shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Das Dogma des Undogmatischen

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Das wäre dann ja wirklich mal ein lohnendes Dissertationsthema: Eine Rekonstruktion des Wertekanons, der in Künstler-Nachrufen sich spiegelt.

Weil Rauschenberg wahrscheinlich heute laut und dogmatisch wäre, würde er jetzt loslegen, alleine schon, um diesen Nachrufen zu entgehen. Und mit Pop würde er heute nichts zu schaffen haben wollen. Pop-Art hat ja wie alles Gute fatal gewirkt, weil im Gegensatz zu Alban Berg, Beckett oder selbst Cézannes Stilleben es programmtisch rezipierbar ist.

Cézanne bietet Zugangsweisen, nicht Aussagen. Und Becketts Absurdes zum Programm zu erheben bleibt absurd, Pop als Programm bleibt aber nicht wirklich wirklich poppig.

Weil programmtisch verstandener Pop in Paradoxien führt: Einen reinen Ekletizismus, ein Dogma des Undogmatischen. Er führt dazu, Provokationen erwarten, Reproduktionen reproduzieren,  ganz konform Querdenkertum einzufordern und zwanghaft zu ironisieren, bloß nie über die Ironie selbst  – und Innovationen, auf die alle warten, sind gar keine. Siehe Menon.

„Ich glaube, der war zu, das war kein Intellektueller, aber ungeheuer wacher Mensch. Und er wusste, dass diese Idee der Avantgarde eigentlich fragwürdig ist, wenn man zugleich solch eine Prominenz hat. Das ist ein Widerspruch, der eigentlich wenig Sinn macht.“

sagt der Herr König und hat wohl recht.

„Und dann war es natürlich für die amerikanischen Künstler wichtig, sich freizuschwimmen. Das ist eben Pollock, der diesen totalen Durchbruch gemacht hat, ein wirklich endlos abstraktes Bild, einen neuen Bildraum gedacht hat. Und dann kam eben Jasper Jones und Rauschenberg und haben das von innen geöffnet und das Dogmatische irgendwie unmöglich gemacht.“

Sagt auch Herr König. Hat er da auch recht?

Ich bewundere ja zunehmend Dogma-Film und Episches Theater, weil es so billig ist, einfach nur „verspielt“ zu schreien und Dogmatisches unmöglich zu machen.

Ich fordere Tabus, z.B., daß irgendein Patriotisches Forum aus Süddeutschland bei WordPress bloggt, das gehört tabuisiert in dem Sinne, daß es nicht stattfindet. Ich fordere den Zwang zur Sozialversicherungspflicht für Geschäftsführer UND Finanzvorstände.

Geht das wie folgt? Kommt man da so hin? Brauchen wir nicht eher die Renaissance des V-Effektes ? Oder ist die US-Flagge von Jasper Johns und die Siedlerhymne von Cage nicht genau das und gerade nicht das Wiederauftauchen von Lebenswirklichkeit in der Kunst? oder baue ich hier Scheinggensätze auf? Geht das im Pop? Und geht es so?

Rauschenberg, Cage, Cunningham und deren Freunde wie David Tudor oder Jasper Johns warfen den herrschenden Kunstbegriff über den Haufen, aber das auf manchmal unerwartet sanfte Weise. Monochrome Bilder einerseits, Alltagsgegenstände andererseits; chaotische Klänge einerseits, die Stille andererseits: Man erprobte eine neue umfassende Weltsicht. Zitat: „Rauschenberg vertrat die Ansicht, dass die von ihm angestrebte Wiedervereinigung der künstlerischen (Bild-)wirklichkeit mit der Lebenswirklichkeit am besten dadurch erreicht werden könne, indem man Teile der realen Welt – mehr oder weniger unverändert – in die Kunst hereinholt“.

Freund Jasper Johns malte die amerikanische Flagge und John Cage re-komponierte alte amerikanische Siedlerhymnen. Nicht jede Revolution braucht laute Töne.

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Written by momorulez

15. Mai 2008 um 8:18

8 Antworten

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  1. Hmm. Ich verehre Pollock, liebe Cage und schätze Cunningham – von Rauschenberg und dem Rest habe ich nie etwas gehört, und dabei studierte ich u.a. Kunstgeschichte.

    che2001

    15. Mai 2008 at 10:37

  2. Dafür hast Du ja uns 😉 …

    momorulez

    15. Mai 2008 at 11:02

  3. Der Künstler ist in meiner Vorstellungswelt in sehr starken Maße ein Individualist und insofern recht schwer in programmatische Zusammenhänge einzubinden, wenn diese nicht unmittelbarer Teil seines künstlerischen Wollens sind.

    Gerade die eigentümlich leere Großkategorie „Pop“ eignet sich nur mäßig als künstlerische Nische, aber trotzdem: sie kann ausgefüllt werden, z.B. durch eine besondere Lust an populären Motiven, durch Reflektionslust oder durch eine künsterische Lust an einzelnen Techniken des Pop usw.

    Insofern existiert „Pop“ als künstlerisches Thema und sollte m.E. auch nicht mit theoretisierenden ästhetischen Verdikten übermäßig malträtiert werden, und dies, obwohl es dafür allerhand Anlass gibt. Was Momorulez dazu geschrieben hat, liegt nämlich meiner eigenen Auffassung nahe.

    Dennoch glaube ich, dass „Pop“ als künstlerische Nische ihren Wert hat, sie hat sogar den Reiz einer gewissen Demokratienähe, was – auch in der Kunst – Vorteile bietet. Aber als Nische ist sie wie so viele künstlerische Nischen eben genau dies: Eine Nische. Pop ist in der Kunst nach meinem Dafürhalten nicht der große Gegenentwurf, nicht der allgemeine und attraktive Ansatz, sondern wird sehr schnell sogar hohl und aussagelos, wenn er sich als Sujet überdehnt.

    Ein anderes Problem ist die Tendenz, die besonders von Künstlern (?) wie Warhol in den Kunstbetrieb gebracht wurde. Dröhnende Ideenlosigkeit, selbstvergötzende Überhöhung, rastlose Aktivität ohne künsterisches Ziel, Reklame und entgrenzte Selbstpopularisierung, ein narzistischer Amoklauf – im Grunde genommen also kaum mehr als eine Form der Persönlicheitsstörung.

    Setzt man „Dogma“ in Bezug auf „Inhalt“ oder küstlerischen Anspruch dann macht das (in meinen halbblinden Augen) Sinn, aber die Vorstellung des „Dogmas“ ist im Bereich der Kunst ja mindestens so paradox wie die Idee des Pop. Das Dogmatische ist in der Kunst allzu oft eben nicht der Ausdruck eines „Individualdogmas“ eines Künstlers, sondern im Gegenteil eine Mauer, beispielsweise in der Rezeption. Man kennt das zum Beispiel auch aus der Archetekturgeschichte – und ich bin mir sehr im Zweifel darüber ob man das Dogma in der Kunst allzu sehr loben sollte, denn auch Pop ist Dogma und – so sehe ich es – das Dogma wird gefährlich, je weiter es sich vom Individuum entfent und zu einer kollektiven Veranstaltung wird oder sogar zu einer negierenden Ästhetik, die am Ende dem Künstler und dem Publikum alles fortwischt, was dem Dogma nicht gerecht wird.

    Die Übertragung eines künslterischen Dogmas auf die Politik wiederum hat noch mehr hinkende Füße. Die gedankliche Strecke mag beginnen an einem sinnvollen politischen Gestaltungsanspruch (den man „Dogma“ nennen könnte), einem Ausbau von Freiheit und sozialen Fortschritt usw. . Das geht sehr schnell über in das unwirtliche Gebiet des Nirgendwo, in Gestalt eines einengenden Dogmas, das nur wenigen nützt.

    Momorulez, Scheingegensätze? Nun – zumindestens finde ich da erstmal jede Menge Gegensätze, die sozusagen im Begriff des Dogmas selbst stecken. Merkwürdigerweise ist in der Kunst die Begrenzung (und sei dies das Resultat eines Dogmas) oftmals ein Hilfsmittel und ermöglicht sogar besondere Schönheit. In der Welt der Politik trifft eher das Gegenteil zu, wobei man allerdings ebenfalls sagen kann, dass purer „Pop“ in der Politik nicht unbedingt großartig sein muss – und auch hier finde ich, dass ein konstruierter Gegensatz zwischen „Pop“ und „Dogma“ auf falsche Fährten locken könnte.

    Pop vs Dogma: Wie schon gesagt, ich halte das für sehr widersprüchlich, in der Kunst wie in der Politik, denn auch das Dogma kann Pop sein und Pop wiederum kann zum Dogma werden.

    So, jetzt bin ich erst einmal ratlos bzw. fühle ich entsprechend. Bin nicht gewachsen genug, nicht imstande, zwei harmlosen Wörtern wie „Dogma“ und „Pop“ gerecht zu werden – weder in der Kunst noch in der Politik. Falls ich aber dieses Gefühl der Ratlosigkeit so einigermaßen weitergeben konnte, könnte das evtl. als positive Anregung taugen…

    Wer weiß?

    Dr. Dean

    15. Mai 2008 at 12:03

  4. Ich überlege gerade, inwieweit Dogma-Film eigentlich undogmatisch ist. Vielleicht so:

    Wenn Pop das Dogma ist, dann ist das Dogma in der Kunst das Undogmatische.

    Dr. Dean

    15. Mai 2008 at 12:20

  5. „Geht das wie folgt? Kommt man da so hin? Brauchen wir nicht eher die Renaissance des V-Effektes ? Oder ist die US-Flagge von Jasper Johns und die Siedlerhymne von Cage nicht genau das und gerade nicht das Wiederauftauchen von Lebenswirklichkeit in der Kunst?“

    das seh ich so. Ist das apodiktisch genug?
    Also, meiner sich „spirituell“ vermittelnden Jugendliebe J. Johns ging es nicht um sogenannte Lebenswirklichkeit in der Kunst, sondern um Malerei und die Frage nach Tiefe und malerischer Oberfläche. Er hat halt flache Gegenstände, erstmal, benutzt, und deren Struktur als deckungsgleich mit der Bildfläche verwendet, oder einem Teil davon, was Konsequenzen für den Rest der Bildfäche hatte. Naja. Das waren formale Überelegungen, und die de Kooningsche Art Farbe aufzutragen hat er auch als etwas vorgefundenes genommen und gebraucht. Das hatte auch mit denVorstellungen vonDuchamp zu tun. Johns wollte die ganze Inhaltlichkeit der abstr. Expressis vermeiden, weil er die doch gar nicht drauf hatte, und um nicht seinerseits ins falsche Fahrwasser einer anderen pompösen Gegnständlichkeit zu geraten, hat er sich irgendwelcher Alltagsgegenstände bedient, die jeder kannte. Dem ging es erstmal um Wahrnehmung und wie er die reflexiv thematisieren könnte, er wollte den Seh- als Denkvorgang mit ins Bild holen. Da wurde mit der Zeit ein verstecktes metaphysisches Programm draus. (Sagte Barbara Rose, und plötzlich fielen mir merkwürdige Ähnlichkeiten mit de Chirico- und frühen Carra-Bildern auf; ihre Gegenstände.Das weiss aber nur ich.)
    Das hat dann allerdins Konsequenzen aufs Leben.

    T. Albert

    15. Mai 2008 at 12:44

  6. Achso, das unmöglich gemachte Dogma. Also, als Museumsmeister merkt der Herr König das vielleicht nicht so, aber wir reden doch von Randfiguren. Was die mal in Gang gesetzt haben, ist doch längst gewesen, auch diese Art von Gesellschaftlichkeit und Grosszügigkeit der Kunst und der Künstler.

    T. Albert

    15. Mai 2008 at 13:01

  7. @Dean:

    „Der Künstler ist in meiner Vorstellungswelt in sehr starken Maße ein Individualist und insofern recht schwer in programmatische Zusammenhänge einzubinden“

    Ist das so, und geht das? Das behaupten zwar immer alle, ich glaube das aber nicht.

    „Insofern existiert “Pop” als künstlerisches Thema und sollte m.E. auch nicht mit theoretisierenden ästhetischen Verdikten übermäßig malträtiert werden,“

    Dieser Standpunkt ist selbst pop-immanent – Reflektion als Maltraitieren zu begreifen ist die böseste aller Pop-Methoden.

    Und Warhols Werke sind für mich schon solche, die auch Pop reflektieren, insofern isses ja auch Pop-Art und nicht Pop. Ich mag den zwar auch nicht, aber einfach so abcanceln kann man den auch nicht.

    „Pop“, wie ich’s oben verwendet habe, ist eine Form, keine Gruppe von Inhalten im Sinne „populärer Kultur“. Freilich eine Form, die potenzielle Massenkompatibilität beinhaltet, insofern ist Neo Rauch z.B. für mich auch Pop-Art.

    Pop abstrahiert, setzt auf das Stilisieren von Gefühlen (durchaus auch Kälte, z.B.), ist konsumierbar und schleift Ecken und Kanten hin zu einem gewissen Grad der Gefälligkeit. Und in diesem Rahmen kann man dann ganz dolle Sachen machen, aber auch ganz schreckliche. ’nen Hakenkreuz ist pop-fähig, Auschwitz-Bilder nicht, jetzt mal etwas krass bezogen auf das „Nazis sind Pop“ von dem Schröder.

    Gewalt ist aber durchaus pop-fähig, siehe Kriegsfilme oder „Fight Club“ oder Tarantino. Ebvent-Tourismus hin zu irgendwelchen Demos ist ja auch eine Stilisierung von Gefühl.

    Dogmen sind für mich unterhintergehbare und unumstößliche Regeln, insofern aber immer auch das Gegenteil von Beliebigkeit. Manche sind halt auch dogmatisch witzig. Das ist auch gar nicht die Frage nach dem Subjekt oder dem Individuum – weil’s keine Privatsprache geben kann, gibt’s diesen Kontrast auch nicht.

    „Die Übertragung eines künslterischen Dogmas auf die Politik wiederum hat noch mehr hinkende Füße.“

    Ist das so? Hat Schröders „Neue Mitte“, roter Kreis auf blauem Grund, nicht viel mit künstlerischen Dogmaen zu tun, die z.B. völlig quer zu einer Käthe Kollwitz-Zeichnung stehen?

    @T. Albert:

    Das mit der Flagge von Johns und dem Verfremdungseffekt fiel mir auch heute morgen erst beim Schreiben auf, seltsamerweise – was ja auch bei Warhols Campbell-Dosen so ist.

    Wobei dann ja doch die – wohl unauflösliche – Farge sich stelllt: Ist da erst die Form, also der Background des Malerischen (Oberfläche) etc., oder erst der Gegenstand, und macht es sich nicht zu einfach, die Frage einfach mit dem Materialbegriff zu umschiffen?

    Ich denke schon wieder beim Schreiben, sorry, vielleicht ist das Blödsinn, aber ich kann vom Gegenstand und dessen Darstellung/BeschreibunG/Verfremdung immer nicht lassen, weil solche Fragen in meinem Job immer so seltsame Antworten erfahren, die z.B. bei Pollock sich so wohl gar nicht stellen würden, vermute ich.

    Bin einfach irgendwo zwischen früher Moderne und Pop unterwegs und habe immer das Gefühl, daß man was übergeht, wenn man das nicht ist – so ganz dogmatisch.

    „Dem ging es erstmal um Wahrnehmung und wie er die reflexiv thematisieren könnte, er wollte den Seh- als Denkvorgang mit ins Bild holen.“

    Ist das nicht eigentlich Brecht pur, der Theater ALS Theater begriff? Oder bringe ich durcheinander?

    „Was die mal in Gang gesetzt haben, ist doch längst gewesen, auch diese Art von Gesellschaftlichkeit und Grosszügigkeit der Kunst und der Künstler.“

    Ich glaube ja an die Renaissance dieser Perspektiven.

    momorulez

    15. Mai 2008 at 15:18

  8. @momorulez

    „Ist da erst die Form, also der Background des Malerischen (Oberfläche) etc., oder erst der Gegenstand, und macht es sich nicht zu einfach, die Frage einfach mit dem Materialbegriff zu umschiffen?“

    Ja, da macht man es sich einfach. Ist Textbaustein. Ich benutze den immer, wenn ich bezüglich Kunst, die mir wichtig ist, mundfaul bin.
    Das ist unauflöslich, klar. Der Johns hat ja auch seine Oberflächen am und durch den Gegenstand entwickelt. Ne Fahne kann sich jeder machen-malen, aber wie mal ich die Fahne ohne Kontext ab? Ist sie dann eine abgemalte Fahne oder eine Fahne? Oder ein Bild, das aussieht wie eine Fahne, oder
    stellt das Bild die Fahne als Stilleben dar? Oder ist das keinesfalls eine Fahne, weil die Oberfläche nichts mit der „richtiger“ Fahnen zu tun hat? Wenn er sie im Bild in Zusammenhang mit anderen Dingen bringt, oder eine Farbfläche drunter setzt, wird sie dann erst als Malerei überhaupt verständlich? – Man muss ja dabei auch bedenken, dass J.J. sich gerne mit Tromp l`oeil-Malerei beschäftigt hat: und diese Maler haben ja diese Fragen schon in der enaissance , dann nochmal besonders im 18. und Beginn 19. Jhdt. auch gestellt. Da spielt auch die Befestigung relativ flacher Gegenstände auf Flächen an einem andern Gegenstand eine wichtige Rolle, damit der illusionstische Effekt erzielt werden konnte, wenn ich die richtig versteh; ich kenn mich damit nicht wirklich aus.
    Bei J. J. stellt sich natürlich auch die Frage, wieweit der Gegenstand dann noch Gegenstand bleibt, wenn er ihn in der malerischen Oberfläche, die ihm gar nicht entsprechen muss, auflöst.
    Ja, V-Effekt, ich musste ja auch öfter mal an brecht denken, wenn ich Johns-Sachen gesehen habe. Ich finde ja immer, dass dswegen die Sachen des alten Johns auch so spannend sind; die werden ja oft nicht so goutiert, weil er da angeblich nicht mehr der grosse Erfinder ist, sondern nur noch der Verwerter, aber das ist dochQuatsch. Das ist eine wunderbare geheimnisvoll erzählerische Sache mit lauter Verweisen und malerischen Fussnoten; SChichtungen von „Mikroräumen“, in denen er seine Interessen ausbreitet und miteinander verknüpft, wie in den „Racing-Thoughts“-SAchen, Und das macht ja Rauschenberg ähnlich, aber wuchtiger, und mit der Frage nach der Information in seinen collagierten Fotos Und Zeitungen undso.

    Es geht immer um diesen Konnex Sehen-Wahrnehmen-Reflexion- Spiegelung, den Betrachter mit reinziehen, oder sich selbst als Autor, der den eigenen Wahrnehmungs- und Arbeitsvorgang reflektiert. Bei Pollock ist das nicht so. Der macht einen Raum, in dem die gegenstände untergehen , oder in dem sie aufgehen. Das ist j aso ein bisschen die BArock-Methode, die der Pollock verwendet: der Betrachter als Bestandteil der räumlichen Verdichtung.

    Ich glaube ja auch an die Renaissance dieser Perspektiven. DAnn, wenn die individuelle und gesellschaftliche Lebensangst sich wieder in Kraft verwandelt. Das ist ja, was Rauschenberg vorgeführt hat. Ich bin ja privilgiert, weil ich in den 60ern und 70ern damit aufwachsen durfte, ich meine, in so einem familiären Umfeld, wo das alles eine Rolle spielte, diese Gesellschafftlichkeit und Grosszügigkeit.
    Aber: als mich mal jemand – ein Komponist aus dieser Cage- Connection – auf eine Party bei Jasper Johns mitnehmen wollte, da hab ich als junger Mann gekniffen, ja. Da hatt ich plötzlich Angst. Und bei meinen Eltern und ihren Freunden auf den Parties waren alle möglichen Leute gewesen, aber J. J. nicht. Ich ärger mich ja heute noch.

    T. Albert

    15. Mai 2008 at 16:33


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