shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Happy Birthday, Israel!

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Zu allem Aktuellen rund um diesen kleinen Staat halte ich ja bei wirklich tief empfundener und prinzipieller Solidarität die Klappe. Ich habe da einfach nicht die profunden Kenntnisse, über die z.B. Che verfügt.

Die Instrumentalisierung Israels durch viele Liberale und Antideutsche nervt mich ebenso wie die Selbstgerechtigkeit vieler auf der Linken, die sich an diesem Thema abarbeiten. Da geht’s mir in bestimmten Hinsichten ähnlich wie mit den USA: Da bestimmen einfach irgendwelche strategischen Interessen in hiesigen Diskussionen die Positionierung von so manchem, und die reale Vielfalt dessen, worauf man sich bezieht, bleibt gerade bei jenen versperrt, die am meisten darüber reden. Also jene, die so eine Art Ersatzpatriotismus oder auch Nationalismus einfach in das ihnen heilige Land projizieren.

Die je eigene Perspektive, behaupte ich mal und lasse mich auch gerne widerlegen, läß sich ja in beiden Fällen, USA wie auch Israel, gar nicht ohne die eigene Familiengeschichte begreifen. Das ist wohl auch ein Grund, warum so viele Debatten um beide Nationen so seltsam schrill klingen. Und selbst bei heute Zwanzigjährigen wird dieses Motiv noch eine Rolle spielen.

Während ich auch und gerade an einem solchen 8.Mai den Amis in höchster Intensität für die Befreiung dankbar bin (gerade heute im Berufsalltag wieder eine ziemlich heiße Diskussion zu dem Thema gehabt) und für all die wundervollen Geschenke der Popkultur, die mich weit mehr sozialisiert haben als Goethe und Schiller, knutschen könnte, so ist das Verhältnis zu Israel eben davon geprägt, daß mein Vater noch als Pimpf mit 16 Flugwaffenhelfer wurde, mit 17 im Volkssturm und aus tiefster Überzeugung irgendein Kaff in Westfalen verteidigen wollte und dabei kurz vor dem 18. Geburtstag inmitten Deutschlands noch ein Bein verlor. Sein Geburtstag wäre gestern gewesen, am 7. Mai.

Bergen Belsen hatte er noch gesehen in genau diesen Jahren, von außen nur – und Menschen in Güterwagons. Er hat es aber deutlichst begriffen.

Im Zuge des Widerstandes gegen die Wiederbewaffnung ist er in die SPD eingetreten und hat sich dann in diversesten Funktionen im seinen Sinne für viele Formen der Volkerverständigung eingesetzt, auch als seine individuelle Lehre aus der eigenen Biographie. Eine Israel-Reise mit der Landtagsfraktion gehörte auch dazu.

Mein Israel-Bild ist nachhaltig von den Erzählungen aus jenen Jahren geprägt. Ich war noch Kind, und er schilderte mir die Lage eines Landes, das von allen Seiten buchstäblich unter Beschuß stehend sich behauptet als einzige Demokratie weit und breit in der Region – und dessen Gründung natürlich irgendwie historisch auch mit dem Verlust seines Beines verwoben ist. Auch damit, daß meine Mutter aus Pommern flüchtete und nicht im Traum auf ein „Pommern bleibt unser!“ verfallen wäre. Und auch damit, daß eines der kuriosesten Gespräche der letzten Jahre für mich war, als ich mit zwei schwarzen Freunden und einem muslimischen Kumpel in einem Café saß, ich von meinem Großvater mütterlicherseits berichtete, der tatsächlich dagegen war und eine Widerstandsrente erhielt, während meine schwarzen Freunde von ihren Nazi-Großeltern erzählten. Und der muslimische Kumpel ergänzte neulich, wie er bei einer Israel-Reise jüngst trotz auch iranischem Paß überall supernett behandelt wurde, sich dort sauwohl fühlte. Nur die Hüter der Moschee in Jerusalem waren gar nicht freundlich – weil die ihm nicht glaubten, daß er Muslim sei: Er durfte nicht rein. Ist das eine ganz andere Geschichte? Ich weiß es nicht. Zumindest verweist er oft darauf, daß eine der größten jüdischen Gemeinden in Teheran sei, und er käme nicht im Traum darauf, irgendeinen Juden in’s Meer treiben zu wollen.

Eine andere Geschichte, nun wieder aus der eigenen Biographie: Ich war so 8 oder 9 Jahre alt, wir verbrachten 4 Wochen in Jusgoslawien. Eine sehr nette Familie Freitag saß immer mit uns an einem Tisch bei den „Dalmatinischen Abenden“, wenn schnieke Kellner leckere Desserts mit Wunderkerzen versehen in den Speisesaal trugen – und mein Vater zeigte sich immer wieder beeindruckt, daß diese so unbefangen mit ihm an einem Tisch sitzen konnten. Es waren Juden aus Amsterdam, die den Holocaust überlebt hatten – für mich die erste bewußte Konfrontation mit diesem Thema, an die ich mich erinnern kann.

Warum ich das alles schreibe? Weil zumindest ich immer gar nicht anders kann, als daß dies die Erinnerungen sind, die in mir aufsteigen, wenn jemand „Israel“ sagt. Nicht der Strand von Tel Aviv und dolle Parties dort, nicht Kishon, nicht Daliah Lavi, keine „Mauer“ und kein „Zaun“, kein Jerusalem, kein Bethlehem, nö, einfach die eigene Geschichte und die derer, die mich prägten.

Ich glaube tatsächlich, daß man, wenn man in Deutschland aufwächst, gar nicht anders kann, als selbstbezüglich zu werden. Ich denke erst an meinen Vater und dann erst an die Hannah Arendt-Texte zum Thema Zionismus und zur Staatsgründung Israels, die ich später gelesen habe. Denke an die Hausarbeiten zum Antisemtismus-Thema – ha, erwischt, schon wieder weg von Israel und hin zur eigenen Erfahrungswelt.

Es ist deshalb um so erfrischender, daß die FR zum Geburtstag Israels heute einfach viele, die dort leben, aus der ihrer Erfahrungswelt berichten läßt – jenseits dieser ganzen globalpolitischen Großwetterlagendiskussionsstruktur. Berührt hat mich verständlicherweise vor allem jener gleich zitierte Text, weil es jemand aus der Generation meines Vaters ist, der sie erzählt:

„Wie auch andere Holocaust-Überlebende mochte ich anfangs nichts erzählen von dem, was mir widerfahren war. In den Aufbaujahren Israels war das auch kein besonderes Thema. Einige meinten, wir hätten uns wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen. Auch deshalb schwieg man. Um ein neues Leben zu beginnen, musste man versuchen, diese Vergangenheit womöglich zu verdrängen. Das geht nicht, wenn man jede Nacht über die tote Familie weint. In meinem Fall haben nur zwei Brüder und ich überlebt. Eltern, Schwester und die erweiterte Familie sind umgekommen. Da ist nichts geblieben. Manchmal fühlt man sich schon schuldig, überhaupt davongekommen zu sein.

Meine eigene Geschichte, wie ich als Jude ausgerechnet in der Hitlerjugend überlebte, war aber nicht nur traumatisch, sondern auch problematisch. Selbst meine Ehefrau wusste jahrelang nur, dass ich mich „auf arischen Papieren“ durchgebracht hatte. Das belastet. Nach vierzig Jahren musste es raus.“

Auch die anderen, dort weiter unten verlinkten Texte behandlen das Thema anhand des Erlebens von Individuen – und das ist und bleibt man ja meine Utopie: Daß Individualität wahr werden könnte. Daß jeder ihrer gewahr würde. Daß man sie leben dürfte ohne blödsinnige Zuschreibungen oder Instrumentalisierungen.

Und immer schon schien mir, daß gerade wegen der geballten Konflikte dort in Israel die große Chance genau dazu bietet -Glückwunsch also von Herzen.

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Written by momorulez

8. Mai 2008 um 21:08

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert

48 Antworten

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  1. Das ist ja das interessante, dass diese ganzen bescheuerten Diskussionen, besonders von liberaler Seite, zumindest im Netz, so schön abstrakt bleiben. Niemand thematisiert die Verwicklungen der eigenen Familie, deswegen ist doch diese ganze instrumentelle und funktionelle Israel-Freundlichkeit auch so unglaubwürdig. Man erfährt nun wirklich gar nichts, als seien die Deutschen 1945 sündenfrei vom Himmel gefallen. Die letzte historische Erfahrung ist die DDR, und die ist per se böse, allerdings auch ungeachtet der eigenen und familiären Verwicklungen; das wird einfach nicht verhandelt. Ich habe immer das Gefühl, als würden da berufsmässig distanzierte Historiker reden. Und das war immer so. Kürzlich sagte mir jemand in der Schweiz, ich sei der erste Mensch mit teils deutscher Vergangenheit, den sie treffe, der so offen darüber sprechen würde. Die Frau, Schweizerin mit österreichischen und deutschen Grosseltern, war noch ein bissschen älter als ich, 52 oder 53.
    Das tolle ist ja auch, dass man sich auf dieser Grundlage historischer Anonymisierung und Neutralisierung gegenüber Israel jeden Standpunkt erlauben kann, man hat immer recht. Da wird dann die Unschuld ekelhaft. Was lauerndes hat sie auch.

    T. Albert

    11. Mai 2008 at 11:26

  2. „Lauernde Unschuld“ – das passt sehr gut. Es passt natürlich nicht nur zu den Netzliberalen, die sich vor jedem Fehlurteil gefeit sehen (während sie sich gleichzeitig für unübertrefflich rational halten), sondern genauso, ähm, für nahezu den gesamten Rest.

    Dr. Dean

    11. Mai 2008 at 20:21

  3. Nein, aus der Perspektive des „neutralen Beobachters“, so rein abstrakt, lässt sich das wirklich nicht verhandeln.

    Ob es immer die Familiengeschichte ist, ist allerdings die Frage. Meins Sympatie für Israel ist sehr wesentlich dadurch bestimmt, dass es die einzige halbwegs funktionierende Demokratie unter lauter teils defekten, teils despotischen Staaten ist. Das ist noch halbwegs abstrakt. Konkreter wird es schon da, wo ich kulturelle und wissenschaftliche Leistungen bewundere – Israel ist ein High-Tech-Industriestaat, das Land, dass gemessen an der Bevölkerung die meisten Nobelpreisträger hervorbringt.
    Ich weis, daraus spricht eine „eurozentrische“ Geringschätzung der „rückständigen“ Araber. Ich vergesse auch nie, wie weit die einstige arabische Zivilisation den europäischen „Kreuzrittern“ überlegen war. Weshalb ich es sehr bedaure, dass die arabische Welt sich heute als „Wüste“ in Sachen Wissenschaft präsentiert.
    Ich gebe zu: ich glaube an den Fortschritt – und daran, dass sich technischer Fortschritt, Erkenntnisfortschritt, humanitärer Fortschritt und die Bewahrung von Natur und Umwelt sich nicht ausschließen. Ich gebe zu, dass ich, nach der Lektüre von Horkdornos Dialektik der Aufklärung aufschreien möchte: Ihr liegt falsch!
    Ja, und außerdem habe ich eine Schwäche für Tatkräftige Menschen – vermutlich, weil ich den von mir selbst gesetzten Standards an Mut und Ehre nicht gerecht werde.

    Also: Israel – das ist das Land, das im großen und ganzen für das steht, was ich befürworte und bewundere.

    Meine eigene Perspektive gegenüber Israel und den USA und die eigene Familiengeschichte – tja, da gibt es viel weniger Berührungspunkte, als z. B. bei momorulez.

    Bei mir liegen Nazizeit und 2. Weltkrieg schon in der „Großvätergeneration“. Festzuhalten bliebe nur: einer war überzeugter Nazi und vermutlich Antisemit aus Autoritätsglauben – was er dann nach dem Krieg (natürlich) nicht mehr war. Interessant höchsten, dass ich ihn nie bei einer antisemitischen Äußerung ertappt habe, ungeachtet der zahlreichen „nazi-mäßigen“ Sprüche, die er sonst so drauf hatte. Wie er zu Israel und den USA stand? Bewundernd, aber nicht verstehend.
    Von meine anderen Großvater weiß ich, dass er eher „philosemitisch“ gewesen war, er hatte z. B. absichtlich bei einer „jüdischen“ Export-Import-Firma gelernt, wohl, weil er „die Juden“ für besonders gute Kaufleute hielt. (Allerdings hat er die Lehre schon 1928 angefangen, ob er sie 1933 noch angefangen hätte, wäre eine Frage, die ich offen lassen muss.) Unter den Nazi hat er sich „durchgewurstelt“ und „den Kopf unter behalten, damit der Kopf oben bleibt“ – mit anderen Worten: ziemlich opportunistisch. Dass er die Nazi gehasst hat, halte ich für glaubhaft. Die „Amis“ hielt er offensichtlich für naiv (vielleicht aufgrund seiner Erfahrung in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, wo er sich mit etwas Englisch und viel Frechheit erfolgreich als Hochstapler und später auch Schwarzhändler betätigte).
    Inwieweit sich das auf die Haltung meiner Eltern, und dann noch auf meiner Haltung ausgewirkt hat, geht eher ins „Psychoanalytische“ und gehört nicht in die Öffentlichkeit.

    Es könnte sein, dass ich ein wenig nach meinen (philosemitischen) Großvater väterlicherseits komme.
    Obwohl ich „rational“ weiß, dass „Philosemitismus“ (beinahe) so falsch ist wie „Antisemitismus“, hege ich offensichtlich doch „positivrassitische“ Vorurteile- so war ich geneigt, einer ziemlich windigen „Studie“ glauben zu schenken, die behauptete (amerikanische) Juden hätten im Schnitt einen um 20 % höheren IQ als der Durchschnitt der US-Bürger – die ich dann aber nicht mehr „schlucken“ mochte,. als in der selben „Studie“ behaupten würden, die Schwarzen lägen im Schnitt 20 % unter dem US-Intelligenzdurchschnitt. (Später erfuhr ich dann noch, dass diese „Studie“ aus dem „neurechten“ Dunstkreis kam und offensichtlich ausgerechnet vom Neonazi Jürgen Rieger eifrig zitiert wird. Die Juden als „negative Übermenschen“ sozusagen … )

    MartinM

    11. Mai 2008 at 22:35

  4. @Martin:

    „Ob es immer die Familiengeschichte ist, ist allerdings die Frage.“

    Na ja, Du packst Deine ja auch gleich aus.

    T. Albert hat völlig recht – bei den Netzliberalen gibt es ja gar keine richtigen Biographien mit allem drum und dran. Wahrscheinlich, weil’s als „privat“ gilt oder so. Was hinsichtlich der Großväter der meisten ja Humbug ist. Und in der Tat wir bei jenen, die eine DDR-Geschichte haben, das dann immer als so eine Art Trumpf gezückt „Ich habe Erfahrung mit Unterdrückungssystemen!“, das hätte sich nach dem 3. Reich mal jemand erlauben sollen …

    Und ist das wirklich „Positivrassismus“, wenn man mit allerlei Erzeugnissen aus jüdischen Kontexten extrem viel anfangen kann? Glaube ich gar nicht. Habe meine Hannah-Arendt-Arbeit damals „Die Urteilskraft des Pariah“ genannt, und das isses, glaube ich: Daß ein Blick der ewig Ausgegrenzten und sonderbehandelten eben sehr, sehr treffsicher ist. Die pro-Israel-Gründe, die Du aufzählst, verweisen ja in einigen Punkten auf genau diese Erfahrung.

    momorulez

    12. Mai 2008 at 9:13

  5. „Inwieweit sich das auf die Haltung meiner Eltern, und dann noch auf meiner Haltung ausgewirkt hat, geht eher ins “Psychoanalytische” und gehört nicht in die Öffentlichkeit.“

    sagt Martin. Ja, mag sein. Aber ich glaube das eben immer weniger. Ich glaube vielmehr, dass das eben ein Hauptthema sein sollte: die durch Generationen vermittelte Haltung unserer Grosseltern und auch Urgrosseltern. Unsere Hitlerjugend-Eltern hätten als Generation auf die Couch gehört, um diese ganzen libidinösen Bindungen ans Regime und sein Personal aufzulösen, die in ihnen steckengeblieben sind, weshalb sie so oft die falschen Leute hassen.
    Schliesslich spielt weitergegebenes Verhalten gegenüber dieser Haltung unserer Grosseltern, Eltern, unsererseits auch eine quälende Rolle im täglichen Leben. Relativ harmloses Beispiel: immer wenn ich mit meiner Freundin deren Eltern besuchte, stellte ich fest, dass die vor jeder kleiner Besorgung, für die sie das Haus verlassen mussten, die ganze EG-Wohnung dicht machten, Vorhänge zuzogen, Jalousien runterliessen. Wenn sie nach 10 Minuten wiedergekommen waren, machten sie alles rückgängig; das geschah mehrmals am Tag, wenn es sein musste. Ich kannte niemanden, der das machte. Also erzählte mir meine Freundin, dass ihre Mutter das aus Ängstlichkeit und Vorsicht ihr Leben lang so machte, weil sie mit ihrer Mutter als Kind so hatte leben müssen, die nämlich sich und ihre Tochter in einer abgelegenen Dachwohnung durch die Nazizeit gebracht hatte, mit Hilfe eines sozialdemokratischen Polizisten, eines Feundes ihres verstorbenen Mannes, der sie irgendwie versorgte.

    ( Ich füge noch eine Beschimpfung der Leute an, die, ohne von sich was zu erzählen, die Nazis zu Linken machen, die Sozialdemokraten zu deren Erfindern erklären, und das Naziregime als sozialistisch und antikapitalistisch „denunzieren“ wollen. Diese Pfeifen pfeifen in geupdateten Variationen nach, was ihre Eltern vorpfiffen. Und. seien wir mal ehrlich, wir spürtten doch als Schuljungs und – mädchen, was in unseren und den Familien der Klassenkameraden losgewesen war. Wenn ein höherer miltärischer Dienstgrad von Vater und Opa eine Rolle gespielt hatte, dann war das doch immer was anderes, darüber konnte man doch reden, mit ein einigem Sohnesstolz. Nicht?

    T. Albert

    12. Mai 2008 at 10:06

  6. Achso, die Beschimpfung:

    Weiss lackierte Faschisten!

    T. Albert

    12. Mai 2008 at 10:11

  7. „Wenn ein höherer miltärischer Dienstgrad von Vater und Opa eine Rolle gespielt hatte, dann war das doch immer was anderes, darüber konnte man doch reden, mit ein einigem Sohnesstolz.“

    Ich überlege gerade – aber ich kann mich tatsächlich an sowas nicht erinnern. Mein Umfeld war so durchgängig anti-militaristisch, daß ein SPD-Kumpel meines Vaters, der hochrangiger Offizier war (in den 70ern), sich dafür ständig rechtfertigen mußte ….

    momorulez

    12. Mai 2008 at 10:11

  8. jaja, bei uns wars anders. Wir bewunderten noch, aber Antimilitarismus entwickelte sich auch dadrin. Wir versuchten ja als Jungs, aber ich bin ja ein paar Jahre älter als Du, diese ganzen Selbstverteidigungsstratgien noch mitzuvollziehen. „Mein Opa war Stadtkommandant von dort und dort gewesen“- das war kein Problem, eher interessant. Ich war selbst interessant mit meiner väterlichen Offiziersfamilie zweier Weltkriege, ich musste mich nie rechtfertigen, von den Alten auch niemand. Aber mein Grossvater war es dann, der meinen tätigen Antimilitarismus unterstützte: er erteilte mir als Patriarch gegenüber der in Teilen zumindest mental deutsch-naionalen Familie, damals nnoch sehr gross, die Absolution, nachdem ich als Erster und als Soldat, der Offizier werden sollte, den Kriegsdienst verweigert hatte.
    Unter vier Augen konnte der dann Töne loslassen, die mein Vater mir immer noch nicht richtig glaubt.

    T. Albert

    12. Mai 2008 at 10:22

  9. Was waren das für Töne?

    (Ich finde das jetzt hochspannend – T.Albert, verzeih mir meine Neugier – und erzähl!)

    Dr. Dean

    12. Mai 2008 at 14:42

  10. Mich würde mal interessieren, aus wie viel Empirie sich Euer Israelbild so speist. Ich sehe das in großen Teilen entschieden anders. Zum Einen ist es sicher richtig, dass Israel die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten ist – mit den Einschränkungen, dass die Türkei eine Demokratie ist, deren Unabhängigkeit vom Militär ständig konterkariert wird, dass nicht alle die Türkei zum Nahen Osten rechnen und dass zurzeit nicht abzusehen ist, wie sich die libanesische Demokratie entwickelt. Aber, für sich und auf´s eigene innere bezogen: Die beste Demokratie der Gegend. Zugleich auch die liberalste und sexuell lockerste Gesellschaft einer insgesamt völlig verklemmten und frauenfeindlichen Region, und die orgiastischen Swinger-Parties und SM-Events von Haifa sind hinsichtlich ihrer Ausgelassenheit Weltspitze.

    Und andererseits praktiziert dieses Israel innerhalb der noch immer besetzten Gebiete eine Art Apartheidregime und hat sich von einer der egalitärsten westlichen Gesellschaften inzwischen auch im Inneren zu einer sozialen Apartheid gewandelt. Während früher neu eingewanderte Juden, die keine Arbeit hatten selbstverständlich unbefristet Sozialhilfe bekamen, so werden diese heute in einer der Sonderwirtschaftszonen, die sich am Zaun etabliert haben zwangsangesiedelt und in Billigjobs gezwungen, wo sie z.B. für 2 Euro Stundenlohn Chips montieren. Die Tel Aviv Area ist inzwischen das zweite Silicon Valley, und Ramallah, wo ein Freund von mir kürzlich geschäftlich bei einer Softwareconsulting weilte holt inzwischen auf bzw. schließt sich an.

    Und andererseits gibt es ein unglaubliches Entwicklungsgefälle. Tel Aviv, Jaffa, Haifa, das ist wie eine Mischung aus St. Tropez, Marbella und Kalifornien. Und die Altstadt von Jerusalem ist 80km entfernt; das ist aber ein kulturelles Gefälle wie zwischen Hamburg und Tirana. Das gleiche Gefälle herrscht auch nochmal zwischen ramallah und Gaza. Und dann ist dieses ehemals egalitäre Israel unter den westlichen Demokratien heute wohl das Land mit den steilsten sozialen Unterschieden, mit den internierten Billiglohnarbeitern einerseits und den Luxuswohngebieten der Reichen andererseits, die mit Stacheldraht umzäunt sind, wo abends das Tor zu und das Flutlicht angeht. Also, Israel ist für mich einer der widersprüchlichsten Staaten der Welt, und ich weigere mich, pauschal für oder gegen dieses Land zu sein.

    che2001

    12. Mai 2008 at 15:04

  11. „Mich würde mal interessieren, aus wie viel Empirie sich Euer Israelbild so speist.“

    Habe ich doch oben geschrieben – ich war nie da, lese Zeitung, hatte Verwandschaft und habe Freunde, die dort waren.

    Und ansonsten kann ich zumindest dieses Land – siehe oben – ohne Verknüpfung damit, daß ich in Deutschland mit eben dieser scheußlichen Geschichte lebe, an der meine Familie je unterschiedlich auch partizipierte, nicht wahrnehmen.

    Was für mich sowas wie eine affektive Bindung bedeutet, die ich im Falle anderer Länder nicht habe, wasweißich, Paraguay oder Benin – aber man ist ja nicht „pauschal für oder gegen“ ein Land, so, wie man das bei Fußballvereinen vielleicht ist. Bin ja auch nicht pauschal gegen den Iran und kann das Mullah-System und diesen Präsidenten da trotzdem nicht ab.

    Wobei sich eben bei Israel schon noch Fragen stellen, die sich im Falle anderer Länder so nicht stellen, was ja dann historisch und nicht im Sinne einer aktuellen Querschnittsanalyse begründet ist.

    momorulez

    12. Mai 2008 at 15:20

  12. Dean

    Mein grossväterlicher Offizier fand meine Verweigerung sogar ganz gut. Da konnten wir sehen, dass man sich von den Ansichten und Gefühlen eines Menschen über Jahrzehnte ein falsches, sogar gegenteiliges Bild machen kann. Er war der Meinung, dass das sowieso nichts für mich gewesen wäre, Soldat zu sein, und er sah, anders als erwartet, durchaus keine Verpflichtung darin. Was für ihn gegolten hatte, musste nicht für andere gelten, und da ging er so weit, dass er den Umgang mit Verweigerern und Deserteuren im Zweiten Weltkrieg ,und die Rede von ihnen danach, verurteilte. Er war froh über die grundgesetzliche Möglichkeit der Verweigerung, dass das ging hielt er für menschlichen Fortschritt. Filbinger und die, für die er als Beispiel stand, fand er furchtbar, aus der Erfahrung dessen, der diese Leute erlebt hatte. Als ich ihm dann aus meinem Zivildienst von einem desertierten Offizier einer arabischen Armee, der Asyl bekommen hatte, gleichwohl nach Hause wollte, wünschte er dem, dass er verständnisvolle Vorgesetzte finden möge; vor meinem Zivildienst hatte er ziemlichen Respekt, auch vor meiner Verweigerungsverhandlung.
    Krieg fand er „scheisse“, dass Hitler ein Verbrecher war, habe ich mit diesen Worten als erstes von ihm gehört, was eine Rolle spielte.
    Naja, alles eigentlich nicht sonderlich spektakulär, aber er sagte es, und verteidigte nichts und niemanden. Bevor er starb entsorgte er sein ganzes Lametta. Ich vermute, dass er sich überhaupt „säkularisiert“ hatte.

    T. Albert

    12. Mai 2008 at 15:57

  13. Ich finde, dass ist ein sehr eindrucksvolles Bild, wenn jemand – auch um seinen Frieden mit sich zu machen – das „Lametta“, entsorgte, an dem ja wohl auch hing, mit dem sein Lebensweg verknüpft war.

    Es ist zudem ein augenfälliger Gegensatz zu jenen, die geradezu wetteifernd mit Worten die Säbel zu rasseln versuchen, sobald sich von der „richtigen“ Seite eine kriegerische Intervention anbahnt.

    Dr. Dean

    12. Mai 2008 at 16:25

  14. Che,

    ja, das sind eben die israelischen Probleme und Fragestellungen.

    T. Albert

    12. Mai 2008 at 16:26

  15. Und ich betrachte die israelischen Probleme und Fragestellungen um ihrer selbst willen, nicht aus der Perspektive „Weil ich ein Deutscher bin, muss ich mich dazu moralisch irgendwie verhalten“.

    che2001

    12. Mai 2008 at 17:04

  16. „nicht aus der Perspektive “Weil ich ein Deutscher bin, muss ich mich dazu moralisch irgendwie verhalten”.“

    Na ja, Nietzsche nannnte das dann wohl den Übermenschen, was Du hier gerade gibst … das ist nicht nur erkenntnistheoretisch Unfug, das ist auch noch schweinearrogant, Herr Weltenrichter jenseits von Gut und Böse.

    momorulez

    12. Mai 2008 at 20:06

  17. Die israelische Staatlichkeit ist nicht unbedingt die, an der Staatlichkeit diskutiert werden müsste. Doch auch nicht dann, wenn Israel von einem „linken“ demokratischen Modell, als das es ja, in meiner Umgebung wenigstens, bis 1982 i. A. verteidigt wurde, sich mehr nach rechts gewendet hat, wie viele Länder, und wie die Palästinenser. !982 war für mich ein Schock, als ich plötzlich an einer Wand „Begin Faschist“ geschmiert fand. Das war seinerseits ein Zeichen für Verwahrlosung.

    T. Albert

    12. Mai 2008 at 21:36

  18. @Momorulez: BItte? Ich beziehe mich da auf das, was ich hinsichtlich der neueren Entwicklung im Lande via Ta Ayush mitbekomme, mit denen ich ziemlich solidarisch bin. Für mich ist es wichtig, jenseits zionistischer, propalästinensisch-traditionsantimperialistischer oder antideutscher Perspektiven einen links-emanzipatorischen Zugang zu dem ganzen Themenkomplex zu finden, und da hilft nur die Analyse der sozialen Verhältnisse in diesem Land.

    che2001

    12. Mai 2008 at 22:08

  19. Und dazu noch: Von israelischen und palästinensischen GenossInnen habe ich immer wieder gesagt bekommen, dass eine Auseinandersetzung deutscher Linker mit der NS-Vergangenheit und eine daraus abgeleitete Antirassismus- und Antiabschiebungsmobilisierung in Deutschland aus ihrer Sicht für notwendig gehalten würde, die Probleme in Israel-Palästina aber eben nicht unter diesem Aspekt angegangen werden könnten, sondern dass sie unter Solidarität ein Ansetzen an der Klassenlage in Israel und den palästinensischen Selbstverwaltungsgebieten verstehen würden. Das Sich-Beziehen auf die NS-Verbrechen und das Sich-Definieren als Deutscher im Verhältnis dazu wurde von denen als „deutschzentrierte Nabelschau“ bezeichnet. Ich würde daher nicht von Arroganz sprechen, sondern von Empathie für die heutige israelische und teilweise auch palästinensische Linke.

    che2001

    12. Mai 2008 at 22:27

  20. Und was den Weltenrichter angeht:: Ich würde genau das als empathischen Umgang mit Angehörigen anderer Ethnien bezeichnen, war ich doch so unverschämt, mir Positionen der israelischen Linken zu Eigen zu machen, ich Hauptfaschist

    che2001

    12. Mai 2008 at 23:01

  21. Momorulez, sieh es nicht als Übermenschentum, sondern als Versuch Ches Anspruch an sich selbst. Es ist nicht der schlechteste Anspruch. Wenn man mich fragt, wäre in Bezug auf Israel mit Aufgeschlossenheit, Neugierde und Mitgefühl schon viel erreicht.

    (Auch lieb wäre mir, wenn sich deutlich weniger Deutsche mit den Nahen Osten beschäftigen würden – und dafür mehr mit anderen Themen. Es ist für meine Begriffe einfach „too much“, und oft steckt auch zuwenig Sorgfalt und Mitgefühl darin, und im Gegenzug wiederum zu viel Instrumentalisierung.)

    Dr. Dean

    12. Mai 2008 at 23:27

  22. Ja, Che, es war aber nicht jeder westdeutsche Linke im persönlichen Gespräch mit der israelischen und palästinensischen Linken; das war nicht unbedingt jedem möglich. Und ein Statement für den israelischen Staat scheint mir israelische Linke einzuschliessen. Ausserdem sehe ich solches als per se antifaschistisch, durchaus. Das hat ja mit Kritik israelischer Regierungen nichts zu tun.

    T. Albert

    13. Mai 2008 at 0:23

  23. @T.Albert, es gibt durchaus israelische Linke, die den Staat Israel als Solchen ablehnen, aber das ist eine Position, mit der ich nichts zu tun habe. Das Existenzrecht Israels ist auch für mich eine antifaschistische Kernposition. Ich kann aber wiederum meine eigene Position zu dem Thema nur aus meiner und meiner GenossInnen Geschichte ableiten, und da finde ich die eingenommene Position nicht so schlecht.

    che2001

    13. Mai 2008 at 7:29

  24. @Che:

    „Für mich ist es wichtig, jenseits zionistischer, propalästinensisch-traditionsantimperialistischer oder antideutscher Perspektiven einen links-emanzipatorischen Zugang zu dem ganzen Themenkomplex zu finden, und da hilft nur die Analyse der sozialen Verhältnisse in diesem Land.“

    Also, wenn das keine höchstmoralische Perspektive ist, dann weiß ich aber auch nicht weiter … und wie Du dabei die Erfahrung des Aufwachsens im post-nazistischen Deutschland ausknipsen willst, z.B. die dezidiert pro-israelitische Position Axel Springers, das erläuter mir mal.

    Ansonsten ist das ja sehr sympathisch, daß Du Israels Probleme lösen möchtest, aber ein wenig Hybris dann doch auch, oder? Ja, ich werde Tschechow nicht mehr los, ich geb’s zu.

    „Das Sich-Beziehen auf die NS-Verbrechen und das Sich-Definieren als Deutscher im Verhältnis dazu wurde von denen als “deutschzentrierte Nabelschau” bezeichnet.“

    Das ist ja auch wieder so’n Totschlagargument – wir können ja auch mit James all das, was z.B. Adorno so über „nach Auschwitz“ schrub, in die Tonne treten, weil alles andere ja deutschzejntrierte Nabelschau wäre.

    Sorry, man braucht ja nicht dabei stehen zu bleiben, aber eigentlich alle Debatten, die ich seit bald 3 Jahren so im Netz verfolge, haben natürlich bis heute auch sowas wie einen Aufarbeitungscharakter, nur daß die eigentliche Erfahrungsdimension in der Regel durch Schemata von Glaubenssätzen, links-emanzipatorisch, liberal-marktgläubig, pro-westlich, konservative Opfer von insbesondere türkisch-arabischer Migrantengewalt etc. geführt werden.

    Dann versucht man , zur Erfahrungsdimension mal wieder durchzudringen, indem man ganz klassisch Geschichten jenseits von ZDF-Monumentaldramen wie „Dresden“ erzählt, und bekommt die ganze Palette von Verteidigung eines Apartheidsregimes, deutscher Nabelschau, pauschal etwas für gut befinden usw. um die Ohren gehauen und noch die große, linke Legitimationserzählung nachgeliefert. Super.

    Daß es beim Thema Israel immer gleich knallt, bestätigt doch einfach nur, was ich oben geschrieben habe.

    „sondern von Empathie für die heutige israelische und teilweise auch palästinensische Linke.“

    Jetzt schlag mich ruhig, aber ich habe immer so meine Probleme damit, Emphatie exklusiv Parteigängern bestimmter politischer Richtungen vorzubehalten.

    „Momorulez, sieh es nicht als Übermenschentum,“

    das bezog sich auf die Behauptung der Möglichkeit,

    a.) jenseits von Moral Politik betreiben zu können
    b.) auf die Möglichkeit, jenseits der Erfahrung der historischen Situation, in der man aufwuchs, Phänomene beschreiben zu können. Werde ja langsam wieder Phänomenologe statt Post-Strukturalist, so mit dem Alter.

    „wäre in Bezug auf Israel mit Aufgeschlossenheit, Neugierde und Mitgefühl schon viel erreicht.“

    Ja, in der Tat. Darauf können wir uns einigen.

    Und, Che, ich finde Deine Position ja auch richtig – nicht richtig finde ich das implizite Abwatschen anderer Zugangsweisen. Wenn#s um irgendwas gehen kann in Sachen politischer Utopie, dann ja wohl um die friedliche Koexistenz und Kooperation verschiedenster Perspektiven. Ein frommer Wunsch, ja, ich weiß.

    momorulez

    13. Mai 2008 at 8:14

  25. Hast Du da etwas in den falschen Hals bekommen? Ich bin mir nicht bewusst, andere Positionen abgewatscht zu haben.

    @Also, wenn das keine höchstmoralische Perspektive ist, dann weiß ich aber auch nicht weiter … und wie Du dabei die Erfahrung des Aufwachsens im post-nazistischen Deutschland ausknipsen willst, z.B. die dezidiert pro-israelitische Position Axel Springers, das erläuter mir mal.

    — Das will ich gar nicht. Was ich nur nicht will, das ist diese Haltung, die primär davon ausgeht, dass ich mich zu Israel auf eine bestimmte Weise verhalten muss, weil ich ein Deutscher bin, statt zu sagen, als internationalistischer Linker entwickele ich einen Standpunkt, der sich empirisch auf die sozialen und politischen Verhältnisse in Israel bezieht und gleiche den dann mit meiner Kritik an antisemitischen oder projiziert-philosemitischen Positionen, diesem ganzen Wust, der sich da entwickelt hat ab. Es ist eher eine Frage der Schwerpunktsetzung und Herangehensweise als eine grundsätzliche.

    @Ansonsten ist das ja sehr sympathisch, daß Du Israels Probleme lösen möchtest, aber ein wenig Hybris dann doch auch, oder? — Ich habe auch nichts davon gesagt, dass ich Israels Probleme lösen wolle, sondern bin solidarisch mit einer ganz konkreten Fraktion des linken Flügels der israelischen Friedensbwegung, nämlich Ta Ayush.

    @Dann versucht man , zur Erfahrungsdimension mal wieder durchzudringen, indem man ganz klassisch Geschichten jenseits von ZDF-Monumentaldramen wie “Dresden” erzählt, und bekommt die ganze Palette von Verteidigung eines Apartheidsregimes, deutscher Nabelschau, pauschal etwas für gut befinden usw. um die Ohren gehauen und noch die große, linke Legitimationserzählung nachgeliefert. Super. — Ich habe mich in dem, was ich geschrieben habe, überhaupt nicht auf Dein Posting bezogen, sondern nur meine eigenen Erfahrungen geschildert, und genau dabei geht es um die „Erfahrungsdimension“ – aktuelle Sozialpolitik Israels, die enormen Verwerfungen in der israelischen Gesellschaft seit 1997, besonders aber seit 1992, die Situation in den Flüchtlingslagern, die israelische Friedensbwegung, minoritäre Fraktionen der palästinensischen Linken wie DFLP und Fida und meine eigenen konkreten Diskussionen mit Israelis und PalästinenserInnen.

    @Also, Israel ist für mich einer der widersprüchlichsten Staaten der Welt, und ich weigere mich, pauschal für oder gegen dieses Land zu sein. — bezieht sich auf das fast automatenhafte für-oder-gegen-Israel-Sein, das mit den von Dir genannten „Schemata von Glaubensssätzen“ gemeinhin verbunden ist. Ich habe meinen eigenen Standpunkt zur Thematik entblättert, aber auf inhaltlich von Dir oder anderen Diskutanten gesagtes gar nicht geantwortet.

    che2001

    13. Mai 2008 at 9:12

  26. „Hast Du da etwas in den falschen Hals bekommen?“

    Das ist bei mir immer möglich, ja 😉 …. mit dem, was Du jetzt schreibst, kann ich gut leben.

    momorulez

    13. Mai 2008 at 9:47

  27. Alles wieder gut 🙂

    che2001

    13. Mai 2008 at 10:02

  28. Harmoniesüchtige!
    Wie kann ich denn jetzt Streit mit Euch anfangen?

    T. Albert

    13. Mai 2008 at 10:07

  29. Ich grübel die ganze Zeit, mir fällt aber nix ein 😀 …

    momorulez

    13. Mai 2008 at 10:41

  30. Seit 1997 oben muss natürlich seit 1967 heißen. Wir könnten uns ja um etwas Anderes streiten. Wo steckt eigentlich Geschwister Brian? Hängt der irgendwo rum?

    che2001

    13. Mai 2008 at 10:41

  31. Geschwister Brian? Der mit der „Bright Side Of Life“?

    momorulez

    13. Mai 2008 at 10:44

  32. aha, jetzt tut ihr euch wieder gegen den katholiken zusammen. ich muss jetzt aber zum arzt.

    T. Albert

    13. Mai 2008 at 10:56

  33. Gute Besserung. Wir könnten uns auch um Kaisers Bart streiten. Ich finde, er ist zu rot.

    che2001

    13. Mai 2008 at 11:03

  34. Roter Bart – also, echt weiches Thema. Ästhetiker!

    T. Albert

    13. Mai 2008 at 12:54

  35. talbert: Du denkst an nächsten Mittwoch, oder müssen wir da noch einen Streit anfangen?

    lars

    13. Mai 2008 at 12:58

  36. „also, echt weiches Thema. Ästhetiker!“

    Na, angesichts dessen, daß es gute Gründe gibt, den Faschismus als Ästhetisierung des Politischen zu begreifen, finde ich das Thema so weich ja nicht – also, Ästhetik im Allgemeinen, meine ich. Daß Che das dann hinsichtlich des Kaiser Barts trivialisiert, das stimmt jedoch bedenklich (vielleicht kriege ich ja so noch’n Streit hin 😉 ).

    momorulez

    13. Mai 2008 at 13:10

  37. „Der Kaiser mag einen Bart haben, aber ein Herrscher ohne Haare auf dem Kopf ist lächerlich!“

    Harald Schönhaar über Karl den Kahlen, diese Worte lösten die Normannenkriege aus.

    che2001

    13. Mai 2008 at 13:15

  38. ooo, wie bei O-nkel, Lars!
    jetzt komm mir nich damit, ja!?

    Ich denk ja an nichts anderes mehr. Also streite jetzt nicht rum.

    T. Albert

    13. Mai 2008 at 13:29

  39. Der Onkel saß!

    lars

    13. Mai 2008 at 13:32

  40. Der Onkel vom Kaiser hieß Karlmann….

    che2001

    13. Mai 2008 at 13:44

  41. Wie, Onkel Karlmann? Du bist jetzt echt auf Streit aus, oder? Was ist denn nur mit Euch?

    T. Albert

    13. Mai 2008 at 14:50

  42. Und der Sohn von Harald, der war nicht nur auf Streit aus, sondern hatte eine Streitaxt, die ihm den Namen „Erik Blutaxt“ einbrachte.

    che2001

    13. Mai 2008 at 15:02

  43. @talbert: calm down, alles okay. meine Assoziation bezog sich auf die beiden Brüder meines Vaters, aber das wäre eine andere Geschichte, obwohl auch das etwas mit Autoritarismus zu tun hat.

    lars

    13. Mai 2008 at 15:40

  44. Bis dann Alberich Maulstopf mit all dem aufräumte und stattdessen lieber gleich die Runen einführte, aus Gründen der Ästhetik und weil das solche Namenskonstruktionen nicht zuließ, sondern Perspektiven auf das eröffnete, was wirklich wichtig war: Das liebe Vieh!

    momorulez

    13. Mai 2008 at 15:40

  45. Bezog sich noch auf Erik Blutaxt.

    momorulez

    13. Mai 2008 at 15:41

  46. Offtopic: Wieso hängt unser Blog eigentlich eine Stunde nach?

    lars

    13. Mai 2008 at 15:41

  47. Wahrscheinlich, weil der Nörgler diesmal nicht den Sommerzeit-Turn mitgemacht hat ….

    momorulez

    13. Mai 2008 at 15:42

  48. Momo: Verwechselst Du da nicht die Runen mit den Pecunen?

    lars

    13. Mai 2008 at 15:42


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