shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Die sind halt alle gleich …

with 10 comments

„Seltsam, dass ihm (John McCain, MR) nicht vorgeworfen wird, vom gleichen Schlag zu sein wie seine (weißen) Unterstützer, zum Beispiel Reverend John Hayne, ein rechter Rassist.“

Marcia Pally in der gestrigen FR

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Written by momorulez

4. Mai 2008 um 19:55

10 Antworten

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  1. Herrn Pally hätte schon auffallen müssen, mit welcher Botschaft McCain auf der einen und Obama auf der anderen Seite Wahlkampf betreiben, und wie wichtig der jeweilige Pfarrer für den politischen Werdegang ist.
    Aber was soll’s – bei einer bestimmten Art politischem Journalismus stören Fakten nur.

    MartinM

    5. Mai 2008 at 15:59

  2. Ich finde das sehr gut, was Frau Pally anmerkt – und wundere mich auch weiterhin nur, was dem armen Obama so alles um die Ohren fliegt, was ein Weißer nie zu hören bekommen würde. Neben dem Herrn Wright wurde ihm ja neulich auch in Die Welt „Tribalismus“ und natürlich die Existenzform des koprrupten Politikers untergeschoben – womit einmal mehr mehr klar wäre, daß die Weißen universal, die Schwarzen hingegen nur partikular sind und so als unsere Vorgeschichte noch in Stammeskategorien denken. Und das Bild des korrupten Schwarzen ist ja nun auch so’n Klischee.

    Ich finde das schon erstaunlich, und Frau Pally birngt’s einfach auf den Punkt. Gleichzeitig ist er natürlich total elitär, so’n Schwatter hat gefälligst sein Aas über brennenden Mülltonnen zu räuchern.

    Mir kommen diese ganzen Anti-Obama-Kampagnen mittlerweile vor wie die symbolische Niederschlagung eines Sklavenauftsandes.

    momorulez

    5. Mai 2008 at 16:10

  3. Aus Sicht der blue collars ist eben der auch zu verhindern!

    ring2

    5. Mai 2008 at 16:21

  4. Was mich immer wieder erstaunt ist die Lust am Ressentiment.

    Man reißt einem Pfarrer einige zugespitzte Bemerkungen aus dem Zusammenhang und bastelt daraus einen Youtube-Film. Fortan bestimmt dieses Machwerk die politische Debatte in den USA, bevorzugt in der Gestalt, dass man „kritische Anmerkungen“ vornimmt und „Fragen“ aufgeworfen sieht, weil der Ex-Pfarrer von Barack Obama (auch) ein Polemiker ist.

    MartinM hat zwar Recht, finde ich, dass Pfarrer Wright für die Entwicklung von Barack Obama eine größere Rolle gespielt hat – aber vermutlich nicht mit seinen (ohnehin eher seltereren) politischen Tiraden. Obama geht nicht mit seinem Pfarrer auf Wählerfang.

    Umgekehrt wird jedoch ein Schuh draus: McCain geht auf Wählerfang eben genau mit Pfarrern, die noch ungeheuerlichere Aussagen treffen als dieser Wright, und diese Aussagen, häufig wiederholt, sogar in das Zentrum ihrer religiösen (?) Ethik stellen, z.B. Schwulenhass usw. usf.

    Mir kommt es so vor, als ob eine Youtubisierung der Politik stattfindet, wobei synthetische Skandale enormen Einfluss auf den politischen Prozess ausüben. Zum Beispiel wild zusammengestückelte Machwerke aus den Reden eines Pfarrers.

    Man kommt Obama nicht direkt bei, also prügelt man auf sein Umfeld ein. Das Bild von niederzuschlagenden Sklavenaustand finde ich insofern passend.

    Würde man all die offiziellen Unterstützer und offiziellen Bestandteile der Wahlkampagne von McCain ähnlich kritisch betrachten wie z.B. den Pfarrer von Obama, so würde man das Kotzen garnicht erst unterbrechen können.

    Dr. Dean

    5. Mai 2008 at 17:13

  5. „MartinM hat zwar Recht, finde ich, dass Pfarrer Wright für die Entwicklung von Barack Obama eine größere Rolle gespielt hat – aber vermutlich nicht mit seinen (ohnehin eher seltereren) politischen Tiraden.“

    Wenn Du in schwarzen Kontexten in den USA aufwächst und Dich rumtreibst, dann wird es meines Wissens eher schwierig sein, diese Positionen nicht in Deinem Umfeld anzutreffen. Sind auch in dem meinen Gang und Gäbe.

    Ich zitiere Frau Pally noch mal weiter:

    „Obama wird vorgeworfen, er teile die Ansichten seines früheren Pastors, Reverend Wright. Ich denke, ich sollte zugeben, daß ich – wie Reverend Wright – glaube, dass die US-amerikanische Außenpolitik zur Wut beigtragen hat, die zu antiamerikanischen Angriffen führte. Und auch ich kritisiere die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Zwar ist Wrights Vorwurf grob vereinfachend, die amerikanische Regierung habe Drogen und den HIV-Virus freigesetzt, um Schwarze zu töten. Aber die Regierung tat so lange nichts gegen Drogen, bis das Problem ihre eigenen (weißen) Kinder erreichte. Und es war Thomas Jefferson, nicht Wright, der als erster sagte, Gottes Strafe werde Amerika treffen wegen der Sklaverei. Das war 1781. Als Wright sagte „Gott strafe Amerika!“, hat er nur plagiiert.“

    Frau Pally ist übrigens Literturwissenschaftlerin an der New York University.

    Zu dem Drogenthema gibt es ja nun auch deutlich drastischere Versionen, ebenso über Medikamentenexperimente in Afrika in den 50ern oder so; bei beiden Themen weiß ich nun auch nicht, was nur Verschwörungstheorie ist und was wahr, es ist jedoch auch – wie gesagt – in meinem Umfeld eine übliche Sichtweise.

    Nun kandidiere ich auch nicht für das Amt des US-Präsidenten, aber seltsam finde ich trotzdem, was für einen „Imageschaden“ das alles bewirkt – kein Interview mit einem schwarzen US-Musiker, das ich bisher hörte, wo dergleichen nicht Thema war, irgendwie.

    Schwulenhass ist ja auch Thema, weil der Wright sich zu diesem Farrakhan oder wie der heißt, der ja auch antisemitisch agitiert, nach dem, was ich gelesen habe, mit den Worten „Der Herr hat Leute wie mich wenigstens nicht in Ketten gelegt und versklavt“, was ja schon wahr ist. Trotzdem ’n bißchen reichlich schlapp vom Herrn Pastor, aber das ist auch das einzige, was ich so fand, was quer stand zu ziemlich gängigen Topoi und einem sehr übel aufstoßen kann.

    Da ist Obama aber schon ziemlich dezidiert woanders verortet, was in dieser Logik des Verdachts dem eigentlich vormodernen Wilden gegenüber aber keinerlei Rolle spielt.

    Was mich ja eh ankotzt, weil es das hier im Netz ja auch zuhauf gibt, diese permante Unterstellung, alle Schwarzen seien eh Schwulenhasser und Antisemiten. Dabei vertritt Obama im Gegensatz zu George W. Bush in Fragen der Homo-Ehe eine Position analog zum deutschen Verfassungsgericht, und die Schwulenfeindlichkeit eines George W. Bush und das Agieren eines Schwarzenegger scheinen ja als irgendwie normal empfunden zu werden.

    Ach, das ist alles so ein Dreck, da kann ich mich richtig in Rage schreiben!

    momorulez

    5. Mai 2008 at 20:16

  6. Klar, dass mit dem „Herrn“ Pally war schon peinlich – andererseits: Pfarrer Wright ist schon so was wie ein „spiritueller Vater“ für Obama. Was ich damit sagen will: als US-Wähler, der einen bürgerrechtlich orientierten Kandidaten wählen will, wäre ich schon irritiert. Während McCain halt Republikaner ist und die Stimmen der „religous right“ braucht – sprich: es würde mich überraschen, wenn es *keinen* Geistlichen mit rechtsradikalem / rassistischem Weltbild in seinem Unfeld gäbe.

    MartinM

    6. Mai 2008 at 11:06

  7. Nur, MartinM: Wie „radikal“ ist Pfarrer Wright tatsächlich? Wie gut repräsentiert die Collage von Redenschnipseln diesen Pfarrer?

    Oder ist es ein erfolgreiches Manipulationsmanöver, das die „Furcht vor dem schwarzen Mann“ pflegen soll?

    Ich denke, dass Pfarrer Wright, abgesehen von seiner Eitelkeit, moderater und differenzierter ist als z.B. ein durchschnittlicher republikanischer Prediger.

    Dr. Dean

    6. Mai 2008 at 11:10

  8. Ich will es mal so ausdrücken: wer Farrakhan gut findet, der hat bei mir bis auf Weiteres verschissen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Louis_Farrakhan

    MartinM

    6. Mai 2008 at 11:14

  9. Nun, wer, wie Wright, Louis Farrakhan gut findet, hat bei mir bis auf weiteres verschissen.
    Denn das Farrakhan ein Schwulenfresser, Antisemit, (schwarzer) Rassist und völlig abgedrehter Verschwörungstheoretiker ist, geht sogar aus dem (sehr zurückhaltenden, wie ich finde) engl. Wikipedia-Eintrag hervor.

    MartinM

    6. Mai 2008 at 11:25

  10. Er hat nicht gesagt, daß er den gut findet. Er hat – laut SpOn – darauf hingewiesen, daß vielleicht nicht Herr Farrakhan, sondern die nicht aufgearbeite Geschichte der Sklaverei relevant ist.

    Und daß erstaunlich ist, wie engagiert (allerdings völlig zu recht) auf Leute wie Farrakhan eingedroschen wird, um sich von diesen aus die Black Community zu erschließen, nicht jedoch von schwarzen Alltagserfahrungen mit Rassismus und eben einer die Gegenwart noch beeinflussenden Historie.

    Er ist das ausgewichen – und das ist doch die gleiche Nummer wie jeden Linken gleich um die Ohren zu hauen , daß es Stalin gab, oder Schwulen, sie sollten erst mal bekennen, kein Barebacking zu betreiben, bevor sie irgenwas anderes äußern.

    momorulez

    6. Mai 2008 at 11:34


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