shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Das ist mein St. Pauli!

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Betrifft: Konzert mit Beenie Man im Knust

Kein Konzert mit homophoben Interpreten im Knust

Leider etwas spät, dafür aber mit größtem Entsetzen haben wir von dem geplanten Konzert mit dem jamaikanischen Reggae Interpreten Beenie Man erfahren.
Die homophobe Einstellung von Beenie Man ist zumindest seit einiger Zeit bekannt. Seine schwulenfeindlichen Texte können ebenfalls als bekannt vorausgesetzt werden.
Uns wiederum ist bekannt, was das Knust hier zu auf seiner Homepage veröffentlicht hat.
Wir halten dies aber zum derzeitigen Zeitpunkt absolut nicht für ausreichend ein derartiges Konzert stattfinden zu lassen. Besser wäre aus vielen bekannt Gründen, dieses Konzert abzusagen und zunächst die Einhaltung diverser gemachter Zusagen zu überprüfen. Papier ist geduldig. Aber solange schwulenfeindliche Platten und entsprechende Vertriebsverträge nicht vom Markt genommen , bzw. gekündigt werden, darf es solche Konzerte in einer Location wie dem Knust nicht geben.
Die aktive Fanszene des FC St. Pauli ist für ihre Kampagnen gegen Schwulenfeindlichkeit bekannt. Ebenfalls bekannt ist die gute Zusammenarbeit mit dem Knust. Am Beispiel des oben genannten Konzerts wird diese Zusammenarbeit stark in Mitleidenschaft gezogen. Da wir es mit unseren Kampagnen ernst meinen, fordern wir das Knust auf, das Konzert – wie schon einmal geschehen – abzusagen. Andernfalls behalten wir uns vor, über eine weitere Zusammenarbeit mit dem Knust nachzudenken.
Wir hoffen auf eure Einsicht.

Gezeichnet: Sprecherrat der organisierten Fanclubs des FC St. Pauli

 

20.08. NATTY KING + DADDY RING findet statt BEENIE MAN fällt aus

Eintritt € 10,00 Für im Vorverkauf erstandene Karten werden am Einlass bei Besuch des Konzertes € 10,00 von uns direkt erstattet, ansonsten können diese Karten an den Vvk-Stellen zurückgegeben werden

Nochmals die Begründung des kurzfristigen Änderung:

Betrifft: Konzert mit Beenie Man im Knust

Liebe Freunde des Hauses,

die aktuelle Entwicklung der Diskussion zum Konzert des o.a. Künstlers in unseren Räumen hat in den letzten 24 Std. eine für uns gefährliche Eigendynamik entwickelt.

Die gestern in Berlin von Beenie Man unterzeichnete „Berlin Reggae Compassionte Act“ wurde von uns vor 48 Std. auf unserer Homepage veröffentlicht.

Die hierdurch abgegebenen Erklärungen werden jedoch von den uns nahestehenden Fanverbänden des FC St.Pauli für nicht ausreichend angesehen, um „zum jetzigen Zeitpunkt ein derartiges Konzert stattfinden zu lassen“ (Zitat aus dem Schreiben vom Sprecherrat, 19.8.2008, 19.29 Uhr). Man empfiehlt uns aus vielen bekannten Gründen, dieses Konzert abzusagen und zunächst die Einhaltung diverser gemachter Zusagen zu überprüfen.

Da es uns nicht möglich ist eine inhaltliche Diskussion 24 Std. vor dem Konzert zu führen – die im Übrigen von Seiten des Konzertveranstalters nicht rechtzeitig unterstützt wurde- haben sich
die Geschäftsleitung des KNUST sowie die uns nahestehenden Fanorganisationen des FC St.Pauli entschlossen, die folgenden Maßnahmen gemeinsam zu tragen:

1) Das Konzert von Beenie Man heute Abend im Knust wird nicht stattfinden.

2) Das Vorprogramm – die Bands „Natty King“ und „Daddy Rings“ – die von dieser Diskussion nicht betroffen sind, können spielen.

3) Wir (das KNUST) erstatten den Besuchern auf Wunsch Euro 10,– des Eintrissgeldes (VVK 20,–) und bieten Ihnen an, den Betrag für den Verein „Fanräume e.V.“ zu spenden.

4) Am Freitag, den 29.8 um 16.00 Uhr, findet in der Bar des Knust (vor dem Benefizkonzert für den Verein Fanräume e.V.) eine offene Podiumsdiskussion mit den Vertretern des Sprecherrates der Fanclubs des FC St.Pauli statt, um die künftige Vorgehensweise für Konzerte mit ähnlicher Problematik zu diskutieren.

Wir bitten alle Dancehall-Reggae Fans um Verständnis für diese notwendige Entscheidung.

Dirk Matzke & Norbert Roep Roger Hasenbein (Fanclub Sprecherrat)

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Written by momorulez

20. August 2008 um 17:06

9 Antworten

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  1. Manchmal kann man da schon einen Schreck bekommen.

    ring2

    21. August 2008 at 8:06

  2. Wegen Beenie Man?

    momorulez

    21. August 2008 at 8:28

  3. Sowohl wegen der Aggression, die in diesen „Musikern“ steckt, als auch wegen der Macht der FC Fanclubs im Stadtteil.

    Auch wenn ich die Aktion gut finde, erschreckt sie mich ein wenig.

    ring2

    21. August 2008 at 9:57

  4. Im konkreten Fall bin ich so richtig stolz auf meinen Verein bzw. sein Umfeld, und finde Machtausübung da auch genau richtig.

    Ohnmacht ist ja für Homos keine unübliche Erfahrung, und hier wird es halt konstruktiv genutzt, daß es sowas gibt wie entsprechende und adäquate Gegenreaktionen. Richtig so, weil ja um was Richtiges geht.

    Warum sollen immer nur die Doofen, Bösen und Gemeinen Macht ausüben? Machen die doch auch ganz alltäglich, und kein Schwein interessiert das normalerweise … Texte wie jene von Beenie-Man sind auf Jamaica ja viel brutalere Formen der Machtausübung und wirken gewaltig.

    momorulez

    21. August 2008 at 10:10

  5. […] hat momo ja letzte Saison schon immer verlacht und später freundlich beschimpft wegen meines Optimismus […]

  6. Verfassung ja richtig!, konzerte absagen nein! Ihr koennt ja richtig stolz sein auf dass wass ihr dort veranstaltet habt. Ein saenger der die verfassung unterschrieben hat trotzdem nicht auftreten zu lassen. Ich hoffe ihr steht jeden Sonntag auch vor der Katolische kirche der die gleiche wahnsinn seit schon viel leangerem praedigt und macht dann dass gleiche, aber darueber lese/siehe ich nichts. Uebrigens auch der groesste kirche in die karibik!!!So zummengefasst: Eine hirnlose aktion und ihr habt dabei ein sehr einfaches opfer gesucht.

    chad

    25. August 2008 at 19:22

  7. „Ich hoffe ihr steht jeden Sonntag auch vor der Katolische kirche der die gleiche wahnsinn seit schon viel leangerem praedigt“

    Na ja, zu Mordaufrufen konnte sich der Papst bisher noch nicht nicht durchringen … abgesehen davon habe ich paar Einträge weiter unten genau darüber auch geschrieben.

    Ansonsten lies doch am besten mal den entsprechenden, oben verlinkten Thread im St. Pauli-Forum, da wurde gut recherchiert und zudem auch alles wichtige gesagt. Auch, daß Beenie Man bei Konzerten in den USA noch fröhlich weiter seine Aufforderung verbreitet, mich aufzuhängen, auch wenn er irgendwelche Kontrakte unterschreibt (die ja von sehr vernünftigen Leuten initiiert wurden)..

    Leichtes Opfer? Hättest wohl lieber wieder Leute wie mich als leichte Opfer, ganz, wie es auch hier der Tradition entspricht?

    Bin heilfroh, seit über 20 Jahren rund um dieses Stadion zu leben, das hat zu meiner körperlichen Unversehrtheit doch nachhaltig beigetragen …. und bin in der Tat stolz darauf, in einem Verein Mitglied zu sein, um den herum eine Crowd von Heten sich für meine Rechte einsetzt und mich schützt. Gab’s historisch sooooo häufig nicht.

    momorulez

    25. August 2008 at 19:33

  8. Und steht ihr dort jeden Sonntag? weil mann muss doch der hass an den wurzeln bekaempfen, oder?

    Leichtes Opfer? Hättest wohl lieber wieder Leute wie mich als leichte Opfer, ganz, wie es auch hier der Tradition entspricht?

    Meine tekst hat angefangen „verfassung ja richtig“ dass wass du hier schreibst ist way below level

    Koennt ihr auch, ich find Fussablverein st. pauli auch gut

    chad

    25. August 2008 at 20:01

  9. Die Antwort habe ich jetzt nicht verstanden …. inwiefern „way below level“?

    Weil ich darauf hinweise, daß er diese Texte ja sehr wohl noch singt? Weil Du auch zu denen gehörst, die traditionell hier verfolgt wurden?

    Halte übrigens zumindest hierzulande die katholische Kirche, im Norden schon gar nicht, für weniger wirkungsvoll als diese über Musik funktionierenden Pop-Kulturen, , seien sie nun rechts, Dancehall oder Hip Hop.

    Und da ich Hip Hop und Reggae und Dancehall teils kulturell und in jeder Hinsicht musikalisch außerodentlich großartig finde, finde ich’s um so schlimmer, wenn sich da diese homophoben Einschübe finden.

    Den letzten Satz habe ich verstanden 😉 ….

    momorulez

    25. August 2008 at 21:04


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