shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

“ … dass sie irgendwann im Leben verführt werden, Teil eines inneren Zirkels von Privilegierten zu werden“

with one comment

Haut schon rein, das Interview mit Philip Zimbardo in der aktuellen Ausgabe der FR – unbedingt ganz lesen:

Wer ein Konzept von sich als „wertvoll, geliebt, geschätzt“ hat, ist weniger in Gefahr, dem Gruppendruck nachzugeben. Die Situation kann aber trotzdem so mächtig sein, dass man ihr nachgibt.C.S. Lewis hat 1941 in einer berühmten Rede Cambridge-Studenten davor gewarnt, dass sie irgendwann im Leben verführt werden, Teil eines inneren Zirkels von Privilegierten zu werden. Für die meisten Menschen ist das unwiderstehlich. Lewis sagte: Manche derjenigen, die sich verführen lassen, werden Schurken und manche berühmte Politiker – aber beide haben dasselbe getan.

(…)

Was ist Ihre größte Angst?

Dass die Republikaner die Macht in Amerika behalten. Sie zerstören Amerika. Die Angst vor Terrorismus ist schlimmer als Terrorismus. Inzwischen sind all diese faschistischen Methoden, vom Abhören über Guantánamo bis Abu Ghraib, akzeptiert. Und das im Namen der Demokratie.

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Written by momorulez

10. August 2008 um 11:53

Veröffentlicht in die Moral

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Eine Antwort

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  1. C. S. Lewis hat diese Gefahr – nämlich, dass an sich gutwillige, integere und gewissenhafte Menschen dadurch verführt werden können, dass ihnen angeboten wird „dazu“ zu gehören – ja in seinem Roman „That Hideous Strength“ („A modern fairy tale for grown-ups“) ausführlich thematisiert. „That Hidieous Strength“ ist eine bizarre Mischung aus Science Fiction, Fantasy, moraltheologischem Traktat, Sagenneuinterpretation (mit Anklängen an Tolkien), christlicher Mystik und mittelalterlichem Mystizismus. Wirklich lohnend finde ich an diesem Schmöcker das Thema der Verführung bzw. Verführbarkeit, wobei gerade der Wille, Gutes zu tun, zum Ansatz wird, Menschen mit hohen moralischen Grundsätzen buchstäblich „die Arbeit des Teufels “ tun zu lassen.
    Der zentrale Erzählstrang handelt von Mark Studdock, einem jungen Soziologie-Dozenten an einer kleinen englischen Universität, und seiner Frau Jane. Studdock wird für dem „Inneren Kreis“ einer Forschergruppe, die mit dem Forschungsinstitut N.I.C.E. (National Institute for Coordinated Experiments) in Verbindung steht. N.I.C.E. fördert offiziell den technischen und gesellschaftlichen Fortschritt, tatsächlich zielt es auf nicht weniger als eine komplette Umerziehung der Menschheit ab – und das buchstäblich von „gefallenen Engeln“ geleitet wird.
    Studdock, der immer schon Mitglied einer mächtige, aber wohltätigen Elite sein wollte, nimmt an, dass wegen seine Fähigkeiten und Verdienste für den „Inneren Kreis“ rekrutiert werden soll. Der wahre Grund, weshalb sich N.I.C.E. für ihn interessiert, sind die verstörenden Wahrträume seiner Frau, die eine Gefahr für den (buchstäblich) diabolischen Plan darstellen.

    „That Hideous Strength“ ist kein guter Roman (weil zu konfus) und Lewis konnte nicht annähernd so gut Fantasy schreiben wie sein Freund Tolkien, aber die Mechanismen der Verführung „guter“ Menschen zum „absolut Bösen“ stellt er, wie die Mischung aus Bestechung und Verführung, mit der N.I.C.E. die Universitätsstadt Edgestow übernimmt, überzeugender als der „Rest“ des Romans geraten ist.
    Interessant ist Lewis Konzept „des Bösen“ – es ist eine Mischung aus traditionell christlichen Vorstellungen von Verführung und Sünde, und der „instrumentellen Vernunft“ Adornos und Horkheimers.

    MartinM

    10. August 2008 at 13:51


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