shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Der Verdi-Mob und die linkspopulistische Lynch-Justiz

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Wir von der sozialdemokratischen bis sozialistischen Linken stecken ja in der Regel ganz im Makrodenken, während Liberale sich konsequent auf das beziehen, was manche nicht so richtig unparteiisch “real economics” nennt. Deshalb werden Fälle wie der folgende unter Liberalen wirtschaftsliberaler Prägung auch so intensiv diskutiert:

„Mitarbeiter beim Discounter Lidl sind durch Detektive und Überwachungskameras systematisch beobachtet worden. Der Discounter räumt die Überwachung zwar ein, es soll aber nur um die Ermittlung von Inventur-Differenzen gegangen sein. Die Gewerkschaft ermutigt ihre Mitglieder, den Arbeitgeber vor Gericht zu zerren.“

Da kann man ja Mutmaßungen anstellen, wohin die ganzen Stasi-Schergen gelustwandert sind: u.U. ja gar nicht in die Linkspartei, sondern zu Lidl? Sind natürlich alles nur böse Gerüchte, denn im Falle des Eigentumsschutzes ist schließlich jedes Mittel rechtens! Genau das dachten sich ja auch die SED-Bonzen, aber zumindest kann man sich in diesem Fall wirklich sicher sein, daß niemand die Absicht hat, eine Mauer um Lidl zu errichten.

Hübsch ja auch die Formulierung „ihren Arbeitgeber vor Gericht zu zerren“, Verdi als Vorstufe zum Jakobinertum, da riecht man Pferdeäpfel auf staubigen Straßen, der Dunst von Schweiß und Leder hängt in der Luft und komische Büsche fliegen vorbei, wenn ein Fettsack mit sardonischem Grinsen zum Stricke greift und die Schlinge knüpft … wahrscheinlich ist auch Verdi längst unterlaufen von Haßpredigern vom Schlage eines Herrn Wright oder so, der es wagte anzumerken, daß in den USA die Weißen und Reichen herrschen, dieser Rassist.

Und solche Leute und ihr schamloser Populismus wirken ja:

„Inzwischen würden keine Detekteien mehr eingesetzt.“

Skandal. Da hat der Verdi-Mob Hand in Hand mit all diesen ja nun völlig indiskutablen Kassierinnen in ihren so gar nicht dieser mintfarbenen Werbung entsprechenden Körpern und diese ganzen Lagerarbeiter mit ihren schiefen Zähnen und langen Fingern einmal mehr gesiegt.

„Unsere Forderung an Lidl: Beweist, dass ihr es ernst meint.“

Aber das macht doch mikroökonomisch gar keinen Sinn! „Ernst meinen“ ist doch voll Makro, ey!

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Written by momorulez

27. März 2008 um 8:43

Veröffentlicht in Ökonomie

14 Antworten

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  1. […] vorbei, wenn ein Fettsackmit sardonischem Grinsen zum Stricke greift und die Schlinge knüpft … (Shifting Reality)MomoRulez zu einem Welt-Artikel bezüglich der Spitzel-Aktion von Lidl. Großartig. Ihr müsst auch […]

  2. […] erhöhtem Erkenntniswert wäre. Lieber oben bei ver.di lesen, oder mal kurz bei hokey und shifting reality, oder beim Fernsehen. Oder bei der Zeitung, so lange […]

  3. Denn der Markt, denn der Markt, der hat immer Recht!
    (*träller*)

    Man stelle sich vor, diese Art der Mitarbeiter-Überwachung hätte sich in einer staatlichen Behörde ereignet. Und zwar genau so. Was und worüber hätten die selbst erklärten einzigsten Liberalen in Metz im Netz diskutiert!

    Der Staat! Es ist der Staat! Denn er ist böse – per se.

    Dass private Macht auch problematisch sein kann, und – für solche Liberale verblüffender noch – dass VERDI ein sinnvolles wichtiges Gegenwicht zu Arbeitgebermacht darstellt:

    Darüber wollen sie nicht einmal nachdenken.

    Dr. Dean

    27. März 2008 at 19:19

  4. Das hieße ja auch, der individuellen Freiheit (der Beschäftigten) Schloss und Riegel zu öffnen.

    che2001

    27. März 2008 at 23:21

  5. Die müssen ihre Arbeiter so überwachen, damit die nicht unerlaubt weglaufen. Das ist doch normal für Zwangssysteme. In anderen Ländern, wo es noch! ehrlicher zugeht, wird auch mal geprügelt und geschossen nach dem Überwachen. Soweit sind wir ja noch nicht.

    T. Albert

    27. März 2008 at 23:35

  6. sagmal T.Albert, biste nu mit der Ankündigung zugfrieden? Kann ich das so weiterleiten?

    lars

    28. März 2008 at 0:24

  7. […] nächster Woche dann, voll Makro ey, ein Blick hinter die Banane, the really real economics. In dem Stück spielt Lidl […]

  8. Lars,
    ja, weite die leiter so. (richtich witzich, nich?)
    brauchste was aus Paris?

    T. Albert

    28. März 2008 at 21:45

  9. Aus Paris? Biste da, demnächst? Sponatn fällt mir nix ein. Aber spontan fällt mir nie was ein…

    lars

    28. März 2008 at 21:59

  10. 1 kg französischen Camenbert (nur solchen aus der Normandie und das Fett zwischen 40 bis 50%) bitteschön. Einfach wild ins Supermarche-Regal greifen, bunt gemischt. Danke!

    Dr. Dean

    28. März 2008 at 23:58

  11. Als ob Frankreich nur als Käse bestehen würde, ts ts.

    Was wirklich langsam aber sicher ausgeht, ist das Ockerpigment aus Roussillon, aber die gibt’s sowieso nur vor Ort oder per Versand…

    lars

    29. März 2008 at 1:19

  12. Ihr habt ja Wünsche! Käse und Pigment. Pigment gibts beim Boesner in Witten oder Köln, und Käse bei Aldi.

    T. Albert

    29. März 2008 at 2:00

  13. Ich sag ja, mir fällt spontan nichts sinnvolles ein…

    lars

    29. März 2008 at 12:18

  14. Also wirklich! T. Albert: Aldi-Käse unterliegt echt französischen Normandie-Camenenbert in jeglicher Hinsicht. Wer nach Frankreich fährt und den Käse dort nicht schätzt, wird um beinahe 50 Prozent seines Reisevernügens betrogen.

    Wenn Dir 1 Kg zuviel ist, bring doch einfach 800 Gramm mit.

    Dr. Dean

    29. März 2008 at 16:54


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