shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Der Satz vom zureichenden Grund

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Arthur Schopenhauer traf folgende grundsätzliche Unterscheidungen:[8]

  1. Satz vom zureichenden Grund des Seins = Seinsgrund;
  2. Satz vom zureichenden Grund des Werdens = Ursache;
  3. Satz vom zureichenden Grund der Erkenntnis = Erkenntnisgrund;
  4. Satz vom zureichenden Grund des Handelns = Motiv.

Und was passiert, wenn man z.B. 1. und 3. vermengt unter der „Irgendwie“-Einbeziehung von 2., aber unter Ignoranz von 4.?

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Written by momorulez

14. März 2008 um 14:00

Veröffentlicht in Philosophie, Rand-Notizen

4 Antworten

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  1. Also, die Motive des Handels werden unterschlagen, die Ursachen auf ein „irgendwie“ reduziert. Da ich nicht annehme, dass Du auf einen Zeitgeschichts-Historienschinken a la „Die Gustloff“ anspielst, oder, allgemeiner gesagt, auf „Historytainment“, könnte es, vermute ich mal, mal wieder in Richtung „die Ideologie der Wirtschaftsliberalen“ gehen.

    Nein, im Ernst, ich weis zwar nicht, was alles dabei herauskommt, wenn man bei der Erörterung eines Themas zwar Seinsgrund und Erkenntnisgrund berücksichtigt, aber die Ursachen weitgehend und die Motive (auch die eigenen Motive) völlig außer acht lässt.

    Ich weis aber, dass es ziemlich ideologisch sein würde (weil die Ursachen zu wenig berücksichtigt werden) und ausgesprochen oberflächlich – weil die Frage nach dem Motiv, nach dem „Warum“, gar nicht gestellt wird.

    MartinM

    14. März 2008 at 18:19

  2. Na, mir ging’s eher darum, daß manche Leute glauben, Argumente hätten „letzte Gründe“ oder eine „Basis“. Was wohl nur bei axiomatisch ansetzenden Diskurstrukturen eine Rolle spielt, ansonsten aber eher selten.

    Begründet man aber z.B. Demokratie, dann ist das lediglich 4., und die anderen Punkte sind dann der Inhalt des Verfahrens, wobei 1. und 2. wohl zumeist an die Wissenschaften delegiert werden, und da isses dann spannend, gesellschaftlich, wie das auf 4. wirkt und wieso bei Übernahmen in den Alltagsdiskurs 3. in der Regel gar keine Thematisierung erfährt.

    Die „Warum,“-Frage geht eigentlich durch alle 4 Punkte hindurch.

    momorulez

    14. März 2008 at 19:12

  3. Sinnvolle axionomatisch Diskurse gibt es meines Erachtens nur in der Mathematik.
    Die Frage nach dem „Warum“ wird im naturwissenschaftlichen Denken bewusst ausgeklammert (die Physik fragt nach dem „Wie“, nicht nach dem „Warum“ , wie es schon in meinem ersten Physikbuch stand –
    wobei mit der „Warum“-Frage nicht etwa die nach den Ursachen oder dem Seinsgrund, sondern die nach dem Sinn ist. Wobei ich den Eindruck habe, dass das systematische Ausklammern des „Warum“ bei manchen Naturwissenschaftlern – und mehr noch bei machen Ingenieuren – dazu führt, dass die Frage nach dem Grund des Handels auch außerhalb „der Physik“ gar nicht mehr gestellt wird. In der theoretischen Physik ist eine „l’arte pour l’arte“-Einstellung noch einigermaßen unproblematisch, bei der technischen Anwendung führt sie geradewegs zu amoralischem Denken – was durchaus zum amoralischen Handeln von Wissenschaftlern und Ingenieuren führt .)

    Diese ursprünglich aus pragmatischen Gründen ausgeschlossen Frage nach dem Motiv in den Naturwissenschaften sollte aber nicht mit dem ideologischen Denken verwechselt werden, für das die Frage nach dem „Warum“ erst gar nicht stellt, weil es eine unterstellte Selbstverständlichkeit ist.

    MartinM

    15. März 2008 at 12:56

  4. Mögliches sprachliches Missverständnis: ich bin darauf „geeicht“, Fragen nach Kausalitäten nicht als Fragen nach dem „Warum“ zu verstehen: „Warum“-Fragen verstehe ich stets als auf das Motiv und den metaphysischen „Sinn“ gerichtet. (Was die Folge einer intensiven Beschäftigung mit naturwissenschaftlicher Erkenntnistheorie sein könnte 😉 .)

    MartinM

    15. März 2008 at 13:01


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