shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Huch! Da schlägt man nichtsahnend …

with 14 comments

… den Nietzsche auf, und der sagt mir dann gleich so was – am heiligen Sonntag! -:

„Jede Aufgabe, ein Thier heranzuzüchten, das versprechen darf, schliesst, wie wir bereits aufgegriffen haben, als Bedingung und Vorbereitung die nähere Aufgabe in sich, den Menschen zuerst bis zu einem gewissen Grade nothwendig, einförmig, gleich unter Gleichen, regelmässig und folglich berechenbar zu machen.“

Friedrich Nietzsche in: Zur Genealogie der Moral, Zweite Abhandlung: „Schuld“, „Schlechtes Gewissen“, Verwandtes, München, Berlin, New York 1988 – Kritische Studienausgabe bei DTV Bd. 5, 293  

Advertisements

Written by momorulez

9. März 2008 um 9:32

Veröffentlicht in Aufklärung?, die Moral, Moderne, Philosophie

14 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Damit hat Nietzsche eine Konstante der (deutschen) Politik gut umrissen – bzw. umrissen, worauf die konstante Forderung nach „Berechenbarkeit“ und „stabilen Mehrheiten“ hinausläuft.

    MartinM

    9. März 2008 at 10:57

  2. Was schlägst Du auch den Neitzsche am Sonntag auf. Hättest wenigstens den Zarathustra nehmen sollen, oder war es aus Menschliches, Allzumenschliches, wo er das deutsche Denken mit dem deutschen Essen in Verbindung bringt?

    lars

    9. März 2008 at 11:30

  3. Das lag hier halt gerade rum, ich weiß auch gar nicht mehr, wieso …

    momorulez

    9. März 2008 at 12:19

  4. Nietzsche aufschlagen und nicht wissen wieso… das klingt ein bißchen nach jugendlichen Gewalttätern im Sozialarbeiterdiskurs: Die wissen halt einfach nicht wohin mit ihrer Energie, die Eltern haben ja auch keine Zeit und Infrastruktur gibts auch keine im Viertel, kein Wunder dass die so reagieren. 😉

    Und schwupps landet man bei den Mnemotechniken von Nietzsche… Wir war das mit dem schlechten Gewissen und dem schmerzhaften Einprägen der Erinnerungsspur?

    lars

    9. März 2008 at 16:02

  5. Noch ein Wort zum Sonntag zur Vereinfachung und glatten Summen:
    „Mit einem Paukenschlag möchte Sloterdijk die Feindseligkeiten zwischen Philosophie und Naturwissenschaften beenden, um Wissen und Geist, Philosophie und Naturwissenschaften zu versöhnen. Ihm schwebt eine demokratiefreie Arbeitsgemeinschaft aus echten Philosophen und einschlägigen Gentechnikern vor, die nicht länger moralische Fragen erörtern, sondern praktische Maßnahmen ergreifen. Diesem Elitenverbund fällt die Aufgabe zu, mithilfe von Selektion und Züchtung die genetische Revision der Gattungsgeschichte einzuleiten. “ aus: Die Zeit,1999;Nr 36
    🙂

    Leuchtspur

    9. März 2008 at 16:08

  6. Hatten wir das nicht schon einmal? Begann mit Ploetz und Schallmeyer und endete mit Mengele.

    che2001

    9. März 2008 at 17:10

  7. @Lars:

    Das verstehe ich jetzt nicht – kenne weder Mnemotechniken, noch ist das Rumliegen von Nietzsche-Büchern nicht-kanalisierte Energie! Man muß ja nun nicht nur, weil es um Nietzsche geht, gleich wieder mit der Lebensphilosophie um die Ecke kommen 😉 … schmerzhaftes Einprägen von Erinnerungsspuren kenne ich aber!

    @Leuchtspur:

    Wie kommst Du denn jetzt darauf?

    momorulez

    9. März 2008 at 17:27

  8. @lars
    Ja,ja der Friedrich, daß war ein arger …. 🙂
    @momorulez
    Wir wollen das doch nicht vergessen was der Herr Sloterdiyk, ein Nietzsche-Fan, mal so kurz andachte. 😉

    Leuchtspur

    9. März 2008 at 17:48

  9. Hi Leuchtspur, ich bin auch Nietzsche-Fan, aber so was, was der Sloterdiyk da nur so kurz angedacht hat, würde mir nicht in den Sinn kommen.
    Das Schöne – und gefährliche – an Nietzsche ist ja, dass er kein „Systemphilosoph“ war und dass er seinen Leser das selber Denken über seine mitunter widersprüchlich wirkende, meist provokativen, Aussagen nicht ersparte. Auch Foucault war Nietzsche-Fan – und kam zu Erkenntnissen, die durchaus zu Werkzeugen taugen, mit denen sich die elitären Gedankenexperimente Sloterdiyks demontieren lassen.
    Oder, um es kurz zu sagen: ob jemand Nietzsche schätzt, sagt rein gar nicht darüber aus, ob sich jemand an die Menschen verachtenden Machtphantasien berauschen kann.

    MartinM

    9. März 2008 at 19:55

  10. btw: Das erste Wort muss „jene“ lauten.

    .......

    15. März 2008 at 17:53

  11. @Martin
    Ich bin kein Nietzsche Fan. N.ist zwar ein genialer Dichter und Schriftsteller, aber seine Philosophie ist z.T. selbstwidersprüchlich. Außerdem habe ich einen großen Respekt vor „Systemphilosophen“, da sie im Bereich der Philosophie das versucht haben, was man heute in der Physik sucht, nämlich eine Erklärung des Ganzen, auch wenn ihnen das (noch) nicht gelungen ist. Der letzte große Systemphilosoph war wohl Hegel, bei dem es eine Menge zu denken gibt.

    Leuchtspur

    15. März 2008 at 19:00

  12. Für die “Wahrheit” sterben.— Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, dass wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.

    Der Wanderer und sein Schatten, 333

    David

    15. März 2008 at 21:25

  13. Ach, von Savinio weiss ich, dass ich Nietzsche ergebnisoffen lesen darf. Der ist ein plastisches Ereignis und darum durchaus schön.

    T. Albert

    16. März 2008 at 4:00

  14. momo, vergiss was ich schrieb, irgendwie hatte ich da wohl einen Schalk im Nacken.

    lars

    16. März 2008 at 11:06


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s