shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Ein Hoch auf: Martin Suter

with 17 comments

Oder zumindest den Artikel in der aktuellen DIE ZEITüber ihn. Hätte Statler nicht darauf verwiesen, ich hätte den gar nicht entdeckt. Und daß ich diesen Kolumnisten und Autoren bis dato nich nicht mal wahrgenommen habe, daß lasse ich mir gerne vorwerfen. Weil der ja offenkundig Aufklärung in bester Tradition betreibt – und das, was ich aus jenen Lebenswelten täglich mitbekomme, die er thematisiert, das ist eine stete Verifikation seiner Aussagen (ja, ich weiß, im strengen Sinne gibt es nur Falsifikationen, aber im konkreten Fall würde auch das nicht gelten).Der Weg zum CEO oder „wie gerate ich’s in höhere Management?“ – Typen, die sich solche Fragen stellen, charakterisiert der ehemalige Werber aus der Schweiz in seinen Romanen. Und findet treffsichere Antworten:

„Ein Leben in Abhängigkeit, das von Druck und Angst diktiert wird. Wo groß herauskommt, wer sich duckt, sich die eigene Meinung und die Mitmenschlichkeit abgewöhnt. So ist es bei Suter nachzulesen.

„Das Management funktioniert nach starren Regeln“, sagt der Autor, „wie das Militär“. Nicht zufällig stehe in der Schweiz die Rekrutenschule am Anfang der Erziehung zum Mann. „Mannsein heißt Unterwerfung.“ Gleichschritt, Befehl und Gehorsam sind das Fundament von Heer und Konzern gleichermaßen. Wer nicht aus der Reihe tanzt, kommt nach oben. Wer nicht mitmarschiert, fliegt raus.“

Sabine Rückert, Analytiker der Buisnessclass, in: DIE ZEIT 21/2008, S. 34

Jau! Nee, da sind keine doofen, altlinken Klischees, diese Pappnasen machen mir ja auch ganz alltäglich das Leben schwer. Ein wichtiges Prinzip wird nicht erwähnt: Verlagere das Risisko auf das nächstschwächste Glied, und halte Dir Bauernopfer, die notfalls schuld sind. Tue selber nix, sondern laß die Anderen machen, und kritisiere dann wortgewaltig. So wirst Du irgendwann Chief Executive Officer. Das hat mit Exekutionen in der Tat was zu tun, ist aber ansonsten Form:

„““CEOs bherrschen ihren Job nicht, weil sie nicht dafür qualifiziert sind. CEOs wissen nur, wie man CEO wird. Davon, wie man CEO ist, haben sie keine Ahnung. Woher auch? Der Kampf um die Position verlangt ganz andere Qualitäten als die Position selber. Da hat man jahrelang Mitbewerber ausgetrickst, sich auf Kosten anderer profiliert, Verantwortung abgewälzt und Erfolge für sich beansprucht, opportune Entscheidungen getroffen und richtige gemieden (…) und plötzlich ist man am Ziel und weiß nicht, was man dort zu tun hat.“

Notfalls halt ein paar tausend Leute feuern, Produktionen verlagern, Interviews über die Abschaffung des Sozialstaates geben oder mit dem Anwalt, der sich um die Befreung von der Sozialversicherungspflicht kümmert, schick Mittag essen gehen. Ach nee, das galt nur für Geschäfstführer in GmbHs, nicht für AGs, die sind eh frei. Oder? Dann geht man halt mit dem Betriebsratsvorsitzenden in den Puff.

Bittere Pointe:

„“Und da gibt es noch die anderen, die genau wüßten, was man als CEO zu tun hätte, aber zu anständig sind, es zu werden.““

Na denn Prost – wer will schon Kaiser Wilhelm wieder haben, wenn andere sein Werk so formvollenden?
Für solche Apparatschiks braucht man noch nicht mal einen Staat …

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Written by momorulez

18. Mai 2008 um 17:05

17 Antworten

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  1. Ähm, ein bisken übertrieben ist das doch, oder?

    Es mag ja stimmen (m.E. stimmt das), dass Ellenbogen-Qualitäten im höheren Management überrepräsentiert sind und Fähigkeiten hinsichtlich der Entscheidungsfindung oder Teamorgaisation – leider gar nicht so selten – unterrepräsentiert.

    Weil eine Top-Position im Management oftmals viel mit Macht und Machtausübung zu tun hat und – anders als die „Leistungsträger“-Ideologie der Neoliberalen meint – eher wenig mit Fähigkeit, häufen sich Persönlichkeitsstrukturen, bei denen das Streben nach Macht über andere im Vordergrund stehen.

    Aber nun: Es ist nur eine Häufung.

    (schlimm genug…)

    Wenn man so will, findet man da eine Art „Peterprinzip“, eine Negativselektion der Führungseigenschaften. groß- und größtkötzigstes Auftreten in Verbindung mit einen hohen taktischen Geschick und – auch das – dazu die Fähigkeit nach oben loyal zu wirken und nach unten bedrohlich.

    Die Fähigkeit zur Stellenerlangung dominiert in manchen Fällen (m.E. relativ häufig) im gehobenen und höhren Management die Fähigkeit, die Stelle wirklich gut auszufüllen.

    Gemäß den „Marktprinzipien“ (Frage: Welcher Markt, wo soviel Macht den Auschlag gibt.) müssten dann Firmen mit einer vernünftigen Führung im Leistungswettbewerb auf Dauer gegenüber diesem – tendenziell paranoiden und machtbesessenen Führungsstil die Oberhandgewinnen, jedenfalls auf Dauer.

    Doch ach! Auch im Wettbewerb setzt sich gar nicht so selten eine skrupellose Unternehmung durch, sogar der Betrüger am Kunden, am Arbeitnehmer und Lieferanten hat gute Chancen im „Wettbewerb“ – jedenfalls, wenn er es geschickt genug anstellt.

    Wir nennen es: Vermachtung.

    Tatsächlich gibt es aber auch immer wieder Gegenbewegungen zu diesen Mechanismen, Firmen mit flachen Hierarchien, welche die Unternehmensbeteiligten und deren Interessen (etwas weniger als „stake holder“, aber deutlich mehr als „share holder“) vernünftig berücksichtigen können ebenfalls Erfolg haben. Das ist garnicht einmal so selten.

    Auch ist es durchaus nicht so, dass alle gehobenen und höheren Management-Postionen von Vertretern des „Clement-Typus“ besetzt werden, und weiterhin sollte man bedenken, dass der antisoziale Managertyp nie in Reinform und auch nicht zwingend als unfähige Person vorkommt.

    Ackermann, der „Bauer, ist – meiner Meinung nach – durchaus fähig, mitunter sogar regelrecht charmant – und steht für einen Mischtypus.

    Ein weiterer Typus (den ich öfter kenengelernt habe) ist der Typus des „gegenerierten Erben“, der selbst nicht in der Lage ist, ein Unternehmen zu führen – und daher ums so lieber auf den rücksichtslosen antisozialen Managertyp setzt.

    Die Möglichkeiten sind viele – und die Mischtypen sind häufiger als das im Thread benannte, überzogen stilisierte Extrem.

    (nach meinen Erfahrungen. Sorry, damit möchte ich niemanden zu nahe treten.)

    Dr. Dean

    18. Mai 2008 at 23:44

  2. Glaube, daß jene, die über die ökonomische Schulung und über die Juristerei in ihnen sachfremde Materien vordringen die sind, die Herr Suter da beschreibt. Die also irgendein formales Wissen auf alles und jedes anwenden.

    Und die kleineren Firmen mit der flachen Hierarchie sind ja in der Regel nicht die börsenotierten, und ist CEO nicht in dem Kontext verortet? Und sie hängen dann sowieso immer am Tropf der größeren, ökonomischen Institutionen, und da kommst, glaube ich, wirklich nur nach oben, wenn Du so agierst, wie Suter es schreibt. Ist in der Politik doch genau so.

    momorulez

    19. Mai 2008 at 7:28

  3. In der Politik genauso?

    Nein, glaube ich auch nicht – auch, weil ich dazu viel zu viel Einblick hatte. Das passt nicht zu meinen Erfahrungen, was ja auch bedeuten kann, dass meine Erfahrungen nicht repräsentativ sind.

    Nach meinen Dafürhalten laufen es in der Politik, wo du während i.d.R. nicht von einer zentralen Vorgesetztenfigur abhänig bist, andere Mechanismen. Hier ist es wichtiger, nicht anzuecken, gefällig zu sein (jedenfalls innerhalb deiner Partei), mitzuschwimmen und dabei konstruktiv zu wirken.

    Im Ergebnis bevorteilt dies Opportunisten, die schon aus sachlicher Inkompetenz keine echten „Kanten“ haben können, denen es aber gelingt, mit Halbsätzen und typischen Politiksprech vermeintliche Kompetenz zu signalieren. Eine besonders gute Verkörperung davon stellt für mich die Person von Walter Momper dar.

    Ein netter, geselliger Kerl, der praktisch mit jeden ein Bierchen trinken gehen kann – und dazu hohl wie eine taube Nuss, wenn es um politische Inhalte geht. Das ermöglicht es ihm, nahezu jeden politischen Standpunkt einzunehmen, solange sein Instinkt im dafür Mehrheiten signalisiert. Im Laufe der politischen Karriere findet dann ein Prozess der „politischen Einbettung“ ins eigene politische Millieu statt, mit entsprechenden Anpassungserscheinungen und auch einem bestimmten Lebensrhythmus, zu dem auch gehört, sich wochentags (und auch am Wochenende) nahezu jeden Abend mit Parteimenschen zu verbringen, sei es im „Arbeitskreis XY“ oder in der „Kreissitzung YX“ oder im „Landesausschuss XY“ oder im Vorstand von XY. Es bildet sich bei diesem Prozess geradezu eine eigene Spezies heraus, und wer dies nicht mitmacht, wer nicht gut „vernetzt“ ist, hat in der Politik deutlich weniger Chancen.

    (damit hängt übrigens auch der geringere Frauenanteil zusammen – bei gleichzeitiger Überrepräsentation bestimmter Frauentypen)

    Man schaue sich einmal im Bundestag oder in Länderparlamenten um! Was sieht man da für Menschen? Managertypen? Kreative? Echte Unternehmer? Oder einfach nur: Normale Bürger, eingebettet in ihren Beruf und ihr Leben?

    Selten.

    Und was die Unternehmen betrifft: Gerade in DAX-Unternehmen findet sich eine eigentümliche Kultur und auch, jedenfalls sehr oft, eine gewisse Konformität des Führungspersonals und seiner Stilistik. Aber das ist doch nur ein Ausschnitt aus dem Wirtschatsleben, sogar ein relativ kleiner! Damit sage ich nicht, dass börsenferne große und mittlere Unternehmen grundsätzlich angenehmer oder netter wären, aber: sie sind (oft) anders.

    Kleine und mittelständische Unternehmungen erbringen mehr als die Hälte der Wirtschafstleistung in unserem Land, und m.E. nur selten (bei dir Momorulez ist es leider anders) hängen sie dabei total bzw. stark am Tropf einer größeren Unternehmung bzw. „Gruppe“.

    Es ist eine Last mit mir, denn: Ich widerspreche. Aber ich verstehe deinen Frust (bzw. ich meine ihn sehr genau zu verstehen), denn genau die Erfahrungen, auf die du Bezug nimmt, kenne ich auch.

    Dr. Dean

    19. Mai 2008 at 9:35

  4. „Die also irgendein formales Wissen auf alles und jedes anwenden.“ – die nennt man Unternehmensberater, oder neudeutsch consutants. Tauchen die dann ab 45 – dann ist nämlich das Verfallsdatum eines consultant erreicht, ist er nicht inzwischen Partner geworden (neudeutsch „partner“) – in Unternehmen auf, meist denen, die sie lange beraten haben, dann erntest Du den Effekt, den Suter hier beschreibt.

    Zur Absicherung ihrer Entscheidungen bedienen sie sich der Techniken, die sie gelernt haben. Und beauftragen wieder Unternehmensberatungen, Wirtschaftprüfer und Co. Das kennen sie, da fühlen sie sich wohl. Und wirklich, ich habe noch keinen consultant kennengelernt, der nicht wirklich davon überzeugt ist, dass seine erlernten Methoden auf alles uns jeden anzuwenden sind – gruselig!

    ring2

    20. Mai 2008 at 11:29

  5. „Und die kleineren Firmen mit der flachen Hierarchie sind ja in der Regel nicht die börsenotierten, und ist CEO nicht in dem Kontext verortet? Und sie hängen dann sowieso immer am Tropf der größeren, ökonomischen Institutionen, und da kommst, glaube ich, wirklich nur nach oben, wenn Du so agierst, wie Suter es schreibt. Ist in der Politik doch genau so.“

    Ja, eben. Das ist eigentlich kein Wirtschaftsproblem, es fällt nur derzeit gerade in den Großunternehmen sehr auf. Eigentlich ist das ein Problem, auf das man in jeder hierarchisch gegliederten Organisation stößt. Wo auch immer es solche langen, langsamen Aufstiege in Hierarchien gibt, wird man auf Leute stoßen, die sich mehr mit Macht- und Aufstiegstechnik beschäftigen, als mit den echten Problemen der Organisation, für die sie arbeiten.

    Insofern ist das alles möglicherweise sogar ein Problem von zu viel und nicht zu wenig Wettbewerb (internem Wettbewerb, in den Organisationen). In der alten Deutschland AG, mit den vielen über Kreuz verflochtenen Beteiligungen, lief innerhalb der Unternehmen noch wesentlich mehr über gegenseitige Patronage, und Karrieren waren kalkulierbarer. Was gleichzeitig geringere Investitionen in Machttechniken nötig machte.

    Damit will ich jetzt nicht unbedingt dem alten Klüngel das Wort reden. Und es gibt genügend andere Sektoren, wo die Beseitigung früheren Klüngels sehr positive Ergebnisse erzielt hat. In der Wissenschaft beispielsweise, wo es eben wirklich immer mehr auf Publikationen in guten Journals ankommt und nicht mehr darauf, ob man beim richtigen Ordinarius promoviert hat. Da lenkt der intensivere Wettbewerb die Ressourcen durchaus in produktive Bahnen. Aber in den Management-Hierarchien macht er das vielleicht gerade nicht, und es wäre interessant zu wissen, wieso nicht.

    statler

    20. Mai 2008 at 13:02

  6. Die Transparenz der wissenschaftlichen Leistung hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, vermute ich. Solange der Zugang zur Zeitschriftenveröffentlichung v.a. auf Leistung beruht und weniger auf Macht oder Konformität, wirkt der Wettbewerb leistungssteigernd,eben, weil er auf Basis der (Veröffentlichungs)Leistung erfolgt.

    Der Durchmarsch in hierarchischen Strukturen fordert und fördert andere Talente. Da kommt es dann sehr stark auf den Habitus an (auf eine m.E. ziemlich absurde Weise), auf rhetorische Fähigkeiten, sehr stark aber auch auf schieren Aufstiegswillen.

    Die Stellenbesetzung, beginnend mit den mittleren Managementpositionen ist – nach meinen eher oberflächlichen Beobachtungen – ist merkwürdiger Weise aber nicht so sonderlich stark von der „Leistung“ des Stelleninhaber abhängig – er muss die Stelle vor allem ausfüllen, was im Grunde genommen keine besondere Leistung darstellt. Er muss – im Regelfall – die jeweilige Stellung nicht (!) gut oder besondes gut ausfüllen.

    Ein einzelnes, womöglch verfrüht für typisch gehaltenes Beispiel:

    Nehmen wir einmal einen Finanzvorstand einer mittleren Unternehmung an: Wenn dieser sein Handwerk einigermaßen beherrscht, dann ist sein zu messener „Erfolg“ vor allem vom Leistungsvermögen seiner Untergebenen abhängig – und erstaunlich wenig durch die eigenen Arbeistleistungen.

    (Man könnte dies das „Management-Dilemma nennen)

    Wie kann dieser Mann also karrieremäßig vorankommen, wie kann er z.B. Finanzvorstand einer größeren Unternehmung werden oder in seiner eigenen Unternehmung Chef werden?

    Ich denke, hier spielen dann „Nicht-Leistungsqualifikationen“ (so nenne ich sie mal) eine große Rolle, also die Fähigkeit, nach unten wie nach oben die Rolle als Manager besonders wirkungsvoll auszufüllen, nach oben also in einem Höchstmaß loyal zu wirken, den gewünschten Habitus zu repräsentieren, während er nach unten ebenfalls glaubwürdig wirken muss als „Chef“ bzw. Manager.

    (Er muss sich also z.B. kaum Gedanken darüber machen, wie er die Ergonomie der Buchhaltung verbessert, wie er die Aussagekraft von Kennziffern erhöht, wie er die Leistungsfähigkeit der verantworteten Unternehmensbereiche verbessert usw. – es muss zunächst nur „laufen“ – und sollten tatsächlich einmal Verbesserungen vonnöten sein, so holt er sich dafür fachkundige Mitarbeiter und Berater ran)

    Meine These ist also (eine üble Vereinfachung ist sie zudem), dass ab einer bestimmten Managementhöhe die eigentliche Managementleistung
    a) schwer messbar ist
    b) hoch intransparent ist
    c) im Wesentlichen von anderen erbracht wird

    Insofern gewinnen dann Fähigkeiten zur Selbstvermarktung und Machtausübung an Gewicht.

    Dazu kommt vielleicht noch ein kultureller Faktor: In der Frühphase der Bundesrepublik Deutschland spielten handsärmelige Innovatoren und echte Unternehmertypen noch eine große Rolle – diese Leute haben sich nicht selten selbst nach oben gearbeitet und hatten ihrerseits bei der Auswahl von Managementpersonal eine größere soziale Offenheit, d.h., sie vertrauten auch mal auf habitusfremde Leute, wenn sie diese für fähig hielten.

    Inzwischen hat sich aber das Wirtschaftsumfeld gewandelt, ein Typ wie Neckermann würde es heutzutage maximal zu „Rudis Resterampe“ bringen. Anders gesagt, die fehlende Wachstumsdynamik, aber auch die zunehmende Entfernung von der „Stunde Null“ veränderte das Kräfteparalleogramm in der Wirtschaft – und auch die soziale Durchlässigkeit. Für das Fortkommen zählten weniger Innovation und unternehmerischer Mut, dafür aber aber umso mehr die Fähigkeit zur Stellenerlangung, und – das kann garnicht oft genug betont werden – eine gelungene habituelle Anpassung an die Erwartungen einer inzwischen ausgeformten Managementschicht, die sich zunehmend selbst rekrutiert (bzw. bevorzugt aus den Kreisen eigener Kinder u.ä.).

    Es dürfte kein Zufall sein, meine ich, dass in Branchen mit hohen Wachstumsraten im Kreis von Management und Unternehmensführung eine deutlich höhere soziale Offenheit herrscht.

    (So, an dieser Stelle beende ich meinen Antwortversuch und den Rundflug durch linksliberal angeföhnte Vorurteile, Reflektionen und Erfahrungen. Zumal mir mein Gefühl sagt, inzwischen in genügend Widersprüche verheddert zu sein, während ich wohl andere, deutlich wichtigere Antwortoptionen entweder nicht kenne oder verdrängt habe. Unsere politischen Eliten gingen davon aus, dass das Modell der „Deutschland AG“, die gegenseitige Durchdringung innerhalb von Aufsichtsräten, ein wesentlciher Faktor zu diesen Erstarrungsprozessen dargestellt hat. Ich habe an dieser Deutung erhelbliche Zweifel. Die neu hinzugekommen „Heuschrecken“ und Hedgefonds mag ich zwar nicht pauschal bashen, aber mein Eindruck ist, dass diese nicht unbedingt zu höherer Managentqualität beigetragen haben. Eher im Gegenteil.)

    Ich verbleibe also – wie so oft – vor allem ratlos. Und auch wenig überzeugt von der selbst gegebenen Antwort.

    Dr. Dean

    20. Mai 2008 at 13:59

  7. @statler: „der Wissenschaft beispielsweise, wo es eben wirklich immer mehr auf Publikationen in guten Journals ankommt und nicht mehr darauf, ob man beim richtigen Ordinarius promoviert hat. Da lenkt der intensivere Wettbewerb die Ressourcen durchaus in produktive Bahnen. Aber in den Management-Hierarchien macht er das vielleicht gerade nicht, und es wäre interessant zu wissen, wieso nicht.“ — Ist das so? Ich hatte die Tatsache, dass ich nicht auf einem Lehrstuhl sitze, noch dem Umstand zu verdanken, nicht einer dieser Professoren-Seilschaften anzugehören. Also, in den Geistes- und Sozialwissenschaften bestimmt nach wie vor die Biertischgemeinschaft äh wissenschaftliche Schulenzugehörigkeit alles. Zum Anderen wird die Forschungsqualität auch nicht gerade besser. Unsereins musste eine vollständig selbstständige Forschungsarbeit mit bislang unveröffentlichten Ergebnissen vorlegen, um überhaupt zur Prüfung zugelassen zu werden, und ich kenne jüngere Absolventen, die offen erzählen, mit Textbausteinen in ihrer Abschlussarbeit hantiert zu haben.

    che2001

    20. Mai 2008 at 14:43

  8. @statler, che:

    Also, das schließt sich ja nicht unbedingt gegenseitig aus. Um in die relevanten Journals zu kommen, muss man ja auch die richtigen personen kennen. Ich merke das ja insofern, als meine Diss z.B. so gut wie gar nichts mit den Themen zu tun hat, die meine Chefin so bearbeitet. Allein schon die informelle Struktur (mal ein Link zu einer Tagung, oder der Verweis auf einen Call for Paper) muss man sich dann selber Zusammen suchen. Vom bangen Zittern ganz zu schweigen, ob der nächste Forschungsantrag bei der DFG durchgeht, oder ob demnächst jemand anderes, näher an den Gutachtern sitzend, mit einer ganz ähnlich zugeschnittenen Thematik dann die Fördermittel einstreicht – diese Erfahrungen haben wir ja schon auch gemacht.

    lars

    20. Mai 2008 at 15:59

  9. Es menschelt eben überall. Schlimm wird das eben, wenn sich das Gegengewicht – wie im Falle der Globalisierung – nicht mehr dazugesellen will.

    ring2

    20. Mai 2008 at 16:51

  10. Hmm, vielleicht gibt es da doch noch große Unterschiede in den Fachkulturen. Bei uns hat sich das in den letzten 20, 25 Jahren entwickelt, parallel mit einer starken Internationalisierung. Was nicht heißt, daß das System perfekt wäre. Aber es ist schon offener und objektiver als der alte Klüngel. Also, wenn ich für ein Journal ein Papier begutachten muß von einem Kollegen, den ich gut kenne, dann mag die Versuchung groß sein, da besonders großzügig zu sein. Aber andererseits darf ich es mir ja auch selbst nicht mit dem Herausgeber verderben, und wenn ich da jemandem ein Papier durchwinke, das qualitativ eigentlich nicht reicht, dann könnte mir das schon passieren.

    Die Herausgeber auf der anderen Seite sind in der Regel eitel genug, um vor allem die Reputation ihres Journals im Kopf zu haben. Es gibt eine große Ausnahme, das sind die fünf wichtigsten amerikanischen Journals, da hat man als Europäer wesentlich geringerer Chancen reinzukommen. Einfach deshalb, weil deren amerikanische Herausgeber oft arrogant genug sind um zu glauben, daß jenseits der Ivy-League-Unis dort drüben eh kaum irgendwo ernstzunehmende Forschung betrieben wird. Also wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit schon vom Herausgeber aussortiert, ohne daß überhaupt Gutachten über das Papier eingeholt werden. Und das ist dann der Punkt, wo persönliche Kontakte dort drüben wirklich eine Rolle spielen, man übersteht diese editorial-screening-Phase leichter.

    Aber auf der Ebene darunter hatte ich eigentlich noch nie das Gefühl, daß persönliche Kontakte eine große Rolle spielen. Was auch daran liegt, daß eigentlich jeder mit den Spielregeln einverstanden ist, und auch dann nicht beleidigt ist, wenn z.B. ein gut befreundeter Herausgeber ein Papier ablehnt. Das sieht man dann eher sportlich.

    statler

    20. Mai 2008 at 17:00

  11. @statler: Sicherlich spielt auch die Größe des jeweiligen Feldes ein Rolle (und die ist im Fall der Kindheitssoziologie sicherlich kleiner als in der Kultursoziologie). Und dann gibt es ja noch die jeweils geltenden „Ideologien“ reps. den „common sense“ der durchaus auch regulierend wirkt.

    Es geht mir da gar nicht um die Frage von Klüngel oder nicht Klüngel, sondern um sowas wie Emergenz oder Mitnahmeeffekte: Die Profs wollen ihre Wissenschaftler ja auch einigermaßen gut platzieren, also geben sie auch mal eine Information weiter, die interessant sein könnte, die man aber selbst übersehen hätte.
    Dahinter kann aber auch tatsächlich sowas wie Fachkultur stecken, insofern die Ökonomen vielleicht „spezialisierter“ sind. Wenn jemand bei euch was zu Geldtheorie macht, dann sagt er vielleicht zu einem Promovenden, der was zur Steuerbarkeit von Märkten macht, „Gehen Sie doch lieber zum Kollegen XY“. Umgekehrt ließe sich natürlich fragen, ob man dann entsprechend rational den Doktorvater gewählt hat. aber das merkt man ja sowieso erst, wenn man schon dabei ist.

    lars

    20. Mai 2008 at 19:25

  12. „ich weiß, im strengen Sinne gibt es nur Falsifikationen“

    Entsprächen die nicht der Verifikation der Negation?

    David

    27. Mai 2008 at 13:59

  13. Da fällt mir mein Mittelalter-Prof. ein. Er berichtete, eine hohe Fachkoryphäe verträte zur Goldenen Bulle eine andere Auffassung als die ganze übrige Fachwelt und setzte ein ganzes Seminar daran, aus dem vorhandenen Quellenmaterial zu ergründen, worauf er seine Auffassung stützte. Wir fanden nichts. Darauf erklärte er, der Kollege habe selber die einschlägigen Quellen niemals gelesen, er sei ihm draufgekommen, sei damit aber niemals an die Öffentlichkeit gegangen, da er ihm den Biertisch nicht verderben wolle.

    che2001

    27. Mai 2008 at 15:20

  14. @ David

    Eine Falsifikation kann sich unter Umständen als genauso vorläufig erweisen wie eine Verifikation, der Erklärungswert einer vermeintlich widerlegten Theorie kann im Laufe der Zeit wieder ansteigen…

    (Zum Beispiel dann, wenn auch die Nachfolgetheorie Probleme aufweist – was m.E. für den Bereich der Sozialwissenschaften kein seltenes Szenario darstellt)

    Dennoch bietet die vorwiegende Orientierung auf die Falsifikation m.E. sehr große Vorteile gegenüber einer Orientierung an der (vermeintlichen bzw. voreilig angenommenen) Verifikation. Die Falsifikation ist also, trotz gewisser berechtigter Einwendungen, im Allgemeinen deutlich zuverlässiger als eine Verifikation.

    Und das ist ein entscheidender Punkt.

    Man kann sich das beispielsweise anhand einer beliebigen aktuellen VÖ von Götz Aly verdeutlichen: Untersuchte man seine aktuellen Hauptthesen reinweg unter der Lupe der Falsifikation, dann bleibt am Ende nur noch ein polemischer Wirrkopf übrig, dessen Wort wenig taugt.

    Wer einseitig auf „Verifikation“ in den Sozialwissenschaften setzt, der ist der großen Gefahr ausgesetzt, – quasi der „Aly-Effekt“ -, dass er sich für seine Thesen/Hypothesen das vermeintlich bestätigende Material einseitig zusammensucht, solange, bis er selbst seine Thesen „verifiziert“ sieht. Gerade in den Sozialwissenschaften wird das Trachten nach „Verifikation“ zu einer Falle.

    Allerdings, in Abweichung zu Popper & Co, meine ich dass die parallele Orientierung auf „Verifikation“ – auch in den Sozialwissenschaften“ einigen Nutzen stiftet. So kann man auch bei den falschen Thesen des Wirrkopfes Aly, wenn man sie vorsichtig umformt und der Wirklichkeit anpasst, einigen Wahrheitswert abgewinnen.

    Der Blickwinkel lautet dann: „Was ist da dran?“

    Weiterhin sollte man bedenken, dass sich hinter den schön einfachen Begriffen „Falsifikation“ und „Verifikation“ jeweils sehr unterschiedliche Dinge verbergen, bespielsweise sehr unterschiedliche Verifikationsmethoden. Ich meine, dass Popper seine philosophischen Einwände gegen den Empirismus übertrieben stark gewichtet hat und dabei verkannt hat, dass es nahezu beweiskräftige Verifikationsmethoden gibt (gut geplante Experimente können dazu zählen, aber auch mathematische Beweise), und dass – im Einzellfall – hingegen eine Falsifikation in den Geisteswissenschaften sogar eine recht geringe Beweiskraft aufweisen kann, beispielsweise eine Umfrage zur Ermittlung angeblich vorhandener Anschauungen in der Bevölkerung. Zwar lässt sich mit einm wissenschaftlich so schwachen Mittel so manche „Falsifikation“ vornehmen, aber es wäre dann eine „schwache Falsifikation“.

    (Auch ist die „Jagd nach Beweisen“ ein so wichtiger Antrieb für Wissenschaft, dass eine reinweg „nur-kritische“ Wissenschaft bzw. eine dezidiert „anti-positivistische Wissenschaft“ zu sehr an Schöpfer- und Erkenntniskraft verlieren kann, während der philospophisch ausgezeichnet begründete Falsifikationismus in der Praxis der Wissenschaft auch wegen seines „Über-Ideals“ zu einer heuchlerischen Forschungspraxis führen kann, die am Ende sogar davor zurückschreckt, wissenschaftlich notwendige Falsifikationen der Ansichten von Fachkollegen vorzunehmen. Es herrscht infolge des Popper-Ideals z.B. in den Wirtschaftswissenschaften sogar eine Heidenangst vor der Falsifikation, man meidet sie, und zwar auch deshalb, weil man – irrtümlicherweise – annimmt, dass eine einzelne „Falsikation“ die Theorie des wissenschaftlichen Kollegen bzw. dessen Ruf vernichten würde. Das wissenschaftstheoretische Ideal des Falsifikationismus hat in den Wirtschaftswissenschaften – meiner Meinung nach – auf eine eigentümliche Weise sogar zur Verdrängung von wissenschaftlich hochnotwendiger Kritik gefährt – man kritisiert sich nicht mehr gegenseitig, sondern bevorzugt farchfremde Kollegen oder z.B. „die Politiker“. So herrlich sich das für die jeweiligen Wirtschaftswissenschaftler auch anfühlen mag, sie leisten ihrer Fachdisziplin damit einen Bärendienst.)

    Würde ich eine Wissenschaftstheorie verfassen (g~ttlob: davor ist die Menschheit sicher!), dann würde ich aus verchiedenen Gründen den Falsifikationismus von Popper bzw. seinen kritischen Empirismus überwiegend für begründet und sinnvoll ansehen, diesen aber mit der Methode des „objektivierenden Verifikationismus“ ergänzen. Zudem halte ich es für denkbar, dass eine einseitige Falsifikationshaltung in den Sozialwissenschaften die sehr schädliche Tendenz zur Eigen-Immunisierung sehr stärkt. Alte und umfangreich immunisierte Theroriegebäude werden damit aufgewertet, während sie zugleich immer stärker einen metaphysischen Charakter und zudem eine erkenntnishemmende Tendenz zur monotheistischen (d.h. übertrieben starke Übereinstimmung mit der aktuellen Großtheorie) Modellbildung entwickeln.

    Dr. Dean

    27. Mai 2008 at 16:48

  15. „“ich weiß, im strengen Sinne gibt es nur Falsifikationen”

    Entsprächen die nicht der Verifikation der Negation?“

    Logisch: Klar! Prozessual: Nein.

    Ist aber der alte Witz von Karl-Otto Apel: Man wende den Fallibilismus mal auf sich selbst an …

    PS: Deshalb braucht’s ja die negative Dialektik 😉 …

    momorulez

    28. Mai 2008 at 7:50

  16. Ist aber der alte Witz von Karl-Otto Apel: Man wende den Fallibilismus mal auf sich selbst an …

    Jain. Popper hat ja – auch in Reaktion auf die Kritik – die von ihm propagierte wissenschaftliche Methodik verteidigt, als zentrales Argument mit seiner „Fruchtbarkeit“ (das wäre – man könnte das witzig finden – ein empirisches Argument), und zudem eben mit den Problematiken alternativer wissenschaftlicher Vorgehensweisen.

    Auf sich selbst angewendet hieße das, dass der „Fallibilismus“ (m.E. ein zu sehr verkürzendes Wort) seine Berechtigung findet, auch, weil es keine bessere, wissenschaftlich produktivere Erkenntnismethodik gibt.

    Über diese Ansicht mag man zwar durchaus hin und her diskutieren, aber es gibt sehr gute Gründe dafür, dass man diese Ansicht für gut begründet halten kann, und zwar sogar dann, wenn man den Behauptungen von Feyerabend und Kuhn (und anderen) folgt, nämlich, dass die klare Falsifikation eher der Ausnahmefall der Wissenschaft darstellt.

    Aber – und hier kommt der Punkt: Es ist ein besonders produktiver Ausnahmefall gegenüber dem wissenschaftlichen Normalbetrieb. Die Abweichung gegenüber der theoretisch begründeten Vorhersage und die genaue Erforschung der Gründe für diese Abweichung ist – sogar unzweifelhaft – einer der wissenschaftlich produktivsten Situationen in der Forschung.

    Ich denke also, dass der Einwand von Apel (und anderen) gegenüber dem „Fallibilismus“ wenig Gewicht hat, es gibt m.E. weitaus wichtigere Kritikpunkte gegenüber der von Popper vertretenen Wissenschaftstheorie.

    1. Die wissenschaftliche Produktivität eines Forschers bzw. Wissenschaftlers ergibt sich nicht daraus, dass dieser „poppert“. Vielmehr gibt es sehr unterschiedliche „wissenschaftliche Strategien“, sehr unterschiedliche Stile und es wäre neben einer philosophischen Durchdringung des Wissenschaftsprozesses sinnvoll gewesen, beispielhaft und sinnvoll typologisiert die verschiedenen positiven (aber auch: negativen) Beispiel unterschiedlicher Wissenschaftlicher Stile zu bewerten, und dazu ihr Zusammenwirken, sowie eine Erörterung der Frage, was die Produktivitätsbedingungen des wissenschaftlichen Zusammenwirkens sind.

    Das ist ein sehr weites Feld, und widersinnigerweise (meines Wissens) noch relativ wenig erforscht. Als Indiz dafür mag die Überbewertung von Kuhn und Feyerabend gelten, die m.E. eher nur oberflächlich bzw. ausschnittsartig in den Bereich der Wissenschaftssoziologie eingedrungen sind.

    2. Das Problem der – häufigen – Mehrdeutigkeit in den Sozialwissenschaften ist m.E. in der Wissenschaftstheorie noch unzureichend behandelt. Ich halte es für gut vorstellbar (und darüber hinaus: für praxisgerecht), dass sehr unterschiedliche und sich sogar widersprechende (!) Theorien in den Sozialwissenschaften jeweils wertvolle Erkenntnisbeiträge zu liefern vermögen, also unabhängig voneinander wertvolle Erklärungs- und Prognose-Eigenschaften aufweisen können.

    Aber an Stelle eines „anything goes“ folgt daraus sogar im Gegenteil, dass man sich – trotz des Festhaltens an rivalisierenden Theorien – dann besondere um Genauigkeit (und ja, auch: Falsifizierbarkeit) bemühen muss, sowie darum, den wissenschaftlichen Prozess so anzulegen, dass unzulässige Aussagen (Beispiel vom provokanten bis debilen Großkotz Aly, von fleißigen Thesenfabrikanten wie Adorno u.ä.) besonders schnell und intensiv ausgesondert werden. Denn gerade wegen der (prinzipiell gesteigerten) Mehrdeutigkeit in den Sozialwissenschaften ist die Gefahr dort besonders groß, dass man hier an mangelhaften bzw. hochfragwürdigen Aussagen festhält, und dies umso mehr, je stärker das Klima innerhalb einer einzelnen sozialwissenschaftlichen Forschungsrichtung von Kritikvermeidung geprägt ist.

    Meine Hypothese dazu: Da wissenschaftliche Positionen aus Sicht der Stelleninhaber v.a. den Zweck von Versorgung und Reputationslieferung haben, besteht eine enorm große Gefahr darin, dass sich im wissenschaftlichen Normalprozess eine geradezu widerwärtige Duldsamkeit gegenüber dem Irrtum herrschtt. Man duldet es also zum Beispiel. wenn Lobbyisten einzelne Wissenschaftler bzw. die „wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse“ kaufen.

    Schlimmer gehts nimmer.

    Da hilft dann auch kein Poppern oder keine noch so schöne Erkenntnisphilosophie – deutlich nutzbringender wäre es, wenn käufliche und Spin produzierende „Wissenschaftler“ (leider im Bereich z.B. der Wirtschaftswissenschaften sehr üblich) ausgeschlossen und gebrandmarkt werden würden.

    Das Anbiedern an Drittmittelauftraggeber und deren Interessen ist ebenso bekämpfenswert. Was nützt es, wenn man sich Gedanken über eine produktive und Erkenntnisse vermehrende Wissenschaft macht, wenn man in geradezu hochnotpeinliche Weise Wissenschafts- und Erkenntnistheorien sich erarbeitet, wenn das eigene wissenschaftlichen Umfeld durch die gewerbsmäßige Fabrikation von Dreck (mit dem Label „Wissenschaft“) verpestet wird?

    An Stelle negativer oder sonstwie gearteter Dialektik (übrigens allzu oft eine oft selten blöde Erkenntnismethodik) wäre eine sanfte Tracht Prügel für käufliche Wissenschafttler und Drecksproduzenten eine erwägenswerte Alternative. Imho.

    Dr. Dean

    28. Mai 2008 at 21:22

  17. „Prozessual: Nein.“

    ?

    David

    29. Mai 2008 at 1:03


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