shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Die Parties von früher

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Die römische Oberschicht pflegte Bacchanale zu feiern. Die begannen normalerweise mit einem üppigen Festmahl mit solch exquisiten Spezialitäten wie einem Adler, der einen Hasen in den Fängen hielt, beide gut durchgebraten wieder ins Federkleid bzw. Fell gepackt, und solche Köstlichkeiten wie Otternasen, Nachtigallzungen und in Auerochsenfett gesottenen Schweinskaldaunen (mit Honig), gewürzt mit Garum, einer aus vergammeltem Fisch gewonnenen Soße mit Pfeffer, Kräutern oder Knoblauch, ohne die kein Gericht komplett war, worauf wiederum der Begriff gar zurückzuführen ist. Nach dem meist sehr opulenten Essen, das 30 Gänge umfassen konnte, wurde aufgespielt, gesungen und getanzt, dann folgte ein allgemeines Gelage, bei dem nicht nur gesoffen wurde, sondern geschnupft, geraucht und gekaut, was die Botanik hergab, und zwischenzeitig recht ungehemmt und öffentlich miteinander gevögelt.

Die vergleichbare Veranstaltung bei den Griechen hieß Symposion und war insofern gehaltvoller, als dass die Tischgespräche philosophische Diskussionen auf höchstem Niveau darstellten. Ansonsten war das Programm sehr ähnlich, mit der Besonderheit, dass Sex weder mit den Ehefrauen noch den Sklavinnen der anwesenden Männer stattfand, sondern mit schutzbefohlenen Knaben und mit Hetären, die so etwas waren wie heutige Escort-Service-Edelhuren mit Hochschulabschluss.

Die ägyptische Orgie unterschied sich von Bacchanal und Symposion durch einen leichten religiösen Einschlag und einen so hohen Konsum von Marihuana, Haschisch, Qat, Betel, Opium und Kanna, dass die Ägypter mitunter ihre Götter wirklich erscheinen sahen. Es gehörte zum Service eines guten Gastgebers, die Gäste auf Tragen nach Hause bringen zu lassen.

Einig waren sich auch Griechen und Ägypter, dass die Feiergewohnheiten der Babylonier dekadent und Schweinkram waren.

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Written by chezweitausendeins

23. Juni 2008 um 22:40

9 Antworten

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  1. Was war denn an den Babyloniern Schweinkram bitte? Che, sowas kannste doch nicht nur andeuten!

    lars

    23. Juni 2008 at 22:54

  2. Lass Deine Fantasie spielen. Dieser Beitrag ist zwar historisch korrekt, aber doch auch mit einer Moers-artigen Ironie erzählt.

    chezweitausendeins

    23. Juni 2008 at 23:06

  3. So ähnliche Parties wie das griechische Symposion habe ich auch schon gefeiert. Nicht in jedem Fall mein Fall …

    „Ägypter mitunter ihre Götter wirklich erscheinen sahen.“

    Ich weiß, dass ich damit eine klare Minoritätenmeinung vertreten, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Götter ganz gern zu einer gelungenen Party vorkommen – und zwar ohne, dass die Teilnehmer der Party völlig breit, high, stoned oder nur besoffen sein müssen ….

    MartinM

    23. Juni 2008 at 23:08

  4. @Che:

    „aber doch auch mit einer Moers-artigen Ironie erzählt“

    Die arbeite aber beim nächsten Mal deutlicher heraus 😉 … wird Zeit für Stilkritik in diesem Blog!

    @Martin:

    Bei mir hat bisher nur Elvis vorbeigeschaut, das war aber in der konkreten Situation sehr hilfreich! Und ist ja sowas ähnliches …

    momorulez

    24. Juni 2008 at 7:50

  5. Ich dachte eigentlich, dass Formulierungen wie „Otternasen“ und „in Auerochsenfett gesottene Schweinskaldaunen (mit Honig!)“ für sich sprächen.

    chezweitausendeins

    24. Juni 2008 at 8:09

  6. Das gibts bei uns zweimal die Woche. In Teig eingewickelt und von Iglo.

    ring2

    24. Juni 2008 at 9:42

  7. Wieso muss ich jetzt an die „Babylonische Lotterie“ von Borges denken?

    lars

    24. Juni 2008 at 9:59

  8. lars

    24. Juni 2008 at 10:08

  9. Siehst du dort den roten Tropfen?
    Morgentau, brauchst du ihn jetzt.
    Schwarzer Engel, Gesicht verbrannt.

    Sei gewarnt! Dingding dangdang.
    Auf meinem Lager ist die Süße
    immer gewesen, Schlangensohn.

    Schweig! Lauter! Ich versuche
    Spezialitäten Babylons
    Himmel – wie alles hier – eiskalt

    Geht vorüber – Leiden lassen
    Verspricht so viel – nach dem Tod
    Durch Messer und Nadel – Dingding dangdang
    Der tödliche Foxtrott reitet salzig
    Die falschen Zeilen – den falschen Akkord
    Ich bin weit weg – weltweit Musik
    Der große Besen oder New York.

    Oder Verbannung, geh weg, nie wieder,
    dunkle Flecken auf der Moral.
    Heut oder Morgen verschlingt mich lachend
    Babylons verwirrtes Tal.

    Dein Kreis kein Feuer – da verdirbt Essen!
    Politik ist böse – aber Ding Ding
    DingDingDingDing DingDingDingDing
    DingDingDingDing DingDingDingDing

    Krank ist die Zündung nach der Schlacht
    Bleibt wie’s ist – Saturngericht
    Himmel und Höllen – Palast des Wahnsinns
    Ich bin dein Krieg – Liebesgeschichte

    Sieben lange lange Jahre
    Seelige göttliche Symphonie
    Himmlisch duftend – Ganz tief unten
    Suche ich – Liebe – ja oder nie

    Letzte Flut – Ich bin nicht Niete
    Ich bin Tränen – Bring mir was mit
    Aus Babyloniens Supermärkten
    Gebrochene Herzen – Du oder ich

    So heiß wie ein Ausweg – Erde – ach
    Ich weiß ich komme – Anfang – warum
    Mit Haut und Haaren – Alles ist viel
    Und viel ist nichts – luftig zu dir.

    che2001

    24. Juni 2008 at 10:37


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