shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Huch?

with 27 comments

Regiert die Ypsilanti jetzt in Florida?

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Written by momorulez

27. Februar 2008 um 8:29

Veröffentlicht in Rand-Notizen

27 Antworten

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  1. Ampeln funktionieren nicht mehr

    😀

    Es gibt aber einen Ort in Michigan, der sich Ypsilanti nennt:

    http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=ypsilanti&ie=UTF8&ll=42.240719,-83.612823&spn=0.772679,1.277161&t=h&z=10

    lars

    27. Februar 2008 at 10:29

  2. und dort funktionieren sogar die Ampeln – verrückte Welt.

    balou

    27. Februar 2008 at 10:35

  3. Wie Ver-SPIEGEl-TV vermeldet, plant Frau Ypsilanti eine Regierug der „Rotfront„, und – das setzt diesem schändlichen Unterfangen die Spitze auf – schiebt der hessischen FDP die Schuld dafür in die Schuhe.

    Ich denke, damit dürfte klar sein, warum die Kraftwerke in Florida ausgefallen sind. Rotfont!

    (Erläuterung: Die sog. „Domino-Theorie“ besagt, dass über kurz oder lang die Stromversorgung in den USA ausfällt, der Kapitalismus insgesamt zusammenbricht, Kraftwerk für Kraftwerk, sobald es in Hessen zur Rotfront kommt)

    Dr. Dean

    27. Februar 2008 at 13:41

  4. Die Focus-Theorie meines Namenspatrons sagt sogar, sobald nur ein paar Linke sich zusammenrotten, bräche die Weltordnung zusammen (also jetzt sehr vereinfacht). Außerdemingens ist Zerrspiegel mal wieder bräsig uninformiert. Rotfront ist die Bezeichnung des Roten Frontkämpferbundes, eine Vereinigung von WWI-Veteranen mit KPD- oder auch USPD oder KAPD-Parteibuch. Was die meinen, ist eine Volksfront, wie etwa das Bündnis aus Sozialisten, Kommunisten und Radikalsozialisten in Frankreich 1935, das die Machtübernahme der französischen Faschisten verhindert hat.

    che2001

    27. Februar 2008 at 14:44

  5. Ja, mein Fehler, sie sprachen von der „hessischen Volksfront“. Zu Ypsilantis Angeboten an die FDP (die allesamt verlogen seien):

    Hinter der Fassade bereitet sie die hessische Volksfront vor.

    Schreckensbild Volksfront.

    Vermutlich auch dank des von Aust sehr sorgfältig ausgewählten Personals, ist man an der Brandtswiete bis heute böse, dass 1935 in Frankreich die Faschisten verhindert wurden…

    Übrigens, wenn die PDS in den Unis Unterstützer sucht, dann lautet für den Ver-SPIEGEL die Überschrift: „ROTFRTONT AN DER UNI – Die letzte Schlacht

    Ich glaube, am Kanalufer hat man den Abschied von den schwarzgelben Träumen noch nicht so ganz verkraftet und fürchtet – schockstarr ob der Wahlergebnisse – die Übernahme Deutschlands durch die commies.

    Dr. Dean

    27. Februar 2008 at 17:15

  6. Und wenn die erst an der Regierung sind, marschieren chinesische Panzer ein.

    che2001

    27. Februar 2008 at 19:32

  7. Che, seit wann marschieren Panzer?

    Wie auch immer, millionenfach einfliegende Rotarmisten klopfen an unserer Tür (Brandstwiete/Ecke Ostweststraße), suchen nach ihren 68er Mao-Kumpels und trinken unsere Milchseen leer. Frei nach Lothar Lammfromm:

    Du fragst, was kommt und, was uns bliebe?
    Erst eine Volksfront, dann zwei, dann vier
    Schon steht der Chinese vor der Tür
    Das Kapital bekommt die Kriegserklärung
    Und Austens Gäule eine Darmentleerung
    Drum werf nicht weg die Mao-Bibel!

    Politik- und Lebensberatung bei Shifting Reality.
    (*kicher*)

    Dr. Dean

    27. Februar 2008 at 21:00

  8. So is datt.

    che2001

    27. Februar 2008 at 22:42

  9. Wie is’n eigentlich in den USA die Stromversorgung organisiert? Privatwirtschaftlich, teil-staatlich?

    Ansonsten habe ich die Tage auch schon immer auf die „Rotfront verrecke!“-Headline der BILD gewartet …

    momorulez

    28. Februar 2008 at 8:28

  10. Du stellst Fragen. Schätze mal privat, sieht man doch an der Effizienz, irgendwo fliegt ne Sicherung raus und schon sitzen ein paar Millionen im Dunkeln. Auf der anderen Seite könnte es auch eine Mischform sein, die privaten Energieversorger besitzen Anteile am Staat, bzw. den Institutionen, Organen und Repräsentanten des Staates.

    balou

    28. Februar 2008 at 9:00

  11. Das ist, glaube ich, ziemlich gewichtig, diese Frage, wo weiterhin manch einer glaubt, Privatisierung führe zur Volksbeglückung.

    Meines Wissens ist ja das Gegenteil der Fall: Gerade die Infrastruktur verrottet, weil im Sinne der Gewinnmaxierung dort keine Investitionen stattfinden. Und ich meine mich zu erinnern, daß genau dieses Problem bei einem analogen Fall in New York dignostiziert wurde … ich weiß es aber nicht mehr genau. Anderes Beispiel ist doch immer die Wasserversorgung in London, oder?

    momorulez

    28. Februar 2008 at 9:24

  12. Schau Dir mal das englische Eisenbahnnetz an. Das ist doch ein Treppenwitz-da kommt man mit einer Art TGV, der auch Autos huckepack nimmt aus dem Eurotunnel, und dann wird da auf Dieselloks umgespannt, weil die Briten noch kein elektrifiziertes Netz haben.

    che2001

    28. Februar 2008 at 10:00

  13. Che, lange nicht mehr in UK Bahn gefahren, oder? Der Eurostar fährt inzwischen mit voller Geschwindigkeit bis St. Pancras im Norden von London.

    Und die wichtigen innerbritischen Verbindungen wie London-Edinburgh oder die nach Wales sind auch nicht langsamer als deutsche Intercity-Strecken. Und dazu noch bequemer. An den Service in der ersten Klasse z.B. bei Virgin oder First Great Western tastet sich die Deutsche Bahn erst ganz, ganz langsam heran.

    statler

    28. Februar 2008 at 10:25

  14. Genossen!

    Ihr vergesst, dass der Staat (egal, auf welche Weise organisiert) immer (!) schuld hat. Und, wie wäre wohl die Situation im englischen Eisenbahnnetz, wenn dieses verstaatlicht wäre?

    A) Die Preise wären viel höher.

    Weil, äh, ist auch egal. Weil, ich versuchts nochmal, weil staatliche Institutionen immer viel teurer sind und niemals wettbewerbslich organisiert sein können. Und Privatmonopole sind sowieso das Geilste überhaupt. Jedenfalls, viel besser als staatliche Monopole. Das ist schon mal klar. Hat ja auch Onkel Hayek gesagt. Und dass da überhaupt ein Monopol so stabil, äh, vorliegt, das muss auch mit dem Staat zu tun haben.

    Bitte jetzt anstimmen:

    „Und der Staat – und der Staat – der hat immer schuld | ich will Markt – ich will Markt – voller Ungeduld“

    B) Es müsste – im Fall einer staatlichen britischen Eisenbahn – nicht auf Dieselloks umgespannt werden, sondern auf Pferde-Loks. Oder Stier-Loks.

    Ihr müsst auch an die unvermeidlichengesellschaftlichen Kolleteralschäden denken (jetzt mal – ausnahmsweise), falls das Schienennetz verstaatlicht wäre und es einen starken staatlichen Hauptbetreiber gäbe. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten, wo das endet.

    Die Frage ist also, wollt Ihr

    A) Freiheit oder
    B) einen grässlichen Staazi-Nazi-Demokratie-Kommunismus?

    Das gilt es in Ruhe und ohne jegliches Vorurteil abzuwägen.

    Dr. Dean

    28. Februar 2008 at 10:36

  15. Weil, ich versuchts nochmal, weil staatliche Institutionen immer viel teurer sind und niemals wettbewerbslich organisiert sein können.

    Ich nehme das mal als elegante Formulierung für das können sie doch. Aber um es zu können, bräuchten sie doch auch Wettbewerber. Wenn aber Wettbewerber zugelassen werden, und die staatliche Institution wettbewerbsorientiert arbeitet, wo liegt dann der entscheidende Unterschied zu einem privaten Wettbewerber unter anderen?

    David

    28. Februar 2008 at 10:46

  16. Anderes Beispiel ist doch immer die Wasserversorgung in London, oder?

    Na und, da gehen halt 50% des Frischwassers verloren – in Anbetracht der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit von Witterunsanomalien mit entsprechender „Übertageanlieferung von Wasser“ (im Volksmund auch abwertend als Überschwemmung bezeichnet) steigt, ist doch für Ausgleich gesorgt – oder?

    Privatisierung: Die Privatisierung der kommunalen Abfallentsorgung in meinem Heimatkreis führte a) zu ungünstigeren Intervallen bei der Abholung und b) zu rund 33% höheren Gebühren aber es wurden nach meinem Kenntnisstand einige Lohnkosten eingespart.

    @statler: Wer kommt fürs Netz auf?

    balou

    28. Februar 2008 at 10:49

  17. @ David
    Zur Frage hinsichtlich teilwettbewerblicher Strukturen innerhalb eines verstaatlichten Eisenbahnnetzes:

    Aber um es zu können, bräuchten sie doch auch Wettbewerber. Wenn aber Wettbewerber zugelassen werden, und die staatliche Institution wettbewerbsorientiert arbeitet, wo liegt dann der entscheidende Unterschied zu einem privaten Wettbewerber unter anderen?

    Der Unterschied liegt zunächst im „inneren Geist“ der ganzen Sache. Ich muss dazu etwas ausholen. Man muss dabei – ein Eisenbahnnetz ist schließlich ein Spezialfall – zunächst berücksichtigen, dass eine rein privateStruktur, selbst, wenn sie zunächst A) wettbewerblich und B) rein privat ausgeführt sein würde, sich sehr schnell in Richtung privates Monopol entwickeln würde (dass zu wissen, dazu bedarf es ein wenig Kenntnis zur Geschichte der Entwicklung von Eisenbahnnetzen). Ein starker – und am Kundennutzen orientierter – Staatlicher Hauptbetreiber hätte jedoch die Macht, jegliches private Ausschalten von Wettbewerb durch private Betreiber (z.B. durch Zusammenschlüsse) zu verhindern. Auf diese Weise könnte z.B. eine lokale Strecke an zwei (!) private Betreiber vergeben werden, halbstündlich Gesellschaft A, zur vollen Stunde Gesellschaft B. (klappt nur auf bestimmten lokalen Strecken – aber immerhin). David, die erste Teil-Antwort auf Deine Frage lautet: Der staatliche Ober-Betreiber kann Wettbewerb erzwingen. Die zweite Teil-Antwort ist aber noch bedeutsamer. Wenn eine staatliche Betreibergesellschaft einen starken Ethos hat (zum Beispiel: „wir arbeiten effizient und am Kundennutzen orientiert““, dann kann diese (allerdings unter der Voraussetzung, dass die übrige Wirtschaftsordnung weitgehend wettbewerblich und mindestens zur Hälfte privatwirtschaftlich organisiert ist) eine vergleichsweise sehr hohe betriebliche Effizienz erzielen, bei zugleich entfallenden Monopol-Renditen (welche private zu kassieren trachten) und sehr starker (in diesem Spezialfall: im Vergleich zur privaten Alternative deutlich stärkerer!) Orientierung am Kundennutzen.

    Ich muss hier allerdings einräumen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist – aber eben auch keine Ausnahme. Im Bereich der deutschen Wasserwirtschaft und Müllentsorgung findet man in sehr vielen (!) Kommunen Beispiele für hochleistungsfähige staatliche bzw. kommunale Strukturen – die tatsächlich regelmäßig leistungsfähiger sind als ihre privatwirtschaftlichen Monopol-Alternativen. Die Wasserversorgung in Berlin hat sich seit der Privatisierung in vielfacher Hinsicht verschlechtert – der private Eigentümer hatte – entgegen seinen blumigen ursprünglichen Ankündigungen – tatsächlich nur ein Interesse, nämlich die Durchsetzung möglichst hoher Preise bei gleichzeitig stark sinkenden Aufwand und sinkendem Service.

    Und hier sind wir unmittelbar beim oben angesprochenen „inneren Geist“ bzw. „Spirit“ bzw. – anders formuliert – Unternehmensgeist: Ein privater Anbieter, der über ein Monopol verfügt, hat keinerlei gemeinwohlorientierten Interessen. Er will Profit erwirtschaften – und sonst garnichts.

    Erst die Macht des Wettbewerbs zwingt den privaten Unternehmergeist, sich stark am Kundenwohl zu orientieren, deshalb, weil er von der Konkurrenz bedroht ist. Fällt diese Bedrohung weg, oder ist sie – wie im Fall von PC-Betriebssystemen nur in einem sehr geringen Ausmaß wirksam, dann wandelt sich die „unsichtbare Hand“ ganz unmittelbar zur „beraubenden Hand“.

    Anders formuliert Ein privates Monopol ist wegen seiner vergleichsweise höheren Raubneigung einem vernünftig organisierten (keineswegs einfach!) und demokratisch kontrollierten staatlichen Monopol strukturell unterlegen.

    Dr. Dean

    28. Februar 2008 at 11:14

  18. @Che, lange nicht mehr in UK Bahn gefahren, oder? – Stimmt.

    che2001

    28. Februar 2008 at 11:16

  19. Ich bin übrigens im Fall staatlicher Monopole stets dafür, den Stachel einer privaten Alternative dazu (z.B. bei der Müllentsorgung) spürbar zu halten. Wenn in einer Kommune also ein staatlicher Haupt-Entsorger tätig ist und ein kleinerer privater Betreiber, dann halte ich das für eine recht ideale Struktur, bei der zwei Gefahren zugleich verhindert sind:

    A) Die Gefahren eines privaten Monopols
    B) Die Gefahr von allzu lässigen kommunalen Betreibern

    Werden zusätzlich, ebenfalls für einen kleineren Teilbereich, vom staatlichen bzw. kommunalen Hauptbetreiber befristete und regelmäßig überprüfte Teil-Lizenzen an konkurriernde private Betreiber vergeben, so könnte man hier innerhalb eines Monopols (!) den Vorteil einer Wettbewerbswirtschaft mit dem Vorzug der kommunalen Steuerung (nämlich: Gemeinwohlorientierung) verbinden.

    (innerhalb der Hayek-Ideologie käme man jedoch niemals auf solche Ansichten bzw. Vorschläge – hier bevorzugt man das private Monopol rigoros, und macht gegenüber den Nachteilen einfach die Augen zu)

    Dr. Dean

    28. Februar 2008 at 11:23

  20. @Dean: Zumindest was den Netzbetrieb betrifft gebe ich Dir prinzipiell recht. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann schlägst Du vor: Eine staatliche Treuhandgesellschaft verwaltet das Netz und private Anbieter stellen den eigentlichen Service zur Verfügung. So könnte ich mir das auch gut vorstellen.

    Im Übrigen: Könnte es nicht sein, daß Hayek sich schlicht nicht auf infrastrukturintensive Monopol bezog? Einem Bahnmonopolisten ist natürlich schwer Konkurrenz zu machen, denn es können ja nicht fünfzig Anbieter ihre eigenen Schienen von A nach B verlegen. Dann käme Konkurrenz nur noch über andere Verkehrssektoren zustande.
    Ein Monopol auf Bier, beispielsweise, könnte aber von jedem Braumeister, der seine eigene Brauerei eröffnet, sofort angegriffen werden, solange nur Wettbewerbsfreiheit gewährleistet ist.
    Was das MS-Quasimonopol angeht, so hängt da natürlich viel mit der Kompatibilitätsfrage zusammen, die sich nicht ohne weiteres aus der Welt schaffen läßt, es sei denn man greift massiv ins Urheberrecht ein – dessen Freund ich allerdings auch nicht gerade bin.
    Allerdings sehe ich die Sache derzeit auch nicht mehr als so dramatisch an: Alternativen gibt es inzwischen genug, wer von den Preisen und der miesen Qualität der MS-Produkte die Schnauze voll hat, kann im Normalfall eigentlich jeder Zeit wechseln – ist dann tatsächlich eine individuelle Kosten-Nutzen Frage. Ausnahmen sind natürlich z.B. diejenigen, die staatlicherseits gezwungen werden, Funktionen von ELSTER zu nutzen, die nur in der Windows-Version verfügbar sind…

    David

    28. Februar 2008 at 11:40

  21. Public Private Partnership ist nebenbei etwas, wogegen ich auch nichts habe, es kommt darauf an, wie es ausgestaltet wird. In vielen Fällen können solche Mischformen die besten Lösungen bieten.

    che2001

    28. Februar 2008 at 11:48

  22. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann schlägst Du vor: Eine staatliche Treuhandgesellschaft verwaltet das Netz und private Anbieter stellen den eigentlichen Service zur Verfügung.

    Ähm: Nein.

    Was ich vorschlage, ist etwas anderes – bzw. ich möchte anders verstanden werden. Ich möchte gerade keine klein- bis großkorrupten ppp-Strukturen, wo sich private Betreiber gemütlich einrichten, zusammen mit verkommenen politischen Eliten, welche hinter dem wohlklingenden Etikett „privat“ den Staat ausräubern, sondern das Gegenteil.

    Keine schunkelige, gemütliche Vergabe staatlicher Aufgaben an private Betreiber, die anschließend weitgehend unbehelligt sind und auf sichere langfristige Verträge berufen können, sondern das exakte Gegenteil, eine Art ökonomische Versklavung, nämlich die mit brutalsten staatlichen Mitteln erzwungene (!) Durchsetzung von Wettbewerb auf Kosten der privaten Anbieter und bei gleichzeitig staatlicher bzw. kommunaler (nicht: privater) Kontrolle des Prozesses. Hier können – anders als bei ppp – die nur ergänzend (!) hinzugenommenen privaten Betreiber jederzeit aus dem Prozess gekickt werden, wenn diese den Leistungserfordernissen nicht gerecht werden, bzw, sobald es bessere private Konkurrenten gibt.

    Die Struktur ist nicht „partnerschaftlich“, sondern eine Struktur kommunaler Dominanz. Die nur ergänzend tätigen privaten Anbieter stehen hierzu in keinem partnerschaftlichen Verhältnis, sondern in einem Abhängigkeitsverhältnis bei ständiger Infragestellung.

    Wer das nicht will, kann sich als privater Anbieter, nachdem er seine vertraglichen Leistungen erbracht hat, gleich wieder verpissen – eine leistungsfähige (ohnehin dominierende) kommunale Struktur steht jederzeit bereit, die fortfallende Leistung eines evtl. wieder wegfallenden privaten Anbieters zu erbringen. Das gehört wesentlich zu dieser Konstruktion, welche die Macht der privaten Anbieter minimiert.

    Ich will in diesen Strukturen keine Partnerschaft, sondern im Gegenteil – eine brutale Abhängigkeit der privaten Anbieter. Ähnlich, wie private Anbieter auf regulären Märkten von den Kunden abhängig sind, so sind sie hier von einer brutal das Gemeinwohl erstrebenden, dominierenden kommunalen Gesellschaft abhängig.

    Das ist keine Partnerschaft. Alles, nur das nicht.

    Dr. Dean

    28. Februar 2008 at 12:47

  23. Hast Du irgendwelche konkreten Vorschläge, wie man sicherstellen könnte, daß der staatliche Anbieter nicht machtmißbrauchend vorgeht? Oder, anders: In welchem Falle würde er machtmißbrauchend vorgehen?

    Ich möchte gerade keine klein- bis großkorrupten ppp-Strukturen, wo sich private Betreiber gemütlich einrichten, wo sich private Betreiber gemütlich einrichten, zusammen mit verkommenen politischen Eliten, welche hinter dem wohlklingenden Etikett “privat” den Staat ausräubern, sondern das Gegenteil.

    Das möchte ich auch nicht. Nur sehe ich bei Deinem Vorschlag noch nicht, wie erreicht werden soll, daß nicht bloß die verkommenen politischen Eliten die Oberhand gewinnen.

    David

    28. Februar 2008 at 13:00

  24. Hach Dean, da liegen wir gar nicht weit auseinander.Nur bist Du halt ein bösartiger Ordolinker (oder sehr Linksliberaler), ich hingegen ein weichgespülter Antiimperialist und Rätedemokrat 😉

    che2001

    28. Februar 2008 at 13:05

  25. Hast Du irgendwelche konkreten Vorschläge, wie man sicherstellen könnte, daß der staatliche Anbieter nicht machtmißbrauchend vorgeht?

    A) Ein guter Rechtsstaat (inkl. ORDO)
    B) Eine wirkungsvolle demokratische Kontrolle
    C) Information – u.a. eine engagierte Presse
    D) ETHOS (seitens der Teilnehmer)

    Man benötigt A), B), C) und D). Andernfalls kann die Sache schief gehen.

    Dr. Dean

    28. Februar 2008 at 13:21

  26. Dann gibt es zumindest viel zu tun.

    David

    28. Februar 2008 at 13:26

  27. Richtig. Allerdings gilt sehr ähnliches für den Fall einer nichtstaatlichen bzw. nichtkommunalen Organisation, nur sind hier – im Monopolfall – die Aussichten geringer.

    Um das mal ein kleines Stück weiterzudrehen, bzw. um einen Trost für die mittlerweile vielleicht bereits verstörten Anhänger des Privateigentums zu formulieren: Genau wegen der hier geschilderten hohen Vorraussetzungshürden sind grundsätzlich „private Anbieter“ einfacher zu handhaben, und zwar genau dort (und leider: nur dort), wo wir es mit fairen Wettbewerbsmärkten zu tun haben. Hier wird die Notwendigkeit für B) gemindert (wenngleich: beileibe nicht auf Null) und vor allem aber entfällt die anspruchsvolle Voraussetzung D), beziehungsweise, diese wird durch die Macht des Wettbewerbs substituiert, welcher zu einem drastischen Machtverlust der privaten Anbieter führt und den „Nutzen aller“ prozessleitend macht*.

    * (sofern eine Reihe weiterer Voraussetzungen gegeben sind, u.a. in Hinblick auf eine sozial ertragbare Vermögens- und Einkommensverteilung, offene Marktzugänge, eine offene und sozial durchgängige Geellschaft, breite Bildungsangebote usw. usf…)

    Dr. Dean

    28. Februar 2008 at 14:05


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