shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

PI: Huckepack-Bloggen

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Kaum schwappt die Hooligan-Rauferei Abseits des Spiels Altona 93 gegen den FC Chemnitz vom vergangenen Sonntag in den Mainstream (Spiegel Online), greifen sich die selbsternannten politisch inkorrekten die Gelegenheit für einen frustrierten und höhnischen Rundumschlag.

wo keine Rechten sind, muss man sie sich backen. 240 Schläger der roten Antifa-SA griffen in Hamburg friedliche Fußballfans aus Chemnitz, das die Mauermörder “Karl-Marx-Stadt” nannten (Foto) an und machten Jagd auf Familienväter und Kinder. Chemnitzer Bürger sind zum Totschlag freigegeben, nachdem sie von den Linkskriminellen zu “Rechten” erklärt wurden.

Das ist putzig. Ich wette mindestens 50%* der Chemnitzer Fans werden lieber Nazi-Hools genannt als derart als „friedlich“ verarscht zu werden. (*Mehrere Zeugenberichte sprechen von 200 der ca. 400 Chemnitzer-Fans, die das Stadion an der Hoheluft vor dem Spiel verlassen haben – sicher um nachzuschauen, was sich vor der Hohen Luft so an „Antifa“ versammelt hat).

In ihrer Argumentation folgen Autor und Kommentatoren dann auch der Nebeltaktik rechter Gruppen, ignorieren das Vorhandensein von anti-demokratischen Strukturen noch, wenn sie auf das Gegenteil verlinken, wie einen Bericht über das Fanprojekt Chemnitz. Hier findet man deutliche Hinweise auf Chemnitzer Nazis, auch wenn man sich natürlich bemüht, dies ein wenig, nun, zu vergangenheitlichen:

In ganz Deutschland ist bekannt, wofür die Chemnitzer Gruppierung „HOONARA“ steht, die besonders in den neunziger Jahren aktiv war.

weiter heisst es:

Es hat sich 2004 eine neue Gruppierung, die „New Society“, gegründet, die ursprünglich als Nachwuchsgruppierung der Ultras Chemnitz gedacht war. Schnell war aber deren eindeutige politische und „erlebnisorientierte“ Orientierung klar, was auch bei dem Spiel gegen St. Pauli am 1. April 2006 deutlich wurde. Wieder ist Chemnitz wochenlang deutschlandweit äußerst negativ in den Schlagzeilen gewesen. Die rechten Symbole die einige der Mitgereisten damals hochgehalten haben und einige der Gesänge sind nun mal nicht wegzureden.

Ganz ehrlich – bis dahin hatte ich die Situation und Entwicklung unterschätzt. In Chemnitz ist die Gruppe der Jugendlichen mit rechtem Gedankengut sehr hoch, das geht natürlich an der Gesamtstruktur der Fanszene nicht vorbei.

Aber darum geht es PI gar nicht. Sie machen lieber den Rechten online Konkurrenz. Reden sich in Rage über die linksgesteuerte Presse, schmeißen fröhlich Muslime, Paulianer, Antifaschisten und Nazis in einen Topf, dass es eine Freude ist. Zitieren dabei den Spiegel-Artikel in einem Ausmaß, dass bestimmt nicht durch das Zitatrecht gedeckt ist. Bin da mal gespannt, wie man bei Spon reagiert.

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Written by ring2

28. August 2008 um 7:36

Veröffentlicht in Faschismus und Antifaschismus, Links?

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2 Antworten

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  1. Die Chemnitzer Fans haben Millerntor eindeutige Nazi-Flaggen ausgepackt damals.

    Es gab ja tatsächlich mal den Fall nach einem Spiel gegen Dresden, daß irgendwelche Deppen auf die losgingen, obwohl das ganz nette, friedliche Leute waren.

    Aber so dermaßen offen wie die Chemnitzer habe ich nur ein weiteres mal Nazis in den Regionalliga-Zeiten bei uns im Stadion gesehen (das waren auch Dresdener, in unserer ersten regionalliga-Saison, mit U-Bahn-.Lied und allem drum und dran, so richtig fiese, organisierte Kader).

    Insofern zeigt PI hier einfach nur sein wahres Gesicht, würde ich mal sagen. Und die Strategie wird ja in anderen Lagern dann auch eifrig adaptiert: Die wahren Nazis sind immer die Antifaschisten.

    momorulez

    28. August 2008 at 11:42

  2. Was mich ja baff erstaunt: dass nachher alle „friedlich“ in ultra-Foren miteinander diskutieren. Über „entglasen“ sprechen, vom „grünen Team“, das quasi als Zugabe mitspielt und harmlos von „Vogelschreck“, wenn sie Feuerwerkskörper meinen, die an Torwartohren schon mal böse nach innen losgehen können.

    Da wird dann „zugegeben“, dass man diesmal eine Packung kassiert hat und freut sich auf den Gegenbesuch.

    Diese moderne Form der „The Wanderer-Romantik“ lässt das „Antifa“-Argument so verblassen. – davon mal abgesehen, dass ich Dir ansonsten vollkommen zustimme.

    ring2

    28. August 2008 at 12:58


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