähnen, während sie sich gedanklich an’s 19. Jahrhundert und dessen Denker assimilieren.

Finde das oft extrem anregend, was Dominik da schreibt; übrigens auch das zur Steuerhinterziehung. Nicht wegen der Eigentumsgarantie, deren Verpflichtungscharakter eben auch eine Rolle spielt – mich gruselt einfach jede Form von Menschenjagd und ebenso diese unsägliche Legitimation weiterer staatlicher Überwachungsmaßnahmen. Da zeigt in der Tat Staat derzeit seine sehr finstere Fratze. Dominiks Positionen muß man nicht teilen, in dieser Hinsicht jedoch bilden sie ein wichtiges Korrektiv – und das ist aber vor allem ungleich intelligenter als fast alles, was bei den FDOG so steht. Die haben dafür die hübscheren Bilder in ihren Profilen, verzeih mir, Dominik.

Und, jetzt mal ganz im Ernst: Wer findet denn bitte Gewaltandrohungen in Blogs und anderswo nicht Scheiße?

Komischerweise kommt die pathetische Betonung solcher Selbstverständlichkeit (!) meistens von jenen, die es völlig in Ordnung zu finden scheinen, wenn irgendwelchen „Migranten“ in Dänemark oder Paris von der Polizei ordentlich die Fresse poliert wird oder ganze Völker plattgebombt werden sollen …

Advertisements

Written by momorulez

22. Februar 2008 um 9:01

Veröffentlicht in Baggage

78 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Ja, Herr Fallenstein soll sich mal melden.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 9:50

  2. 😀 Endlich finden wir mal zueinander. Ich meine versucht zu haben, Annahmen darüber was andere völlig in Ordnung zu finden scheinen, zu vermeiden. Das ist IMHO im Sinne der Diskussion.

    Ich hatte schon damit gerechnet, dass mensch sich hier zu Vlad dem Pfähler stellt, wie meinereiner zu PI. Schön, dass wir unter Selbstverständlichkeit (!) Ähnliches verstehen.

    Daniel Fallenstein

    22. Februar 2008 at 10:32

  3. „Ich meine versucht zu haben, Annahmen darüber was andere völlig in Ordnung zu finden scheinen, zu vermeiden.“

    Das glaube ich Dir sogar, das ist Dir aber nicht gelungen 😉 … das ist schon ganz suggestiv, Verbindungen herzustellen, wo gar keine bestehen.

    Und die Pointe des obigen Textes bezieht sich auf einen Eintrag bei euch, der wiederum einen taz-Text zu den Vorgängen in Dänemark kommentiert. Kann ich gerne verlinken. Der Rest dann zu Positionen im Falle des Iran und Irak, wo es sich nun mal ganz offenkundig um Gewalt handelt. Das kann man ja nicht immer außen vor lassen.

    Den Rest dessen, was Du schreibst, verstehe ich nicht. Deutlicher auf des Dominik Seite kann ich mich nicht schlagen, pardonnez-moi.

    momorulez

    22. Februar 2008 at 10:38

  4. Ick muss ja zugeben, dass ich SR bisher kaum verfolgt habe. Deshalb hab ich tatsächlich mal blöd gefragt, wie es sich bei anderen linken Bloggern (interessant wäre, wo die Gemeinsamkeit ausser im Label „links“ liegt) zu dieser Sache verhält. An der Antwort ist nix auszusetzen. Whatcha talking ‚bout pardon? Is this french?

    Daniel Fallenstein

    22. Februar 2008 at 11:01

  5. „Whatcha talking ’bout pardon? Is this french?“

    Das überfordert jetzt Provinzeier wie mich 😉 …

    „Deshalb hab ich tatsächlich mal blöd gefragt, wie es sich bei anderen linken Bloggern zu dieser Sache verhält. “

    Okay, akzeptiert.

    momorulez

    22. Februar 2008 at 11:11

  6. Aber ich hätte schon die schlichte Frage was wir mit Gewaltaufrufen gegen DDH zu tun haben sollen , und zwotens mit irgendeiner NPD-Kompatibilität?

    Was haben wir überhaupt damit zu tun? Ich kenne die ganze Geschichte nicht.

    Drum find ich das ein bisschen unverschämt. Wenn ich das so freundlich sagen darf.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 11:42

  7. Berechtigte Frage. Der verhinderte Libertären-Jäger versteht sich als „links“, die about-Seite hier verwendet das selbe Label. SR ist wie jo@chim hier so schön schreibt eine Lichtung für „linke Platzhirsche“, bei denen mich interessiert, ob das noch das „links“ ist das Ihr meint.

    Daniel Fallenstein

    22. Februar 2008 at 11:56

  8. […] Dieser linke Denker hält nichts von Pfählungen. This entry was written by Daniel Fallenstein, posted on Don, 21. […]

  9. @Daniel:

    In der, na, vor Brillianz nun auch nicht gerade überbordenden Selbstbeweihräucherung von J@chim, die ihm ja voll und ganz gegönnt sei (Achtung! Double Bind!), die Büttenrede, Glückwunsch auch von mir, und das sogar ganz im Ernst!!!, können wir mit den Platzhirschen aber eigentlich auch nicht gemeint sein – mit den “Neoconazis” oder “Neoconnards” spielt er wohl eher auf uralte Schützengräbenkämpfe vor 2 bis zweieinhalb Jahren an, vermute ich mal, und eher auf DonAlphonso, irre ich?

    Was in der Tat hier vertreten wird und wurde, daß sich bei euch und mit Einschränkungen auch den B.L.O.G.s Motive des Denkens der Neuen Rechten finden lassen, und das, auch ohne, daß man sie lange suchen müßte.

    Das ist aber schon noch was anderes. Mit liberal hat das für mich nicht viel zu tun, was ihr schreibt, das ist beim A-Team noch mal ganz anders. Insofern spielt der Passus:

    „Auch wenn bei manchem noch offensichtlich (wie bei Christel Wegner, nur intelligenter formuliert) der Verfassungsbogen lediglich von der sozialistischen Demokratie bis zum demokratischen Sozialismus reicht und jenseits davon das “Projekt der Gegenaufklärung” droht “

    … wohl auf uns, insbesondere Ches Reihe „Elemente der Gegenaufklärung“, an. Únd auch da ist ja der diskussionsfähige Kern, ob wir vielleicht wirklich völlig verfehlen, was denn nun die „Neue Rechte“ sei und da einfach immer schon eingemeinden, was nur einfach nicht links ist, durch die Wegener-Erwähnung wieder verschüttet.

    Schade eigentlich, aber auch das sei ihm gegönnt. Ist aber die gleiche Suggestiv-Praktik, wie Du sie vornimmst.

    Und: Nein, es ist kein Charakteristikum linken Denkens, Menschen anzudrohen, daß man sie pfählen wolle. Deshalb ist die Frage auch unsinnig, wieso sollte es das sein?

    momorulez

    22. Februar 2008 at 12:14

  10. Jetzt haste die berechtigte Frage immer noch nicht beantwortet.

    Welcher verhinderte Jäger welches Label verwendet – ich weiss nicht mal von wem die Rede ist, und ich gucke auch nicht nach.

    jo@chim erwähnt uns gar nicht. ( Ich wüsste auch nicht, wen wir als Neoconazis oder so bezeichnet hätten. )

    Sollten wir die Platzhirsche sein, was wir natürlich sind, schön und gross, dann meinen wir das als „links“, was wir als „links“ meinen.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 12:14

  11. „Sollten wir die Platzhirsche sein, was wir natürlich sind, schön und gross“ … 😀

    momorulez

    22. Februar 2008 at 12:21

  12. Was is denn nun? Jetzt kommt keiner mehr auf die Lichtung.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 12:42

  13. Ja, Daniel Fallenstein, jetzt hast Du dieses Up-Date angebracht und NPD und „eher linke“ getrennt. Aber das Ganze bleibt nach wie vor völlig unerfindlich.

    Wenn man aber lernen will, was Links ist, wie Linke sind und denken, dann muss man ja nach Deiner so exakten Bestimmung unseres Standortes links nur die Kommentare weiterlesen. Natürlich, das ist alles links! Mann, ist das langweilig.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 13:02

  14. Ist DDH nicht als „Left Libertarian“ selbst ein Linker? Eine Position, die irgendwie in garkein Raster passen will.

    günni

    22. Februar 2008 at 14:30

  15. @talbert:

    jo@chim erwähnt uns gar nicht.

    Da verschiebste die Realität aber schon etwas 😀
    Aber Anlass meines Kommentars hier:
    @momo:

    Und ich wundere mich doch darüber, daß wir auf einmal aufgefordert werden, uns vom gewünschten “Pfählen” eines libertären Bloggers zu distanzieren.

    Die direkte Aufforderung kann ich so nicht erkennen.
    Aber ein Stück klare Distanzierung in der „linken Szene“ von diesen Hassbloggern, die immerhin mit linken und linksextremen Ideologie-Versatzstücken operieren, wäre schon angebracht. So wie sich liberale Blogs – nicht zu Unrecht – vor ner Zeit anhören mussten, dass es reichlich bigott wäre, gegen Gewalt und Rassismus zu argumentieren, aber gleichzeitig PI oder den Herrn Kewil auf den Linklisten zu haben, gehören IMHO auch Brandstifter wie Feuerzeuggas-Weber oder das „INSM-Watchblog“ in die Schmuddelecke. Nur wer gut verlinkt ist, kann Name-Dropping betreiben. Nur wer zitiert wird kann sich den Anschein von „Seriosität“ geben.
    Das A’Team und Daniel Fallenstein (früher noch) haben damals klar Stellung bezogen, auch gegenüber Bloggern und Kommentatoren in ihrem Umfeld.
    Jetzt seid Ihr dran. Und sag nicht, Ihr hättet keine Blogroll – es geht auch (und vor allem) um eine Isolierung in den eigenen Communities. Lies den Schrott mal, auch unter sprachanalytischen Gesichtspunkten. Wenn Dir dann nicht übel wird, kann ich Dir auch nimmer helfen.

    jo@chim

    22. Februar 2008 at 16:40

  16. jo@chim

    Du hast uns erwähnt?
    Jetzt geh ich nochmal gucken.

    Und: jetzt hab ich das von dem Pf… leider gelesen. Wovon sollen wir uns jetzt distanzieren? Ahhm, mit Verlaub, ich lass mich doch nicht damit in einen Topf werfen.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 17:10

  17. Sorry, j@achim (Happy Blogbirthday oder so auch von mir), aber wer von uns hat denn Leute wie den wirren Weber überhaupt auf der Blogroll oder auch nur als regelmäßigen Kommentataren dabei?

    che2001

    22. Februar 2008 at 17:14

  18. ach jo@chim,

    hört mal mit dem quatsch auf. sollen wir uns jetzt auch noch von dieser frau wegener distanzieren, nachdem wir mit der bei dir selbstredend auch in einem topf gelandet sind, en passant? hast du uns gefragt, ob du das darfst?

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 17:19

  19. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt gerade etwas ungehalten hier auf der Lichtung!

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 17:22

  20. @Jo@chim:

    Der Glückwunsch war auch von mir tatsächlich ganz ernst gemeint! Und ich vermute, es war die zitierte Passage, die auf uns zielte?

    Ansonsten weiß ich aber auch nicht, wie ich mich von Leuten distanzieren soll, von denen ich noch nicht mal weiß, daß es sie gibt. Das scheint ihr genauer zu verfolgen als ich. I

    ch kann das auch nicht als „Community“ begreifen, wenn ich keinerlei Kontakt mit denen habe. Balou, Lysis, okay, aber darüber hinaus echt nicht.

    Ich bin noch nicht mal inna Partei. Von Ian Joys Foul in Osnabrück würde ich mich jederzeit distanzieren 😉 …

    Ich wurde in meiner „Bloggerlaufbahn“ ehrlich gesagt auch am häufigsten dazu aufgefordert, mich von euch, also A-Team und B.L.O.G.s, zu distanzieren.

    momorulez

    22. Februar 2008 at 17:25

  21. @Che2001: Ups: jetzt hatte ich Deine Blogroll mit der von dem Waschbären verwechselt, kein Schmarrn. Auf der Du und die Reality Shifter in trauter Eintracht mit dem „INSM-Watchblog“ in trauter Eintracht glänzen… aber über Ecken giltet nicht, also sorry.

    Und Du, talbert, hör auf wegen Spitze mit der Christl zu jammern: hab ich gesagt, radikale Linke sollen sich von ihr distanzieren? Nein, ich hab gesagt, dass manche von Euch Konzept, alles Nichtsozialistische sei reaktionär intelligenter präsentieren. Mein Gott, gerade in diesem Blog hier wurden schon oft genug Links zwischen radikalen Liberalen und rechten Extremisten konstruiert.

    jo@chim

    22. Februar 2008 at 17:43

  22. Die haben dafür die hübscheren Bilder in ihren Profilen

    Nach diesem Kriterium hat ja wohl Martin Hagen das beste Blog! 😉

    lydia4krasnic

    22. Februar 2008 at 18:07

  23. jo@chim

    „Konzept, alles Nichtsozialistische sei reaktionär“

    Super, Zoff!

    Also, das find ich jetzt witzig. Wüsste nicht, wer hier solchen Unsinn jemals gesagt hätte. Das ist schlicht falsch. Und wir sagen nichts falsches.

    Wir sagen aber richtiges, wenn wir mal drauf hinweisen, dass jemand etwas WIE jemand anderer sagt.

    Wir reden auch nicht wie reaktionäre Spiessersozialisten und deren Blockflöten.

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 18:30

  24. Falls vertrauenswürdige Zeugen gesucht werden: Hier bin ich – und bestätige in meiner Zeugeneigenschaft, dass hier nichts Falsches gesagt wird, nun, allenfalls Diskussionswürdiges.

    @ T. Albert
    Jo@chin geht es nicht um reaktionäre Spießersozialisten – er hätte z.B. gerne eine Distanzierung von „Hass-Bloggern“ wie DerMorgen.blogspot.com.

    (Ups – das bin ja ich! )

    @ Jo@achim
    Schreib doch mal – ganz liberal wie Du bist – eine hübsche Liste von allen Blogs und Bloggern, von denen sich SR Deiner Meinung nach besser distanzieren sollte.

    Dr. Dean

    22. Februar 2008 at 18:47

  25. Und wir sind noch nicht mal eine Gruppe im eigentlichen Sinne. Sollte ich mich von meinen eigenen Leuten distanzieren, wozu ich natürlich nicht den mindesten Anlass habe, dann wären das die hier

    : http://www.materialien.org/istneu.html, die:

    http://www.proasyl.de/

    und die:

    http://www.antirassismus-buero.de .

    Von den Shiftern kenne ich gerade mal 3 im echten Leben, und in meine eigenen politischen Zusammenhänge gehört niemand von denen.

    che2001

    22. Februar 2008 at 18:50

  26. Im Übrigen haben gewisse Blogger durchaus recht, wenn sie sich als „Klassische Liberale“ bezeichnen. Dieser Begriff bezeichnet in der englischen Historiographie, so bei Hobsbawm und Mason, die Liberalen zwischen der Französischen Revolution und dem Vormärz. Auf genau dem Stand scheinen völlig ahistorischer Weise einige leute wirklich zu sein. Und damit meine ich nicht jo@chim oder Statler.

    che2001

    22. Februar 2008 at 18:59

  27. lydia4krasnic,

    das meinste ja wohl nicht ernst! Also, ich muss schon sagen.
    Und überhaupt: wer sagt, andere seien schöner als ich, der lügt. Die auch.:-) (Vielleicht sollt ich mal ein Foto zur Verfügung stellen.)

    Dean,

    naja, wer sein Blog „Der Morgen“ nennt, muss mit Konsquenzen rechnen.
    Wie hiess der LAden noch am Landwehrkanal, wo wir gerne rumhingen in den freiheitlichen und solidarischen Momenten der siebziger?

    T. Albert

    22. Februar 2008 at 19:17

  28. @lydia4krasnic:

    Der hat aber arg abgebaut, finde ich, der Hagen …. kenne ich aber aus eigener Erfahrung, wie das so läuft …

    momorulez

    22. Februar 2008 at 20:02

  29. DDH hat sein Blog inzwischen dicht gemacht:
    http://dominikhennig.blogspot.com/2008/02/ende-dieses-blogs.html

    Wie in Dänemark weicht auch hierzulande die Meinungsfreiheit der Gewalt. Gewalt, die von idelogischen Erfüllungsgehilfen des Staatsjunta ausgeht. Wie damals, ’38!

    lydia4krasnic

    22. Februar 2008 at 22:46

  30. Das ist Scheiße.

    Aber ob das mit ’38 was zu tuen hat, das wage ich dann doch zu bezweifeln …

    momorulez

    22. Februar 2008 at 23:02

  31. Dasss am Ende DDH „gepfählt“ wird, halte ich für ganz enorm unwahrscheinlich. Den fraglichen Text, der vom Verfasser offenbar auch nicht mehr geschätzt wird, würde ich deutlich eher dahingehend deuten, dass sein Verfasser seine größtmögliche Abscheu gegenüber dem Weltbild von DDH zum Ausdruck bringt. In seinen sprachlichen Schleifen und Andeutungen ging unter, dass DW ausdrücken wollte, dass ein auf eine bloße Eigentumsgarantie geschrumpftes Grundgesetz genauso absurd ist wie eben die angesprochene Pfählung. So in etwa wird ein Schuh draus.

    Man mag diese Deutung bezweifeln, besonders vielleicht im Rahmen einer Selbstinszenierung, aber sollte in Erwägung ziehen, dass DW ganz besonders für drastische Worte bekannt ist und nicht dafür, dass er drastische Taten vollzieht. Er ist, meines Wissens, weder in der Vergangenheit kriminell gewesen, noch hat er derartige Planungen für die Zukunft.

    Damit erkläre ich den verwendeten rabiaten Wortgebrauch natürlich nicht zum Optimum. Unabhängig davon – das vorgeschlagene Mordwerkzeug (ein Pfahl) – deutet durchaus auf eine nicht -wortwörtliche Intention hin, denn auf eine tatsächliche Tatabsicht. Die letzte Pfählung (zumal: eines Lbertären) in Deutschland liegt meines Wissens schon mehr als 50 Jahre zurück.

    Falls DDH wirklich beunruhigt ist, dann wäre es mein Ratschlag, er möge sich via Email an DW wenden. Ich bin da – vielleicht unangemesser Weise – ganz zuversichtlich, dass der Eindruck einer echten Bedrohung dann sehr schnell zerstreut werden könnte.

    Dr. Dean

    22. Februar 2008 at 23:41

  32. „ganze Völker plattgebombt werden sollen“

    momo ist tony marshall-fan.

    gifo

    22. Februar 2008 at 23:42

  33. naja, jetzt hab ich also noch mehr gelesen, auch DDH und Striezinger von FDH, oder wie sie heissen, und ich muss sagen, ich bin kein Fan von solcher Scheisse wie „Das Staazi-Jungvolk marschiert“ und „Heil Hubertus“, oder der eigenartigen Geschichtsinterpretation des Herrn Striezinger. Wer nicht merkt, wie er mal wieder Positionen austauscht, die historisch von denen mitverantwortet wurden, die jetzt kritisiert werden, sollte sich vielleicht noch mal ein Buch über Wehrwirtschaftsführer und den Verkauf „Asozialer“ von der SS an deutsche Unternehmen kaufen.

    Eine Sprachkritik an Herrn Heil sieht anders aus.

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 0:10

  34. @lydia4krasnic

    „wie damals ’38“ – schon wieder so ein unseliger NS Vergleich. Was soll das eigentlich, was führt Zeitgenossen wie Dich dazu das NS Regime permanent zu verniedlichen? Da bist Du allerdings mit DDH in einer Spur, wenn ich an die geschmacklose Vergewaltigung des Niemöller Zitates denke.

    balou

    23. Februar 2008 at 0:31

  35. Die Tatsache, dass in Dänemark alles, was eine dunklere Hautfarbe hat, Repressionen ausgesetzt ist ,fällt da wohl völlig runter. Der Schwarze könnte ja vielleicht ein Neger sein, ist also Drogenhändler. Da orientiere (Orient! Oh verdammt, ich Islamist!) ich mich doch lieber an Malcolm X und Eldridge Cleaver (da bin ich dann sehr proamerikanisch): „We will be no more Niggers, Chicanos, Proletarians, Chics and Gooks, but Human Beings, or the whole world will be shmashed to the ground in our attempt to become it. We will lbe human beings, in this world, on this earth, in this time, by any means necessary!

    che2001

    23. Februar 2008 at 0:51

  36. lydiakrassnik

    Sag mal, soll ich mich jetzt mal von Deinem Gerede von „Erfüllungsgehilfen der Staatsjunta“ distanzieren?

    Schonmal richtige Junta geguckt?

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 1:10

  37. Rutsch mir den Buckel runter „Dr.Dean“. Mit Kommentarspammern aus HH geb ich mich nicht ab 😀
    Schon gleich nicht, wenn sie auch noch faschistoide Gülle relativieren..

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 1:15

  38. @talbert:

    wie er mal wieder Positionen austauscht, die historisch von denen mitverantwortet wurden

    ???
    So alt sind doch weder DDH noch Karl Striezinger. Oder verstehe ich das falsch? Und die Polemik zum Thema „Asoziale“ fand ich nicht mal so schlecht, Che könnte da sicher einiges dazu erzählen zum Thema „aussondernde Sprache“.
    Bezüglich der Anmerkung, dass der Terminus „Staazis“ Scheisse (weil ent-differenzierend) ist geb ich dir aber Recht. Das haben Dogmatiker so an sich. Zwischentöne sind bloss Krampf im [bitte einsetzen] Kampf…

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 1:23

  39. Da oben steht folgendes:

    „….Wer nicht merkt, wie er mal wieder Positionen austauscht, die historisch von denen mitverantwortet wurden, die jetzt kritisiert werden, …“, unter Bezugnahme auf DDHs und Striezingers Texte.

    Die Position „Asozialer“ wurde durchaus von deutschen Unternehmern in dem Abschnitt deutscher Geschichte, der da wieder bemüht wird, anderen Menschen, die als so indizierte in Lager gesperrt wurden, gerne zuerkannt. Die haben das mitverantwortet.

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 1:36

  40. Ach so, du beziehst das also auf deutsche Unternehmer (die da dem Rest der Volksgemeinschaft allerdings in nichts voraus waren – Götz Aly lesen).

    Und deshalb dürfen sie, die reichen Schmarotzer, jetzt im Gegenzug ebenso benannt und mit dem Begriff des Parasitären belegt werden? Interessant. Aber gut, soll das „raffende Kapital“ ruhig mal merken, wie es ist ent-menschlicht zu werden, nicht?

    Nein, Sarkasmus-Modus off: die momentane Kampagne ist schlichtweg eine Schande für die Partei Willy Brandts und Helmut Schmidts, der ich einmal angehört habe.

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 2:02

  41. @Jo@chim:

    Jetzt bitte nicht in fremdem Blogs mit Diskreditierungen wie „Kommentarspammer“ um Dich werfen.

    Und das mit dem „Relativieren faschistoider Gülle“ findet vor allem da statt, wo folgendes behauptet wird:

    „Auch wenn bei manchem noch offensichtlich (wie bei Christel Wegner, nur intelligenter formuliert) der Verfassungsbogen lediglich von der sozialistischen Demokratie bis zum demokratischen Sozialismus reicht und jenseits davon das “Projekt der Gegenaufklärung” droht”

    Wo also dieser nietzeanischen Strategie der Neuen Rechten gefolgt wird, durch Umbennung und Umkehrwitzchen neues Terrain zu erschließen, das sich politische total harmlos gibt.

    Und das, was eigentlich Du und Statler in Bürgerrechtsfragen zu vertreten pflegt, dann mal eben kurzerhand zu einer Form des demokratischen Sozialismus verklärt wird. Erlebst Du doch täglich bei euch da drüben. Das betrifft doch im Grunde genommen euch zwei als letzte Vertreter eines noch irgendwie klassischen Liberalismus in diesem ganzen Blog-Getümmel genau so wie uns.

    Wer bereits so desensibilisiert ist, daß er die FDOG oder die Achse des Guten als „liberal“ begreift, der ist dem doch schon längt auf den Leim gekrochen, wobei es sich in beiden Fällen noch nicht um „faschistoide Gülle“ handelt, schlimm genug ist das trotzdem, Frau Lengsfeld mal ausgenommen.

    Über Dahrendorf, diesen „Linksfaschisten“ oder sowas in der Art würde dort wahrscheinlich gedacht, wird doch nur noch gekichert. Und wenn Dir nicht langsam auch mal diese Verschiebung des politischen Feldes auffällt, dann gute Nacht, FDP, gute Nacht, Liberalismus. Willy Brandt ist doch bei Euckens Erbe Junta oder sowas, vermute ich mal. Weichei, kniet sich noch in Polen hin, anstatt den Kommunisten die Stirn zu bieten.

    Kann sein, daß man all das bei DHH auch findet, ich fand ihn als Kommentator bei den B.L.O.G.s in letzter Zeit trotzdem sehr erfrischend.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 9:38

  42. Und das mit dem “Relativieren faschistoider Gülle” findet vor allem da statt, wo folgendes behauptet wird: “Auch wenn bei manchem noch offensichtlich (wie bei Christel Wegner, nur intelligenter formuliert) […]

    Soll das jetzt heissen, Momo, Du bezeichest das, was Christl und ihrer GuGs von sich geben als faschistoid? Interessant. So weit würde ich nicht gehen.

    Ansonsten wärs halt nett gewesen, wennste Dich auf meinen Hinweis, dass sich die momentane SPD-Kampagne sprachlich auf schräges Terrain begibt, bezogen hättest, anstatt Statler und mir zu unterstellen, wir würden einer „nietzeanischen Strategie der Neuen Rechten“ folgen.

    So geht das meistens hier. Irgendwann gibts immer manipulativen Sermon a la „Dahrendorf, diesem Linksfaschisten“ zum Nachtisch. Schade eigentlich. Bei derlei Suggestiv-Praktiken waren wir als ich eingestiegen bin… guter Zeitpunkt also, um auszusteigedn…

    Nur so viel noch, lieber MomoRulez: weiter oben hast Du geschrieben

    Ansonsten weiß ich aber auch nicht, wie ich mich von Leuten distanzieren soll, von denen ich noch nicht mal weiß, daß es sie gibt.

    Et voilà.

    Herr „Dr. Dean“ (den ich übrigens keinesfalls „diskreditiere“ – die Sache mit dem Identitäts-Fake ist eine verifizierte Tatsachenbehauptung) relativiert hier nicht nur den Gewaltaufruf und die Hetze von DW. Nein, er hat dessen „perspektive2010“ auch in seiner Blogroll verlinkt – unter der Rubrik „Linksliberale Blogs“ sinnigerweise… keine „verschobene Perspektive“, das, sondern ebenso absurd wie entlarvend.

    Kannste also zeigen jetzt, dass Du das da oben ernst gemeint hast. Nicht, dass ich darauf zählen würde.

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 10:31

  43. @Jo@chim:

    Wer lesen kann, ist im Vorteil.

    Nein, Dich und Statler habe ich an sich ausdrücklich ausgenommen.

    Also noch mal für Bayern, sorry, Franken:

    „anstatt Statler und mir zu unterstellen, wir würden einer “nietzeanischen Strategie der Neuen Rechten” folgen.“

    Nein, ihr nicht. Du aber zumindest kumpelst mit solchen, die’s tun.

    Und durch die Suggestion, daß irgendwo alles, was nicht „demokratischer Sozialismus“ sei, mal eben so als rechts eingeordnet würde, kenne ich aus mails, diese Argumentation und war erstaunt, sie dann bei Dir wiederzufinden, fühlte ich mich angesprochen, vielleicht ja zu Unrecht. Dann klär mich. Das Argument ist ein rein strategisches.

    Und natürlich ist das eine Wahrnehmung, die dann wirklich Rechten Raum verschafft, das ist doch offenkundig.

    „Irgendwann gibts immer manipulativen Sermon a la “Dahrendorf, diesem Linksfaschisten” zum Nachtisch.“

    Nur, daß wir uns den ja leider nicht ausdenken … selbst hier im Blog hat ein sehr gern gemochter, liberaler Kommentator neulich gekichert, als wir Dahrendorf erwähnten und uns auf den berufen haben. Deswegen ist das auch nicht manipulativ, das lese ich bei euch täglich in der Kommentarsektion, sinngemäß. Bei den FDOG hat der neulich auch auf die Glocke bekommen.

    Und die Schlachten mit Dr. Dean schlaget bitte nicht hier, auch Du, Dr. Dean. Und was der so verlinkt, das kannste ja ihm ins Blog schreiben.

    „Kannste also zeigen jetzt, dass Du das da oben ernst gemeint hast. Nicht, dass ich darauf zählen würde.“

    Das war jetzt wieder das „Sag mir, wo Du stehst“ vom FDJ-Oktoberclub 😉 …. ich glaube, wo ich mich so situiere, das muß ich nicht in jedem Satz deutlich machen. Das ist mir zu inquisitorisch, diese Masche des Verdachts.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 10:48

  44. Aber ein Stück klare Distanzierung in der “linken Szene” von diesen Hassbloggern, die immerhin mit linken und linksextremen Ideologie-Versatzstücken operieren, wäre schon angebracht
    Habe ich oben geschrieben. Und Du hast dem nicht widersprochen. Wäre ja auch in dem Zusammenhang oben nicht opportun gewesen. So kurzlebig ist die Blogosphäre…
    Schönes Wochenende noch.

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 11:00

  45. Magste bitte den Blockquote schliessen? Danke.

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 11:01

  46. joachim,

    was mich sauer macht, ist sows wie deine antwort.
    nein, was du mir da unterschiebst an angeblicher konsequenz aus meiner kritik an dämlichkeiten von striezinger, das alles habe eben nicht ich gesagt.

    ich habe auch gesagt, wenn man sprachkritik an heil üben will, dann sollte das anders aussehen.

    vielleicht sollteste mal lesen, bevor du antwortest.
    mir platzt bei diesen ewigen verdrehungen echt der kragen.
    der hinweis mit aly auf die restl.. volksgemeinschaft ist so müssig wie er die internalisierte deutsche komplizenmoral zeigt.

    mehr später.

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 11:24

  47. Diese letzte Antwort von Jo@chim belegt sich doch wieder selbst.

    Ganz oben steht ein Eintrag, der sich von Gewaltandrohungen deutlichst distanziert. Der neueste Eintrag verweist ausdrücklich auf die Verbrechen des SED-Regimes und die DDR als Unrecht begehender Staat (deren Gründung wurde von westlicher Seite übrigens doch deutlichst befördert), habe ich, seitdem ich politisch denken kann, so vertreten – gegen die Berufsverbote war ich trotzdem. Ebenso klar war jedoch damals wie heute, daß Franz-Josef Strauß gefährlicher für die Demokratie war als die DKP, dieses Spilttergrüppchen. Und Frau Wegener ist schlicht irrelevant.

    Stattdessen wiederholt Jo@chim aber nur das „Distanziere Dich, distanziere Dich“ – so ist ja die in allen sich liberal ausgebenden Blogs nachgeplapperte Strategie gerade, wo wie üblich Union und FDP vereint auftreten: Politik darauf zu reduzieren, Grüne und SPD sollten sich von der Linkspartei fortwährend distanzieren, dann hat man sie, und auch, weil die sonst machtfähig werden könnten. Also: Jede Diskussion bitte darauf zuspitzen, egal welche, und in der Blogosphäre überträgt man das dann dahin, wo man’s zu sehen glaubt. Hat ja früher auch geklappt. Und diese CSU-Frau bereitet derweil den ersten Schritt zum Linkspartei-Verbot vor, hat mit der KPD ja einst auch geklappt.

    Interessanter ist, daß KEIN Liberaler – außer Statler, traditionell, und außer NUB – sich auf die Diskussion einläßt, was man unter Neuer Rechter sinnvoll verstehen könnte. Das war damals, als Jo@chim noch PI zujubelte und diese fröhlich verlinkte, nicht anders. Da waren das auch gemütliche Konservative. Also nicht mal darauf, daß wir ja irren könnten, wird Bezug genommen – stattdessen suggeriert man dann diffus vor sich hin, Leute wie wir hielten alles für rechts, was nicht sozialistisch sei. Ganz billig.

    Bei politisch geschulten wie Jo@chim ist ja zumeist nicht nur interessant, was sie sagen, sondern an welchen Punkten sie Diskussionen abbrechen. Insofern fühle ich mich gerade sehr bestätigt: Wunder Punkt erwischt.

    Bei den B.L.O.G.s war’s neulich die Frage nach Menschrechten, hier isses nun die Frage, ob unter dem Deckmantel der Liberalen sich das Denken der Neuen Rechten verbirgt. Was wir damit meinen, haben wir ja mehrfach offengelegt, die Gegenseite weicht da hingegen aus.

    Ich sach mal: Der Nockherberg war eben doch kein Zufall oder Irrtum und wirkt nach.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 12:25

  48. Und was mich noch sauer macht:

    habe ich eigentlich jetzt schon mal meine Meinung zu diesen Steuergeschichten gesagt? Woher kennst denn Du die schon?

    Mal nebenbei: ich biin der Auffassung, dass dieses Wort „Asoziale“ nicht verwendet werden sollte, auch nicht von Herrn Heil. (Ich glaube, dass kam auch schon mal raus in meinen Auslassungen.)

    Herr Heil ist deswegen doof in der Sache, weil er damit verunklart, was es bedeutet hat, in Nazideutschland als Asozialer zu gelten.

    Und so wird ja auch drauf eingestiegen bei DDH u Striezinger.: plötzlich sind all die Leute, die sich auch in den Ländern, wo sie ihr Geld aufbewahren, nicht allzu chic benehmen – das nebenbei – auf einer Stufe mit KZ-Insassen und Zwangsarbeitern – und jetzt frag ich mich schon, ob da manche noch alle beisammen haben.

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 12:30

  49. Joachim

    und weil ich sowieso gerad so sauer bin nochwas:

    lieber mann, begriffe wie „raffendes“ und „schaffendes Kapital“ hat hier in diesem blog von uns nie jemand benutzt, weder in affirmativem noch ablehnendem sinne. es ist eben schon so, dass wir offensichtlich manchmal die intelligenteren sind. wir bemühen uns zumindest, keinen schwachsinn zu reproduzieren. wir sind aber auch offensichtlich weniger mit geld beschäftigt, was viell. daran liegt, dass wir keins haben.

    was diese distanzierei von leuten angeht: eben, wir reproduzieren hier nicht den schwachsinn anderer leute, die den ihren als solchen zu erkennen selbst so wenig in der lage sind wie diejenigen, die ihren schwachsinn reproduzieren.

    gruss

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 12:59

  50. Ich weiß schon lange nicht mehr, von wem oder was ich mich distanzieren soll und wovon nicht. Was sind denn das schon wieder für Diskussionen. Was haben die überhaupt mit uns zu tun? Lese das mit wachsender Ungläubigkeit.

    lars

    23. Februar 2008 at 13:05

  51. Kuriose Diskussion. DDH liegt doch als Kriegsgegner mit FDOG und Achse des Guten ständig im Clinch:

    http://dominikhennig.blogspot.com/2008/02/das-psychodrama-des-greg-b-grabinski.html

    Und mit den Rechten sowieso:

    http://dominikhennig.blogspot.com/2008/02/nennt-mich-intolerant-aber-ich-bleibe.html

    Da wird wieder einer falsch einsortiert.

    lydia4krasnic

    23. Februar 2008 at 13:21

  52. Ach, distanzier Du Dich erst mal von Deiner Ungläubigkeit 😉 … es ist wirklich außerordentlich absurd.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 13:26

  53. …. ich meinte natürlich Lars und distanziere mich somit ausdrücklich von meiner letzten Äußerung …

    momorulez

    23. Februar 2008 at 13:29

  54. So weit kommt es noch, der Momo will mich schon wieder in irgend so eine protestantisch-christliche Sekte hineinziehen, die sich „Links?“ nennt…. 😉

    lars

    23. Februar 2008 at 13:30

  55. mir gehts bei DDH auch nur um diesen „Staazi“-Unsinn.
    doch nicht um den ganzen mann und alle seine worte in vergangenheit u zkunft.
    kann man nicht mal bei ner sache bleiben.

    grosser gott, aber jetzt fang ich est an das zu kapieren.

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 13:33

  56. Kleine Erklärung in eigener Sache, sorry:

    Die „verifizierte Tatsachenbehauptung“ des Jo@achin holt er seit 1 1/2 Jahren aus dem Keller, bevorzugt dann, wenn er einer inhaltlichen Diskussion ausweichen will. Vermutlich ist das der gleiche Keller, wo auch sein „Stoppt Dean“-Schild herumliegt.

    Mal direkt zur persönlichen Ebene: Habe ich diesem seltsamen FDP-Aktivsten irgendetwas persönlich angetan? Ja. Ich habe mich mehrmals über ihn lustig gemacht, nachdem von ihm 2006 ein halbes Dutzend justiziabler Beleidigungen gegen mich gerichtet wurden. Und – ich mache mich über diese Person noch heute lustig, jedenfalls, wenn man bei mir nach ihm fragt. Es ist also verständlich, dass ein charakterlich nachtragender und latent hystrionsicher Mensch wie „Jo@achim“, sich so verhält, sobald er auf den Blogger „Dr. Dean“ trifft.

    Was einem Austausch von Argumenten, auch das sei gesagt, nicht unbedingt entgegen stehen muss. Mein, zugegeben eher oberflächlicher, Eindruck ist aber, dass er sich argumentativ nicht zu behaupten weiß. Was vielleicht auch eine weitere Erklärungskomponente für sein Verhalten liefert.

    Jo@chim spekuliert im Übrigen dabei, ganz richtig sogar, darauf, dass ich seine Verleumdungsversuche rechtlich nicht angreifen werde, deshalb, weil mir an meiner Privatsphäre gelegen ist – und ich eben meine private Identität aufdecken müsste, sowie die Techniken, mit denen ich meine Netzidentität verberge.

    Im Übrigen würde es im Streitfall vor Gericht ohnehin darauf hinauslaufen, dass „ein Wort das andere“ gegeben hätte. Der Dreck und die Beleidigungen, mit dem dieser liberale Aktivist in meine Richtung herumwirft, übersteigt – leider – nur unwesentlich den Dreck, mit dem er von mir beworfen wurde.

    Mit anderen Worten und in kürzerer Form: In solchen Fällen, bei „belasteter Vergangenheit“, wäre es wichtiger, wie sich die Kontrahenten in Zukunft verhalten. Und diesbezüglich bin ich wenig zuversichtlich bei Jo@chim.

    So – und nachdem ich zur gemeinsamen Liebesbeziehung mit Jo@chim Stellung bezogen habe – wäre es vielleicht sinnvoll, zum Thema des Threads zurückzukehren.

    Okay?

    Dr. Dean

    23. Februar 2008 at 16:21

  57. Ja, okay, daß Du das im Gegenzug noch mal angemerkt hast – aber, verzeiht mir, wenn ich mehr von dieser Auseinandersetzung hier nicht ausgetragen sehen möchte. Ist keine inhaltliche Positionierung. Und wenn irgendwer von euch zweien irgendwas gelöscht haben möchte, was diesen Konflikt betrifft, einfach mailen.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 17:13

  58. Leute, wenn ich mir angucke, worüber hier so endlos diskutiert wird, und zu welchen Themen bei mir gerade so die Debatte läuft, kann ich echt nur den Kopf schütteln und zu den harten Themen zurückfinden.

    http://che2001.blogger.de/stories/1050225/#comments

    che2001

    23. Februar 2008 at 17:21

  59. Wenn Du die Zusammenhänge zwischen beidem nicht siehst, brauchste vielleicht noch ’nen dritten Doktor.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 17:49

  60. @ che
    Worin siehst Du eigentlich die Ursache für die nationalchauvinistische Aufladung des Konflktes? Ich teile zwar Deine Ansicht, dass ökonomische und soziale Ungleichheiten, und dazu hegemonialstrategiche Motive amerikanischer und deutscher Außenpolitik hier eine große Rolle spielen. Ein vereinigtes, serbisch dominiertes und „moskaunahes“ Yugoslawien war wohl nicht der Wunschtraum dieser Strategen, zumla mitten in Europa.

    Ich glaube aber nicht (auch eigenem Nichtwissen geschuldet), dass dieser Konflikt in erster Linie darauf zurückzuführen ist. Meines Wissens gab es erhebliche Spannungen zwischen Kosovo-Albanern und Kosovo-Serben auch schon während der sozialistischen Zeit. Der Unabhängigkeits- bzw. Autonomiewunsch im Kosovo war ebenfalls: sehr alt.

    Mit der Veränderung der weltpolitischen Lage war es m.E. nicht zu verhindern, dass – durchaus provokante – „Unabhängigkeitserklärungen“ verlautbart wurden – und das nationalchauvinistische Pulver anzündeten.

    Ich hätte mir zu diesem Zeitpunkt eher eine große Jugoslawien-Konferenz der Regional – und Weltmächte gewünscht – aber das Ergebnis wäre hier m.E. auch kein multiethnischer Staat gewesen. Die mangelnde Bereitschaft der damaligen Machthaber in Jugoslawien, wie auch von Russland, die Autonomiewünsche anzuerkennen, beschleunigten, meiner Einschätzung nach, die nationalchauvinistishe Entwicklung in Jugoslawien, aber genau die gleiche verheerende Wirkung erzielte auch die deutsche Außenpolitik, welche unmittelbar auf Staatenbildung zielte.

    Aber unabhängig von der historischen Bewertung dieser Zusammenhänge (wo ich kaum glaube, dass man hier über haupt zu einer objektiven Bewertung gelangen kann), war recht schnell ein Punkt erreicht (1995, wenn ich mich recht entsinne), wo ein wechselseitiges Verhältnis aus serbischer und albanischer Repression im Kosovo den Druck im Vielvölkergefüge so weit ansteigen ließ, dass der Weg zurück in ein national vereintes Jugoslawien verbaut war. Der UCK-Terror war – bis zu einem gewisen Grad – eine vom jeweiligen Parteienstandpunkt aus betrachtet „logische“ Reaktion, somit auch der Krieg von serbischer Seite, der mit noch gnadenloseren militärischen Mitteln vorgetragen wurde und schnell den Punkt erreichte, wo die NATO-Intervention objektiv notwendig war – so falsch die einseitige und mit Propagandalügen unterfütterte Unterrichtung der europäischen Öffentlichkeit auch war.

    Meine Einschätzung ist diese: Ein Nichteingreifen der NATO hätte einen Völkermord bzw. dessen Fortsetzung ergeben. Zeitgleich gab es, in der Sache erheblich, ähnliche Erscheinungen im Umgang mit Bosniern und Kroaten. Das jugoslawische bzw. serbische Miltär war – zusammen mit serbischen Freischärlereinheiten – längst schon zu einer volksmordenden Miltärmacht mutiert.

    (obwohl ich meine, dass manche Punkte der NATO-Kriegsführung im Nachhinein verbrecherisch genannt werden könnten)

    Nun scheint man sich heute an einem historischen Punkt zu befinden, wo die NATO eine vermeintliche endgültige „Lösung“ des Konflkts – in Gestalt eine unabhängigen Staates Kosovo für unausweichlich hält. Die schon länger ins Mafiöse mutierte UCK wird dabei offen unterstüzt, was eine sehr sonderbare Angelegenheit ist, zumal, wenn man den ansonsten als überdringlich behaupteten weltweiten „Kampf gegen den Terror“ seitens der NATO zum Vergleich zieht.

    Dr. Dean

    23. Februar 2008 at 18:21

  61. Worin ich den Grund für die nationalchauvinistische Aufladung sehe? Ich mach´s mal im Telegrammstil und verweise ansonsten auf den Thread bei mir. Nachdem das sozialistische Jugoslawien aufgrund einer jugoslawischen Sonderentwicklung, die mit der Stagflation der 70er Jahre ebenso zu tun hatte wie mit der Selbstbedienungsmentalität der Betriebe in Arbeiterselbstverwaltung (Belegschaften zahlten sich die Dividenden selber aus, statt zu reinvestieren) und teileise irrsinnigen Investititionsruinen ( ultramoderne Aluminiumhütten, in denen es weder genug Strom noch genug Wasser gab, um diese betreiben zu können) ökonomisch zu kollabieren drohte, wandte man sich an Weltbank und IWF. Jugoslawien erhielt den größten Entwicklungskredit, der je vergeben wurde. Dieser war an Auflagen geknüpft, die de facto auf Abschaffung des Sozialismus hinausliefen. In der Folge kam es zu enormen Teuerungen, gegen die sich immer mehr Leute zu wehren begannen, z.B. Überbrücken von Stromzählern oder organisiertes Klauen auf der Arbeit. Der Staat sah sich sich einer diffusen, um ihre Subsistenz kämpfenden Unterschichtsbewegung gegenüber, die ihn von links in Frage stellte: Arbeiter, Bauern, kleine Angestellte, die mit Abzweigen von Leistungen und alltäglicher Sabotage um den Erhalt ihres Lebensstandards und gegen Streichung sozialer Leistungen kämpften. Von diesem Augenblick an übernahmen die Regierungen der Teilrepubliken eine Strategie des Teile und Herrsche, mit der jeweils die Bevölkerungen der anderen Republiken in der Propaganda für die Krise verantwortlich gemacht worden. Das lief knapp 10 Jahre lang, bis diese Propaganda das Land sturmreif geschossen hatte. Und genau dieser Vorgang ist mit dem Begriff Ethnisierung des Sozialen gemeint.

    che2001

    23. Februar 2008 at 18:48

  62. Um das Thema „Dr. Dean“ abzuschliessen: Lass es ruhig stehen. Momo .Ich hab ausschliesslich meinen Ärger über das Bigotte an der Gesamtsituation kundgetan. Mea culpa.

    @Dr. Dean, okay, warum Du die Causa Dr. Trier nie konkret bestritten hast, soll Dein kleines Geheimnis bleiben, sei’s drum. Es war der letzte Link. Du nimmst mich als „seltsam“ war. Mir geht es ebenso mit Dir – da haben wir doch schon etwas gemeinsam! Auch in den Umgangsformen, die wir uns gegenüber in den letzten drei Jahren angeeignet haben, können wir uns durchaus das Wasser reichen, ja. Und, klar, das Thema ist länger schon kein hartes mehr, sondern ein verhärtetes. Eigentlich albern, vielleicht reizt(e) es mich nur wegen der offensichtlichen Asymmetrie in der Kommunikation: Anonymität, die dazu genutzt wird, um aus der Nichtanonymität des politischen oder sonstwie Konkurrenten bewusst „Kapital“ zu schlagen empfinde ich einfach als unanständig, da geht m ir die Hutschnur hoch. Und die gespielte Empörung zum traurigen Thema FDP HH im Blog nebenan *eeeek*

    Sorry wertes Shifting Reality Team für die sehr persönlichen Worte hier. Normalerweise regele ich so etwas per Email.

    P.S.:“Stoppt Dean“ war wahrscheinlich wirklich eine meiner deppertsten Aktionen. .Der Button war von dem „Stoppt Strauss“-Sticker meiner Jugend inspiriert, finsterste Regression. Und es wird zur Warnung der Nachfolgenden auf immer im präsent sein. Lasst uns alle daran denken, dass wir hier gerade die Fussnoten für eine netzhistorische Diplomarbeit Ende des 21. Jahrhunderts schreiben. Den Titel mag sich jeder selbst denken 😀

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 19:11

  63. ich wollte nur noch mal sagen, dass ich mir nicht von hier auftauchenden kleineren geistesgrössen und rechten denkern sagen lasse, dass ich mich von irgendwem zu distanzieren hätte, nach ihrem befinden. wo sind wir ? tut mir leid, ,dass mich das so aufregt.

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 19:15

  64. @Che2001 warum externalisiert Du das Problem auf die Weltbank, anstatt den Fehler im System zu suchen?
    Kleiner Suchtipp:

    Belegschaften zahlten sich die Dividenden selber aus, statt zu reinvestieren

    Klar. Weil sie genau erkannt haben, dass sie keine Eigentümer waren.

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 19:22

  65. Ist ja auch OK so. Mir platzte nur gerade die Hutschnur, wenn ich parallel zu den Hintergründen eines der blutigsten Kriege der letzten 20 Jahre diskutiere (was nur ganz wenig Leute interessiert) und hier einen Endlosthread um die persönlichen Befindlichkeiten und Umgangsstile untereinander vorfinde, bei dem ich das Gefühl habe, man dreht sich im Kreis. Ganz wie 1988: Ich will hinausschreien, was in Halabja passiert ist, und der Göttinger ASTA diskutiert über das große I.

    che2001

    23. Februar 2008 at 19:28

  66. naja

    „…plötzlich sind all die Leute, die sich auch in den Ländern, wo sie ihr Geld aufbewahren, nicht allzu chic benehmen – das nebenbei – auf einer Stufe mit KZ-Insassen und Zwangsarbeitern – und jetzt frag ich mich schon, ob da manche noch alle beisammen haben.“

    T. Albert

    23. Februar 2008 at 19:34

  67. @jo@chim: Ich externalisiere das Thema ja nicht. Dass der jugoslawische Sozialismus aus internen Gründen, ein Jahrzehnt vor der Krise des Ostblocks, ins Straucheln gekommen ist, habe ich ja geschrieben. Aber die Rezepte des IWF, auf die Jugoslawien sich einließ, liefen de facto auf eine abschaffung des Sozialimus in Jugoslawien hinaus, dagegen gab es massiven sozialen Widerstand (wie immer in solchen Fällen, IMF-riots ist ja ein geflügeltes Wort), und als Reaktion auf diesen den nationalen Switch. Das ist weder ex- noch intern, sondern die Entwicklung Jugoslawiens, wie die jedes Landes (na ja, mehr oder weniger, ich denke jetzt mal nicht an Nepal, die Mongolei oder Burkina Faso) in die Weltpolitik und Weltwirtschaft eingebunden und mit internationalen Dependenzen verknüpft.

    che2001

    23. Februar 2008 at 19:44

  68. @Che: *Gnhihihi* kann mich auch des Eindruckes nicht erwehren, dass wir *alle* lediglich das grosse I (A,X, Y) der AStA-Streitigkeiten der 80er Jahre reproduzieren. Endlich(!!!) anonym (d.h. nicht in Spuckweite) und mit den Gehältern die wir uns alle gewünscht haben.
    Das mit dem geringen Interesse hängt vielleicht mit wenig Wissen über den Konflikt zusammen. Ich weiss davon auch nicht viel.

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 19:56

  69. @ Jo@achin
    Wir können zu den Auseinandersetzungen im Jahr 2006 zurückkehren – dann gerne auf meinen oder Deinem Blog, nicht hier – wenn Du das so sehr wünscht. Mich selber würde es eher langweilen, sogar sehr.

    Für sinnvoller hielte ich es, wenn Du Dir das Jahr 2006 bzw. die Auseinandersetzung zwischen uns einfach mal weitgehend vergisst. Irgendwann ist es genug, zumal – wie Du selber hier andeutest – genauso wenig wie ich behaupten kannst, Dich dabei mit Ruhm bekleckert zu haben.

    Auch in den Umgangsformen, die wir uns gegenüber in den letzten drei Jahren angeeignet haben, können wir uns durchaus das Wasser reichen, ja.

    Was meine Stellungnahme bei Hanno Zulla betrifft, da vergisst Du – es mag Deiner Aufmerksamkeit entgangen sein – dass ich mich schon etwas länger mit Hanno Zulla austausche.

    Ich finde es empörend, möglicherweise im Unterschied zu Dir, wenn ein wichter Vertreter einer Parteiorganisation Hanno Zulla „sportlich“ bedroht, aus Rache bzw. deshalb, weil die FDP Hamburg sich einer Abmahnung beugen musste. Was, nebenbei angemerkt, der FDP Hamburg finanziell nicht sonderlich weh tut.

    Zudem kenne ich ein paar schräge Geschichten, u.a. im Zusammenhang mit der Privatisierung von Krankenhausbetrieben, die meine Vorbehalte gegenüber der FDP Hamburg nochmals sehr deutlich verstärken.

    Und nun vergleiche einmal: Zwei Blogger furzen sich im Jahr 2006 gegenseitig an, beleidigen sich gegenseitig, versuchen jeweils den anderen woanders anzuschwärzen, sind aber beide
    a) weder sonderlich unschuldig dabei
    b) und dennoch in erster Linie an einem Meinungsaustausch interessiert.

    Was folgt daraus?

    Wenn man jetzt mal – gewagt – voraussetzt, dass beide Kontrahenten irgendwann später zu Vernunft gekommen sind, jedenfalls ein wenig, dann bleibt nicht mehr Platz für unangemessen bewegliche Hutschnüre. Was das Persönliche betrifft, sollten wir beide Enthaltung üben.

    Dr. Dean

    23. Februar 2008 at 19:57

  70. Die spontane Ordnung im Thread hier repräsentiert sich ein ganz eigenes Problem der Blogosphäre (in Foren ist es nicht so extrem): die Zeit-Versetzheit, Shifting Reality sozusagen…

    jo@chim

    23. Februar 2008 at 20:05

  71. So, Jungs, jetzt aber Schluß hier. Ja, ich habe verstanden, dß ihr genau das gerade versucht.

    Ich distanziere mich zudem ausdrücklich von dieser Auseinandersetzung.

    momorulez

    23. Februar 2008 at 20:12

  72. @ Che
    Es sind, wenn ich Dich richtig verstanden habe, etwa fünf Entwicklungsstränge, die zur nationalchauvinistischen Aufladung des Konflites geführt haben:

    1. Eine ökonomische Marodität des jugoslawischen Systems (desfunktionale Arbeiterselbstverwaltung, Investitionsruinen, Stagflation usw.)
    2. Ungeeignete IWF-Rezepte zur Besserung der ökonomischen Lage bei gleichzeitiger Erhöhung des Verschuldungsgrades und der Abhängigkeit (Teuerung, soziale Konkflikte u.a.)
    3. Eine fortschreitende Aushöhlung des noch bestehenden jugoslawischen ökonomischen Systems durch kriminelle Arbeiter, teils auch in Selbstverteidigung gegen Teuerung und soziale Umverteilung
    4. Regionalisierung und Ethnisierung des krisenhaften jugoslawischen Systems durch verantwortungslose regionale Machthaber, welche den jeweils andere Ethnien die Schuld an Problemen gaben
    5. Ein nationalchauvinistischer Geschichtsfundus (u.a. Wehrbauern, faschistische Tendenzen in den Kirchen, Amseldfeld-Saga), der leicht wieder propagandistisch ausgeschlachtet werden konnte.

    Mein Eindruck ist dann, dass – indirekt – die IWF-Interventionen die Zentrifugalkräfte des jugoslawischen Staates erhöht haben, einmal durch eine antwortende Unterschichtenbewegung, die ihre Betriebe als Antwort ausplünderten und damit die ökonomische Basis schwächten (man könnte das als ein teilparalleles Gegenstück zu den „Heuschrecken“-Investoren deuten), zum anderen dadurch, dass ethnisierte regionale Interessen- und Mafiastrukturen anwuchsen.

    Che, wäre es möglich, dass das Wachstum dieser regionalen Interessen- und Mafiastrukturen durch die Unterschichtenbewegung zur Ausbeutung und Ausräuberung von Arbeiterbetrieben angeregt wurde?

    Dr. Dean

    23. Februar 2008 at 20:42

  73. Mus ich mal drüber nachdenken, ich würde der Sache noch einen anderen drive geben, aber erstmal interessantes Szenario!

    che2001

    23. Februar 2008 at 22:10

  74. Ein Gedankensplitter noch zu den „kriminellen Arbeitern“: Dadurch, dass ein sozialistischer Staat soziale Leistungen strich, unterminierte er sein eigenes politisches Selbstverständnis und setzte sich im kollektiven Bewusstsein der Arbeiter diesen gegenüber ins Unrecht. Diese hatten beim Klauen, Krankfeiern und Stromzähler überbrücken nicht das Bewusstsein, Unrecht zu begehen, sondern empfanden diese Handlungen im gegenteil als die Widerherstellung von Gerechtigkeit. Die englische Sozialgeschichte hat für ein solches Verhalten einen eigenen Terminus: moral economy. Nur vor diesem Hintergrund wird erklärbar, warum so dringend Sündenböcke und nationalistische Ideologien gebraucht wurden: Die Möglichkeit einer Massenrevolte der Armen, einer Revolution links des jugoslawischen Sozialismus hätte bestanden – also griff die bis dato sozialistische jugoslawische Elite zu ganz rechten Lösungsmustern. Besonders deutlich wurde dies bei Dr. Franjo Tudjman, der in den 80ern undogmatisch-marxistische Geschichtsforschung betrieb und in den 90ern wie ein Ustascha-Faschist argumentierte.

    che2001

    23. Februar 2008 at 22:22

  75. @momorulez: Herzlichen Dank! 🙂

    DDH

    27. Februar 2008 at 14:31

  76. Kam von Herzen!

    momorulez

    28. Februar 2008 at 8:29

  77. http://perspektive2010.wordpress.com/2008/02/25/kurze-pause/

    Wer hätte vor 150 Jahren gedacht, daß Linke ihre (vermeintlichen; bin ja eigentlich viel linker als der)Gegner mal als „Staatsfeinde“ apostrophieren. Ist diese Linke noch links?

    DDh

    29. Februar 2008 at 20:32

  78. Jetzt fängst Du auch noch an – bitte, ich habe mich oben klar geäußert, und Perspektive2010 heute auch schon redigiert.

    Gerne zu jedem sachlichen Thema von allen beiden jederzeit Kommentare, gerne auch kontrovers und hochemotional, auch die Frage des Verhältnisses der Linken zum Staat: Immer gerne her damit.

    Aber den ersten Satz nehme ich Dir jetzt wieder weg. Im Gegensatz zum statement der Gegenpartei weiter oben, die als Meinungsäußerung deutlich gekennzeichnet ist, steckt bei Dir ’ne Tatsachenbehauptung drin. Mache sozusagen von meinem Eigentumsrecht Gebrauch 😉 …

    momorulez

    29. Februar 2008 at 20:53


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s