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Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

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Zum 1.Mai:Max Nettlau/Autoritärer und freiheitlicher Sozialismus

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1830, das Jahr der Juli-Revolution,war das erste Jahr der sich befreienden Menschheit. Was das spätere achtzehnte Jahrhundert geistig angestrebt und der erste einmütige Impuls der französischen Revolution von 1789 zu verwirklichen versucht hatte, der Sturz der alten Welt des Zwanges und unentwirrbarer Bindungen, hatten vierzig Jahre der Diktaturen – in logischer Folge die revolutionäre, die militärische und die feudal-klerikale absolutistisch-fascistische der Restaurationsperiode – gestört und aufgehalten und nun schmolz es in der Julisonne dahin, durch kurzen Kampf weggefegt, und von dieser Zeit ab stand wirklich fast überall freieren Entwicklungen die Bahn offen; das moderne Leben beginnt erst um jene Zeit. Erst von da ab konnte die Wissenschaft sich wirklich frei entfalten und in ihrer angewendeten Form, als Technik, die Erde erschließen. Erst damals wurde durch Eisenbahn und Dampfschiff der Weltverkehr möglich, und der Industrialismus, die Maschinenproduktion, nahm ungeheure Größe an. Bis dahin hatten die Menschen in engen lokalen Verhältnissen vegetiert, von uralten Gesetzen und Gebräuchen in ihrem Leben geregelt und des weiteren Denkens über allgemeinere Angelegenheiten durch die Verfügungen angestammter Obrigkeiten enthoben. Nicht neue Herrschaft, demokratische, selbst republikanische Diktatur, wollte der erwachende Menschengeist 1789 an die Stelle dieser allgemeinen Unmündigkeit setzen, sondern ein das Minimum staatlicher Einmischung in das Privatleben darstellendes System, das die freie Entwicklung garantieren und schützen sollte und dem entsprach, was 1830 durchgesetzt wurde, zum erstenmal, so unvollkommen uns das Julikönigtum Louis Philipps natürlich erscheinen muß. Es war doch damals, 1830, zum erstenmal eine Regierung von der Gesellschaft eingesetzt worden, statt daß, wie bis dahin, die Gesellschaft jede Regierung widerstandslos über sich ergehen lassen mußte. Ohne mir Illusionen zu machen, kann ich nur die freiheitliche Initiative von 1830 begrüßen; 1848 ist nur eine Auswirkung von ihr und wir leben noch immer von den letzten Reflexen der Strahlen der Julisonne von 1830.

Auch das Jahr 1930 brachte schon eine kleine Freude, das Entschwinden des spanischen Diktators, der wie die französischen Bourbons von 1830, auf die für solche Fälle wirksamste, und, ich möchte sagen, eleganteste Weise beseitigt wurde – durch allgemeine Abkehr der gesellschaftlichen Kräfte von ihm, durch eine tödliche Isolierung, wie sie Napoleon I. im Jahre 1815, nach Waterloo, Napoleon III. im September 1870, nach Sedan, und den Zarismus im Oktober 1905 und März 1917, und die deutsche und österreichisch-ungarische Regierung im Oktober-November 1918 traf.

Ein derartiger Fall ist der tiefste und wirksamste, und möge die Diktaturdämmerung bald weite Kreise ziehen. In diesem Zusammenhang darf man wohl einmal die Frage stellen, wie sich eigentlich die beiden im Sozialismus nach ihrer Auffassung „herrschenden“ Richtungen, die Sozialdemokratie und der „Kommunismus“, die Zukunft vorstellen, ob sie nun wirklich meinen an die Stelle der „angestammten Herrscher“ getreten zu sein und fortab das Geschick der Erde zu lenken?

Da gibt es nun Millionenparteien von Wählern, Riesengewerkschaften und eine je nach den Möglichkeiten des Vorwärtskommens von Parteien unterhaltene Bürokratie, die sich sehr gern in den heutigen Staat als regierendes Beamtentum eingliedert und die auch nach einem Staatsstreich ein ganzes Land, wie das ungeheure Rußland, zu regieren und verwalten übernimmt, mit einem Wort, eine sich als geborener Machtapparat gebärdende Kaste, die an die Stelle der uralten staatlichen Bürokratie zu gelangen strebt. Daneben stehen eine diese Interessen offiziös vertretende ungeheure Presse und natürlich auch mindestens zwei „Parteiwissenschaften“, die sozialdemokratische und die kommunistische, und der Kampf dieser beiden Pressen und „Wissenschaften“ wird auch mit anderen Mitteln fortgeführt, wo eine der beiden Parteien über den Regierungsapparat, über Militär und Polizei verfügt wie die eine in Rußland, die andere manchmal in anderen Ländern. Gemeinsam aber ist beiden, daß sie sich als das letzte Wort, als die Erben und als die Blüte und Frucht des ganzen Sozialismus gebärden, gewissermaßen als der Übersozialismus, für den, im Sinne von Nietzsche, aller bisherige und übrige Sozialismus nur der eine solche Blüte vorbereitende Dünger war und ist. Sie betrachten daher, von historischen Verbeugungen vor einigen Sozialisten, die längs tot und begraben sind, abgesehen, alle Sozialisten außerhalb ihrer Partei mit höchster Verachtung und diese Ignorierung oder kleinliche Bekämpfung wird zur bösartigsten Verfolgung, endet in geistiger Unterdrückung durch Verbote und physischer Vernichtung durch Kerker, Sibirien und Tod lebenden Sozialisten anderer Richtungen gegenüber, sobald die Partei über den Polizeiapparat verfügt.

Diese schamlose Diktatur im Sozialismus ist ein Verbrechen am Sozialismus und an der ganzen Menschheit, deren Traum und Hoffnung zu allen Zeiten nicht Zwang, Ungleichheit und gegenseitige Feindseligkeit, sondern Freiheit, Gleichheit und Solidarität oder mindestens friedliches Zusammenleben waren und sind. Von den Nutznießern von Zwang und Monopol und ihren abgestumpften direkten Werkzeugen abgesehen, sind wirklich freie Entwicklung, gleiche Chancen für jeden und ein freundliches Lebensmilieu die natürlichen Wünsche und Bedürfnisse eines Jeden, und der Kampf ums Dasein, das Streben vorwärtszukommen, das Mißtrauen gegen jeden unbekannten Nebenmenschen sind aufgezwungen, meist bitter empfundene, äußere Notwendigkeiten, denen gegenüber doch jeder in irgendeinem kleinen Kreise oder selbst nur im Hoffnungstraum sich ein eigenes freies und freundliches Ideal zu schaffen sucht. Das alles streift die freche und unfähige Diktatur roh beiseite, greift in alle menschlichen Verhältnisse ein, zerstört das natürlich Entwickelte mit der ihr eigenen Ungeschicklichkeit und Unfähigkeit und nennt das Sozialismus. Soll denn das so bleiben?

Als um 1830 die moderne Zeit mit dem alten Zwang ernstlich zu brechen begann, war es unvermeidlich, daß die freigewordenen Kräfte zunächst in der Richtung der Freiheit vorwärts drängten. Der Sozialismus war bereits zur Stelle, das soziale Unrecht war bekannt, und sozialistische Rekonstruktionsvorschläge im größten Umfang – Godwin, Saint-Simon, Robert Owen, Fourier u.a. – standen vor der denkenden Menschheit und fanden wahrscheinlich relativ größere Beachtung als irgendwelche späteren Pläne seit damals.

Es war aber psychologisch unmöglich, daß sie eine Verwirklichung erfahren konnten, weil die vom alten System und dann von den Diktaturen befreite Menschheit von 1830 wirklich vor allem der Freiheit zueilte und sich nicht gleich wieder in die Bindungen allgemeiner Systeme begeben wollte. Diesen natürlichen Instinkt hat sie noch heute und wird sich nie einen autoritären Sozialismus aufzwingen lassen und ebensowenig selbst einen freiheitlichen Sozialismus, wenn dies mit autoritären Mitteln geschehen sollte. An die Freiheit nach der Diktatur glaubt sie nun einmal nicht, und einmal bestehende Freiheit – das bescheidene Maß von persönlicher und privater Freiheit, das wir seit ungefähr 1830 besitzen, und das früher nicht bestand – will sie nicht mehr aufgeben. Daher hatte und hat von allem Sozialismus nur der freiheitliche, der anarchistische, eine wirkliche Aussicht auf Verwirklichung, sobald sein Wesen bekannt und erkannt ist, sobald er selbst von allen autoritären Schlacken gereinigt ist, und sobald er die Wege gefunden haben wird, auf eine Weise ins Leben zu treten, die auch den Schein der Diktatur vermeidet. Letzteres ist eine Frage für sich; hier sei nur darauf hingewiesen, daß nur ein Sozialismus lebensfähig ist, der das Herz der Menschheit erobert hat, dem man gern und freudig Opfer bringt und nie und nimmer ein aufgezwungener. Wir leben seit hundert Jahren in einer, wenn auch noch so schlechten, doch von einer Unmasse von Zwang befreiten Gesellschaft und wollen diese Errungenschaft nicht preisgeben. Verzweiflung kann zur Geringschätzung der neben der wirtschaftlichen Ungleichheit anscheinend wertlosen persönlichen Freiheit führen, aber Verzweiflung ist kein allgemeines, kein dauerndes, kein produktives Gefühl, und man kann auf Nervenzusammenbrüchen nicht die Zukunft aufbauen. Man wird also den Sozialismus mit allen Freiheitsgarantien umgeben müssen, um ihn der Menschheit, die das Jahrhundert relativer persönlicher Freiheit, 1830-1930, gekostet hat, je annehmbar zu machen, und dies ist eine schöne und große, kaum begonnene Aufgabe, der unsere besten Kräfte gehören sollten.

Auf die Gebundenheit vieler Jahrhunderte, ohne Freiheit und mit auf Entbehrung und Resignation, sozialem Gehorsam, dem Seitenstück des politischen und persönlichen Gehorsams, gegründeten relativ stabilen sozialen Verhältnissen waren die Erschließung der Erde durch die Technik, die menschliche Bewegungsfreiheit und der Bruch mit der starren Vergangenheit gefolgt und, wie gesagt, der Sozialismus mußte zunächst zurückstehen und die Arbeiter, durch den aufschießenden Maschinismus furchtbar bedrängt, mußten sich selbst helfen, was sie im Anschluß an ihre Verteidigungsbewegungen früherer Zeiten durch Zusammenschluß und Widerstandsaktionen getan haben – von den ältesten Trade Unions bis zu den großen Gewerkschaften, die allmählich ihre Wirkung verloren und zum Syndikalismus, der die intensive Abwehr wieder belebte und neue Hoffnungen gab. Die Sozialdemokratie hatte dieser Selbstorganisation der Arbeiter nichts Wesentliches hinzuzufügen; was in den Parlamenten gesetzlich festgelegt wird, ist die Bestätigung vorhandener Kräfteverhältnisse, etwas Nachträgliches also, das ebensogut auf irgendeine andere nicht parlamentarische Weise gesichert werden konnte. Daraus darf die Sozialdemokratie also keinen Anspruch auf Führung der Arbeiter und auf Führung im Sozialismus herleiten. Indem sie aber hier falschen Schein erregte, wurde sie zu einer Vermittlungskaste, wie in allen Zeiten die Priesterkasten es waren und sind, und sie war zur Aufrechterhaltung, Vergrößerung und Vergröberung von Fiktionen genötigt, wie die Priester, um ihre Unentbehrlichkeit als Kaste, die längst Selbstzweck wurde, zu sichern. Dies führte sie zu dem anscheinend stabilsten, dem Staat und seinem Beamtenkörper, zurück, dem sie sich anähnlichen, eingliedern und den sie, wie in Rußland, ganz darzustellen suchen. ,Das ist einfach Parasitismus, die Einschiebung einer unnützen Zwischenstufe, die graduell oder durch Staatsstreich Herr über das Ganze werden will. So wie die wirklichen Produzenten den kapitalistischen Parasitismus ausschalten wollen, werden sie auch den administrativen Parasitismus beseitigen, ob er sich schlicht und klar ein jeder Regierung zur Verfügung stehendes Beamtentum oder ob er sich sozialdemokratischer oder kommunistischer Parteidiktaturapparat nennt.

Man darf sich wirklich nicht wundern, wenn die Mitwelt diesen „Sozialismus“ ablehnt und, da trotz allen Erfahrungen der wirkliche Sozialismus noch immer nicht entschieden genug gegen dieses Gaukelspiel protestiert, überhaupt zu der Meinung zu gelangen beginnt, der Sozialismus sei ein gänzlicher Fehlschlag und werde vielleicht bald gänzlich aus dem Bewußtsein der moderneren Teile der Menschheit verschwinden. Wer die Verhältnisse nicht näher kennt, muß sich tatsächlich fragen, wie zwischen dem Idealismus und der Menschengüte, den Opfern und Entbehrungen der älteren Sozialisten, die von ihren Zeitgenossen oft verhöhnt und verfolgt, aber im Grunde doch stets sehr geachtet wurden, und den Grausamkeiten und dem Despotismus der heutigen russischen Machthaber und den besser nicht charakterisierten Leistungen heutiger Sozialdemokraten, die jeder aus der Nähe sehen kann, wie zwischen beiden diese ungeheure Kluft entstehen konnte; eine „Entwicklung“ ist das nicht, es ist die furchtbarste Entartung, und das kann nicht laut und oft genug gesagt werden. Gerade jetzt, wo der Kapitalismus längst die freiheitlichen Kräfte, die vor hundert Jahren sein Aufblühen erst recht ermöglichten, als überflüssig betrachtet und neue Arten allgemeiner Gebundenheit, wirtschaftlicher Verknechtung, ins Leben ruft, gerade jetzt wäre ein lebendiger, zeitgemäßer Sozialismus am richtigen Platz – und es ist für die Allgemeinheit nur Sozialdemokratie und Kommunismus vorhanden, von denen erstere von den Kapitalisten längst als zähmbares Haustier betrachtet wird, während sie dem letzteren den Fascismus entgegenzustellen bereit sind.

Früher waren in den erwähnten Bewegungen noch tüchtige, wirkliche Sozialisten vorhanden, die von Zeit zu Zeit die Geduld verloren und sich dem Sumpf entrissen, so seit 1879 die Sozialrevolutionäre, seit 1890 die Unabhängigen, wieder 10, 12 Jahre später die Lokalisten und Syndikalisten. Diese Quelle scheint zu versiegen; die während des Krieges ausgeschiedenen Unabhängigen entwickelten sich wieder zur Partei zurück und während aus allen früheren Sezessionen viele Anarchisten und AnarchoSyndikalisten hervorgingen, produzieren die späteren Sezessionen nur diktaturwidrige Kommunisten, von denen sich dann wieder Diktaturen in partibus, oppositionelle Kommunisten ohne eigene Diktatur absondern, die schon dem Messer ohne Klinge, an dem der Griff fehlt, zu ähneln beginnen. Diese Erscheinungen zeigen das Absterben von Geist und Temperament in der Sozialdemokratie, und wie könnte es anders sein?

Trotzdem sollte man noch eine Probe machen. Es wird wohlin jedem größeren Land 10 000 freiheitliche Sozialisten geben, von denen jeder eine Anzahl nicht gänzlich fanatisierter und jeder Einsicht verschlossener Angehöriger der erwähnten Partei kennen dürfte. Wenn diese, nicht die Führer, mit Beiseitelassen aller aktuellen Streitfragen, einmal im zwanglosen Privatverkehr gefragt würden, ob sie wirklich sich nicht bewußt sind, in welchem Grade ihre beiden großen Parteien seit Jahren mit dem Sozialismus Schindluder treiben, ob wirklich der Sozialismus für sie nun ebenso abgeschlossen ist wie etwa für Gläubige eine Religion, deren Weiterführung und Einzelfragen sie getrost den Theologen überlassen? Ist ihnen all das recht oder gleichgültig, nun, dann ist wirklich nichts zu machen, dann sind sie eine sich aus der Menschheit absondernde Abart nach Art religiöser Schwärmer, Fanatiker und anderer Monomanen, sie sind unproduktiv wie all diese Exzentriker, und die Menschheit geht ihren Weg ohne sie weiter.

Vielleicht sehen doch manche ein, in welche Lage sie sich gebracht haben, und auch wenn sie persönlich an ihren Ansichten festhalten, wäre dann das mindeste, was sie tun könnten, dies, dafür zu sorgen, dass ihre Richtungen wenigstens die nichtswürdige Bekämpfung der ihnen nicht genehmen Richtungen des Sozialismus einstellen. Sie könnten bedenken, daß trotz allem, was geschieht, noch immer sehr zahlreiche freiheitliche Sozialisten die traurigen Taten des Kommunismus und der Sozialdemokratie milde beurteilen, nach Entschuldigungsgründen suchen und dem gemeinsamen Feind gegenüber Solidarität empfinden und daß diese Zurückhaltung ihnen der allgemeinen öffentlichen Meinung gegenüber nur genutzt hat. Wenn solche Nachsicht sie aber im Gefühl ihrer Alleinherrschaft bestärkt, ist sie wirklich an sie verschwendet. Denn jedem von uns muß die gesamte Zukunft des Sozialismus höher stehen also solche sehr prekären, zeitweiligen Erfolge, und um die ganze Zukunft handelt es sich hier: wir können nicht wünschen, daß hundert Jahre allseitiger sozialistischer Arbeit zum zeitweiligen Sieg einiger Usurpatoren und dann einer in Fascismus endenden allgemeinen Katastrophe führen, wie schon in Rußland ein Jahrhundert hingebender Revolutionsarbeit aller fortschrittlichen gesellschaftlichen Kräfte zur Usurpation der Früchte durch den Novemberstaatsstreich durch eine einzige Richtung oder Gruppe von Personen geführt hat. Das war eine gelungene Kopie des Überfalls von Napoleon Bonaparte auf die französische Revolution und ihr Werk, und es wurde von Mussolini im November 1922 abermals kopiert; wenn aber der Bonapartismus und der Fascismus Episoden sind, die mit solchen Streichen beginnen (1799, 1851, 1922) und mit Katastrophen enden (1815, 1870) oder enden werden, und wenn auch das Schicksal des russischen Sozialismus für lange hinaus gründlich verpfuscht ist, so muß doch endlich und mit aller Kraft der Sozialismus davor bewahrt werden, in solchen Ruin mit hineingerissen zu werden.

Darum meine ich, daß die Zeit des autoritären Sozialismus, der in die Vergangenheit, zur Staatsknechtschaft, zurückführt, vorüber ist, wenn auch die Katastrophen, die sein Ende bedeuten werden, noch vor uns liegen. Wir müssen endlich verstehen, ihm einen großzügigen, das moderne Freiheitsbedürfnis zufriedenstellenden, vielartigen und lebendigen Sozialismus gegenüberzustellen, nicht als System, sondern als die wahrscheinlichste Richtung der Entwicklung, sobald die autoritären und monopolistischen Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, was um so leichter sein wird, je allgemeiner der wertlose und schädigende Charakter dieser Hindernisse empfunden werden wird. Dann wird die Menschheit diesen Hindernissen, dem Staatsapparat und den Kapitalisten, dem bolschewistischen und dem sozialdemokratischen Regierungs- und Parteiapparat und allem Gaukler- und Parasitentum den Rücken kehren wie 1830 den Bourbonen in Frankreich und am 28. Januar 1930 dem spanischen Diktator, und die Zeit der Freiheit und des Sozialismus kann unter günstigen Verhältnissen beginnen.

Daß Freiheit, die Sehnsucht und in gewissem, leider beklagenswert geringem Grade der Inhalt des neunzehnten Jahrhunderts in ihren Anfängen vor hundert Jahren getrennt waren, ist, wie ich angedeutet habe, damals unvermeidlich gewesen, ist aber der stärkste Grund dafür, daß sie endlich vereinigt werden. Denn die kapitalistische „Freiheit“ allein hat sich zur verschärften Autorität (Fascismus) zurückentwickelt, um ihre sozialen Privilegien um jeden Preis zu schützen, und die sozialistische „Solidarität“ längst durch ehrgeizige Rechthaberei untergraben, hat zur antisozialistischen diktatorischen Usurpation geführt, zur Verleugnung und Schändung des großen Ideals der Solidarität. Beide Entwicklungen sind zu Entartungen und Rückbildungen geworden und bergen die Tragödie furchtbarer Endkatastrophen in sich. Nach diesen Erfahrungen von 100 Jahren sind gewiß die lebenstüchtigen Teile der Menschheit endlich in größerem Umfang fähig, die sorgfältigsten, uneigennützigsten Verbindungen von Freiheit und Solidarität zu prüfen und zu würdigen, die ihr die verschiedenen Richtungen des freiheitlichen Sozialismus vorlegen würden. Auf solche Weise nur kann dem großen antisozialistischen Rückschlag begegnet werden, den das totale Versagen des autoritären Sozialismus mit sich bringt. Diese Arbeit, der ja überall viel stille, wenig sichtbare Tätigkeit vorarbeitet, sollte wohl endlich in klar ausgesprochener kollektiver Weise auf eine feste Grundlage gestellt werden, damit wir alle wissen, in welcher Weise unsere Kräfte am besten verwendet werden können.

Originaltext: Max Nettlau: Autoritärer und Freiheitlicher Sozialismus, aus: „Die Internationale“, herausgegeben von der FAUD, April 1930. Nachdruck in: Max Nettlau: Gesammelte Aufsätze, Band 1. Verlag die Freie Gesellschaft 1980
Gescannt von anarchismus.at

Written by talbert

30. April 2008 at 10:08

„Volk der Freiheit“: Berlusconi als Schutzpatron der Netzliberalen?

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Kann italienische Innen-Politik sowas von dermaßen überhaupt nicht beurteilen, daß ich auch den Wahrheitsgehalt des folgenden Artikels nicht zu kommentieren vermag. Interessant ist jedoch, daß die dort rekonstruierten Motive aus den hier so lang gepflegten Diskussionen wohlvertraut sind – spannender Text also in der FR von heute:

„In Italien, einem Land mit beträchtlicher Demokratieerfahrung, vollzieht sich gerade ein Regierungswechsel. Die neue Regierung wird eine Koalition aus zwei Parteien sein. Eine dieser Parteien rief kurz vor der Wahl ihre Anhänger dazu auf, zu den Waffen zu greifen, wenn die amtierende Regierung nicht neue, einfachere Stimmzettel drucke. Diese Partei floriert im reichen Norden des Landes, und ihr Hauptziel besteht darin, den Reichtum der Region vor dem Steuerzugriff der Regierung und vor den Einwanderern aus ärmeren Ländern zu schützen. Die andere Partei wird von einem Mann geführt, Silvio Berlusconi, dessen frühere Regierung Bilanzfälschung legalisierte und der als Unternehmer die Beschäftigung von Schwarzarbeitern für legitim hält. Diese Partei trat unter ihrem neuen Namen „Volk der Freiheit“ an, und die Freiheit, die sie meint, ist vornehmlich die Freiheit von kollektiven Regelungen. (…) Die Wahlen stellten das Volk dieses Landes vor die Alternative, ihr Gemeinwesen in Selbstbestimmung weiter entwickeln zu wollen oder in schnellen Schritten jeglichen Sinn eines Gemeinsamen verfallen zu lassen und dann kollektive Regelungen zugunsten der „Freiheit“ von Gruppen und Einzelnen, sich gegen andere durchzusetzen, nach und nach abzuschaffen.“

Written by momorulez

29. April 2008 at 19:52

Proletarität jetzt

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Zitat aus der „DA“ der FAU:

 

„Dass wir momentan eine Phase wachsender Kämpfe haben, wenn auch nicht in einem historischen Ausmaß, zeigen auch reformistische Strömungen: Mindestlohnforderungen, die bis weit in die CDU getragen werden, ein vermeintlicher allgemeiner Linkstrend, wie die Zeitkürzlich diagnostizierte, und vor allem die maßgeblich wachsende Zahl an Streiks. Gerade letztere sind, betrachtet man sie genauer, in den letzten Jahren vermehrt von einer heterogenen Basis getragen worden, während die Gewerkschaften des DGB mit aller Kraft versuchen, sie zu vermeiden oder zumindest zu verkürzen, da sie erstens ein finanzielles Risiko darstellen und zweitens die autoritär-institutionelle Argumentationsmacht schwächen. Das Proletariat fühlt sich in seinen Interessen vom DGB nicht mehr vertreten. Das ist keine Organisationsverdrossenheit, sondern ein Schritt auf der Suche nach einer adäquaten Organisationsform. 

Getrübte Sicht 

Soviel zur Notwendigkeit und dem Bedürfnis nach neuen, anderen Organisationen. Doch müssen wir feststellen, dass fast alle Streiks der letzten Zeit verloren wurden oder halbgare Ergebnisse erzielten. Das ist mit dem Gekusche des DGB allein nicht zu erklären, sondern hat seinen Grund auch darin, dass nicht jene Fragmente des Proletariats kämpfen, die eine entsprechende Arbeitermacht haben, sondern jene, die es besonders nötig haben. Ein kurzer Blick auf die Streiks der letzten Jahre zeigt, dass die Arbeiterkämpfe, die in relevanten Sektoren – neue Dienstleistungen und insbes. der Transportsektor, wie etwa der staatlich boykottierte GDL-Streik zeigt – stattfanden, erfolgreicher waren als andere Arbeiterkämpfe. Es gibt aber einen massiven Überhang von Proletarisierten, gerade im Dienstlei- stungssektor, die sozial deklassiert wurden und sich dagegen wehren, proletarisch zu werden: Das gilt etwa für Intellektuelle und AkademikerInnen, denen das neoliberale Diktum „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ soweit eingeimpft wurde, dass sie, selbst wenn sie sich als Linke verstehen, dem Irrglauben verfallen sind, allein wieder aus der Misere zu entkommen. Ein zweites Klassenfragment bilden die schon abgeschriebenen „Überflüssigen“. Im Gegensatz zu den Intellektuellen, die glauben, sich alleine befreien zu können, haben einige von ihnen keine Hoffnung mehr in eine Veränderung der eigenen und allgemeinen ökonomischen Zustände. Entweder sie resignieren oder setzen auf die Befreiung eines eingebildeten, begrenzten Kollektivs: auf die nationale Zugehörigkeit. In Folge dessen orientiert sich ein für die „andere Arbeiterbewegung“ relevanter Teil heute nicht mehr syndikalistisch, sondern schlicht und einfach faschistisch. Die hegemoniale Kultur von Deutschpop bis Fußball- WM tut ihr übriges, um diesen Trend zu verstärken. 

Gegendiskurs 

Der traditionelle Anarchosyndikalismus hatte eine Antwort darauf: Neben der direkten ökonomischen Aktion setzte er auf Kultur. Diese ist ein wesentliches Element des Anarchosyndikalismus, an dem es heute massiv hapert. Das liegt keineswegs am kulturellen Desinteresse: Kultur im weiteren Sinne umfasst einen spätestens 1973 einsetzenden und in den 1990er Jahren dominierend werdenden Diskurs, der die Existenz von Klassen leugnet und die Selbstständigkeit des Individuums betont. Dieser Diskurs macht auch vor ge- standenen AnarchistInnen nicht Halt. Parallel dazu etabliert sich ein neuer banal-nationalistischer Diskurs, der ähnlich integrativ wirken kann. Es wäre an der Zeit, in die kulturelle Offensive zu gehen. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Zu Hochzeiten des Anarchosyndikalismus gab es eine dezidiert kollektivistische Arbeiterkultur, die durch ihre Bedürfnisse geprägt war. Ersetzt wurde diese durch zahlreiche Subkulturen. Wie soll der Anarchosyndikalismus eine proletarische Kultur etablieren, wenn der Chef gemeinsam mit dem Proletarier auf das Punk-oder HipHop-Konzert geht. Es ist kein Wunder, wenn der ökonomische Hauptwiderspruch – „nichts gemein“ – durch gemeinsame kulturelle Vorlieben vertuscht ist, dass ein Großteil des Proletariats die Differenz nicht mehr nachvollziehen kann und will. Abstruse Strömungen, die sich selber libertär nennen, sind entsprechend zu dem Schluss gekommen, dass jeder Mensch gerne Kapitalist sein möchte. Stellen wir das Argument vom Kopf auf die Füße, dann geht es darum, dass niemand Arbeiter sein möchte. Auch das ist am Streikgeschehen ersichtlich: Niemand kämpft für seine Arbeit, sondern alle darum, möglichst wenig arbeiten zu müssen. Hohe Abfindungen oder bessere Arbeitsbedingungen, die die Möglichkeit eröffnen, zu studieren, sich selbstständig zu machen oder weniger fremdbestimmt zu arbeiten, sind oft die Argumente für einen Arbeiterkampf. Wer am Arbeitsplatz klaut oder die Arbeitsbedingungen sabotiert, macht das, um möglichst wenig zu arbeiten – womit wir wieder bei der „anderen Arbeiterbewegung“ wären, jener, die keine Loyalität mit dem Betrieb verpflichtet, sondern allein ihr besseres Leben. 

Fazit 

Zu der absurden Konsequenz, dass alle Kapitalisten sein wollen, kann man nur kommen, wenn man in Klassengesellschaften denkt: Es geht allein darum, dass niemand gerne ausgebeutet wird und daher nicht gerne Prolet ist. Die Auflösung der Klassengesellschaft ist ein Urgedanke jedes Kommunismus und Sozialismus. Das Interesse des Proletariats ist nicht, Arbeiter zu sein und auch nicht, Kapitalist zu werden, sondern nicht in diese Struktur eingebettet zu sein. Letzten Endes heißt das für eine anarchosyndikalistische Perspektive: Um sich kulturell zu etablieren, muss auf das Bedürfnis eingegangen werden, nicht oder möglichst wenig zu arbeiten. Gleichzeitig muss dieser Gedanke kollektivistisch sein. Eine Arbeiterkultur muss auf das Bedürfnis eingehen, nicht mehr fremdbestimmt arbeiten zu müssen, gerade deswegen aber auch die momentanen, gemeinsamen Bedingungen der Arbeitswelt thematisieren. Die gerne gestellte Frage „Reform oder Revolution“ stellt sich so gar nicht, denn beide Strategien entspringen demselben Interesse, nicht ausgebeutet zu werden. „

Teodor Webin, Proletarität und ihre Kultur, zur Aktualität des anarchosyndiklistischen Konzeptes-ein Diskussionsbeitrag, DA Januar/Februar 2008

http://www.fau.org/da/ausgaben/da_185/da_185.pdf

Written by talbert

28. April 2008 at 12:10

Umsonst und draußen? Nix da!

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Das mit den Urheberrechten ist ja nicht nur im Netz so eine Sache: Zunehmend Usus ist, z.B. bei Dreharbeiten „on location“ auch Motiv-Rechte erwerben zu müssen.

Wovon freilich der  Architekt oderwerauchimmer da schöpferisch im Vorfeld zuschlug in der Regel gar nix hat, meines Wissens, sondern der Eigentümer, Pächter etc. – man korrigiere mich, mir jedoch scheint das eigentlich seltsam zu sein, sind diese doch lediglich Inhaber der Nutzungs-, nicht jedoch der Urheberrechte. Weil Urheberrechte zumindest in Deutschland idealerweise unveräußerbar sind, soweit ich informiert bin  – was jedoch in der Tat kein Schwein interessiert, z.B. werden in der Blogosphäre die widerrechtlich veröffentlichten Fotos eher von Agenturen, die die Nutzungsrechte erworben haben (oder vertreten?), aufgespürt, und selten nur vom Fotografen selbst. Ist das dann Interessenvertretung oder das Abschöpfen von Mehrwert, wenn Gelder eingetrieben werden? Und ist das Abbilden von irgendeinem Haus das Nutzen dieses Hauses?

Im Falle des „Rechts am eigenen Bild“, also dem von mir z.B., geht’s auch trotz coolem Frisurenstyling nicht um Urheber- , sondern um Persönlichkeitsrechte. Aber hat mein Friseur da nicht eigentlich auch ein Mitspracherecht? Und der Jeans-Designer? Und wieso der und nicht der arme Chinese, der sich die Finger blutig stach, als er sie nähte?

Und wie isses eigentlich – bekommt ein Bühnenbildner in einem Theater pro Zuschauer ’ne Beteiligung oder irgendeine fixe Summe vorweg, die dann alle Nutzungsrechte abgilt? Und wieso gibt es in meiner Branche im Falle kreativer Leistungen diese Unterscheidung zwischen Dienstleistungs – und Werkvertrag, die bis hin zur steuerlichen Veranschlagung – weisungsgebunden oder eigentätig – ganz unterschiedliche Folgen nach sich zieht? Ist der Tischler, der mir die Küche werkelt, Inhaber des Urheberrechts an dieser?

Ja, ich bringe absichtlich alles durcheinander, weil das ja alles sowohl hochphilosphische als auch rechtliche als auch knallhart ökonomische Fragen sind. Und weil das folgende ja faktisch völlig richtig ist:

„Urheber und ausübende Künstler leben von der Verwertung ihrer künstlerischen Arbeiten. Ihre Kreativität bildet die Grundlage für ihren Lebensunterhalt und sie gehören zu den wichtigen Inhaltslieferanten der Informations- und Wissensgesellschaft. Das Urheber- und Leistungsschutzrecht bietet für Künstler und für die Unternehmen der Kulturwirtschaft, insbesondere Verleger und Produzenten, einen wesentlichen Rechtsrahmen für eine wirtschaftliche Ausübung ihrer Tätigkeit. Künstlerische Arbeiten haben neben dem wichtigen ideellen auch einen ökonomischen Wert. Diesen Wert kreativer Leistungen zu schützen, muss auch im digitalen Zeitalter das wesentliche Anliegen des Urheber- und Leistungsschutzrechts bleiben.“

Weil es aber eben auch an den meisten mir bekannten Praktiken vorbei geht: Da, wo jenseits des Kunstmarktes urheberrechtliche Fragen eine Rolle spielen, sind es zumeist größere Institutionen, die abschöpfen, und selten nur die wirklichen Urheber. Auch im Falle des Kunstmarktes langen ja Galeristen, Auktionäre und so zu.

Nun ist nur richtig, so lange es Eigentum gibt, die Urheber auch zu stützen – mir schwant nur, daß da wieder alle möglichen von profitieren, nur der eigentätige Künstler am allerwenigsten. Weil das eben so ist im Kapitalismus …  und Märkte sind zunächst mal rechtsförmig. Deshalb ist diese Unterscheidung Staat versus Markt ja so dumm.

Written by momorulez

28. April 2008 at 8:07

„Eine prominente Front von Gegnern gibt es nicht“: Die Koalition der Friedhofsgärtner

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Diese schwarz-grüne Koalition hier in meiner heißgeliebten Stadt macht mich fertig. Völlig fertig.

Ich finde es weit schlimmer, mit jemandem zu paktieren, der einen Schill und einen Kusch hoffähig machte, als außerordentlich ehrlich einen Ex-Redakteur der Jungen Freiheit in Thüringen zum Minister ernennen zu wollen – zeigt doch letzteres, in was für eine Richtung die CDU nach Merkel sich entwickeln wird: Eine Sauce aus Papsttum, sogenanntem „Patriotismus“ und Famliengedusel, mit Prisen des kompensatorischen Herz-Jesu-Sozialismus für ethnisch reine Deutsche bei gleichzeitiger Bespitzelungslust dank konservativem Mißtrauen gegenüber der eigenen Bevölkerung. Man kann das deutsche Volk ja nicht einfach auf arabisch-ukrainisches Niveau herunterdemokratisieren – da sei die CDU vor.

Und das allerschlimmste ist: Die Grünen wird das gar nicht stören. Ein wenig Öko kreischen und Kultur-ist-auch-wichtig-Rhetorik, und ansonsten geht’s vor allem um die Sicherung der Eigenstumswohnung in Eimsbüttel und die Karrierechancen der Kids des je eigenen Milieus. Und für die Besserverdienenden auch um die Abschottung gegen alle den Kitsch störenden Elemente in Ottensen, dieser Biedermeiner-Idylle für die Etablierten in der Kreativwirtschaft und Waldorfschullehrer.

Die Liason von Besitz-, Bildungs- und Kleinbürgertum wird das Weltoffene der Stadt schon endgültig austreiben.

Bemerkenswert, daß ein Thema wie Polizeigesetz, somit die Pervertierung „innerer Sicherheit“, Fragen wie Hunde- oder Rauchergesetze den Grünen ganz offenkundig schlicht am Arsch vorbei gehen, zumindest soweit ich das wahrzunehmen vermochte.

Hauptsache, der Pöbel in Wilhelmsburg und Billstedt bleibt in den Backstein- und Beton-Gebieten – war dieses „Sozialticket“ eigentlich Thema bei den Koalitionsverhandlungen? Wahrscheinlich nicht, so hält man diesen ganzen optischen Müll aus den Randbezirken der hübschen Innenstadt fern, alles andere wäre ja auch Belästigung durch Armut.

Das komplette Desinteresse allen sozialen Fragen gegenüber ist frappierend. „Schwarz-Grün“ könnte nicht zufällig auch das Logo einer Friedhofsgärtnerei bestimmen …

Rauchverbot in Schleswig-Holstein aufgehoben

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Immer mehr Gastwirte wollen sich mit dem seit Jahresbeginn geltenden Rauchverbot in Gaststätten nicht abfinden. Gerade für Betreiber von kleinen Eckkneipen ist die neue Verordnung oftmals Existenz bedrohend. Nach Sachsen und Rheinland-Pfalz darf deshalb nun auch in Schleswig-Holstein bis auf weiteres wieder in Ein-Raum-Kneipen geraucht werden.
Das Verwaltungsgericht Schleswig gab am Mittwoch einer entsprechenden Klage einer Gastwirtin aus Lübeck im Eilverfahren statt. Voraussetzung ist allerdings, dass keine Angestellten beschäftigt werden. Das Gericht äußerte in seiner Begründung verfassungsrechtliche Bedenken am Nichtraucherschutzgesetz. Da es keine Ausnahmeregelungen für Gaststätten vorsieht, die keinen getrennten Raucherbereich einrichten können, weil sie nicht die räumlichen Möglichkeiten dazu haben. Gegen den Beschluss ist jedoch eine Beschwerde vor dem schleswig-holsteinischen Oberverwaltungsgericht möglich.

Written by chezweitausendeins

25. April 2008 at 17:34

Fussball lebt

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Fussball lebt von den Menschen, die ihn spielen und sehen.
Fussball lebt von der Emotion.
Viele leben vom Fussball.
Wie lange lebt der Fussball, wenn Systeme und Verbände, Medien, Marken und Funktionäre an ihm saugen?

Es lebe der Fussball.

Written by ring2

25. April 2008 at 7:06

Veröffentlicht in Ökonomie

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