shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Begrüßung der französischen Polizei durch Jugendliche in den Banlieues

with 7 comments

„Bienvenue en Bagdad!“

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Written by che2001

29. März 2008 um 12:49

7 Antworten

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  1. Das erinnert mich an eine unsägliche Veranstaltung mit André Glucksmann, zu ich einmal musste. Der hatte im Herbst ’05 sein Buch mit dem Titel „Hass“ veröffentlicht (vielleicht erschien da auch einfach nur die Übersetzung – weiß ich nicht mehr genau) und die Veranstaltung fand eben zu der Zeit statt, als gerade alle Kameras in den frz. Banlieus stürmten. Natürlich wurde Glucksmann nach den Ursachen für die „Unruhen“ in Frankreich gefragt und der Mann hatte tatsächlich sofort eine Antwort parat:
    Sinngemäß: „Die Kinder haben heute nur noch Fernsehen. Und dort sehen sie, dass Bagdad im Fernsehen ist. Und jetzt machen sie Bagdad um auch im Fernsehen zu sein …“

    christianK

    30. März 2008 at 11:47

  2. Jetzt habe ich auch noch ’nen O-Ton von damals gefunden.

    christianK

    30. März 2008 at 11:52

  3. Au weia, das alte !

    che2001

    30. März 2008 at 14:26

  4. Au weia, das alte (Ausdruck zensiert)!

    che2001

    30. März 2008 at 14:26

  5. Na ja, es gab damals – allerdings im Falle von Straßburg – schon sehr ernstzunehmende Leute, die auch auf die mediale Inszenierung der Riots verwiesen haben. Das ist schon mehrdimensional, Auslöser war in jedem Fall Polizeigewalt- und -Willkür, alltäglicher Rassismus und diese ganzen sozioökonomischen „Bühnen“ und „Regieleistungen“, aber da kam schon auch noch anderes hinzu.

    momorulez

    30. März 2008 at 14:44

  6. Nicht nur in Frankreich. Ich erinnere mich an 1991, an die Zeit unmittelbar nach Hoyerswerda, als ich gerade beim HR war. Da wetteiferten die Sender (also der HR nicht, aber die Privaten) darum, wer am heißesten vom frischen Pogrom berichtete, und das ging dann so weit, dass ein Kamerateam Skinheads dafür bezahlte, ein Wohnheim anzugreifen. Aber Glucksmann ist trotzdem peinlich. Nun ja, Deutschland hat dafür Elsässer….

    che2001

    30. März 2008 at 14:49

  7. Die Frage ist natürlich, wer sie inszeniert. Und zumindest damals (habe da nicht mehr den Üerblick, wie das zur Zeit ist) war der Großmeister der medialen Inszenierung in Frankreich Sarkozy. Der ganze „Kärcher-Auftritt“, wie auch schon im Sommer zuvor die Räumung der Wohnhäuser in Paris, nutzte der damalige Innenminister in einer Weise zur Selbstinszenierung, die mir noch heute unfassbar erscheint.

    Bei der Häuserräumung durften die Fernsehteams vor Ort sein, während das CRS Stellung bezog. Mittendrin stand Sarkozy erklärte den Journalisten von einer kleinen Bühne aus, was nun gleich weshalb passieren würde und gab dann den Einsatzbefehl zur Räumung (Evakuierung war das benutzte Wort…) der Häuser.

    Vier, fünf Monate später stand Sarkozy vor einem Hochhaus, erklärte sich (und seinn Kärcher) vor den Kamerateams gegenüber – so sprachen die Bilder – dem Hochhaus als Inbegriff des Banlieus und stand in diesem Sinne seinen Mann. Dass die ganze Sache vor einer Hochhauswand stattfand, in der nicht ein einziges Fenster war, in dem jemand gewesen sein könnte und zusehen hätte können, spielte dann schon auch keine Rolle mehr …

    christianK

    30. März 2008 at 19:08


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