shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Mehdorn’s on the train to nowhere …

with 21 comments

Über Anrufe führender Politiker bei dem Herrn Mehdorn kursieren ja diverse Gerüchte. Einer meiner Ex-Chefs berichtet immer die Anekdote, wie am Bahnhof Zoo – Gott hab den selig, auch dessen Clo, „mein Straps zerriss“ – er stand und der Zug nicht kam und nicht kam und nicht kam und nicht kam (was derweil auf dem Bahnhofsclo passierte, das verschweige ich ab jetzt). Und dann stand da auch Herr Naumann, so berichtet er, damals noch Kulturstaatsamtsminster oder so, und der griff dann wutentbrannt zum Handy und drängte des Mehdorns Vorzimmer, der solle doch da mal was unternehmen, der Zug käme nicht …

Keine Ahnung, ob das stimmt, aber wenn jetzt schon die Merkelin den wegen solcher Bagatellen anruft – also, wenn die Leute sich nicht alle in der sozialen Hängematte ausruhen würden, dann könnten sie sich dieses Kombi-Lohn-Modell ja wohl leisten! An sich kann ja JEDER von 132 Euro im Monat leben, da bleibt ja wohl was über!

Denn auch wenn mancher jetzt schon wieder wider die Demokratie grunzt: Was der Mehdorn da ja treibt, das ist ja eh der objektive Wille des Kapitals an sich. Das folgt eher dem Motto:

„Wenn ihr immer mehr Löhne fordert, ihr Lokführer und ähnliches Gesocks, dann muß ich halt die Schalterbeamten feuern, da sei ja wohl der anvisierte Gewinn vor. IHR habt doch gerade wieder belegt, daß Personalkosten die unangenehmsten Kosten sind, aber die ersten U-Bahnen fahren ja auch schon führerlos, hähähä. Und angeblich wart ihr doch immer gegen den Führer, harharhar. Wenn IHR fortwährend diese wirtschaftsfeindlichen Lamentos anstimmt, Menschen müßten ja wohl ihrer LEISTUNG entsprechend entlohnt werden, also jetzt mal im Ernst, wo käme man denn da hin, also, wenn ihr solchen anachronistischen Klassenkampfparolen aus dem 19. Jahrhundert nachhängt, dann gilt eben: Wer nicht hören will, muß fühlen! Und dann müßt ihr auch eure ach so so gutmenschelnden Schalterbeamten selber bezahlen. Ätschbätsch.“

Und die Merkel hat ihm bestimmt am Telefon – oder gar per SMS, das Gerücht gibt’s ja auch noch, sie habe Steinmeier zu Sylvester ’nen „guten Putsch!“ gewünscht, von wegen Tippfehler, wer glaubt denn sowas – gesagt: „Meddi,“ – oder nennt sie ihn Dorni? – „alter Schelm, gut gemacht, das Volk muß Verzicht üben zugunsten UNSERER Marktwirtschaftsnation. Irgendwie kriegen wir die schon noch klein. Habe ich ja damals gelernt, war das jetzt Ulbricht oder Kennedy mit dem „Frage nicht, was dein Land für dich tut ..“, egal, und das gilt ja wohl auch für die Reichsbahn. Ich muß den Jungs von der Presse jetzt aber sagen, daß ich Dich angerüffelt hätte. Nimm’s leicht, deine Angie.“

Und der Mehdorn blockt schon mal Sonderzug nach Pankow, den mit dem ganz speziellen Diner-Wagen, und ordert Candlelight … es sind die Verfilmungen der großen Romanzen, die in 50 Jahren dann die endlose Wiederholung der Pilcher-Filme im ZDF-Hauptprogramm beerben werden! Und aufgrund der starken, privaten Konkurrenz gibt’s dann auch da „Per per View“!

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Written by momorulez

12. September 2008 um 8:45

21 Antworten

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  1. Nein, die Deutsche Bahn AG arbeitet irgendwie metaphysikalisierend an der allgemeinen Entschleunigung. Echt. Ich habs gemerkt: von meinen ca. 20 Retour-Fahrten Zürich-Ruhrgebiet-Zürich im Sommersemester waren vielleicht drei, höchstens vier pünktlich. Der Ärger begann fast immer schon im noch stehenden Zug in Basel. Irgendwie auch beeindruckend.

    T. Albert

    12. September 2008 at 9:26

  2. […] wir doch nix dafür, dass die gierigen Bahnschaffner das EBITDA versauen”, meint man ebenfalls zu hören (Neue Bahn, NeoCon-Ansatz – womit die Verwandtschaft zwischen Neocon- und […]

    “Menschen raus!” — ring2*

    12. September 2008 at 9:35

  3. @T. Albert:

    Das liegt alles nur an den zu hohen Personalkosten, auch bei Wartungsarbeiten ….

    momorulez

    12. September 2008 at 9:55

  4. Das Murkel muss mit Mehdorn zumindest in eine geeignete pseudopopulistische Hyperrealität (Erzeugung mittels Spindoktoren und williger Medien) steuern, und so erzeugen sie in der allgemeinen Demokratiesimulation den Eindruck, wann immer sich das Volk erregt:

    Die tut was!

    Im Übrigen kann das Humankapital in Deutschland mittlerweise problemlos von 17,36 Euro/Monat leben.

    (Beweis? Das wäre positivistisch, wer will nach dem Ende des Positivismus denn schon Beweise? Es gibt ohnehin nur noch „Erzählungen“ und überdies diverse, nebeneinander bestehende Wahrheiten ohne jegliche Rangfolge. Außer vielleicht soziale Rangfolgen, die darüber entscheiden, wessen Wahrheit Verbreitung findet. Okay, ich wil mal nicht so sein, und hier Grunzu-mäßig rumstinken, wo hier doch mittelgroße Philosophenkönige jederzeit bereit stehen, um die Löschtaste zu drücken, an Stelle einer nachvollziehbaren Begründung, was – Begründung! – ja auch schon wieder positivistisch, also eigentlich falsch bzw. linguistisch widerlegbar ist, zumal man kommunikationstheoretisch vielleich auch noch neben der eigentlichen Aussage die Aussage hinter der Aussage in Augenschein nehmen müsste, z.B. auf der Beziehungsebene, oder was als Lach- und Krachveranstaltung stattdessen stattfindet. Gell? So – jetzt dürfte für einen kurzen Moment mal wieder alles klar sein, so rein postkonstruktivistisch bis Mehdorn-artig formuliert)

    Ach, so: Der Beweis:

    – Wasser kostet 0 Euro (Modell Thießen)

    (Neoliberaler Anscheinsgegenbeweis: „There ist no such thing like a fee lunch“ – was in seiner Wahrheit übrigens auch beinhaltet, dass Mehdorn teuren Personenschutz benötigt, und das Murkel sowieso, der Thießen im Moment auch, und zwar so sehr, dass er sich verkrümelt hat und auch keine Interviews mehr gibt)

    Wasser gibt es auch auf dem Bahnhofsklo. Oder einem öffentlichen Klo. Oder einer Restaurant-Toilette. Der Möglichkeiten sind viele – und sie lassen sich millionenfach nutzen.

    – Brot kostet pro Kilo ca. 0,55 Cent (Modell Thießen)

    (Das 1250-Gramm Roggenmischbrot, sehr unlecker, vom Billigdiscounter kostet tatsächlich 69 Cent pro Laib. 1000 Gramm Brot pro Tag können einen Menschen ernähren, über viele Tage, Wochen, Monate und Jahre hinweg, und das ohne jeden Zweifel. 30 x 0,55 Cent, dazu noch 5% Schwund, weil beim Leben auf der Trebe das Brot gelegentlich geklaut wird)

    – Strom benötigt man im Regelfall nicht (Modell Thießen)

    Das macht im Monat 17,36 Euro

    (Hierin sind sogar 0,35 Cent einberechnet, um die Enten zu füttern bzw., falls das keine gute Idee ist, für 2 Vitaminpillen aus dem Discounter pro Monat. Gebrauchte Kleidung kann sich das Humankapital, Fleiß vorausgesetzt, problemlos aus dem Müll organisiern, ähnliches gilt für Luxusbedürfnisse u.ä.)

    Und da kann man gleich auch sehen, dass der Mehdorn eigentlich ein lieber Onkel ist. Er möchte ja nicht, dass sich seine Mitarbeiter nur 17,36 Euro pro Monat bekommen.

    Er will mehr, denn er hat seine Lektion ja längst gelernt:

    There is no such thing like a free lunch

    (Hinweis: Mein Monatssoll für Grunzu-mäßige Texte ist damit erst mal planmäßig erfüllt – ab jetzt können der Leser und die Leserin wieder entspannt zurück lehnen, wenn sie mein Pseudonym lesen – ich finde überdies, das Textformat passt nicht zu mir. Die Mixtur aus gesteigerter Subjektivität, gemischt mit für wahr Gehaltenen und wahrer Provokation, also irgendwie passt das alles nicht. Hey, und obwohl das alles stimmt, was ich da oben geschrieben habe, jedenfalls könnte man das behaupten, dass es stimmt, und jedenfalls einigermaßen gute Gründe dafür anführen – was übgigens – man mag das jetzt für einen kurzen Moment als Quintessenz lesen – für fast alle hier gilt, die in diesem Blog regelmäßig längere Texte bzw. Kommentare verfasssen – wir sind also, wenn man so mag, auf der Ebene des Komplimentes angelangt. Tatsächlich. Und das ist wahr.)

    John Dean

    12. September 2008 at 10:07

  5. Manchmal habe ich das Gefühl, Du reibst Dich an meinem Schenkel – es zwingt Dich kein Mensch, hier immer ellenlange Kommentare zu posten.

    momorulez

    12. September 2008 at 10:15

  6. Momorulez, der Kommentar war ziemlich klasse. Lies ihn mal genau!

    John Dean

    12. September 2008 at 10:30

  7. Deine Schenkel interessieren mich nicht. Das müsstest du doch wissen.

    John Dean

    12. September 2008 at 10:31

  8. Deine Kommentare lese ich eigentlich prinzipiell nicht mehr … höchstens den Anfang, und dann wird mir aber in der Regel jedes weitere Interesse auch ausgetrieben ….

    momorulez

    12. September 2008 at 10:36

  9. Dean, Eigenlob stinkt.

    che2001

    12. September 2008 at 11:14

  10. Das ist doch eh´ klar, Momorulez. Deshalb wird es dich bestimmt auch trösten, dass der von dir bemängelte Kommentar sich alle Leser (mit deiner Ausnahme) und besonders an Che gerichtet hat.

    Okay?

    Ich wollte Che damit verdeutlichen (neuer Versuch sozusagen), dass postmoderne Diskurse – im Gegensatz zu „positivistischen“ – besonders stark (!) der Gefahr ausgesetzt sind, dass hier soziale Rangfolgen darüber entscheiden, wessen Diskursmuster und Argumentationen, kürzer: wessen Wahrheit, Verbreitung findet.

    Alles klar, Momorulez?

    John Dean

    12. September 2008 at 11:19

  11. „dass der von dir bemängelte Kommentar sich alle Leser“

    Hast Du dafür nicht ein eigenes Blog?

    momorulez

    12. September 2008 at 11:25

  12. In der Postmoderne bin ich nicht zu Hause, da ich sie keineswegs vertrete. Machtverhältnisse und Interessenlagen bestimmen die Wirkungsmacht aller möglichen Diskurse, ob postmodern, positivistisch, postalisch, posthum, empiriokritizistisch, thanatokratisch oder serbokroatisch. Dein Problem, Dean, ist eine Verbindung aus einem Höchstmaß an eigener Arroganz und Rechthaberei bis zum beleidigenden Tonfall hin mit einer schon bis zur semantischen Behinderung hin reichenden Unfähigkeit, Gesagtes in den zugehörigen Kontext einzuordnen.

    che2001

    12. September 2008 at 12:04

  13. Es gilt das geschriebene Wort!

    *seufz*

    Ach, Momorulez. Wie wäre es, wenn du erst einmal etwas bessser nachdenkst, bevor du was schreibst?

    „Shifting Reality“ ist erstens nicht dein Blog, zweitens dient die Kommentarfunktion eines Blogs der öffentlichen Kommunikation, übrigens auch mit jenen, die „ein eigenes Blog haben.

    So, und nun darfst du „Danke!“ zu mir sagen, weil ich dir gerade etwas Wichtiges erklärt habe.

    P.S.

    Wenn dir das nicht passt, dann mache „dein“ Blog halt komplett nicht-öffentlich. Du musst nur wollen! Dann gelingt dir schon das, was du willst.

    John Dean

    12. September 2008 at 12:05

  14. Dean, jeder Kommentar von Dir, der von nun an unter von mir verfaßten Einträgen erscheint, wird gelöscht.

    @Che:

    Begeh doch nicht auch noch Fehler, auf diese aufblasenen Wissenslücken eines penetranten Trolls, der bisher noch aus fast jedem Blog geflogen ist, einzugehen.

    momorulez

    12. September 2008 at 12:08

  15. @Dean (ich kann eurem Disput zwar nicht folgen, aber) Formal bin ja ich der Accountinhaber, wie ich gestern gerade feststellte – und Momo genießt hier absolut uneingeschränktes Hausrecht. Das ist wie bei der Bahn. Nutzt nix, sich gegen die baumlangen Kerls zu wehren, wenn sie Dich samt Mariacron gegen 00:00 rausschmeißen ;(

    ring2

    12. September 2008 at 12:23

  16. „aufgeblasene Wissenslücken“ ist aber eine schöne Formulierung. Das Brett vorm Kopf zur Waffe machen!

    che2001

    12. September 2008 at 12:32

  17. Manch einer könnte mit dem seinigen einen ganzen Mob mit Brettern mit Nägeln versorgen (ohne Nägel).

    David

    12. September 2008 at 12:45

  18. Obwohl, wenn er auch noch vernagelt ist, dann sogar das!

    David

    12. September 2008 at 12:50

  19. Passend zum Thema:

    http://www.kunst-aus-nrw.nrw.de/uecker_kasten.html

    Man kann auch so vernageln, daß dabei Kunst rauskommt, aber das ist halt nicht jedem gegeben 😉

    momorulez

    12. September 2008 at 15:12

  20. Das perfekte Team-Up wäre natürlich das mit ihm hier.

    Björn

    12. September 2008 at 23:43

  21. 😉 … ist bestimmt von dem Uecker inspiriert!

    momorulez

    13. September 2008 at 8:45


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