shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Archive for Juli 2008

Greifen wir doch einfach mal ’ne FR-Frage auf: Zitat des Tages

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Written by momorulez

31. Juli 2008 at 16:19

„Generation doof“?

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Das scheint dem Che und seiner Skepsis gegenüber den Jüngeren ja recht zu geben:

Bedrückend aber ist, dass viele junge Menschen eine ebenso löchrige Vorstellung von Geografie, Technik oder der politischen Verfassung haben. Oder vom Geldverkehr: „Fragen Sie mal in der Oberstufe eines Gymnasiums, was Zins, Zinseszins, Rendite oder Inflation sind“, sagt Bonner, „das weiß keiner.“ Von Rechtschreibung ganz zu schweigen. Eine junge Frau fragte die Buchautoren: „Wie schreibt’n ihr doof? Doof wie blöd oder wie die Seife?“

Wat bin ich froh, daß ich meine Jugend in der Stadtbibliothek verbracht habe … aber die ist mittlerweile ist wahrscheinlich eh geschlossen. Um bengalische Bettler zu retten oder die Steuerlast für Porsche nicht allzu nicht zu erdrückend zu gestalten. Warum sollten auch rumänische Arbeiter unsere Bibliotheken finanzieren? Hä? Oder so.

Written by momorulez

30. Juli 2008 at 19:07

Veröffentlicht in Ökonomie, die Moral, Pop

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Wollt ihr das totale Verbot?

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Frau Goetsch, übernehmen Sie. Das ist doch eigentlich ihr Klientel – Ottenser Waldorfschulmütter und so. Leute, die davon zehren, andere zu drangsalisieren halt. Die dann an Elternabenden da sitzen und „Null Toleranz!“-Reden schwingen. Hat mir gerade ein Kumpel bereichtet, entsetzt und sehr wohl spürend, daß in diesem Slogan, New Yorker Ex-Bürgermeister hin oder her, eben weit mehr mitschwingt als zerbrochene Scheiben. Als jemand mit ’nem Vater aus Burundi spürt mein Kumpel das, und sowieso schwant mir manches mal, daß manche nur deshalb militante Nichtraucher werden, weil sie keine Rassisten mehr sein dürfen.

Für die SPD ist das doch nur weitere Beförderung des Mitgliederschwundes – selbst hier in der sympathisch verprollt-verrentnerten Eckkneipe gegenüber, in der selbstbewußt weiter geraucht wurde, hingen FDP-Plakate noch vor kurzem, eigentlich klassisches SPD-Wähler-Milieu. Aber so wurde uns ja auch der Ole und die – wie heißt Frau Goetsch noch mit Vornamen? – beschert, hallelujah. Ist ja neben der Opposition gegen das Hundegesetz auch wirklich das einzige Mal in den letzten 20 Jahren gewesen, daß diese vermeindlich liberale Partei mal wieder positiv auffiel.

Irgendeine hysterische Kuh brabbelte soeben im Radio auch schon von ihren Unterwerfungsfantasien, die sie unbekannterweise mir gegenüber pflegt, hörte nur diese penetrant aufgeregte Stimme nebenbei beim Putzen.

Was mich in der Tat an dem Verfassungsgerichtsurteil überraschte, war der Rekurs auf sowas wie das Gemeinwohl, womit man ja bekanntlich jede Form von Intoleranz und eigentlich sowieso alles rechtfertigen kann – ob man nun den Ausnahmezustand oder das Gemeinwohl hoheitlich definiert, das ist ja eigentlich auch schnuppe. Und komischerweise tritt es hier u.a. als Volksgesundheitshof auf, das hohe Gericht, was bei anderen Fragen wie z.B. Hartz IV-Sätzen, schrittweisem Abbau der Gesundheitsversorgung, die sich sehr wohl über’s Individualwohl rechtfertigen ließen, so nicht vertreten findet. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich, und graduell sind wir eh alle krank.

Und daß freie Berufsausübung und Volksgesundheit gegeneinander antraten, von freier Entfaltung der Persönlichkeit jedoch nicht die Rede ist, das paßt schon in den Zeitgeist.

Aber vielleicht geht ja alles gut aus – immerhin wurde hier heute schon das Rauchverbot in Eckkneipen aufgehoben. Glaube allerdings nicht, daß es dabei bleibt … zudem in DIE ZEIT heute schon mal wieder Rauchen als Unterschichtenphänomen gehandelt wurde. Jau! Schon deshalb muß jeder, der sich links wähnt, auch rauchen – aus Solidarität! Es lebe der Klassenkampf!

Written by momorulez

30. Juli 2008 at 18:56

Ja, wie is’n das nun?

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Wie ist denn nun die Relation dieser Formel zu dem, was sie – ja, was denn nun? Aussagen? Abbilden? Beschreiben? Erzeugen? – will?

Wieso macht sich jemand die Mühe da noch diesen – ja was denn nun? Feuerball? Sonne? Supernova? – dahinter zu peppen im hübschen Rot? Und in welcher Hinsicht ist die Formel denn „wahrer“ als das Bild, und warum?

Wieso jedoch läßt das Bild noch die Möglichkeit zu, das ganze als abstrakte Kunst sehen können zu wollen, während es unmöglich ist, hat man die Zeichensysteme gelernt, aus denen die Formel besteht, diese nicht als Formel aus Buchstaben und mathematischen Zeichen zu sehen?

Und worin besteht die Differenz zwischen einem Satz wie „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!“ und der Formel? Wieso kann der Satz „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!“ auch dann wahr sein, wenn er von ganz vielen verschiedenen Leuten geäußert wird, obwohl doch „ich“ dann jeweils jemand und was ganz anderes meint, ebenso „hier“, und wieso ist das eine andere Ebene als die Aussage, daß doch auch „Mensch“ je nachdem, wer da spricht, etwas ganz anderes meinen kann? Kann man am Kreuz der Domina ebenso ausrufen wie beim Briefe abstempeln oder während man sich in’s Gras fallen läßt, oder nicht, den Satz? Und wieso ist der olle Goethe-Satz nicht im selben Sinne überprüfbar wie „Alle Schwäne sind weiß“?

Wenn ein Text beginnt mit „Am Anfang war das Wort“ oder „Es war einmal“, wieso können sehr viele das Textgenre sofort unterschieden und zuordnen, das die jeweiligen Sätze bestehen? Und wieso gewinnt der Satz dann erst in diesem Kontext seine Relevanz, ebenso wie „Er ging heim“ zunächst mal keinerlei Relevanz verspricht, im Kontext eines Romans jedoch sowohl das Agieren eines Serienmörders als auch die Rückkehr von einem, der seine Familie verließ, bedeuten kann oder auch den Tod eines Priesters -oder eine Trauerrede desselben?

Und wieso sollen solche Fragen nichts mit Sozialwissenschaften zu tun haben? Oder gar mit Freiheit?

Written by momorulez

29. Juli 2008 at 19:36

Wer von uns fährt noch immer nach Island?

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Written by momorulez

28. Juli 2008 at 19:02

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Ist es ein Zeichen für intellektuell unergiebige Existenzen …

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.. sich für die Unterwäsche attraktiver junger Männer zu interessieren? Wegen des Fetischismus? Darf nur Schwanz pur interessant sein? Und was hat das eine eigentlich mit dem anderen zu tun?

Manche Konter verwirren mich …

Written by momorulez

26. Juli 2008 at 19:58

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Weil mir gerade danach ist: Ein Lied auf die Freundschaft!

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… weil: Wenn etwas zu Ende geht, dann denkt man an die Zeit als, es begann. Außerdem weil der Slogan „Freunde sind auf dieser Welt das einz’ge, was man selber wählt“ dann doch, na, ziemlich gut hinhaut.

Falls irgendjemand Kontakt zu diesem Herren im grünen Pullover, der da ca. bei 5’26 durch’s Bild läuft und Georgette ein Getränk überreicht, dann möge er sich bitte melden. Auch, wenn jemand einen kompletten Mitschnitt dieser Georgette Dee-Show aus „Angie’s Nightclub“ hat.

Written by momorulez

26. Juli 2008 at 11:38

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Can we?

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Irgendetwas ahnen sie ja was, die ehemaligen Mitdiskutanten von Gegenüber.

Daß deren Lesenswertester und Denkoffenster sich jüngst verabschiedet hat, darüber öffentlich zu trauern hatte ich in den letzten Wochen schlicht keine Zeit. Ich tu’s hiermit – vermisse Dich jetzt schon, Statler.

Nunmehr, rund um’s allseits diskutierte Thema Obama, ist die komplette Begrifflosigkeit derer, mit denen zu diskutieren lange ja Spaß gemacht hat, offenkundig.

Dieses verbale Irrlichtern und Rumgehöhne gegen genau das, was ansonsten sie lautstark einfordern, verblüfft. Diese verschnupfte „Ätschbätsch“-Haltung, die in tragischer Naivität dann zu einer Metaphorik der „Vertragsverhältnisse“ übergeht, wenn sie Politik nicht begreift, weil sie weder über Begriffe kommunikativer Macht noch in Ökonomie gründender, massenmedialer Mechanismen verfügt und von Bildern ganz offenkundig schon gar keine Ahnung mehr hat. Ganz, als würden diese nicht ihr täglich Konto füllen.

Sie merken nicht, daß gerade sie eben auch zwischen Politik und Wirtschaft  pro Politik unterscheiden und eigentlich eine Sehnsucht nach dem herrschaftfreien Diskurs in ihrem Denken nie gestorben ist, einer also, der sachlich das Richtige sucht – etwas, daß im Falle ökonomischer Kontexte dann zerrgespiegelt als „Vermachtung“ erscheint, wenn z.B. Betriebsräte über das Firmenwohl mitdiskutieren wollen.

Etwas, daß sie handlungstheoretisch durch eine Verabsolutierung des Strategischen zurückweisen – und jetzt weinen sie danach, weil angeblich Obama genau das sonst grundbegrifflich Zurückgewiesene nicht erfüllte. Und da, wo er es doch täte, dann natürlich eigentlich ganz im Sinne ihrer objektiven Notwendigkeiten redete. Das beklagen und beschwören jene, die einen Kampf gegen Terror jenseits von Anti-Terrorgesetzen schon gar nicht mehr vorstellen können. Als ginge nicht auch, diesem die ideologische Basis und somit die Legitimation zu entziehen.

Dabei ist Obama ja unter anderem in der Art eines Quotenhits auf RTL oder, weil cooler, ProSieben, gestrickt – bei allen Mediendiskussionen wollen sie doch genau das, unsere Gegenüber: Pilcher statt 70er-Jahre-Autorenfilm, letzterer sei ja nur elitär und durch den zwanghaften Staat und dessen Subventions- und Enteignungspolitik ermöglicht.

Dabei raus kommt das, was das öffentlich-rechtliche Fernsehen dann im Offtext daraus macht, die sind mittlerweile im Bereich Show und Infotainment sehr an der Nachfrage, soll heißen: Quote orientiert und formulieren dann ganz ähnlich wie die Marketing-Strategen in Obamas Rücken. Ein „Yes, we can!“ würde da nicht weiter auffallen. Und ob das Klöppel oder Kerner ausstößt, das ist ja eigentlich auch schnurz. Wer alles privatisieren will, landet genau da, formal gesehen.

Das wurde ja schon an Schröder gegeißelt, daß er als „Medienkanzler“ nur leere Worthülsen proklamiere, etwas, was in der i-phone-Werbung sich ja jeglicher Kritik entzöge, weils da vermeindlich privat sei.

Während Sadam um die Ecke bringen und Bomben schmeißen so richtig schön handfest und unmittelbar verifizierbar ist; insofern korrespondiert das dann auch mit erkenntnistheoretischen Erwägungen, die bei unseren im 19. Jahrhundert es sich gemütlich eingeigelt habenden Gegenübern so trendy sind.

Das ist in der Tat Wein trinken, Wasser predigen: Obama bedient schlicht das, was Werbung, Wirtschaft und Weltpolitik gleichermaßen zusammenhält – und was im Falle von Wirtschaft kein Schwein mehr anrüchig findet, ja, was dort als Erfolg gefeiert wird und diesen auch erst möglich macht. Kann man ja noch so doll funktional sinnvolle Produkte erfinden; wenn keiner die mitkriegt, der Vertrieb fehlt und die Produkt-Propaganda ebenso, dann bleiben die auch in des Erfinders Scheune stehen.

Genau an diesem Punkt bekommt das Netz als neue Distributionsform ja seine Durchschlagskraft: Daß Obama zunächst als Internet-Politiker gehandelt wurde und Youtube ihn zum Weltphänomen werden ließ, das sind halt jene Mechanismen jenseits von Wahrhaftigkeit und Richtigkeit, die Macht generieren helfen.

Frage ist ja eher: Kann das zusammengehen, Politik und, ich sach’s mal reduziert, Marketing? Gibt es dann noch eine „Message“ jenseits der Form selbst?

Ist ja die alte „Kulturindustrie-Kapitel“-Frage, die jüngst auch hinsichtlich linker Politikaufkam drüben beim Che. Da war’s die Diskussion um die Postmoderne und Postrukturalismus, die zu jener Frage Frage führte, ob Dekonstruktion und „zersetzende“ Anti-Theorien denn das Denken „der Linken“ geschwächt hätten (Gedanken, die manchen Internet-Chef-Autisten dazu trieben, sich mit Dildos bewehrte Stuten vorzustellen oder so ähnlich) – vielleicht ja gerade, WEIL sie versuchten, jenseits des Slogans anzusetzen und deshalb wahrer sind, nur daß sie Wahrheit eben reflexiv, prozessual und dynamisch, nicht vom Objekt her gedacht bestimmen?

Mit anderen Worten: Muß man, um politisch nicht schwach zu sein, sich ggf. genau jenen Regeln unterwerfen, die den Medienzirkus zur Ideologie verkommen lassen? Uralt, die Frage, und doch brandaktuell.

Das ist nun eine in der Tat sogar weltpolitisch entscheidende Frage, wenn man Obama so erlebt. Und das ist, was die Gegenüber ahnen: Würde wirklich ihre Welt wahr, in der Politik nur noch Eigentum schützt und für Sicherheit sorgt, ansonsten aber ALLES, eben auch Medien, nur noch in privater Hand sich befänden – könnte sie dann ihre Kritik an Worthülsigkeit und Messiahshaftigkeit überhaupt noch anbringen? Oder hätte die tatsächlich ihren Gegenstand verloren, weil Berlusconi eigentlich auch nicht weiter schlimm ist?

Und welche Ebene ist’s denn, auf der sie in dieser Frage ihre Kritik ansiedeln? Vertragsverhältnis?  Angebot und Nachfrage?  Negative Freiheit? Kommt da nicht doch auch Sprache in’s Spiel?

Und vor allem: Kann es trotz alledem auch wahr und richtig sein, mit Obama zu fiebern, gerade weil seine Bildgewaltigkeit auch neue Denkräume erschließt? Weil Weltbürgertum im Sinne der Bürgerrechte eben auch eine als Slogan tragfähige Message ist, die einst sogar die Mauer zum Einsturz brachte – und weil sich diese Botschaft gerade NICHT aus den ökonomistischen Imperativen herleiten läßt? Und weil, vielleicht deshalb der öffentlich-rechtliche Off-Text gar nicht so übel ist, der rein werbefinazierte bei RTL aber eben doch?

Written by momorulez

26. Juli 2008 at 10:58

Wort zum Donnerstag

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Im Iran wurde dem Parlament am 2.Juli ein Gesetz vorgelegt, das die Todesstrafe für Blogger undWEbsite-Redakteure vorsiehte, die Korruption, Prostitution und Apostasie vom islamischen Glauben vorsieht. Einen Tag zuvor erließ die Staatsanwaltschaft Teheran einen Haftbefehl gegen Mohammad Javad Haghshenas, den Chefredakteur der Tageszeitung Eternad Melli. Seine Zeitung hatte Achmachdochdschihad des Mißbrauchs der Religion bezichtigt.

Am 26.Juni wurde der palästinensische Journalist Mohammed Omer von den Sicherheitsorganen Israels festgehalten und mißhandelt, als er über Jordanien in das besetzte Westjordanland einreisen wollte. Der Korrespondent, der für ausländische Publikationen aus dem Gazastreifen berichtet, war aus London zurückgekehrt, wo er den renommierten Martha-Gelhorn-Preis entgegengenommen hatte. Omer wurde einer Leibesvisitation unterzogen. Während seines Verhörs durch Beamte des Inlandsgeheimdienstes Shin Beth wurde er so schwer misshandelt, dass er das Bewusstsein verlor und Rippenbrüche erlitt.

Written by chezweitausendeins

16. Juli 2008 at 22:59

Wort zum Dienstag

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Nachdem die Iren den Lissabon-Vertrag abgelehnt haben, meint die Mehrheit der europäischen Staatsführer, der atifizierungsprozess solle einfach weitergehen. Dass unsere politischen Eliten die Souveränität des Volkes einzuschränken versuchen, ist schon zu einer Art Markenzeichen unseres Unions-Europas geworden, verbunden, sich dem rest der Welt als „Champion der Demokratie“ zu präsentieren…..In Anspielung darauf, dass vor allem Frauen, junge Leute zwischen 18 und 29, Arbeiter und Angestellte den Vertragstext abgelehnt haben, mokierte sich der Economist vom 21. Juni: „Ein Wahlgremium nach Art des 19. Jahrhunderts, das nur aus männlichen Besitzbürgern besteht, hätte dem Vertrag von Lissabon ein klares Ja verschafft.“ Was für ein Europa, dessen letzte Hoffnung offenbar das Zensuswahlrecht ist!

Serge Halimi

Written by chezweitausendeins

15. Juli 2008 at 20:59